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Convention Central


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:: Ein Käfig voller ... Trekkies
:: Ein wahrer Erlebnisbericht
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FedCon 11


Ein Käfig voller ... Trekkies


von Daniela Dohmen

Ein Käfig voller … Trekkies
- FedCon 11 aus Sicht eines geplagten Nicht-Fans -

Was, um alles in der Welt, ist die FedCon? Stirn runzelnd beäugte ich die eindrucksvolle Website, während mein Mauszeiger zögernd über dem Anmeldelink schwebte. "Federation Con", so erfuhr ich kurz darauf von einem eingefleischten Fan, ist die größte Science Fiction Convention Europas. Na denn… Während ich mich noch insgeheim ärgerte, soviel Geld für ein Wochenende auszugeben, welches mich nicht im Geringsten interessierte, erfolgte die Cyberspace Anmeldung reibungslos und schnell. Wenige Tage später erhielt ich die offizielle Bestätigung – fast altmodisch – per Briefpost. Mittlerweile hatte ich bereits einige Informationen eingeholt. Die FedCon ist tatsächlich die größte Science Fiction Convention Europas.

Ich kenne Captain Kirk sowie Mr. Spock. Und Pille. Macht mich das zu einem Sci-Fi fan? Vielleicht habe ich ja Glück. Im Grunde bin ich ja nicht ganz so unbedarft, was den Sci-Fi Sektor anbetrifft. Meine Begeisterung für Stargate SG-1 und einige anderen Serien hält nach wie vor an. Trotzdem… ein Trekkie bin ich nicht. Vielleicht drängt sich dem aufmerksamen Leser nun die Frage auf nach dem Warum. Schließlich hat mich niemand mit vorgehaltenem Lichtsäbel (siehe da! Ich kenne auch Star Wars) dazu gezwungen, ein Wochenendticket zu buchen. Die Antwort ist erschreckend einfach und einleuchtend und trägt einen Namen: Jason Carter.

Ich sehe zustimmendes Nicken. Für den netten Briten schlägt man sich schon gerne ein Wochenende auf der FedCon um die Ohren. Man bemerke, auch hier schlummert ein versteckter Science Fiction Hinweis, der so gar nichts mit den lieben Trekkies zu tun hat. Jason Carter verkörperte Ranger Marcus Cole in "Babylon 5" in Staffel 3+4 dieser beliebten Science Fiction Serie. Eine heldische und doch tragische Figur er war [warum klinge ich plötzlich wie Yoda?]. Im TV spielte er den mutigen Krieger, im wirklichen Leben ist Jason Carter ein dufter, unheimlich sympathischer Typ. Als ich also erfuhr, dass er einer der Gäste der diesjährigen FedCon sein würde, war die Sache klar und das Ticket Nr. 1443 gekauft. Vielleicht sitzt meine Schraube doch viel lockerer als die der Trekkies. Science fiction hin oder her.

Immer noch Kopf schüttelnd fuhr ich nach Bonn.

Dann sah ich die ersten Menschenmassen und rollte der guten Ordnung halber die Augen schnell mal gen Himmel.

Teils peinlich (haben die Damen keinen Spiegel?), teils atemberaubend und originell kostümiert kamen mir die diversen Fangruppen entgegen. Ein kleiner, intergalaktischer Horrorladen. Da ich nur sehr spezifische Kenntnisse vorzuweisen hatte, fiel mein Urteil sicherlich nicht so überschweifend enthusiastisch aus, wie es vielleicht erwartet wurde. Darth Vader und seine Truppe gefielen mir sehr gut und auch die Stargate-Bande wurde eines gebührenden Blickes gewürdigt. Apropos Star Wars, ich kannte doch noch einen Gast auf der langen – und sicherlich beeindruckenden – Gästeliste. Ray Park, Darth Maul aus "Episode I – The Phantom Menance", hatte ebenfalls seine Zelte im Maritim Hotel aufgeschlagen.

Ein Besuch in den Händlerstuben zauberte ein süffisantes Grinsen auf meine Lippen. Was so alles gekauft wird… Bücher und Videos/DVDs kann ich voll und ganz verstehen (auch wenn es ein anderes Genre betraf), aber… Modelbausätze diverse StarTrek-Raumschiffe? Originalautogramme zu horrenden Preisen? Oder gar Mr. Spocks Kopf als Bauchflasche mit dem ultimativen Vulkanierumtrunk? Insgeheim schüttelte ich ungläubig mit den Ohren, während ich von Tisch zu Tisch zog; um mich herum feilschte der Mob um die besten Preise. Mein Gott, bin ich normal.

Überraschenderweise verteilten sich die oben genannten Menschenmassen großflächig in den endlosen Korridoren des Hotels. Trotz des Besucherandranges begrenzte sich die Wartezeit auf ein erträgliches Minimum. Meine recht hohe Ticketnummer hatte mir zunächst Angst eingelöst, aber letztendlich hatte ich viele wunderbare und einzigartige Gelegenheiten, Jason Carter (s.o.) zu treffen und zu sehen. Ich habe übrigens noch mein Ticket für die offizielle FedCon Autogrammstunde, unversehrt. Warum sollte ich mich in eine endlose Schlange stellen, die kein Kribbeln im Bauch verursachte? Es war recht amüsant, als einige Leute um mich herum plötzlich aufjuchzten bzw. mit verklärten Blicken um sich warfen, weil jemand von den bekannteren Science Fiction Gästen vorbeigehuscht war. Natürlich habe ich niemanden erkannt.

"Oh, das ist aber extrem," urteilte jemand während einer kurzen Unterhaltung zwischen Händlerraum und Paramount-Stand. Dies bezog sich auf meine "Ich bin eigentlich nur wegen Jason Carter hier"-Äußerung, und ich fühlte mich kurzzeitig wie Mork vom Ork (hey, noch eine Science Fiction Serie, die mir geläufig ist!).

Jason Carter.

Im Grunde muss man nicht mehr viel erzählen. Wer ihn einmal live und in Farbe erlebt hat, kann nur noch schwärmen. Ja, ich weiß, eine typisch weibliche Aussage – dennoch… wer wurde nicht in seinen Bann gezogen durch seine liebenswerte Art, seinen charmanten britischen Akzent oder gar durch einen funkelnden Blick aus ach so unglaublichen grünen Augen? Mit einem freundlichen Wort für jeden, der an seinem Stand vorbeischaute, überzeugte Jason sogar hartgesottene Trekkies. Der begeisterte Applaus während der Eröffnungszermonie ließ darauf schließen, dass *ich* nicht der einzige JC Fan an diesem Wochenende war. Es macht Spaß, seinen Enthusiasmus so zu teilen.

Warum gönnte man ihm nur ein halbes Panel? Während andere Gäste um Fragen betteln mussten, riss Jason Carter gleich die Aufmerksamkeit an sich und erzählte und erzählte und erzählte. Es ist eine wahre Freude, ihm zuzuhören; seine Aktivität und Präsenz auf der Bühne sind ein Feuerwerk an lustigen Begebenheiten und schallendem Gelächter. Ich glaube, er könnte das New Yorker Telefonbuch vorlesen und die Leute würden ihm gespannt an den Lippen hängen. Wie erwähnt, Jason hatte leider nur kurze Gelegenheit, die Zuschauer zu unterhalten. Verständlich war es schon, da die Mehrheit der FedCon-Besucher sicherlich andere Interessen vertraten. Trotzdem, liebe FedCon GmbH, es wäre sozusagen rangermäßig, wenn Jason Carter bei einer der nächsten Cons wieder auf der Gästeliste erscheinen würde.

Auktionen sind obligatorisch. Jede Con veranstaltet mindestens eine Versteigerung mehr oder minder interessanter Stücke. Für mich war es eine angenehme Abwechselung, mal für kurze Zeit die Füße hochzulegen und den Geboten der Zuschauer zuzuhören. Die Preise waren geradezu human, selbst Sammlerstücke wurden nur zögernd an den Mann gebracht. Ich erinnerte mich noch gut an eine Con in Vancouver, wo ein lumpiger Plastikausweis für satte $ 6.000 über den vielzitierten Tisch ging. Aufatmend stellte ich fest, dass es auf der FedCon doch viel zivilisierter zuging. Vielleicht sind wir doch alle auf unsere ganz besondere Art und Weise … normal.

Beeindruckt hat mich vor allem die scheinbar reibungslose Organisation des Wochenendes. Nun, vielleicht einmal abgesehen von der verheerenden Taxisituation in den späten Nacht- bzw. frühen Morgenstunden nach der Party. Ansonsten? Großes Lob für ein sehr gelungenes Wochenende. Der Käfig voller Trekkies wurde erfolgreich gebändigt. Bis zum nächsten Mal…

Mit mir?

Vielleicht…


© 2003 Daniela Dohmen ~ ddohmen@onlinehome.de