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Convention Central


:: Galerie Thomas Kohlschmidt


:: Fanfazit Hansetrek 1


HanseTrek 1


Fanfazit Hansetrek 1


von Thomas Kohlschmidt

Mit großer Freude wurde Anfang des Jahres bei den Fans die Meldung aufgenommen, dass mit Christian Schmidt und seiner ´In2Space´-Agentur ein Veranstalter an den Start geht, der endlich einmal wieder eine Sci-Fi-Convention im Großraum Hamburg auf die Beine stellen will. Unter dem griffigen Namen „Hansetrek“ sollte es eine Con geben, bei der einerseits tolle Gaststars auftreten, anderseits aber auch ein umfangreiches Fandom-Mitmach-Programm stattfinden sollte. Nun hat die „Hansetrek 2002“ vom 22.-24. November im Sachsenwald-Forum in Reinbek bei Hamburg stattgefunden, und es stellt sich die Frage: Wie ist die Convention verlaufen, und konnte das Konzept umgesetzt werden? -

Bereits am Donnerstag vor der Con begannen die Aufbauten im Sachsenwald-Forum. Die Orga unter der Leitung von Christian und Werner Krause rückte Tische, Stühle und Stellwände zurecht, die Technik-Kabine ganz oben im Hauptsaal wurde besetzt, und der Kampf mit Internet-Kabeln und Beamer begann. Gegen Abend trafen erste Händler ein, die mit einer speziellen Einrichtung des Forums, einem großen Lasten-Lift, ihre Autos direkt von der Straße aus in den zweiten Stock des Gebäudes und auf die Bühne des Hauptsaales heben lassen konnten. Von hier aus waren es dann mit Kisten und Kasten nur noch wenige Schritte zu ihren Ständen. Währenddessen liefen die notwendigen Ton- und Lichttests sowie erste Einweisungen der Orga und Helfer, von denen es eine große Anzahl gab.

Freitag fiel dann endgültig der Startschuss!
Ab 11 Uhr war im Partnerhotel ´Holiday Inn-Hamburg´ die Pressekonferenz mit den Stargästen geplant, die sich etwas verzögerte, weil ein Unfall auf den Elbbrücken die Anfahrt erschwerte. Aber dann traten Lolita Fatjo, Eugene Roddenberry Jr., Marc Alaimo, Casey Biggs, Bjo Trimble, Jayne Heitmeyer, Von Flores, Robert Leeshock, Gertie Honeck und Ernst Meincke vor die Vertreter der Medien. Es fiel sofort auf, dass alle sehr gut gelaunt waren. Es entspann sich eine etwa einstündiges Gespräch, bei dem auch die Stars Fragen an die Journalisten stellten, etwa darüber, wie ihre Shows hier ankämen und was für Fanclubs es hier gäbe.

Um etwa 13.30 Uhr begann der Einlass der Besucher ins Forum. Am Anfang der Veranstaltung lag ein Vortrag von Bjo Trimble und ihrem Mann, die als Retter von Star Trek gelten, seit sie in den 60er Jahren die große US-Protestkampagne gegen die Absetzung von Kirk und Co ins Leben gerufen und geleitet hatten. Hiermit setzte auch die große Konzentrations- und Abstimmarbeit der ´Technik´ ein. Deren Kunst besteht ja darin, „backstage“ das ganze Programm stundenlang im Fluss zu halten und alle Macken in Windeseile auszubügeln, sodass der Besucher nicht davon gestört wird und alles genießen kann.

Bereits zur ersten Begrüßung der Besucher um 16 Uhr durch die Veranstalter und das Con-Maskottchen ´Hans Trek´ war der Hauptsaal halb gefüllt und die Laune gut. Die offizielle Opening-Ceremony wurde dann von der deutschen Stimme Picards, Ernst Meincke, geleitet. Der tolle Hansetrek-Trailer von Manfred Hinrichsen wurde gezeigt, einige organisatorische Worte vom „Captain“ gesprochen, und dann kamen die Gäste unter begeistertem Applaus der immer noch weiter eintreffenden Besucher auf die Bühne. Inzwischen war auch Nana Visitor angekommen, die nicht an der Pressekonferenz hatte teilnehmen können! Sie betrat strahlend die Bühne und wurde mit einem Blitzlichtgewitter und großem Jubel begrüßt.
Eine tolle Überraschung lag am Ende der Opening: Mit Max Grodenchik betrat ein beliebter Überraschungsgast die Bühne! Der Rom-Darsteller ist ja für seinen drolligen und leicht frivolen Späße und Lieder bekannt, von denen er an diesem Wochenende auch einige zum Besten geben sollte.

Am Samstag und Sonntag dann zeigten die Stars sich durchgehend in immer noch besserer Laune, und sogar der zeitweilig etwas grummelig wirkende Marc Alaimo taute zur Höchstform auf!
Die Fans konnten mit den drei „Earth: Final Conflict“-Stars Jayne Heitmeyer, Robert Leeshock und Von Flores ein eingespieltes Team erleben, das bei ihren gemeinsamen Auftritten auf der Bühne vor Spontanität und Humor nur so sprühte. Von Flores stellte klar, dass man sich nicht als Konkurrenz des größeren Star Trek sehe, allein schon, weil man ein sehr viel kleineres Budget habe und sowieso ein anderes Konzept. Auch Eugene Roddenberry Jr. kam durch seine offene und lockere Art sehr gut an, genauso wie Casey Biggs, dem es in einem Panel sogar gelang, das heikle Thema Terrorismus und Bushs Weltpolitik auf eine Publikumsfrage hin angemessen und eindrucksvoll mit der Star Trek-Philosophie zu verbinden.
Zwischen den Panels liefen Videoclips, und ab und zu trat „Hans Trek, der Wattwurmschreck und Krabbenreiter“ auf und machte seine Possen zur Auflockerung.
Die Autogrammstunden verliefen ruhig und ohne Probleme, sodass jeder zufrieden seine „Beute“ davontragen konnte. -

Ein absolutes Highlight der „Hansetrek“ war ohne jeden Zweifel der Kostümwettbewerb, der unter der Leitung von Fossy und unter Mitwirkung eines herrlich schrägen Nummerngirls im klingonischen Bunny-Dress einfach großartig war! Die Kostüme waren wunderschön, und auch die Darbietungen der Teilnehmer durchweg eindrucksvoll. Am Samstagabend fand dann die Ehrung aller Gewinner der Wettbewerbe im Rahmen der „Hansekoggen-Nacht“ statt. Die besten Geschichtenschreiber, Modellbauer und Sieger des Kostümwettbewerbs bekamen ihre Urkunden und Buddelschiffe von Stars übereicht.

Nana Vistor gab sich in ihren Panels frisch und fröhlich und beantwortete sämtliche Fragen, ging auf alle Späße von Fanseite gerne ein und bedankte sich für jedes Interesse an ihrer Person ausdrücklich. Sie sagte u.a., dass sie jetzt endlich soweit sei, das Leben mehr genießen zu können und weniger arbeiten zu wollen.
Gertie Honeck und Ernst Meincke plauderten über ihre Synchronisations-Arbeiten und Erlebnisse bei der Umsetzung der US-Folgen auf deutsche Stimmen, nachdem ihnen auf der Bühne stilgerecht Kaffee (Gertie) und Earl Grey Hot (Ernst) serviert worden war. So erfuhr man einmal interessante Details einer „Making-Of“-Ecke, die nicht so oft beleuchtet wird.

Weitere Höhepunkte des prall gefüllten Programms: Das Theater-Projekt „What Shakespeare Leaves Behind“, das Marc Alaimo und Casey Biggs diesmal ohne Jeffrey Combs aufführen mussten, war trotzdem außerordentlich eindrucksvoll, und bot – wie auch das Klavierspiel von Veranstalter Christian und die Textrezitierungen der Synchronsprecher – einen stimmungs- und gehaltvollen Kontrapunkt zur Party-Atmosphäre des Wochenendes.

Auch im Backstage-Bereich, hinter der Bühne und in den Garderoben, waren die Gaststars bester Laune und machten miteinander allerlei Späße. So hatte Marc Alaimo z.B. ein T-Shirt entdeckt, auf dem „I slept with Kirk“ stand. Er zeigte es entrüstet Lolita Fatjo und fragte: „Wer trägt denn SOWAS?!“ Da er weiter auf sie zuging, war Lolita Fatjo ganz erschreckt und wehrte ab: „Also ICH nicht!“ Beide schauten sich verdutzt an und mussten dann doch lachen. -
Nett auch: Nachdem Marc Alaimos Vorliebe für Schokolade bekannt geworden war, schenkte ihm der deutsche Picard Ernst Meincke sofort eine Tafel der leckeren Süßigkeit.

Fazit des Wochenendes:
Die „Hansetrek 2002“ war – nicht zuletzt auch durch die schöne und stilvolle Closing-Ceremony - eine runde Sache!
Das Vorhaben, eine fan-gerechte Convention mit viel Rahmenprogramm zu machen, wurde mit all den Ausstellungen (z.B. ´Unimatrix 001´ mit toller Borgpräsentation), den Wettbewerben, dem Quiz, der Diskussion, den Videos, dem Warp-Vortrag u.v.m vollständig verwirklicht. Die Panels waren prima, die Veranstalter sympathisch locker, die Organisation auf Zack, die Besucher in Stimmung, und so kann man nur sagen: Der Stapellauf der „Hansetrek“ war Klasse!