Convention Central


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:: Ein Tag auf der Galileo7


Galileo 7-7


Conbericht Galileo7-7


von Marcus Erbar

„Grün, grün, grün ist alles, was ich habe...“ – so oder so ähnlich mussten die Erbauer der Hagener Stadthalle gesungen haben, als sie die Farben für Wände, Böden, Stühle und eigentlich alles innerhalb des Gebäudes ausgesucht haben. Am Tag vor der Con war es wahrlich schwer, sich die Stadthalle als angemessenen Ort für eine Convention vorzustellen, gerade wo im Hauptsaal obendrein eine Schuhmesse stattfand.

Nun hat grün aber eine beruhigende Wirkung, und so drehte ich mich schnell wieder um, vergaß den ersten Eindruck und verbrachte den Rest des Abends mit Freunden im Conhotel. Leider fehlte hier eine richtige Bar, aber von all dem grün war man ohnehin schon leicht benommen...

Als dann am Freitag alle Stände aufgebaut und der Hauptsaal dekoriert war, verwandelte sich die Stadthalle nun doch in ein ansehnliches Congelände mit viel Platz zum hinsetzen, plaudern und kennenlernen – all die Dinge, die sich ja gerade die Galileo 7-„Familie“ aufs Banner schreibt. Durch das bewährte System mit den vorab versendeten Eintrittskarten verlief auch der Einlass problemlos und zügig. Auf dem Weg zum Hauptsaal waren die Händler im großzügigen Treppenbereich angesiedelt, die hier ihre Waren durch das große Platzangebot ungewöhnlich raumfüllend präsentieren konnten. Auf beiden Stockwerken der Halle gab es Verpflegungsstände, so dass auch hier kaum Schlangen aufkamen und die Mitarbeiter der Stadthalle darüber hinaus immer sehr nett waren.

Typischerweise verlief der Freitag Vormittag ruhig, überschlagen tat sich die Stimmung erstmals während der Opening Ceremony. Mit etwas Verspätung begann sie mit viel lauter Musik und einer absolut beeindruckenden Lasershow. Eröffnet wurde die Zeremonie selbst von Marc B. Lee, der die Besucher auf gewohnte Weise begrüßte... zur FedCon 12. Ein herrlicher Anfangsgag, der nebenbei ein Ausrufezeichen hinter die guten Beziehungen der „Konkurrenten“ FedCon und Galileo7 gesetzt hat. Ein verwirrter Converanstalter in Person von René Ahlberg holte den ebenso verwirrten Marc dann schnell wieder von der Bühne und brachte im Gegenzug die Stargäste der Con nach oben. Und es waren tatsächlich alle 22 anwesend. Lange hat es gedauert, bis alle auf der Bühne waren, aber bei John deLancie und letztendlich Kate Mulgrew hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Danach folgten die Panels der behind-the-scenes Gäste, während die Schauspieler fleissig Autogramme schrieben.

Nun hat grün ja eine passive Wirkung – und dies hat scheinbar keinen guten Einfluss auf die Cocktailparty am Abend gehabt. Wer schnell genug war, konnte sich im Vorfeld eines der 250 Tickets sichern. Die Schlange an der Cocktailbar war lang und die Party selbst kam kaum in Schwung. Reiner Schöne gab zwar alles, jedoch war seine Art der Unterhaltung nicht unbedingt das Richtige für ein Conpublikum. Irgendwann gegen Mitternacht – als es sich stark zu leeren begann – nahmen sich Chase Masterson, Lolita Fatjo und „Mr. Entertainment“ Gerhard Raible (zum Glück diesmal nicht als Elvis) ein Herz und brachten noch mal richtig Schwung in die Party. Soviel Schwung, dass selbst die Angestellten um 3 Uhr Probleme hatten, die Leute freundlich aber bestimmt aus der Halle zu kehren. Eine gute Party für den ersten Tag... aber man hatte ja noch keine Ahnung, was da am Samstag auf einen warten würde.

Genau dieser Samstag begann für mich so spät, wie vermutlich noch kein Contag zuvor. Irgendwie schaffte ich es, trotz frühem aufstehen erst gegen Mittag an der Halle anzukommen und verpasste dadurch auch noch Ray Park. Na wunderbar. Die restlichen Panels des Tages waren fast durchweg interessant und unterhaltend. Denise Crosby zeigte erstes Material aus „Trekkies 2“ (was nach den gezeigten Ausschnitten wohl eine weniger scharfe Version des ersten Teils werden wird) und Vaughn Armstrong sang sich die Seele aus dem Leib und hatte sichtlichen Spaß auf der Bühne. Überhaupt machte er den Eindruck, dass er unter all den Fans in Deutschland richtig aufgeht. Zum Anfang des Abendprogramms stand John deLancie mit seinem Sohn Keegan auf der Bühne. Die Gruppe komplett machte eine Dame, die zum Ende des Panels unvermittelt auf die Bühne gelaufen kam und sich als kein geringerer als Kate Mulgrew entpuppte. Es dauerte einige Sekunden, aber dann brach das Publikum in tosenden Jubel aus und John drückte ihr einen kinoreifen Kuss auf die Lippen.

Mulgrew zeigte sich auf der Bühne offenherzig, elegant und ihre Körpersprache war die einer begnadeten Theaterschaupielerin – man konnte einfach kein unvorteilhaftes Foto von ihr schießen. Das Panel selbst drehte sich gar nicht einmal so sehr um Voyager, sondern mehr um Politik und Kate’s aktuelle Projekte. So passte es auch, dass Tim Hagan, Mulgrew’s Ehemann, auf die Bühne kam und einen guten Teil der Bühnenzeit für ein politisches Statement zur aktuellen Lage der Welt beanspruchte. Die eher ernsten Momenten wurden gleich wieder durch ein junges Paar ausgeglichen, welches sich vor dem Panel vor Kate’s Augen verlobt hat, oder ihre verzweifelten Versuche, Michael „Pinky“ Krämer zu verkuppeln. Die Zeit verging wie im Fluge und es war eines dieser seltenen Panels, welches man nicht so schnell vergisst.

Im Anschluss daran führten Max Grodénchik, Aron Eisenberg, Chase Masterson und Lolita Fatjo die lange angekündigte – und teilweise auf deutsch umgesetzte - Ferengi Family Hour auf. Vor gut gefüllten Rängen sang und tanzte man sich selbst durch die schwersten deutschen Wortkonstruktionen, so dass am Ende das Publikum vor der Bühne tanzte.

Nahtlos ging es also von hier zur Conparty weiter, wo am Anfang der Bleekman ein kleines Konzert gab, bis ein DJ die Tanzfläche übernahm. Anfangs nur mit lautem Techno, der eher Geschmackssache war, späte mit einem halsbrecherischen Mix aus populären Klassikern und Dancefloor-Hits. Irgendwie hat dieser Mix funktioniert und so wurde bei moderaten Getränkepreisen bis zur Schließung der Halle um 5 Uhr morgens gefeiert.

Vermutlich um die am Samstagmorgen verlorenen Stunden aufzuholen, stand ich am Sonntag schon um 9 Uhr in der Stadthalle. Die Nachwirkungen der Party waren deutlich zu sehen, da außer einer handvoll Helfer weder Händler, noch sonst jemand zu sehen war und sich so der Einlass um gut eine halbe Stunde verzögerte und die ersten um 10 Uhr über das Gelände trotteten. Die Verspätung wurde den Rest des Tages noch vor sich hergeschoben – aber schließlich gehört das bei der Galileo fast schon dazu ;)

So endete also auch der letzte Contag mit einem überraschend aktiven Tony Todd einem wenig überraschend Party-gezeichneten Brian Thompson und permanent-Gummiball Ray Park. Leider konnte Kate Mulgrew zur Closing Ceremony nicht mehr anwesend sein, was der Stimmung allerdings keinen Abbruch tat. Die Stars wurden mehrmals „zurückgeklatscht“ und am Ende stand die komplette Concrew auf der Bühne.

Nun hat grün ja eine positive Wirkung – und die schlug in jedem Fall auf die „Double Seven“ durch. Die siebte war sicher eine der besten, wahrscheinlich sogar DIE beste Galileo Convention bisher. Natürlich gab es hier und da ein paar Kleinigkeiten – hier sei vor allem das fehlende Rauchverbot auf dem Congelände genannt, welches speziell das obere Stockwerk in eine Räucherkammer verwandelte – jedoch gab es nichts, was einem jetzt wirklich nachhaltig negativ im Kopf bleiben würde. Die Parties waren die längsten Conparties, die ich bisher mitgemacht habe und trotz der Menge an Gästen könnte ich keinen nennen, der „überflüssig“ gewesen wäre. Die Panels waren gut gelegt, Fanprojekte sowie Händler hatten verschwenderisch viel Platz um sich zu präsentieren, die komplette Crew war wie immer äußerst nett und die Halle... die Halle, die war grün.

Bis zum nächsten Jahr!