Bericht PSN Gathering
von Ralph Genannt
"Ein Abend mit Patrick Stewart"; so könnte man das nennen, was Nicole und ich (Ralph) in New York erlebt hatten. Denn während unseres Urlaubes in New York hatten wir am 27. Mai die große Gelegenheit, Patrick Stewart live auf der Theaterbühne zu sehen. So waren wir schon recht gespannt und auch nervös, als wir fast zwei Stunden vor der Vorstellung vor dem Ambassador Theater standen. Ein riesiges Plakat direkt über dem Eingang pries das Stück in großen Lettern. "The Ride Down Mount Morgan", ein Drama von Arthur Miller, versprach einen unterhaltsamen Abend. Aber zuerst hatten wir noch etwas ganz anderes vor. Wir hatten uns nämlich fest vorgenommen, ein Autogramm von Mr. Stewart zu erhaschen. Und frech wie wir waren, sprachen wir einfach eine Angestellte des Theaters an, die vor dem Seiteneingang eine Pause machte, ob sie uns denn nicht helfen könne. Bereitwillig nahm sie unsere Bilder entgegen, fragte nach unseren Namen, und verschwand in der Garderobe von Patrick. Einige Minuten später hatten wir beide unsere Autogramme mit Widmung, was bei Mr. Stewart schon als Besonderheit zu sehen ist. Im Laufe der nächsten zwei Tage sollten dies jedoch nicht unsere einzigen Autogramme bleiben. Voller Erwartung setzten wir uns nun in das doch recht kleine Theater.
Punkt 20.00 Uhr hob sich der Vorhang, und Patrick Stewart stand leibhaftig vor uns auf der Bühne. Eine Überraschung war zunächst seine Perücke. Im nachhinein betrachtet stand ihm allerdings das lichte Zweithaar recht gut, und passte zu seiner Rolle. Er spielte nämlich einen Bigamisten, der nach einem Autounfall im Krankenhaus erwacht, und miterleben muss, wie seine beiden Frauen herausfinden, dass sie ein und den selben Mann geheiratet hatten!
Beide hatten wir das Stück zuvor schon gelesen, und vielleicht gerade deshalb waren wir von der Vorstellung sehr überrascht. Patrick brachte in das recht trocken geschriebene Stück einen unbeschreiblichen Humor. Voller Witz und mit einer sagenhaften Inszenierung mit Klang-, und Lichteffekten wurde dieser Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis! Besonders Nicole dürfte es gefreut haben, als Mr. Stewart ein Liedchen anstimmte, und wenig später nur mit einer knappen Unterhose bekleidet, über die Bühne sprang. Aber auch seine Kolleginnen, teilweise bekannt aus "Dawson's Creek", "Law and Order" sowie "Schlaflos in Seattle" glänzten auf der Bühne. Die standing ovations hatten sie alle verdient!
Nun fieberten wir dem nächsten Morgen entgegen, denn noch hatten wir einen Brunch mit Patrick Stewart vor uns. So organisierte der Offizielle Patrick Stewart Fan-Club nämlich am Sonntag morgen einen Brunch in einem New Yorker Hotel, in dessen Anschluss Patrick Stewart ein kleines Panel halten sollte. Dies sollte sich als die kleinste Con erweisen, die wir je besucht hatten. Anwesend waren lediglich Mitglieder des Clubs (ich als Ausnahme), und so versammelten sich in einem kleinen Saal nicht mehr als 48 Personen. Schnell fiel uns auf, dass wir die beiden einzigen Deutschen waren. Die meisten kamen aus den USA, nur eine noch aus Schottland. Nach dem Frühstück war es dann soweit, und Patrick bestieg sportlich in kurzen Hosen gekleidet eine kleine Empore und erzählte uns über das Theaterstück, diskutierte dessen Inhalt, erzählte über seine weiteren Pläne und über seine Hochzeit mit Wendy Neuss. Als der neue Star Trek Film zur Sprache kam, wurde er ernst. Sicherlich stände er für die Rolle des Captain Picard wieder zur Verfügung, jedoch nur, wenn das Drehbuch wirklich gut wäre. ST 10 dürfe seiner Meinung nach einfach kein Flop werden. Außerdem verriet er, dass diesmal Brent Spiner maßgeblich an der Entwicklung des Films beteiligt sei.
Auch stellte er in Aussicht, nach seinen langen Flitterwochen, in denen er die Olympischen Spiele besuchen werde, wieder einmal in London aufzutreten. Gut gelaunt musste er nach 1 1/4 Stunden unter lautem Beifall schließlich wieder ins Theater.
Nun folgte noch eine Tombola und eine Versteigerung, in der es unter anderem einen von Patrick getragenen und signierten Gürtel, sowie ein getragenes Shirt und einen Pulli (alles von ihm gestiftet) zu erstehen gab. Der Pulli erzielte letztendlich 315 $, aber nur nachdem auch solche Fragen kamen, ob Mr. Stewart denn auch hineingeschwitzt habe, und ob das Genetische Material denn vielleicht auch zum Klonen reichen würde.
Alles in allem waren diese zwei Tage wirklich etwas ganz einmaliges. Patrick Stewart so unbeschwert und zum Greifen nah zu erleben, und das in einer Kulisse wie New York, das wird man so schnell nicht vergessen!
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