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Convention Central


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:: 1. FanFazit ExpoTrek 2000
:: 2. FanFazit ExpoTrek 2000


ExpoTrek 2000


Conbericht ExpoTrek 2000


von Marcus Erbar

Die ExpoTrek, auch liebevoll "Pfadfindercon" oder "Campingtrek" genannt, war in vielerlei Hinsicht einmalig. Eine Convention, die nicht in der gewohnten Umgebung eines Kongresszentrums in einem Hotel stattfand, sondern in einer "Zeltsiedlung" direkt am Hannover'schen Maschsee - gleich neben dem Schwimmbad. In einem großen Zelt lief das Conprogramm ab, ein mittelgroßes war für die Händler und Autogrammstunden vorgesehen und 2 weitere kleine für Autogrammstunden und den (wenigen) Vertretern der Presse. Sogar die Stars verbrachten ihre Zeit vor den Panels in einem VIP-Zelt, welches mehr an ein Zirkuszelt erinnerte, da die Decke mit massenweise bunten Sternenflicken bedeckt war.
Apropos Stars: Bei einer doch eher kleineren Con wie der ExpoTrek so eine Masse an Gaststars zu haben war auch einmalig.
Besonders aufgefallen sind mir die vielen, vielen Con-Neulinge (auch liebevoll "convention-virgins" genannt *g*), die wohl auch aufgrund des niedrigen Conbeitrags gekommen sind.
So viele ungeklärte Fragen wie im Vorfeld dieser Convention gab es wohl auch noch nie:
Wie sieht denn jetzt das Congelände genau aus? Wie läuft das mit Jam-City? Sind die Double-Pipes abschließbar? Und was ist überhaupt ein "Spiritual Impulse"???
Und nach der fast wöchentlichen Umstellung der Gästeliste wußte man schon fast nicht mehr, wer den nun überhaupt kommen wird ;-)


Freitag, 25.08.2000

Das Conwochenende begann für mich mit einer 4-stündigen Hinfahrt - ging also noch... aber das ABENTEUER ExpoTrek begann erst, nachdem wir auf die Idee kamen, nicht den Messeschnellweg, sondern eine Route zu nehmen die "überhaupt viel schneller ist" und bei der wir nicht durch "halb Hannover tuckern müssen".
BAD MISTAKE!!!
Nach 40 Minuten "Irrfahrt" - und diesmal wirklich durch *halb* Hannover - kamen wir doch noch an einem Stück am bescheiden ausgeschilderten Jam-City an...
Zum Glück konnte ich auf der FedCon schonmal in einer Double-Pipe probeliegen - aber irgendwie war das ganze immer noch zum schieflachen, naja aber für die paar Stunden Schlaf hat's allemal gereicht! Nachdem mein Pipepartner und ich uns... ähmm... eingerichtet hatten, gings sofort aufs Congelände. Und der erste Eindruck war schon klasse - viel Platz, es standen eine Menge Bänke und Tische herum, wo man sich zwischendurch und nach einem anstrengenden Contag hinsetzen konnte und überhaupt machte es den Eindruck eines einzigen großen Campinggeländes.
Es stand noch nichts auf dem Programm, also erst einmal ab ins Händlerzelt. Dort war Julie Caitlin Brown schon kräftig am Autogramme schreiben. In Eva Pflug's (die einen sehr, sehr netten Eindruck gemacht hat) und Peter Mayhew's Panel hab ich nur mal kurz reingeschaut - und es war Zeit für die erste Diskussionsrunde im Hauptzelt. Es ging um das Verhältnis von Science-Fiction und Glauben - im Vergleich zu der noch kommenden Diskussion am Samstag ging es eher ruhig zu und alle Beteiligten konnten sich erst einmal "beschnuppern".
Und danach wurde auch gleich das erste große Geheimnis der Con gelüftet: Der "Spiritual Impulse". Eigentlich war es eine vollkommen harmlose Sache - Texte aus der Bibel bzw. von Größen wie Martin Luther King wurden bei ruhiger Musik und entsprechender Beleuchtung vorgelesen... ungeschickterweise bestand gleich der erste "Spiritual Impulse" aus einer Lesung aus der Bibel - auf einmal hat man überall das hochklappen der Stühle gehört, war wirklich witzig ;-)
Die darauffolgende Opening Ceremony war natürlich praktisch genauso, wie auf der Fedcon - laute Musik, ne Menge Licht und ein Gerhard Raible, der einem Marc B. Lee *fast* noch das Wasser reichen könnte :-)
Und jetzt sollten endlich die ersten Panels starten! Den Anfang machte George Takei, der doch angenehm überraschte als er mal *nicht* seine panelfüllende "Airport-Story" erzählte. Dafür war es allerdings fast schon eine reine Werbeveranstaltung für die Excelsior-Kampagne... naja, wie immer war George aber unheimlich freundlich und ein sehr guter Redner.
Ganz im Gegensatz zu Max Grodénchik, der danach an der Reihe war. Jedesmal, wenn er nicht weiter wußte sagte er einfach "Mooogiiieee" und brachte den Saal damit zum toben ;-) . Max beeindruckte durch seine Deutschkenntnisse, die seit dem letzten Mal in Berlin noch deutlich besser wurden. So spielte er seine (herrausgeschnittene) Lieblingsszene aus der Episode "The House of Quark" diesmal komplett(!) in Deutsch.

Abgerundet wurde der Abend von Julie Caitlin Browns fantastischem Konzert - die Reaktionen des Publikums haben für sich gesprochen - und der darauffolgenden Fanclub-Party im VIP-Zelt. An dieser Stelle nochmal *herzlichen* Dank an den STCH'ler, der für uns noch freiwillig bis halb zwei nachts Security gemacht hat!


Samstag, 26.08.2000

Voll motiviert und mit viel zu wenig Schlaf begebe ich mich von unserem SchlafZELT zum FrühstücksZELT und dann sofort am HändlerZELT vorbei in das VeranstaltungsZELT - irgendwie wurde mir das alles erst an dem morgen so richtig bewußt :-)
Robert Vogel's behind-the-scenes Bericht von "Stargate SG1" war für den morgen genau das richtige, um langsam in Schwung zu kommen. Ethan Phillips kurz darauf war da vollkommen anders als Robert - dauernd dieser Kaugummi und dieses hektische Hin- und Hergerenne auf der Bühne - so richtig typisch New Yorker.
Da Julie aber kurz darauf mit der Autogrammstunde begonnen hatte, hab ich nicht mehr viel von Nicole deBoer und den darauffolgenden Panels gesehen. Es war Nicole's erste Convention in Deutschland und sie hat mit Sicherheit jeden von sich überzeugt - energiegeladen, witzig und einfach nur süß ;-)
Mittlerweile hatte in der nahen Stadionsporthalle ein großer Rave begonnen, der noch bis zum nächsten Morgen gehen sollte - heißt also, dass man für den Rest des Abends und den folgenden Morgen ständig heftige Bässe im Hintergrund hörte.
Als Julie Caitlin Brown's Panel gegen 15.00 Uhr begann kam ich endlich dazu, mal was zu essen (wie schnell man sowas auf einer Con vergißt...).
Und dann kam unbestritten *das* beste Panel des Wochenendes - Max Grodénchik betrat zum zweiten Mal die Bühne und brachte den Saal zum beben. Max hatte die Ferenigzähne dabei, mit denen er seine Show abzog, trug noch einmal die DS9-Szene auf deutsch vor und kletterte zum guten Schluß sogar noch den Zeltpfeiler hoch, was Gerhard Raibles Nerven offensichtlich alles andere als gut getan hat.

Ein einmaliger Moment war, als Gerhard Max sagte, dass er ihm vor 20 Minuten zehn weitere Minuten für sein Panel gegeben hätte und es jetzt doch langsam Zeit wäre. Max stand allerdings auf dem Pfeiler und konnte ihn nicht sehen. Er hörte also nur seine tiefe Stimme über die Lautsprecher. Max Grodénchik schaut also verängstigt nach oben und fragt "Is... is that you?" - Gerhard antwortet mit einem tiefen "Yeees!" und wie bestellt donnert(!) exakt im gleichen Moment zufällig ein Hubschrauber im Tiefflug über das Congelände - der Saal stand kopf!
Obwohl Max sein Panel um bestimmt 30 Minuten überzogen hatte - die Fans wollten ihn einfach nicht gehen lassen - schaffte das Conteam es später doch noch, Andrew J. Robinson's Panel pünktlich beginnen zu lassen. Und er hat mich ja am meisten überrascht! Er tanzte auf die wummenden Bässe im Hintergrund und war richtig in Partystimmung! Ein klasse Mensch - auch während der Autogrammstunden.
Gegen 20.00 Uhr trat dann ein "Ferengi" - der übrigens richtig klasse moderiert hat - auf die Bühne und kündigte den Kostümwettbewerb an. Da zur selben Zeit keine Autogrammstunden mehr liefen, war dieser sogar richtig gut besucht. Zu schade, dass es nur eine handvoll Teilnehmer gab... dafür haben aber hinterher auch alle einen der Hauptpreise erhalten!
Und wer bei der darauffolgenden Diskussion, bei der es um die Zukunft der Menschenrechte ging, nicht im Saal war hat wirklich was verpasst! Die anwesenden Stars - George Takei, Max Grodénchik und Julie Caitlin Brown - haben sehr, sehr persönliche Gedanken und Erinnerungen mit den anwesenden Fans und den Mitarbeitern von amnesty international sowie der Kirche geteilt. Speziell Julie hat sich leidenschaftlich an der Diskussion - die teilweise eher schon ein Monolog von ihr war ;-) - beteiligt. Es war eine sehr interessante Erfahrung, ein Programmpunkt, den ich gerne wieder auf einer Convention sehen würde.
Und dann kam doch noch der Held des Wochenendes - gerade erst vom Flughafen gekommen betrat Robert Picardo gegen 23 Uhr die Bühne. Am Freitag ist er direkt nach den Dreharbeiten zu Voyager losgeflogen, hat seinen Anschlußflug verpasst und kam doch noch wohlbehalten an. Robert war sehr erschöpft und vollkommen gejetlagt - der Riesenjubel des Publikums war da genau das was er brauchte :-)
Der Abend endete für mich und einige Bekannte an einem Tisch vor dem Hauptzelt zu den Klängen der "Con-Disco" und dem unwiederstehlichen Karaokegesang von "The Voice of God" himself.


Sonntag 27.08.2000

Nach dem unvermeidlichen "Aufstehen" am frühen morgen eröffnete George Takei den letzten Contag. Er erzählte locker von seinen morgendlichen Joggingtouren entlang des Maschsees, an dessen Ufer überall die schlafenden Raver gelegen haben und wie gut ihm Hannover gefällt. Von seinen Joggingtouren am See kam er darauf, dass er ja mal den Central Park spät nachts zu Fuß - laut Shakespeare rezitierend - durchquerte. Als er das dann noch auf der Bühne vorführte stand der Saal Kopf.
Direkt danach folgte dann Ethan "Ich laufe schneller über die Bühne als die Kamera nachkommt" Phillips. Da aber die Autogrammstunden langsam wieder anliefen, packte ich heute endlich mal meine Bilder zusammen und arbeitete mich durch die diversen Schlangen durch. "Leider" habe ich dadurch auch die "Intergalactic Ceremony" in der Jugendkirche verpasst - schade eigentlich, denn auf den Plakaten die überall aushingen war als Special Guest "Captain Church" angekündigt... hätte mich doch mal interessiert, wie der aussah ;-)
Die Autogrammstunden verliefen eigentlich ganz glatt und ohne besondere Vorkommnisse - alle Stars waren sehr entspannt und hatten immer Zeit für ein paar Sätze. Einzig Andy Robinson hat mich noch mehr von seiner Verrücktheit überzeugt, als er sein Buch mit den Worten "You're the first one" und nachdem er sich halb schiefgelacht hat mit "It's fucking brilliant!" signierte...
Pünktlich zu Robert Picardo's Panel um 14 Uhr kam ich wieder ins Hauptzelt. Mit ohrenbetäubendem Jubel und standing-ovations wurde er von den Fans empfangen - und man hat ihm die Anstrengungen der letzten Tage kaum mehr angemerkt! Er erzählte einige lustige Geschichten vom Voyager Set und sang seinen Song aus "Tinker, Tenor, Doctor, Spy". Bob ist ein klasse Entertainer und hat einen sehr, sehr guten Eindruck hinterlassen.
Das Abschlußpanel bestritt "crazy" Andy Robinson, der die Stimmung für die Closing nochmal anheizte. Die Closing Ceremony war im übrigen der einzige Programmpunkt dieses Wochendes, der mit nennenswerter Verspätung begann - nämlich etwa 30 Minuten. Dafür waren diesmal aber auch wirklich mal alle Gaststars anwesend - ein seltener Anblick auf den Conventions der letzten Zeit. Die "musikalisch Begabten" Schauspieler gaben noch etwas zum Besten, die Fans klatschten sich bei allen 10 die Finger wund und selbst die Stars zeigten große Emotionen... so war Nicole deBoer sichtlich gerührt von dem herzlichen Empfang der deutschen Fans, Max meinte "You make me feel at home so far away from home" und Robert Picardo war schlicht und einfach sprachlos - kurz gesagt: Es war eine großartige Closing Ceremony, bei der alle Beteiligten nochmal alles gegeben haben.

Der Sonntagabend war genau so, wie man sich normalerweise nach dem Ende einer Convention fühlt - total verregnet und einfach nur "bäh" ;-) Zum Glück standen aber noch für mich und einige neue/alte Freunde zwei (mehr oder weniger) sonnige EXPO-Tage auf dem Programm.
Es wurde also nochmal richtig spaßig, wenn das auch den Abschied am Dienstagabend alles andere als leichter gemacht hat.

Besser als die ExpoTrek kann man eine Convention kaum mehr machen - relativ überschaubare Größe, perfekte Organisation, tolle Atmosphäre, "Stars zum anfassen" und sogar das Wetter hat mitgespielt (ein Glück, das die Kirche Sponsor war *grins*). Einzig die Wartezeiten bei den Autogrammstunden waren zum Teil etwas lang, aber das lässt sich bei permanten Autogrammstunden, die nicht nach der Anmeldenummer abgearbeitet werden nun mal nicht vermeiden...
Ein Riesenlob und Dankeschön an die Veranstalter - es wird schwer, die ExpoTrek nochmal zu übertreffen... nehmt die Herausforderung an!