Fanfazit Beyond Uhura
von Jörg Keck
Früh um 8 fuhr ich aus Weißenfels (Sachsen-Anhalt) los und war in freudiger Erwartung auf die Con. Nichelle Nichols hatte ich noch nicht live gesehen und das wollte ich mir jetzt auf keinen Fall entgehen lassen. 4 Stunden oder 470 km später kam ich in Mannheim an.
Kurz nach der Abfahrt sah ich auch schon das Novotel. Ich beschloß schonmal mir die Örtlichkeiten anzusehen, obwohl die Eröffnung erst in 2 Stunden war.
Dabei lief mir Filip, einer der Organisatoren, über den Weg. Er war etwas kurz angebunden, aber das ist ja verständlich, da alles noch im Aufbau war.
Ich entschloß mich, dank eines Stadtplanes, zu meiner Unterkunft, der Jugendherberge, durchzuschlagen. Dies sollte länger dauern als gedacht, denn verkehrstechnisch gesehen ist Mannheim eine Katastrophe für Auswärtige. Nach diversen Umwegen gab ich entnervt auf und stellte mein Auto am Bahnhof ab. Die Jugendherberge war circa 10 Minuten entfernt in einem Park gelegen. Nach dem Erledigen der Formalitäten machte ich mich gleich zum Novotel zurück, jedoch nicht zu vergessen, der obligatorische Stopp bei einem etablierten Fast Food Restaurant. Ich kam etwas verspätet (14:30) an, hatte aber noch kein Panel verpaßt.
Als erstes kam Ilona Grandke, die deutsche Stimme von Uhura. Ich war positiv überrascht und beeindruckt von ihrem Charme und ihren Witz. Ilona ist freischaffende Schauspielerin und kam durch Zufall zum Synchronisieren, als sie von einer Freundin mitgenommen wurde. Ein Manager wurde auf ihre Stimme aufmerksam und so kam sie dazu. Meistens suchen die Regisseure und Aufnahmeleiter in einem Casting aus, doch das war bei ihr nicht der Fall. Stimme und auch Aussehen der Synchronsprecher sollten dem Originalschauspieler ähnlich sein.
Die Produktionsfirma (z.B. Paramount bei Star Trek) gibt den Auftrag zur Synchronisation und prüft diese auch nach. Ist ein Take zu hart gesprochen, muß alles noch mal gesprochen werden. Ein Take umfaßt maximal 6 bis 7 Zeilen und am Tag werden circa 60 Takes abgedreht. Sie selbst sieht nur Ausschnitte des Films und bekommt den Text meist erst im Aufnahmestudio. Dabei gilt es diesen schnell zu lernen, die Schauspielerin genau zu imitieren und auch Gefühle aus dem Stand zu produzieren. Zwischen den Sprechern und den Schauspielern gibt es fast keine Kontakte, dies war ihr erster mit Nichelle. Zur Zeit synchronisierte sie wieder Nichelle in dem Film "Snow Dogs", der im Herbst in die Kinos kommt. Sie selbst hat derzeit ein Engagement beim Theater in München, wo sie auch wohnt, und zwar in einem Stück von Franz Kafka - Die Verwandlung.
Als nächstes kam Nichelle und wurde gebührend mit kräftigem Applaus empfangen.
Ich war überrascht, wie gut sie trotz ihres Alters noch aussieht. Sie war sehr offen allen Fragen gegenüber und besitzt keine Starallüren und zeigte sich sehr fannah während der Con.
Sie erzählte darüber wie sie zum Idol von Whoopi Goldberg wurde, über das Space Programm der NASA und wie sehr sie sich für Halle Berry, die erste schwarze Oscar-Gewinnerin, freut. Zur Zeit ist Nichelle gerade mit ihrem neuen Buch "Saturna´s Quest", woran sie 1 ½ Jahre geschrieben hat, auf Promotiontour.
Nach ihrem Panel fand eine Auktion zugunsten der Kinderaidshilfe statt.
Zu besonders hohen Preisen gingen Nichelles Biographien weg, die ja mittlerweile vergriffen sind. Im Anschluß fand die Autogrammstunde mit Nichelle und Ilona statt, die relativ flott vorüberging. Als besonderen Bonus ließen sich die Organisatoren nun noch eine kostenlose Fotosession mit den beiden und einem selber einfallen. Dies fand ich einen sehr gelungenen Einfall. Danach wurde die Con offiziell beendet, und dabei wurde bekanntgegeben, dass circa 1100€ für die Kinderaidshilfe zusammengekommen sind.
Die meisten der Teilnehmer blieben aber noch zum Dinner mit Nichelle, das den inoffiziellen Abschluß der Con darstellte. Das Büffet war sehr reichhaltig und lecker und beinhaltete warme und kalte Speisen sowie natürlich Salat und Dessert. Nichelle bedankte sich nochmal bei allen für den tollen Tag und damit war die Con leider schon vorbei.
Als Resümee kann ich ziehen: eine sehr gelungene, familiäre Con, und obwohl sie doch etwas kostenintensiv für mich war habe ich es nicht bereut. Ein Manko waren aber die fehlenden Gesangseinlagen von Nichelle(hat nur kurz gesungen) und Ilona. Etwas ungünstig für andere potentielle Teilnehmer war sicher auch die zeitliche Nähe zur FedCon. Dennoch glaube ich das dieses neue Konzept einer Con Anklang findet und hoffe auf eine Neuauflage.
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