Convention Central


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Serenity 2005


Samstag, 30.04.2005


von Mario Rössel, Susi Feistel

Deutlich früher als geplant, brachen wir auf und kamen schon um 10 Uhr im Thistle Hotel an – gerade rechtzeitig um uns den Pilotfilm von „Firefly“ anzuschauen. Das Gute am früh da sein war, dass wir richtig gute Plätze fanden. Einigen guten Fotos stand also nichts mehr im Wege. Was wir erst später herausfanden: Wir saßen direkt vor und neben ein paar Fans aus Deutschland – wir waren also nicht allein auf der Convention.

Da sich Produzent Chris Buchanan wegen der Foto-Session verspätete, bekamen wir nach der Firefly-Episode noch eine Folge aus der Nickelodeon-Serie „Space Cases“ zu sehen, die von Peter David und Bill Mumy entwickelt worden war. In der wirklich trashigen Serie konnte man nicht nur Mumy selbst sehen, sondern auch Jewel Staite im Alter von 12 Jahren – eine Rolle, über die sie jedoch nicht so gerne spricht.

Die Q&A Sessions wurden mit einem Triple-Panel von Morena Baccarin, Jewel Staite und Chris Buchanan eröffnet. Die beiden Mädels zogen dabei immer aus Spaß übereinander her. Beide hatten auch ein einprägsames Erlebnis auf Jewels Hochzeit. Der Wind drohte ständig, ihr Hochzeitskleid Marilyn Monroe-mäßig in die Höhe zu pusten, so dass Morena ständig hinter ihr herlief und dafür sorgte, dass es an Ort und Stelle blieb. Natürlich konnte sich Morena auch auf der Hochzeit einen Scherz nicht verkneifen und verkündete lauthals, dass Jewel keine Unterwäsche trägt. Auch ausgefallene Fragen waren an der Tagesordnung und so stellte sich heraus, dass Jewel absolut süchtig nach Schuhen von Steve Mannon ist, die sie sich sogar nach Kanada importieren lässt. Morenas Lieblingsepisode ist „Heart of Gold“, da man darin Inaras würdevolle Fassade bröckeln sieht. Über das so genannte „Tin Foil Whore House“ machte man sich damals beim Dreh schon lustig. Für Fox sah das Set am Anfang nicht spacig genug aus, deshalb verzierte man das Haus mit viel Alufolie. Chris wurde zu Merchandise von „Firefly“ gefragt und vertröstete die Fans auf später, da „Serenity“ sich erst im Kino behaupten müsse. Nichtsdestotrotz erscheinen in Kürze drei Actionfiguren. Zwei davon sind bekannt: Malcolm Reynolds, der wie ein verschrecktes Kaninchen aussieht, und Jayne, der ein Arsenal von 17 Waffen mit sich bringt.

Das zweite Panel des Tages war mit Ron Glass und Summer Glau. Von ihren Rollen her hätte man können, dass diese Q&A eher ruhig wird – doch dem war längst nicht so. Obwohl Summer sehr schüchtern war, hat Ron alles mit Witzchen und breitem Grinsen ausgeglichen. Man sah beiden an, dass sie sich gut verstehen. Summer erzählte von ihren Anfängen beim Ballett und wie sie am Set von Firefly aufgenommen wurde. Ihr haben die Szenen mit Adam Baldwin (Jayne) immer am meisten Spaß gemacht. Für Serie und Film musste sie außerdem Nahkampf und den Umgang mit diversen Waffen trainieren. So sind alle Kampfszenen im Film mit Summer tatsächlich echt. Auch in die Cryo-Kiste im Pilotfilm musste sie sich reinzwängen. Für die Szene im Film, in der River an der Decke hängt, wurde der Gang genau so vermessen und gebaut, dass Summer sich dort passgerecht halten konnte. Selbst die Stuntfrau, die die Szene eigentlich drehen sollte, konnte es nicht, da sie zwei Zentimeter größer als Summer ist. Summer erinnerte sich, dass sie ganz schön lange da oben hing – auch zwischen den Shots.

Ron Glass hat kaum etwas Ernstes auf Fragen geantwortet und hatte immer die Lacher auf seiner Seite. Ein Running Gag über ihn und das Ballett zog sich quer durch alle seine Antworten. Ein paar Spekulationen über Book konnten die Fans ihm dann entlocken – wie vermutlich alle Fans, denkt auch er, dass Book schon Einiges erlebt hat und längst nicht sein ganzes Leben als Shepherd lebte.

Zur Mittagspause wurde wieder eine Folge von „Space Cases“ gezeigt. Danach kam auch gleich ein weiteres Panel. Und wenn man dachte, besser als bisher könnte es gar nicht werden, so hatte man sich geirrt. Die Q&A von Nathan Fillion, Alan Tudyk und Mark Sheppard war ein krönender Abschluss. Man kann sich kaum an ernsthafte Antworten erinnern, denn die drei waren meistens mit Herumblödeln beschäftigt.

Nathan und Alan hatten den meisten Spaß bei der Episode „War Stories“ in der Mal und Wash gefoltert werden. Alan erinnerte sich, dass diese Episode eine Seite von Wash zeigte, die so gar nicht zu ihm passt, und gerade das hatte ihm gefallen. Besonders die letzte Szene in der sie den Handlanger des Bösewichts in Grund und Boden schießen, mochte Alan.
Auch über seine Arbeit bei „I, Robot“ hat Alan ein paar Worte verloren, zum Beispiel, wie schwer es war die Bewegungen von Sonny zu spielen.

Nathan erzählte wie er zu „Firefly“ gekommen ist und wie er sich beim Vorsprechen über den unordentlich gekleideten, bärtigen Typ gewundert hat – der natürlich Joss Whedon war. Im Laufe der Serie hat er sich mit allen anderen Cast-Mitgliedern angefreundet, sodass sie jetzt alle gute Freunde seien. „Firefly“ ist für ihn etwas ganz besonderes und deshalb hat diese Convention es ihm auch angetan. Seine ersten Starfury Conventions waren mit den Teams von „Buffy“ und „Angel“. Dieses Mal war es sein eigenes Team.

Alle Q&A-Sessions waren ausgesprochen interessant, amüsant und entspannt. Die Stars saßen auf der Bühne in ihren Sesseln und beantworteten nach besten Wissen und Gewissen alle Fragen. Und welch’ Wunder: In England können die Leute tatsächlich stundenlang intelligente Fragen stellen. Keinerlei Durchhänger, weder bei den Stars noch bei den ca. 700 Besuchern. Was bei dieser Convention ebenfalls besonders war, war die Chemie zwischen den Stars. Man sah ihnen an, dass sie tatsächlich Freunde geworden sind, dass ihr Herz an der Serie hängt und sie Spaß zusammen und mit den Fans haben. Ein wirklich selten gutes Con-Erlebnis.

Am Nachmittag kam dann die Zeit der Autogrammjäger. Auch hier stimmte die Organisation. Die Stargäste wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, sodass es keinerlei lange Schlangen gab. Positiv war auch, dass es ein Autogramm pro Star und Besucher kostenlos war. Am Ende eines Tages hatte jeder Fan von der Hälfte der Stars Autogramme.

Ein Highlight auf jeder Convention ist der Fancy Dress Contest. Im Gegensatz zu deutschen Conventions ging es hier auch nur um die Kostüme, nicht um eine Performance oder Show. Dabei gab es aber so viele Teilnehmer, dass man kaum alle im Kopf behalten konnte. Die Jury bestehend aus allen Stargästen wählte verdientermaßen den „Wash-o-saurus“ (Ein Kostüm, bei dem Wash auf einem T. Rex reitet) zum Gewinner. Zweiter wurde die Statue von Jayne, den dritten Platz bekam „Hands of Blue“. Es gab jedoch viele weitere beeindruckende Kostüme, darunter ein Ensemble aus „Phantom der Oper“, Van Helsing mit einem Frankenstein Monster, zwei Glühwürmchen („Fireflies“) und viele Companions. Nach der gelungenen Kostümshow hieß es: Party bis 4 Uhr morgens, wobei sich die Stars nicht scheuten, sich unter die Fans zu mischen.