Robert Vogel's Con-Nachschlag
von Robert Vogel
Robert Vogel, der am Freitag Abend auf der Nexus in einem Panel von seinen Erlebnissen am Set von "Stargate-SG1" berichtete, erzählt von seinen Con-Eindrücken.
Die für mich persönlich schönste Media-Convention bisher in diesem Jahr ist vorüber, und ich werde sie lange in meiner Erinnerung behalten.
Wenn man berücksichtigt, wie kurzfristig die Veranstalter eine Räumlichkeit für die Con finden mußten, so war das Fontane-Haus genau richtig für die Teilnehmerzahl: nicht so groß, daß man sich darin verlaufen würde und nicht zu klein, um sich auf die Füße zu treten. Angenehm für mich war auch, daß direkt im Haus eine Kneipe und in der direkten Umgebung sich Gaststätten befanden, in denen man sich mit Freunden treffen und in Ruhe fachsimpeln konnte. Die Gäste waren ausnahmslos guter Laune und verstanden es glänzend, das Publikum zu unterhalten.
Besonders hat es mich gefreut, daß Walter Koenig bei allen seinen Auftritten Standing Ovations bekommen hat, und es hat ihn sichtlich bewegt. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde er auf Cons eher stiefmütterlich behandelt, weil er eben der "rangniedrigste" unter den TOS-Darstellern war. Durch seine Rolle als Alfred Bester in "Babylon 5" jedoch konnte er endlich zeigen, wie gut er wirklich spielen kann. In meinem Interview mit ihm sagte er dann auch, daß er über diese Rolle tagelang reden kann. Die Stimmungskanone schlechthin war Ted Raimi (Joxer aus "Hercules"/"Xena"), bei dem ich den Eindruck hatte, daß ziemlich viel vom Humor von Joxer in dem Schauspieler selbst steckt. Ich habe selten eine Person gesehen, die so gut Grimassen schneiden kann. In den gemeinsamen Auftritten mit Jeffrey Combs (Weyoun/Brunt) waren die beiden eine absolut tödliche Kombination.
Der Kostümwettbewerb war dieses Jahr nicht gerade überragend (wenn man von einigen Highlights wie einem "Star Wars: Episode 1"-Schwertkampf, dem Auftritt des PSI-Corps und einem sehr schönen "Spawn"-Kostüm absieht).
Vielleicht stehe ich da mit meiner Meinung allein dar, aber ein Kostümwettbewerb sollte immer noch ein Kostümwettbewerb sein, und weder eine Lesestunde noch eine Theateraufführung noch eine ewig lange Selbstdarstellung (kein Auftritt länger als drei bis fünf Minuten)!
Immerhin konnte das "Endduell" bei der Ermittlung des besten allgemeinen Kostüms zwischen Larry Croft und Austin Powers einiges wieder gutmachen. Ich war Teil der Jury, und wir konnten uns einfach nicht zwischen den beiden entscheiden. Da hatte ich die Idee, daß Larry und Austin, die ja Inbegriffe des männlichen Chauvinismus darstellen, vor dem Publikum gleichzeitig den erotischsten Striptease zeigen sollten, zu dem sie in der Lage waren. Ted Raimi, Jeffrey Combs und Worthram Krimmer fanden die Idee toll und heizten das Publikum entsprechend an. Gerade die Frauen im Publikum hatten dann ihren Spaß und kommentierten die "Darbietung" mit lautem Gejohle.
Der Höhepunkt der Con für mich war der große Auftritt von Julie, Ted, Jeffrey und Worthram direkt vor der Closing Ceremony, als sie "Möchtegern-Schauspieler" aus dem Publikum auf die Bühne holten und nach ein paar Minuten Vorbereitungszeit diese paarweise eine kurze Szene aus einer Soap Opera aufführen ließen. Dabei nahmen die Gäste die Rollen von Produzenten an, um dem Publikum (sehr eindrücklich übrigens) zu zeigen, was sich Schauspieler bei diesen Bewerbungen alles gefallen lassen müssen.
Es ist nur sehr schade, daß dies wohl die letzte Nexus Con für die nächste Zeit gewesen ist, wenn man Frank Völzers Abschiedsworte wohl richtig interpretiert, aber darüber werden sich wohl auch noch andere äußern.
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