FanFazit FedCon 7
von Gabi Marschar
Ein weiteres Con-Wochenende ist vorbei. Auch dieses Mal waren hochkarätige Gäste angesagt, die die Con zu einem Erlebnis werden ließen. Robert Duncan McNeill (Tom Paris/VOY), Jeri Ryan (7 of 9/VOY), Gates McFadden (Beverly Crusher/TNG), John De Lancie (Q), Bruce Boxleitner (Capt. Sheridan/B5) und Leonard Nimoy (Mr. Spock/TOS) gaben sich die Ehre.
Kaum angekommen, ging es gleich los, sich für die Fed Con 8 anzumelden, um sich gute Plätze für nächstes Jahr zu sichern, denn mittlerweile sind die meisten darauf gekommen, daß es nicht mehr genügt, nur seine Anmeldung schnellstmöglich auszufüllen, sondern auch gleich den Conbeitrag zu bezahlen. Ansonsten – gute Plätze ade.
Das Wochenende wurde eingeläutet mit einem Panel von Richard Arnold, der wie immer die letzten Neuigkeiten zu den Dreharbeiten von DS9 und Voyager dabei hatte.
John de Lancie gab noch vor der offiziellen Opening Ceremony sein erstes und zugleich einzigstes Panel. Dabei sprach er über seine Rolle als Q in Star Trek, die ihm noch immer sehr viel Spaß machte. Außerdem äußerte er sich zu seinem Projekt, das er gemeinsam mit Leonard Nimoy betreibt,Alien Voices, von wel-chem es am näch-sten Tag eine Kostprobe geben würde.
Nach der Opening Ceremony gab auch schon Robert Duncan McNeill sein erstes Panel. Er war außerordentlich gut gelaunt und erzählte viel von den Dreharbeiten zu Voyager und wie er zu seiner Rolle gekommen war. Er erwähnte, daß sich alle am Set gut verstehen würden und es wirklich locker zugehen würde, vor allem an den berühmt berüchtigten praktical jokes beteiligt er sich gerne.
Als letzter an diesem Abend betrat Bruce Boxleitner die Bühne. Er wurde nicht nur auf seine Rolle in Babylon 5 angesprochen, sondern auch auf die Serie, in der er einem breiterem Publikum bekannt wurde: Agentin mit Herz. Er wurde gefragt, ob er daran Interesse hätte, neue Folgen zu drehen und er bejahte dies, gab aber zu, daß er zu Kate Jackson leider keinen Kontakt mehr hatte, aber er definitiv daran interessiert sei, die Serie wieder aufleben zu lassen.
Nach diesem Panel hätte eigentlich die 100. Folge von Voyager gezeigt werden sollen. Da die Folge aber in NTSC-Format war und die Con-Leitung es mal wieder versäumt hatte, sich ein NTSC taugliches Gerät zu beschaffen, wurde statt ?Timeless? eine andere Voyager-Folge gezeigt. Dies sollte jedoch nicht die einzigste Panne an diesem Wochenende bleiben.
Danach war erst einmal wieder die übliche Room-Party angesagt, die erst kurz vor 3 Uhr morgens ihr Ende fand. Die Nacht war wie immer viel zu kurz und endete bereits um 7.30 Uhr.
Das erste Panel an diesem Samstag Morgen gehörte Gates McFadden, die mit standing ovations begrüßt wurde. Sie meinte, daß sie noch nie so früh am Morgen ein Panel gegeben hatte und bat darum, sie zu wecken, falls sie einschlafen würde. Als erstes mußte sie wohl zum x-ten Mal die ?Kleid-Geschichte? erzählen, die ich an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholen möchte. Sie wurde nach ihren neuesten Projekten und Plänen für die Zukunft gefragt, außer der Tatsache, daß sie eines Tages ein eigenes Theater eröffnen möchte, hatte sie im Moment keine großen Pläne, da sie sich momentan in erster Linie um ihre Familie kümmern würde. Während ihres Panels hatte sie auch wieder Stücke zu versteigern, deren Erlös ihren beiden Hilfsorganisationen ?Doctors without borders? und ?International Rescue? zufließen würden.
Danach fand Leonard Nimoy?s erstes Panel statt. Er hatte kaum die Bühne betreten, gebärdete sich das Publikum wie wild. Er bekam minutenlang stehende Ovationen, die nicht mehr enden wollten. Auch er wurde nach ?Alien Voices? gefragt und zu seinen Büchern ?I am not Spock? und ?I am Spock?. Er gab zu, daß er sich bei seinem ersten Buch geirrt hätte und daß Spock ein Teil von ihm wäre. Er hatte eine Cassette mit Bloopers mitgebracht, die während der Dreharbeiten der Classic-Serie entstanden waren. Die Con-Helfer hatten zunächst Mühe, das Band abspielen zu können, aber irgendwann schafften sie es doch noch.
Nach der Mittagspause betrat Jeri Ryan die Bühne. Den Anfang des Panels verpaßten wir leider, weil die Con-Organisatoren es nicht schafften, die Fans schnellstmöglich in den Saal zu lassen. So wurde nur eine Tür geöffnet, durch die sich die Leute durchzwängen mußten, während dabei noch die Con-Badges und gelegentlich auch die Taschen und Rucksäcke auf Flaschen und Videokameras durchsucht wurden.
Jeri Ryan hatte bereits mit einer Versteigerung be-gonnen, deren Erlöse einem Krankenhaus zufließen würden, das sich besonders um krebskranke Kinder kümmert. Jeri wurde häufig auf ihr Aussehen ange-sprochen und die Tatsache, daß dies einer der Haupt-gründe dafür war, daß sie die Rolle in Voyager erhalten hatte. Ein ganz besonders dreister Fan fragte sogar, ob ihre Rundungen, die man in Voyager zu sehen bekam, auch alle echt wären. Nach einem kurzen Moment der Überraschung über diese direkte Frage, bejahte sie jedoch und gab sich auch bei noch so indiskreten Fragen sehr selbstbewußt. Nebenbei ging ihre Versteigerung vonstatten, wobei die Fans geradezu mit Geld um sich warfen. Ein Teil einer Borg-Hand, das von Jeri unterschrieben war, wurde für sage und schreibe 1500 DM versteigert. Auch ansonsten ging kaum ein Stück unter 500 DM weg.
Nach Jeri Ryan gab Bruce Boxleitner sein zweites Panel, bevor die erste Autogrammsession vorbereitet wurde. John De Lancie mußte sie jedoch vorzeitig verlassen, da er sich für seinen Auftritt von ?Alien Voices? vorbereiten mußte.
Die ?Alien Voices?: Spock & Q-Vorstellung sollte um 19 Uhr beginnen, doch bereits kurz nach 18 Uhr stapelten sich die Fans vor dem Einlaß. Da es hier keine Platzkarten gab, versuchte natürlich jeder, einen der besten Plätze zu ergattern. Dementsprechend war auch das Gedränge und Geschiebe. Zu allem Überfluß drängte sich durch das Getümmel auch noch eine Kameracrew und ein Koch mit einem Servierwagen, als ob es nicht schon eng genug zugegangen wäre. Kurz vor 19 Uhr erbarmten sich dann die Veranstalter und öffneten eine(!!) Tür zum Hauptsaal. Kaum hatten alle Platz genommen, betrat auch schon Leonard Nimoy unter tosendem Applaus die Bühne. Er begann seine Lesung als Spock und kurz darauf erschien auch schon John de Lancie, der seine Rolle als omnipotenter Q wieder aufnahm. Beide spielten bzw. lasen ihre Rollen sehr überzeugend, wobei Spock versuchte, Q didaktisch in die Enge zu treiben und so die Erde und die darauf lebenden Menschen zu retten. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt und als die beiden Schauspieler ihre Vorstellung nach knapp einer Stunde beendeten, erhielten sie minutenlang anhaltenden Applaus.
Danach hielt Marc B. Lee wieder seine Fan-Experience ab, auf die wir in diesem Jahr jedoch verzichteten, da genau zur gleichen Zeit in Bonn das Spektakel ?Rhein in Flammen? stattfand und dabei ein riesiges Feuerwerk abgebrannt wurde. Es lag ein unglaubliches Flair in der Luft und nicht nur deshalb, weil sich unter den Zuschauern dutzende von Trekkies aufhielten, sondern auch deshalb, weil wir wußten, daß sich von irgend einem anderen Standort aus auch die Stars das Feuerwerk anschauten.
Anschließend war wieder Room-Party angesagt, bevor wir wieder gegen 3 Uhr ins Bett fielen.
Der nächste Morgen begann mit einem Panel von Jeri Ryan, die wieder einiges zu versteigern hatte. Nach ihrem Panel fand die zweite Autogrammsession an diesem Wochenende statt.
Gegen 13 Uhr gab Leonard Nimoy sein zweites Panel, in dem er überwiegend von den Dreharbeiten zu Star Trek 4 sprach, wo er auch die Regie übernommen hatte. Er hatte einen Film dabei, der Einzel-heiten zu den Dreharbeiten zeigte, u. a., wie die künstlichen Wale hergestellt worden waren und das Set gestaltet war. Auch an diesem Tag wurde Nimoy wieder mit standing ovations be-grüßt und verabschiedet.
Nach dem zweiten Panel von Robert Duncan Mc-Neill gab als letzten an diesem Nach-mittag nochmals Gates McFadden ein Panel, welches sie damit begann, sich ein paar Kinder auf die Bühne zu holen, denen sie mehr schlecht als recht eine deutsche Geschichte vorlas.
Nach und nach näherte sich die Con dem Ende zu und die Closing Ceremony startete wie immer eine Stunde zu spät, als im Programm angegeben, um 17 Uhr. Neben Bernd Felsberger, der wie immer versuchte, ein Lied zum besten zu geben, traten nochmals die beliebten Vedeks vom Kostümwettbewerb auf. Höhepunkt war aber zweifellos Michael Mittermeier?s Auftritt, der eine witzige Parodie auf Star Trek lieferte und geschickt zwischen deutsch und englisch hin- und herwechselte. Er bekam sogar standing ovations von Leonard Nimoy und Gates McFadden. Anschließend wurden noch die Preise der Tombola gezogen und ein Preis des Star Trek Online Club verliehen, den ganz zufällig John de Lancie erhielt, dieser aber anscheinend nicht allzuviel damit anfangen konnte. Anschließend kamen nochmals alle Stars (außer Jeri Ryan, die bereits wegen Filmarbeiten zurückfliegen mußte) auf die Bühne. Es wurde noch erwähnt, daß Gates McFadden über das gesamte Wochenende einen Betrag von knapp 12.000 DM an Spendengelder für ihre Hilfsorganisationen gesammelt hat. Darüber war sie sehr glücklich und bedankte sich gerührt bei den Fans. Danach wurden alle Schauspieler mit stehenden Ovationen verabschiedet – und weg waren sie. Somit endete auch diese Con, die, was die Schauspieler anbelangte, zwar ein voller Erfolg war, aber dennoch mußte man feststellen, daß die Converanstalter immer weniger für die Fans übrig haben. Die Organisation, besonders bei den Details, läßt von Jahr zu Jahr mehr zu wünschen übrig. Die Panne bei den Videos dürfte nach sieben Cons eigentlich nicht mehr vorkommen, mittlerweile müßte den Veranstaltern klar sein, daß die Stars NTSC-formatierte Videos mitbringen. Und wenn schon zwischen einzelnen Veranstaltungen der Saal geräumt werden muß, sollte auf jeden Fall sichergestellt sein, daß die Fans rechtzeitig wieder in den Saal gelassen werden, so daß man nicht noch den Anfang eines Panels verpaßt.
Fazit: die Stars werden von Jahr zu Jahr besser, die Organisation leider immer mieser. Aber für gutgelaunte Schauspieler nimmt man das gerne in Kauf.
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