Conbericht Nexus Resurrection
von Marcus Erbar
Die Convention startete sehr langsam am Freitag. Nur wenige Fans waren vor der Opening schon im Fontanehaus und so vergingen einige Stunden, bis mit der Pressekonferenz der erste Höhepunkt des Wochenendes stattfand. Diese lief dann aber vollkommen anders ab, als man hätte erwarten können. Von den anwesenden Reportern und Clubs kamen so gut wie keine Fragen, wonach Peter David die Gesprächsleitung kurzerhand übernahm und die nächste halbe Stunde alle Anwesenden bestens unterhielt. Einen schönen und nachdenklichen Abschluß erhielt die PK durch die Frage, wie die Ereignisse des 11. Septembers das Entertainment-Geschäft beinflußt haben und weiterhin beinflußen werden. Alle waren sich schließlich einig, dass es zwar negative Einflüße gab, die Industrie letztdenendes jedoch schon unmittelbar danach eher gestärkt hervorgeht, da die Menschen noch stärker nach Ablenkung und Zerstreuung suchen werden. Nach der Opening Ceremony, zu der alle Gäste auf schon am Freitagabend auf der Bühne standen folgte ein Doppelpanel von Peter David und Bernhard Kempen als Ersatz für Alice Krige, die sich nicht allzu wohl fühlte. Peter zeigte, wie unterhaltsam ein "einfacher" Autor doch sein kann und zog seine eigene One-Man-Show auf der Bühne ab. Vor dem Abschluß des Tages stand noch der Auftritt von Peter Williams an, der als erster Gast aus der SF-Serie Stargate auf einer deutschen Conventions am Wochenende die Sympathien auf seine Seite zogen konnte. Ganz im Gegensatz zu seinem Charakter hat Peter jetzt richtig viele Haare auf dem Kopf und eine ganz und gar andere Einstellung zum Leben, als Apophis ;)
So endete der erste noch recht unspektakuläre Contag mit einem Essen beim Mexikaner und einer Heimfahrt mit Umwegen...
Der Samstag startete gleich mit Mark Allen Shepherds und der offiziellen Autogrammstunde gegen Mittag, welche fast ohne längere Warteschlangen von statten ging. Und es gab eine handfeste Überraschung - Max Grodénchik war zufällig über das Wochenende in Berlin und schaute auf der Con vorbei. Er mischte sich die nächsten zwei Tage unter die Fans und hatte zwei rundum schöne Tage um alte Bekannte wiederzutreffen und viele Gespräche zu führen. Peter Williams, der nun sein zweites Panel bestritt, konnte immer noch keine großen Geschichten vom Set erzählen, da er dort nur soviel Zeit verbracht hatte, wie unbedingt nötig war. Trotzdem - der Mann kann auch so einen Saal unterhalten! Danach kam dann in meinen Augen das Highlight des Tages: Der Auftritt der beiden Synchronsprecher Ernst Meinke und Gertie Honeck. Es kamen zahlreiche Fragen aus dem Publikum und allein die lange Schlange vor dem Stand von SF-Radio bei der anschließenden Autogrammstunde zeigte eindeutig, wieviel Interesse die Fans doch an Synchronschauspielern haben! Vor dem Kostümwettbewerb kamen noch Richard Arnold's Auktion, die mehr schlecht als recht verlief und ein Vortrag von NASA Mitarbeiterin Inge Heyer. Der Wettbewerb an sich konnte mit sieben Teilnehmern aufwarten und am Ende erhielt fairerweise auch jeder einen Preis in welcher Form auch immer.
Alice Krige, die im Anschluß auf der Bühne stand, war wie gewohnt sehr freundlich und zuvorkommend - eine echte Lady, die viel Interessantes aus ihrer Karriere zu erzählen hatte. Den Abschluß des Samstags bildeten Garrick Haggon mit einem schönen Panel und schließlich der Pilotfilm von Enterprise. Da ich diesen allerdings schon kannte, endete der Tag schrecklich früh schon gegen 0.30 Uhr nachts ;)
Am Sonntag ging es gemächlich um 10 Uhr mit Robert Vogels witzig und locker vorgetragenen Panel über die Dreharbeiten von Stargate und Mark Allen Shepherds zweitem Auftritt los. Nach einem kurzen aber umso heftigeren :) Peter David-Panel stand die Autogrammstunde für diesen Tag an. Da diese länger andauerte als geplant und man Max Grodénchik noch für ein zusätzliches Panel gewinnen konnte, gab es eine Deutschlandpremiere auf der Nexus - parralell zur Autogrammstunde und im selben Saal beantworteten Claudia Christian und Max die Fragen der Fans. Claudia holte dabei noch ihr "Mitbringsel" Linda Thorson auf die Bühne und nahm mal wieder kein Blatt vor den Mund *g*. Nicht nur deshalb standen Max die Haare nach seinem Auftritt zu Berge - um seine Frisur zu bändigen suchte er nach Haargel, das ihm eine freundliche Helferin am Ende brachte, einige weitere einen Spiegel aus dem Backstagebereich herantrugen und die Bühne schließlich in einen Friseursalon verwandelten :) Es war zum schreien komisch und zum ersten Mal am Wochenende klatschte das Publikum so euphorisch, dass Max noch ein zweites Mal hervorkam. Die anschließende Closing Ceremony wurde abgerundet durch ein Ankündigungsvideo der sechsten Nexus Convention im Jahr 2002, die allgemein positiv aufgenommen wurde.
Schön war sie, die Nexus! Für viele die überraschenden Highlights der Gästeliste waren Peter David sowie die beiden Synchronsprecher. Einzig das Fontanehaus war für meinen Geschmack nicht allzu ideal, da es doch arg abseits liegt und ich gerne ein Hotel zumindest in der Nähe habe. Auch fehlten dort zusätzliche Sitzecken, um sich mit Freunden zwischendurch mal niederzulassen. Im Vorraum, wo zur selben Zeit eine Real-Science-Ausstellung stattfand, bot zwar genügend Platz, jedoch sitzt es sich auf Holzbänken auf der Heizung nicht so toll ;) Das Programm bot einiges an Leerlauf, so dass man nicht den ganzen Tag im Hauptsaal verbringen mußte, um wirklich *nichts* zu verpassen. Der viele Platz im Fontanehaus würde sich eigentlich gut für eine Conparty eignen, wenn auch Gerüchten zufolge in der Westernbar nur wenige Meter entfernt abends einiges los gewesen sein muß.
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