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Galileo7-8


Panel Patrick Stewart


von Claudia Kern

2. Oktober 2004

Schon vor dem Moment, an dem Patrick Stewart die Bühne betrat, war jedem im Publikum hundertprozentig klar, dass der Höhepunkt des Abends, wenn nicht sogar der Höhepunkt des Convention-Jahrs bevorstand. Das lag nicht zuletzt daran, dass Veranstalter René Ahlberg in seiner Anmoderation mehrfach darauf hinwies. Kaum hatte er die Bühne verlassen, wurde ein schnell geschnittenes, mit Techno-Rhythmen unterlegtes Video gezeigt, dann sagte eine dunkle Stimme: "Gallileo Conventions proudly presents Mister Patrick Stewart."

Es klingt wie ein Klischee, wenn man sagt, der Saal tobte, aber genau so war es. Niemand blieb mehr sitzen, die ersten Reihen sicherlich aus Begeisterung, die hinteren wohl auch, um den lang erwarteten Gast überhaupt sehen zu können. Ganze zwei Minuten lang wurde Patrick Stewart so gefeiert, dann überraschte er das Publikum zuerst mit einigen Worten deutsch und mit der Bitte, das Startvideo doch noch einmal zu zeigen. Die Technik folgte seinem Wunsch prompt, zeigte das Video jedoch rückwärts und ohne Ton. René Ahlberg kommentierte die Situation genial: "You asked for the video, Patrick", sagte er, "not for the audio. Germans are very precise."

Im zweiten Anlauf klappte es dann mit der Ausstrahlung, und das Panel konnte beginnen. Stewart sprach über seine Emotionen bei der letzten Szene der letzten TNG-Folge, über die bevorstehenden Dreharbeiten zu "X-Men III" und über seinen Englischlehrer, der ihn im Alter von zwölf Jahren dazu brachte, Shakespeare zum ersten Mal laut vorzulesen und prägend für seine spätere Karriere sein sollte. Diesem Lehrer wird er im November die Ehrendoktorwürde einer englischen Universität verleihen, was er als einen der Höhepunkte seines erwachsenen Lebens betrachtet. Über seine zukünftigen Pläne sprach er ebenfalls und erwähnte in diesem Zusammenhang, dass er eine Verfilmung des "Händlers von Venedig" plante. Die Dreharbeiten hätten eigentlich schon in diesem Jahr beginnen sollen, mussten aber um zwölf Monate nach hinten verlegt werden, da Al Pacinos Verfilmung des gleichen Stoffs diesen Herbst in die Kinos kommt.

Sprachlos war Stewart während seines Panels nur ein einziges Mal, als ein Fan ihn fragte, weshalb er Shakespeare mag. Er suchte einen Moment nach den richtigen Worten, dann erklärte er ihr, dass es für ihn unmöglich sei, Shakespeare nicht zu mögen.

Das Panel beendete er schließlich nach einer Dreiviertelstunde mit einem ergreifenden Monolog aus Shakespeares "Der Sturm" und dem begeisterten Applaus der anwesenden Fans. Jahrelang hatten einige auf einen Auftritt Stewarts gewartet.
Es hat sich gelohnt.