2. FanFazit ExpoTrek 2000
von Rita Vogler
Freitag, 25.08.2000
Gegen 12.30 Uhr erreichte ich das Con-Gelände in JAM-City. Zuerst einmal mußten die Con-Unterlagen besorgt werden, was bei der Con-Rezeption in der rosafarbenen Horchkuppel am Eingang von JAM-City vonstatten ging. Der Andrang war um diese Zeit recht groß, so daß ich ca. 30 Minuten anstehen mußte. Mit Programmheft, Plastikarmband und Con-Badge ausgestattet betrat ich danach das Con-Gelände, um mich erst einmal umzusehen. Neben dem großen Hauptzelt, in dem zu dieser Zeit noch die neuesten Voyager-Episoden liefen, gab es ein Presse- und ein Händlerzelt sowie einen zentral aufgebauten Getränkestand und etliche Tische und Bänke im Freien, die teilweise überdacht waren. Glücklicherweise sollte das Wetter das ganze Wochenende mitspielen. Nicht auszudenken, wenn es geregnet hätte. Um 14.00 Uhr traf ich mich zunächst noch mit einigen Leuten, mit denen ich mich im Internet im Forum der Expotrek verabredet hatte. Eigentlich sollten ca. 10 Leute am Treffpunkt erscheinen, doch nur drei andere waren dort. Im Laufe der Convention lernte ich jedoch auch die restlichen Leute noch kennen. Wir hatten uns einfach am Treffpunkt verpaßt. Überhaupt habe ich sehr viele neue Bekanntschaften geschlossen, da es mit ca. 1.000 Besuchern eine recht überschaubare Convention war. Um 14.30 Uhr begann dann das erste Guestpanel mit Eva Pflug, der ersten deutschen Science-Fiction-Darstellerin vom "Raumschiff Orion". Sie war noch nie zuvor auf einer Convention gewesen und war sehr erstaunt über das rege Interesse am "Raumschiff Orion" noch nach 35 Jahren. Damals dachte natürlich niemand, daß es einmal den Status einer Kultserie erlangen täte. Danach fand noch das Panel von Peter Mayhew, dem Darsteller des "Chewbacca" aus Star Wars, statt, welches ich aber nicht bis zum Schluß verfolgte, da ich mir erste Autogramme besorgen wollte. Eva Pflug und Julie Caitlin Brown signierten im Händlerzelt. Da ich mich darauf noch weiter im Händlerzelt aufhielt und draußen eine Erfrischung zu mir nahm, bekam ich auch nur das Ende des Dialoges mit der Landesbischöfin Käßmann zum Thema "Wozu braucht Gott ein Raumschiff" mit. Teilnehmer an der Diskussion waren u. a. George Takei, Julie Caitlin Brown und Max Grodenchik. Bei der Opening Ceremony um 19.00 Uhr sah man erstmalig alle anwesenden Schauspieler auf der Bühne. Es fehlte nur Robert Picardo, der erst am folgenden Abend eintreffen sollte. Standing Ovations erhielt Eva Pflug, die als Letzte auf die Bühne gebeten wurde. Im Anschluß daran waren noch Guestpanels von George Takei, der Werbung für die "Excelsior-Campaign" machte, und Max Grodenchik ("Moooogiiiiiieeeee!!!"). Der Abend klang mit einem kostenlosen(!) Konzert von Julie Caitlin Brown und einigen kühlen Bier im Freien gemächlich aus.
Samstag, 26.08.2000
Den Start an diesen Morgen machte Ethan Philips, der für den leider verhinderten Robert Duncan McNeill nach Hannover gekommen war. Da sich der Start des Programms jedoch um eine halbe Stunde verzögerte, beschloß ich, mir erst einmal ein Autogramm von Peter Mayhew zu besorgen, der im Händlerzelt mit Herb Jefferson zusammen signierte. Als ich zurück im Veranstaltungszelt war, hatte das Panel dann bereits begonnen. Im Anschluß daran war vor dem Mittagessen noch das Panel von Nicole de Boer, die ein richtiges kleines Energiebündel ist. Von 12.00 – 16.00 Uhr war ich damit beschäftigt, meine Autogramme zu sammeln, so daß ich die Panels von Herb Jefferson, Eva Pflug und Julie Caitlin Brown verpaßte. In einem kleinen Zelt auf dem Gelände, das von zwei Seiten begehbar war, signierten Andy Robinson und Julie Caitlin Brown (eine Autogrammschlange) sowie Nicole de Boer und Ethan Philips (zweite Autogrammschlange). Die Wartezeit an beiden Schlangen war immens. Bei der ersten Schlange mußten wir ca. 90 Minuten warten, waren allerdings zwischendurch abwechselnd beim Essen und im Händlerzelt. Bei der zweiten Autogrammschlange hätte ich eine Wartezeit von zwei Stunden in Kauf nehmen müssen, entdeckte aber glücklicherweise Freunde recht weit vorne in der Schlange, so daß ich nur noch ca. 30 Minuten warten mußte. Schwein gehabt! Zur gleichen Zeit signierten Max Grodenchik und George Takei im Händlerzelt. Ich stellte mich noch bei George an (oh Wunder, auch hier kannte ich jemanden in der Schlange), doch kurz bevor ich dran kam, verschwand George in die wohlverdiente Mittagspause. Um 15.00 Uhr setzte er das Autogrammeschreiben fort und ich konnte mir das Foto signieren lassen, wo ich zusammen mit ihm drauf war (von der Galileo 7 - III in Berlin). So war ich an diesem Tag durchaus zufrieden mit dem Ergebnis, aber auch sehr viel Geld losgeworden. Nur von Max Grodenchik hatte ich kein Autogramm, was aber nicht so schlimm war, da ich bereits eins besaß.Das um 16.00 Uhr folgende Panel von Max Grodenchik war für mich der Höhepunkt der Convention. Max brachte seine Ferengi-Zähne mit, um uns zu demonstrieren, wie es sich damit spricht, aß Quark, den ihm jemand mitgebracht hatte ("Oh, I eat my brother!") und sprach häufig Deutsch zu uns, was er sehr gut beherrscht, obwohl er es nach eigener Aussage erst seit drei Semestern lernt. Zu guter Letzt kletterte er noch samt Mikrophon den Hauptzeltmast hinauf, was die Veranstalter schwer ins Schwitzen gebracht haben muß. Er war gar nicht mehr von der Bühne wegzukriegen und verlängerte sein Panel um ca. 20 Minuten. Nach einer längeren Pause, die aber allen guttat, folgten ab 19.00 Uhr das Panel von Andy Robinson, in dem viel über seinen neuen Garak-Roman gesprochen wurde, und anschließend der Kostümwettbewerb. Den Abschluß bildete an diesem Tag die Diskussion über die "Zukunft der Menschenrechte". Im Verlauf des Abends war wiederholt darauf hingewiesen worden, wo sich der anreisende Robert Picardo gerade befand. Gegen 23.00 Uhr hatte er es geschafft und zeigte sich seinen Fans noch 5 Minuten auf der Bühne.
Sonntag, 27.08.2000
Und schon war wieder der letzte Tag der Convention angebrochen. Heute ging es mit dem zweiten Panel von George Takei los, gefolgt von Ethan Philips. Parallel dazu gaben einige der Stars im kleinen Zelt noch einmal Autogramme. Ab 12.00 Uhr, so wurde angekündigt, sollte Robert Picardo die für DM 30,- erhältlichen vorsignierten Bilder im Händlerzelt personalisieren. Weitere Autogramme waren nicht drin, damit in den zwei vorhandenen Stunden jeder sein persönliches Autogramm erhalten konnte. Ich begreife immer noch nicht, warum nicht ein beliebiges Autogramm erlaubt war, denn ich hätte lieber eine Unterschrift auf meinem Voyager-Poster gehabt. Auch Bob Picardo war etwas erstaunt über diese Regelung. Die letzte Viertelstunde, als jeder sein Autogramm hatte, signierte er nämlich noch alles, was ihm vorgehalten wurde, wie ich mir berichten ließ. Ich saß zu diesem Zeitpunkt schon längst wieder im Veranstaltungszelt und lauschte dem zweiten Panel von Nicole de Boer (Peter Mayhew hatte ich verpaßt). Danach war es soweit. Robert Picardo betrat die Bühne. Auch er spricht recht gut deutsch, wechselte aber für die Fragen lieber ins Englische. Er versteigerte eine originale Voyager-Mütze vom Set mit den Unterschriften von Ethan und ihm selbst für stolze DM 400,- im Publikum zugunsten von wohltätigen Zwecken. Mehrmals wurde er aufgefordert, dem Publikum etwas vorzusingen, worauf er auch einging. Seine Stimme ist einfach umwerfend. Danach war noch das zweite Panel von Andy Robinson. Bei der anschließenden Closing Ceremony waren dann alle Schauspieler noch einmal zu sehen, außer Eva Pflug, die bereits am Samstag abgereist war. Robert Picardo sang noch zwei weitere Lieder und erhielt von zwei Borg-Drohnen eine selbstgemachte 7-of-9-Puppe. Dann war wirklich alles vorbei. Ein schönes Wochenende ging vorbei. Nun hieß es Abschied nehmen von allen alten und neuen Freunden. Am Ausgang konnte man noch ein Transparent unterschreiben, welches Patrick Stewart als Glückwunsch für seine an diesem Wochenende stattgefundene Hochzeit überreicht werden sollte.
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