Conbericht Utopia II
von Marcus Erbar
Klein aber oho... so abgedroschen der Spruch klingt, so sehr passt er jedoch auf die Utopia Convention.
2 1/2 Autostunden vom Ruhrgebiet und etwa 6 Stunden von Berlin entfernt ist diese im Touristenort Scheveningen stattfindende Convention etwas, dass in Deutschland noch nach Vergleichbarem sucht. Gerade einmal an die 350 Fans waren über das Wochenende anwesend und auch die Gästeliste war vergleichsweise klein. Trotzdem war der Spaßfaktor ganz weit oben.
Erst einmal war der Veranstaltungsort ideal. Wenige Gehminuten entfernt gibt es eine ganze Reihe günstiger, schöner Hotels, Banken, Supermärkte, den Scheveninger Pier und die Strandpromenade mit zahlreichen Restaurants, Bars und das berühmte amerikanische Restaurant mit den beiden goldenen Bögen ;)
Die Atmosphäre war äußerst familiär und auch die Auswahl der Gaststars, die allesamt sehr, sehr fanfreundlich waren, tat seinen Beitrag. Schon am frühen Freitagabend saß Max Grodénchik zusammen mit einigen anderen deutschen Fans in der Hotellobby und frischte seine Geographiekenntnisse von Deutschland auf. Im späteren Verlauf kam dann noch Julie hinzu und die Veranstalterin persönlich brachte mit dem Kommentar "Dann braucht ihr euch morgen nicht anzustellen!" unsere Contickets. Und genauso gemütlich ging es die nächsten beiden Tage während der Convention selbst weiter.
Am Samstag konnte man sich erst einmal in Ruhe den Händlerraum und die Tische der Fanclubs anschauen bevor gegen 10.30 Uhr eine kurze Opening Ceremony abgehalten wurde und dann Julie Caitlin Brown's Panel begann. Sie sprach vor allem über ihr neues Buch, "Love First", für das sie momentan nach einem Herausgeber sucht. In dem Buch hat sie nach langem Warten ihre Lebensphilosophie niedergeschrieben, in dem auch und vor allem Erlebnisse mit den verschiedensten Menschen auf Conventions in der ganzen Welt zur Sprache kommen. Zwar war es praktisch ein Vortrag von Julie, jedoch trotzdem ein hochinteressantes Panel - es ist doch immer wieder beeindruckend wie viel in dieser Frau steckt! Weiter ging es mit Fotosessions von Max Grodénchik und Ted Raimi bevor dieser die Bühne betrat. Naja und Ted war halt ganz er selbst und ließ kein Auge trocken bei seinen Storys vom Xena-Set oder Witzen über Holländer. Bei der Auktion am Nachmittag übernahm Ted auch die Moderation und einzelne Stücke erreichten tatsächlich ungeahnte Preise. Gutes Beispiel war ein René Auberjonois Autogramm, dass für umgerechnet 170 DM unter den Hammer kam. Die eigentlich auf 45 Minuten angesetze Auktion dauerte wesentlich länger und so übernahm Max Grodénchik, der eigentlich ein Panel halten sollte, die Präsentation der Gegenstände - und das mit vollem Körpereinsatz... kaum hatte er erfahren, dass eine Captainuniform aus Babylon 5 versteigert werden sollte, konnte er sie gar nicht schnell genug anziehen, um wenigstens EINMAL der Captain zu sein :)
Nach der den "offiziellen" Teil der Con abschließenden Autogrammstunde startete um 20 Uhr die Conparty mit der Cocktailparty für die ersten 50 Ticketbesteller. Die Musik war zwar gut, aber leider gab es keine richtigen Cocktails auf der Cocktailparty und auch die Stars trafen erst wenige Minuten bevor die restlichen Conbesucher eingelassen wurden ein. Durch den aber ohnehin kleinen Rahmen hatte man aber trotzdem die Gelegenheit, sich nett mit Freunden und den Gästen zu unterhalten und beim Kostümwettbewerb - moderiert von Ted - eine Menge Spaß zu haben. Und es waren einige sensationelle Kostüme und Masken darunter! Die letzten beiden Programmpunkte während der Conparty waren eine Matrix-Stuntshow der holländischen Gruppe "Iga Warrior" und das Konzert von Julie Caitlin Brown mit fast 45 Minuten Verspätung als krönenden Abschluß.
Nachdem die Nacht noch ziemlich spät wurde, war es angenehm, dass die Con ohnehin erst um 10 Uhr am Sonntag ihre Pforten öffnete. Bis in den nachmittag herein konnte man die Zeit nutzen, um sich auf der Con herumzutreiben, sich zu unterhalten und auch etwas Spaß mit den Schauspielern zu haben, die sich frei auf dem Gelände bewegten.
Später stand das Panel aller drei Gaststars auf dem Programm, welches spontan in eine Audition umgewandelt wurde. Es meldeten sich so viele Fans freiwillig, dass allein die Vorauswahl die ganze eigentlich für das Panel angesetzte Zeit füllte. Kurz zur Story: Der Film hieß "The Return Of The Living Dead In Paris" - die Untote Gogo-Tänzerin "Fifi" trifft auf ihren Mörder, ist mächtig angefressen und versucht ihn im Kampf umzubringen. Ted war der Regisseur, Julie die Casting Direktorin und Max der Produzent und Geldgeber. Man hatte wirklich Bauchweh vor lachen nach diesem hoffnungslos überzogenen Panel. Nach der Closing Ceremony fand noch die letzte Autogrammstunde statt, woraufhin die Utopia II endete. Der Abend und die Nacht wurde noch in einem Restaurant in der nahen Den Haager Innenstadt und der Hotelbar gefeiert (und dabei dem Personal Rezepte für richtige Cocktails zum mixen gegeben *g*) und es sind alle glücklich und müde in ihre Betten gefallen.
Was bleibt noch über die Utopia zu sagen? Obwohl sie nur über zwei Tage ging, war sie für mich persönlich eines der absoluten Highlights des Jahres. Durch den toll ausgewählten (Touristen-)Ort, die nette, freundliche Atmosphäre, die richtige Auswahl der Schauspieler, die der Veranstalter sich zwanglos unter die Fans mischen ließ und den sehr aufgelockerten Zeitplan, der reichlich Pausen zwischen den Hauptprogrammpunkten bot, war das ganze Wochenende mehr ein Urlaub unter Freunden als das, was man sich gemeinhin unter einer Convention vorstellt.
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