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Convention Central


:: Denkt mal daran, mit wem ich so rumhängen konnte...


:: Impressionen


Weekend of Horror 2005


Denkt mal daran, mit wem ich so rumhängen konnte...


von Susanne Döpke

Am ersten Dezemberwochenende fand in Münster das Weekend of Horror statt. Das Line-up ließ jedem Horror Fan bereits den Mund wässrig werden, besonders weil der Kult Regisseur der Zombie Reihe angereist war, die mit "Night of the Living Dead" ihren Anfang nahm. Im Volksmund wird der bekannteste dieser Filme auch "Zombies im Kaufhaus" genannt. Die Reihe gründete sich allerdings eher auf einem Zufallserfolg. Romero wollte eigentlich nur einen Horrorfilm machen, weil er auf einen kommerziellen Erfolg aus war. Während der Arbeit am Drehbuch wurde ihm aber klar, dass er auch im Horrorgenre einen aussagekräftigen Film machen konnte und legte damit den Grundstein für eine der erfolgreichsten Horrorfilm-Reihen. Weiterhin verriet er, dass es für den ersten Film ein alternatives, schlechtes Ende gab, das in der Kinofassung nicht verwendet wurde. Die Filmaufnahmen existieren, allerdings ohne die Special Effects.

Der Altmeister hatte auch noch einige Darsteller aus den verschiedenen Dead-Fortsetzungen mitgebracht. (Komplette Gästeliste siehe unten). Der bekannteste von ihnen war Tom Savini, der auch "Sexmachine" in "From Dusk till Dawn" spielte. Der agile 62 jährige Schauspieler und Regisseur ist ebenfalls Inhaber einer Schule für Special Effects Make-up und sieht bestenfalls aus, wie Anfang 50. Mittlerweile widmet er sich lieber Regieprojekten oder der Schauspielerei. Die Arbeit an "From Dusk till Dawn" hat er sehr genossen. "Denkt mal daran, mit wem ich so rumhängen konnte. Salma Hayek, George Clooney…"

Ein weiterer Höhepunkt war die Frage- und Antwortsession von Udo Kier, der die Veranstaltung nutzte, um seinen neuen Film "Bloodrayne" vorzustellen, in dem er u. a. an der Seite von Ben Kingsley, Michael Madsen und Kristanna Lokken einen Priester spielt. Angesprochen auf den Unterschied zwischen der Arbeit an einem amerikanischen und einem deutschen Film antwortete er, dass er amerikanische Filme dreht, um Rechnungen zu bezahlen und die deutschen eher für die Seele. Das spiegelt sich auch in den Kriterien für seine Rollenauswahl wieder. Manche Filme macht er wegen des Geldes, andere, weil ihm die Rolle gefällt und in die dritte Katergorie fallen Filme, wie Armageddon, die seinen Marktwert steigern können. Seine Traumrolle wäre die eines Engels, der vom Teufel besessen ist und outete sich als Fan von Splatterfilmen: "Je mehr Blut spritzt, desto besser!" Im Anschluss an seine Frage und Antwortstunde gab Kier noch sehr lange kostenlos Autogramme und beantwortete geduldig noch viele Fragen der Fans. Ein Schauspieler zum anfassen.

Einen sehr unterhaltsamen Einblick in die Kunst des Filmemachens gab Lloyd Kaufmann von Troma Entertainment, der gleich noch zwei deutsche Praktikanten mitgebracht hatte. Beide berichteten von ihrem Praktikum bei Troma, in dem sie von der Statistenrolle bis zur Kostümanfertigung alles machen mussten. Alles selbst machen ist das Firmencredo, da es einer unabhängigen Filmfirma wohl chronisch an Geld mangelt. Kaufmann macht seit ungefähr 30 Jahren erfolgreich B-Movies mit so interessanten Namen wie "Poultrygeist – Attack of the Chicken Zombies". Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber wer sich für kreative und abgedrehte Filme mit einem großen Schuss Sarkasmus interessiert, ist bei Troma Filmen wohl richtig.

Dies ist natürlich nur ein kurzer Ausschnitt der Frage und Antwortsessions, die auf so einer Veranstaltung natürlich dazu gehören. Leider war der Veranstaltungsort etwas unglücklich gewählt. Die gesamte Veranstaltung fand in der Münsterlandhalle statt, wobei der Raum für die Sessions nicht vom Händler- und Autogrammraum abgetrennt war. Dadurch gestaltete sich die Akustik mangelhaft. Die Akteure waren bei ihren Panels bereits allein durch die Hintergrundgeräusche schwer zu verstehen, noch dazu wurden sie oft durch Lautsprecherdurchsagen unterbrochen. Das tat der Begeisterung der Fans trotzdem keinen Abbruch und diese Kinderkrankheiten sind sicherlich für eine Folgeveranstaltung einfach zu beheben.

Wer beim nächsten Weekend of Horrors dabei sein möchte findet weitere Informationen auf www.weekendofhorrors.com