Convention Central


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Galileo 7-7


Ein Tag auf der Galileo7


von Daniela Dohmen

Wieder einmal war ich unterwegs zu einer Science Fiction Convention, und diesmal konnte ich Jason Carter (Babylon 5) nicht als Entschuldigung vorschieben. Schade eigentlich… Wie dem auch sei, die diesjährige Galileo7 Convention im westfälischen Hagen präsentierte eine Gästeliste, die mich nicht im Geringsten interessierte. Es war nämlich der Kostümwettbewerb, der mich am frühen Samstagmorgen aus den Federn und auf die Autobahn trieb. Als eigens ernannte Fotografin für die sensationelle Tafkav-Truppe freute ich mich schon darauf, die talentierten Jungs und Mädels live und in Farbe auf der Bühne zu sehen.

Pünktlichkeit scheint den Galileo Mitarbeitern fremd zu sein. Aus zehn Minuten wurden fünfzehn bis zwanzig, eine halbe Stunde wurde wie von Zauberhand zu sechzig Minuten. Die Fans murrten ein wenig, standen dennoch geduldig an, bis die Autogrammstunde begann oder ein weiteres Panel angekündigt wurde. Alles halb so tragisch, denn die Galileo erwies sich als fannahe und freundliche Convention. Hin und wieder geschah es ohne Warnung, dass ein Gaststar plötzlich und unerwartet inmitten der Fangemeinde auftauchte, wie z.B. der unheimlich symphatische Vaughn Armstrong.

Durch den verspäteten Einlass verschoben sich die einzelnen Panels gradlinig nach hinten. Ray Park ("Darth Maul" aus Star Wars, Episode I, The Phantom Menance) erschien irgendwann gegen 10.30 Uhr auf der Bühne. Der Saal war noch ziemlich leer und so kam es, dass man auch als Nachzügler gemütliche Plätze in den vorderen Sitzreihen ergattern konnten. Wie bereits auf der FedCon XI im Mai bewies Ray Park, dass seine Fähigkeiten ganz klar im Bereich der Martial Arts liegen. So dauerte es nicht lange (hey! Ein Novum auf der Galileo…), bis Ray einen Mitspieler gefunden hatte, um einige Bewegungsabläufe mittels Laserschwert aufzuzeigen. Währenddessen erzählte er von seinen Erfahrungen bei Filmen wie X-Men oder Sleepy Hollow, wo er als kopfloser Reiter nicht zu sehen war.

Die Galileo hatte ein besonderes Bonbon für die begeisterten Fans parat: Gegen Entgelt (€ 10 für die Charity-Aktion) durfte man seinen Lieblingsgaststar auf der Bühne ansagen. Meiner Meinung nach waren die Ansagen etwas einfallslos, aber ich kann mir auch vorstellen, dass so ein Auftritt vor Publikum gerade bei den jungen Leuten zu feuchten Händen führen kann. Dennoch fand ich diese Idee der Galileo äußert lobenswert, und ich hoffe, dass einige andere Conventions nachziehen werden.

Denise Crosby stellte einige Ausschnitte aus ihrem neuen Film "Trekkies 2" vor. Es gibt schon wirklich verrückte Menschen.

Nachdem sich im Laufe des Vormittags weitere Veranstaltungen verschoben hatten, war es schließlich und endlich Vaughn Armstrong, der mit seinem Panel für gute Stimmung sorgte. Obwohl er mir völlig fremd war, gefiel mir sein Auftritt sehr gut. Selbst seine musikalischen Einlagen mit Mundharmoniker und Gitarre waren höchst amüsant. Wenn er seine Ukulele dabei hatte, so habe ich sie verpasst.
Zwischendurch stellte ich mich in die Autogrammschlange, um dann nach einiger Zeit hungrig zum Buffet zu laufen – und zurück in die Schlange. Ein Autogramm von Ray Park wollte ich mir nicht entgehen lassen, während ich an den Tischen der anderen Gäste vorbeiging. Ist es eigentlich eine Beleidigung, wenn man an den besagten Tischen einfach vorbeiläuft?

Cola Light Lemon schmeckt übrigens widerlich.

Der Kostümwettbewerb startete gemäß Programmplan unglaublich pünktlich um 17.30 Uhr. Meine Position war bekannt, meine Kamera in Stellung. 12 wirklich gute Performances begeisterten die Jury und den Saal, bis dann als letzte Gruppe Tafkav die Bühne betrat. Zu den Klängen von "I will follow him" ging es zunächst gemächlich zur Sache. Sekunden später jedoch klappte nicht nur der Jury der Kiefer tiefer. Die Zuschauer applaudierten frenetisch, als sich die Nonnenkutten urplötzlich in spitzenbesetzte Unterwäsche verwandelten. Insiderinformationen zufolge handelte es sich hierbei um den präzisen Einsatz von Klebeklett. Tafkav tanzte, Tafkav sang. Irgendwann erschien gar Professor McGonagall auf der Bühne, samt Zauberstab und Zaubermantel. Die begeisterte Menge war kaum noch zu halten. Nach knapp acht Minuten war der Zauber vorbei, jetzt lag es an der Jury, die Punkte zu verteilen und Preise zu vergeben. Tafkav gewann in der Kategorie 'beste Gruppenperformance'. Vaughn Armstrong überreichte den Preis.

Schlag auf Schlag ging es weiter im Programm. Während die Teilnehmer des Kostümwettbewerbes noch ihre Preise entgegennahmen, erschien bereits John deLancie auf der Bühne. Minuten später hielt er zusammen mit seinem Sohn Keegan das geplante Panel ab. Auf wundersame Weise war der Zeitrahmen wieder im Lot. Vater und Sohn sprachen über ihre Erfahrungen auf dem Sci-Fi Sektor und stellten sich gelassen den Fragen der Fans. In den Zuschauerreihen brachen begeisterte Tumulte aus, als nach einer Stunde unerwartet der letzte Programmpunkt des Tages in Form von Kate Mulgrew auflief. John deLancie begrüßte seine ehemalige Kollegin leidenschaftlichen mit einem Kuss, der Clark Gable hätte vor Neid erblassen lassen. Vor der Bühne auf dem harten Pakettfussboden rutschten die Fans hektisch hin- und her, um diesen Moment auf Film zu bannen.

Kate Mulgrew war zweifelsohne der Höhepunkt des Tages. Elegant gekleidet in einem geschlitzten Kleid, schwarzen Stiefeln und Schal hielt sie auf der Bühne Hof und genoss sichtlich die ungeteilte Aufmerksamkeit der Fans. Die Themenpalette war facettenreich wie ein Regenbogen. Es gab nicht nur Fragen bezüglich ihrer Rolle als Captain Janeway, sondern auch Meinungen und Kommentare über die amerikanische Aussenpolitik und sexuelle Orientierungen. Kate Mulgrew zeigte, dass sie redegewandt auf jede noch so bizarr erscheinende Frage eine Antwort fand. Sehr zum Bedauern der Fans endete ihr Panel viel zu schnell, und die Menge verabschiedete Ms. Mulgrew enthusiastisch mit stehenden Ovationen.

Und ich? Nachdem ich meine müden Knochen einzeln vom Boden aufgelesen hatte, machte ich mich wieder auf den Weg gen Heimat. Ein aufregender Tag war zu Ende.