Buffy & Angel


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:: 6x01 Bargaining
:: 6x03 After Life
:: 6x04 Flooded
:: 6x05 Life Serial
:: 6x06 All The Way
:: 6x07 Once More, With Feeling
:: 6x08 Tabula Rasa
:: 6x09 Smashed
:: 6x10 Wrecked
:: 6x11 Gone
:: 6x12 Doublemeat Palace
:: 6x13 Dead Things
:: 6x14 Older and Far Away
:: 6x15 As You Were
:: 6x16 Hell's Bells
:: 6x17 Normal Again
:: 6x18 Entropy
:: 6x19 Seeing Red
:: 6x20 Villains
:: 6x21 Two To Go
:: 6x22 Grave


Buffy Episodenguide


6x22 "Grave"

[Der Retter]


 ź Kurzinhalt :: Inhalt :: Synopsis :: Review :: Aha-Effekte :: Zitate :: Eure Meinung (13)  

Regie:
James A. Contner
Drehbuch:
David Fury

Hauptdarsteller:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)

Gastdarsteller:
Anthony Steward Head (Rupert Giles)
Tom Lenk (Andrew Wells)
Danny Strong (Jonathan Levinson)

Darsteller:
Brett Wagner (Trucker)
Steven W. Bailey (H├Âhlend├Ąmon)

 Kurzinhalt
Ein Freund hilft den Scoobies, Willow zu stoppen. Doch die Hexe hat noch ein paar Asse im Ärmel - und einen unfreiwilligen Helfer.


 Inhalt
Gerade rechtzeitig, und f├╝r alle - einschlie├člich Willow - sehr ├╝berraschend ist Giles nach Sunnydale zur├╝ckgekehrt. Von einem guten Bekannten mit m├Ąchtiger magischer Kraft ausgestattet, gelingt es ihm, die durchgedrehte Hexe unter einen Stasisbann zu zwingen.

So ergibt sich f├╝r ihn und Buffy die Gelegenheit, ihr Wiedersehen wenigstens etwas zu feiern, und Giles auf den aktuellen Stand in Sunnydale zu bringen.

Allerdings hat offenbar selbst Giles die Kraft von Willow untersch├Ątzt. Denn trotz der Unf├Ąhigkeit, sich wegen des Stasiszaubers zu r├╝hren, gelingt es dieser, die zur Bewachung abgestellte Anya unter ihre geistige Kontrolle zu bringen, und sie so zur unfreiwilligen Helferin ihrer Befreiung zu machen.

Als Buffy im anschlie├čenden Kampf Giles zu Hilfe eilt, erzeugt Willow einen gro├čen Feuerball, mit dem sie Andrew und Jonathan t├Âten will - und jeden, der in ihrer N├Ąhe ist, was in diesem Fall Xander und Dawn bedeutet, die mit den beiden Villains auf der Suche nach einem sicheren Versteck sind. Buffy bleibt keine andere Wahl, als loszust├╝rmen, um die anderen zu warnen.

Nun steht Willow nur noch Giles gegen├╝ber - der ihr nicht gewachsen ist, und von ihr vernichtend geschlagen wird. Sie nimmt auch noch seine magische Kraft in sich auf, eine Kraft, die sie den gesamelten Schmerz der Menschen auf der Welt sp├╝ren l├Ą├čt.

Jetzt hat sie ein neues Ziel: diesem untertr├Ąglichen Schmerz ein Ende zu bereiten - und der Welt gleich dazu...


FŘr alle, die mehr wissen m÷chten, steht eine ausfŘhrliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Jakob S├Ąttler

"Grave" ist die letzte Folge der 6. Staffel, der 2. Teil des doppelfolgigen Staffel-Finales. Wie sich das f├╝r ein Finale geh├Ârt, ist die Episode action- und ereignisreich, spannend und emotionsgeladen.

Und entt├Ąuschend. Abermals zeigt sich, da├č David Furys M├Âglichkeiten, eine Geschichte stringent und gut strukturiert zu erz├Ąhlen, beschr├Ąnkt sind. Viele Szenen wirken in ihrer Anordnung und in ihrem Ablauf - vom hohen Kitschfaktor der gesamten Folge mal abgesehen - konstruiert, die Dialoge sind bestenfalls gut, meist jedoch simpel und nicht wirklich zufriedenstellend. Jedenfalls nicht gut genug f├╝r ein Staffel-Finale, da├č das letzte Jahr abrunden und zumindest einige Entwicklungen abschlie├čen soll. Vor allem in Bezug auf Buffys Entwicklung bleibt am Ende ein sehr gro├čes Fragezeichen stehen. Au├čerdem geht David Fury alles andere als spitzfindig in der Erz├Ąhlweise vor - er w├Ąhlt die Holzhammer-Methode. Vielleicht kann er es nicht besser, vielleicht untersch├Ątzt er die Fans. Wie auch immer - es nervt. So etwas kennt man aus Serien wie "Charmed" oder "Eine himmlische Familie" - von "Buffy The Vampire Slayer" erwartet man mehr Subtilit├Ąt.



Um das Ganze mal mit ein paar Beispielen zu konkretisieren:

Im Aufbau mi├čgl├╝ckt ist "Grave" zum Beispiel ganz am Anfang: Willow, Buffys beste Freundin, ist beseelt von dunkler Magie und liefert sich mit der J├Ągerin einen Kampf auf Leben und Tod. Eigentlich eine emotional ersch├╝tternde Sache f├╝r Buffy - sollte man jedenfalls meinen. Doch David Fury baut ausgerechnet an dieser Stelle das unausweichliche Buffy-Giles-Gespr├Ąch ein, da├č im sp├Ąteren Verlauf der Folge viel besser aufgehoben gewesen w├Ąre. Die Szene m├╝├čte eigentlich Willow geh├Âren, doch David Fury l├Ą├čt die Hexe in diesem Moment links liegen. Er greift zu dem wenig originellen Kniff, Giles einen Bannzauber auf Willow legen zu lassen, der nat├╝rlich - man verzeihe den Spott - genau so lange andauert, wie Buffy und Giles Zeit brauchen, sich ├╝ber die wirklich wichtigen Dinge auszutauschen, die geschehen sind, seit Giles Sunnydale vor etwa einem halben Jahr verlie├č.

W├Ąhrend die m├Ąchtige Evil Willow im Nebenraum nur durch diesen l├Ącherlichen Zauber davon abgehalten wird, sich auf Buffy, Anya und Giles zu st├╝rzen, kriegt Giles einen Lachanfall. Im Kontext ist das kaum nachvollziehbar und ziemlich unpassend. Die Szene an sich funktioniert jedoch. Man mu├č herzhaft mitlachen. Giles, der Ernste, Erwachsene, ist derjenige, der Buffy dazu bringt, ihren Humor wiederzufinden. Giles sieht die Dinge nicht zu ernst, er wahrt die notwendige Distanz und bringt Buffy dazu, sich endlich mal von au├čen, aus der Position eines Dritten, zu betrachten. Die eigenen Probleme sind immer nur so gro├č und schwer, wie man sie selbst sieht. Vor allem wissen "Tony" Head mit dem ansteckenden Lachen und auch Sarah Michelle Gellar (wie sich ihre Stimme beim Ausspruch des Wortes Sunnydale bricht) in dieser Szene unheimlich zu gefallen.

Allerdings: Giles' Entschludigung, da├č er Buffy und die anderen nie h├Ątte allein lassen sollen, und seine so einfach dahergesagte Bemerkung, manchmal sei das "Erwachsenste", was man tun kann, um Hilfe zu bitten, wenn man sie ben├Âtigt, ├╝berraschen etwas. Man erinnere sich, wie sehr Giles in 6x07 "Once More, With Feeling" und 6x08 "Tabula Rasa" davon ├╝berzeugt war, nach England zur├╝ckkehren zu m├╝ssen, um Buffy nicht im Wege zu stehen. Wenn er in der letzten Zeit seine Entscheidung wirklich so sehr bereute, wieso hat er nicht wenigstens mal angerufen?

Man sollte in diesem Punkt allerdings mit den Autoren nicht zu hart ins Gericht gehen: Giles Weggang resultierte aus dem Umstand, da├č der Giles-Darsteller Anthony Stewart Head in seine Heimat England zur├╝ckkehren wollte und so nur f├╝r etwa eine halbe Staffel zur Verf├╝gung stand. Mit diesem Dilemma sind die Autoren zwar nicht brillant umgegangen, aber sie haben die Sache alles in allem doch recht ordentlich gel├Âst.



Richtig schlecht hingegen ist die Szene, in der Buffy Dawn in dem Grab das Schwert gibt... ...und Dawn damit nat├╝rlich gleich gut k├Ąmpfen kann. Als Gag in einer witzigen Folge h├Ątte man eine Dawn akzeptieren k├Ânnen, die sofort talentiert drauflosk├Ąmpft. Aber dies als abschlie├čende Entwicklung f├╝r Dawn im Finale einer Staffel zu bringen, die so realistisch und lebensecht daherkommen will - naja. Doch das st├Ârt gar nicht so sehr an der Szene.

Folgendes st├Ârt auch nur ein bi├čchen: Buffy - in der 6. Staffel als Charakter demontiert bis zum "Geht-nicht-mehr" und daher folgerichtigerweise auch nicht diejenige, die diesmal die Welt retten darf - kriegt doch ihren Kampf kurz vor dem Ende des Staffelfinales. Zwar gegen relativ unbedeutende, irgendwie so in die Story reingewurschtelte Zombies, aber sie kriegt ihn. Weil man den Kampf f├╝r Dawn brauchte und weil man wohl im Hinblick auf die Erwartungen der Zuschauer doch nicht den Mut hatte, Buffy diesen Kampf zu verwehren. Schade, denn in dieser Staffel h├Ątte es gepa├čt, da├č Buffy "leer" ausgeht.

Was an der Szene wirklich ├Ąrgerlich ist, ist die Art und Weise, wie Buffy Dawn eines der Schwerter ├╝berreicht (nat├╝rlich sind beide Schwerter in die Grabesh├Âhle hinuntergefallen...). Sie hat in der Hektik des Gefechts genug Zeit, laut zu ├╝berlegen: "Es sind zu viele - ich kann sie nicht alle allein bezwingen!" Sie hat Zeit, Dawn anzublicken und ihr in einer pathetischen Geste das Schwert zu ├╝berreichen. "Dawn, wirst Du mir helfen?" Warten die D├Ąmonen jetzt neuerdings, bis die Hauptcharaktere sich in Ruhe bewaffnet haben, bevor sie angreifen?

Nat├╝rlich nicht. Aber David Fury mu├čte die Szene so zelebrierend in die L├Ąnge ziehen, weil diese den Wendepunkt in der Buffy-Dawn-Beziehung markiert. In der Buffy-Dawn-Beziehung geht es - nachdem die Kleptomanie-Geschichte um Dawn ohne gro├čen Knall-Effekt im Sand verlaufen ist - in den letzten Folgen haupts├Ąchlich darum, da├č Dawn sich von Buffy wie ein Kind behandelt f├╝hlt. F├╝r die Bl├Âden, die es immer noch nicht begriffen haben, baut David Fury genau dies sicherheitshalber (und etwas st├╝mperhaft) noch mal in den vorherigen Dialog zwischen Buffy und Dawn ein. "Wieso hast Du mir nichts von Spikes Vergewaltigungsversuch gesagt?" "Ich versuche, Dich zu besch├╝tzen." "Ich bin kein Kind mehr!" Danke - also ob wir das nicht alles l├Ąngst schon w├╝├čten.

Aber es ist ja so wichtig - also alles lieber noch mal an dieser unpassenden Stelle wiederholen. Denn dann kommt ja die besagte Szene, die alles ├Ąndert. Buffy sieht ein, da├č sie Dawns Hilfe braucht, da├č sie sie nicht besch├╝tzen kann - sie dreht sich um 180 Grad und ├╝berreicht Dawn in so kitschiger Manier das Schwert, da├č man Angst hat, der Schmalz k├Ânne aus dem Fernseher triefen. Und siehe da, Dawn zeigt sofort, da├č sie tats├Ąchlich kein Kind mehr ist.

Das ist so ziemlich das schlechteste "Storytelling" (= Geschichtenerz├Ąhlen), das man bei BtVS je gesehen hat. Nicht nur, da├č das Prinzip "Gef├Ąhrte tritt in die Fu├čstapfen des protegierenden und dem Gef├Ąhrten wenig zutrauenden Helden und zeigt selbst, was er draufhat" in jedem zweitklassigen Actionfilm verwurstet wird. Es wird auch noch so penetrant dargestellt - man kriegt die laue Quintessenz der Szene f├Ârmlich "in die Fresse geklatscht". Hatte die Serie sich bisher durch Subtilit├Ąt und gute Darsteller ausgezeichnet, die es erm├Âglichten, da├č manche Dinge nicht ausgesprochen werden mu├čten, so wird man hier regelrecht f├╝r dumm verkauft. F├╝r wie d├Ąmlich h├Ąlt uns David Fury? Oder kann er einfach nicht besser schreiben?



Mit Buffy geht es uneindeutig eindeutig weiter. Sie darf ein bi├čchen weinen, weil die Welt nicht untergegangen ist. Dawn glaubt nat├╝rlich, Buffy sei dar├╝ber entt├Ąuscht und ist mal wieder sofort beleidigt und f├╝hlt sich versto├čen - doch Buffy s├Ąuselt irgendwas von wegen: "Das sind Tr├Ąnen des Gl├╝cks, Dummerchen!" und "ab jetzt wird alles anders - ich will Dir die ach so sch├Âne Welt zeigen..."

Und es sind nicht nur Buffys Worte... In 6x02 "Bargaining II" entstieg Buffy schon einmal einem Grab. Es war Nacht. Buffy war allein. Die J├Ągerin fand sich in einer chaotischen, zerst├Ârten, von D├Ąmonen beherrschten Welt wieder. Ihre ersten Worte nach der Wiederauferstehung waren folgerichtig dieses so verst├Ârte Gestammel: "Is this hell?"

Dieses Mal verl├Ą├čt Buffy ihr Grab nicht allein, sondern in Begleitung ihrer Schwester Dawn. So ist der zu sehende Sonnenaufgang wohl nicht nur als Gegensatz zur Nacht in 6x02 "Bargaining II" zu verstehen, er hat auch mit Buffys Schwester zu tun ("Dawn" hei├čt auf deutsch "Morgend├Ąmmerung" oder "Sonnenaufgang"). Buffy betritt dieses Mal nicht eine Welt, die der H├Âlle gleicht, sondern sie findet sich auf einem unglaublich bl├╝henden, mit den prachtvollsten Pflanzen verzierten Friedhof wieder. Die Frage, die wohl einen leichten Logikschnitzer aufzeigt - n├Ąmlich wo diese Pflanzen so schnell hergekommen sind; schlie├člich machte der Friedhof vorher nicht den Eindruck, als sei er ein malerischer Rosengarten - besch├Ąftigt David Fury nicht weiter. Entscheidend ist die Assoziation, die wir (christlichen) Menschen mit einem so bl├╝henden Platz verbinden... Buffy ist nach einer einj├Ąhrigen H├Âlle im Paradies angekommen. Im Hintergrund singt Sarah McLachlan (die auch schon unter anderem zum Finale der 2. Staffel das phantastische letzte Lied "Full Of Grace" beisteuerte) ihr "Prayer of St. Francis":

Lord make me an instrument of your peace,
Where there is hatred let me sow love.
Where there is injury, pardon.
Where there is doubt, faith.
Where there is despair, hope.
Where there is darkness, light.
And where there is sadness, joy.
O divine master grant that I may
Not so much seek to be consoled as to console;
To be understood as to understand;
To be loved as to love
For it is in giving that we receive -
It is in pardoning that we are pardoned.
And it's in dying that we are born to eternal life.
Amen.


Nun, das Lied ist klasse - die Szene mag verstehen, wer will. Um's mal auf den Punkt zu bringen: Wo um alles in der Welt kommt Buffys pl├Âtzlicher Lebensmut her? Wieso erscheint die Welt auf einmal als Paradies? Buffy wurde quasi die ganze Staffel lang demontiert - sie wurde aus dem Himmel gerissen, ha├čte ihr neugeschenktes Leben, sie sprach nicht mit ihren Freunden, sie hatte harten und gewaltt├Ątigen Sex mit einem Vampir, den sie genau so ausnutzte, wie er sie ausnutzte - sie hatte Geldsorgen, hatte ihren Alltag nicht im Griff, brachte es nicht mal fertig, den M├╝ll p├╝nktlich rauszubringen. Sie war ganz unten... und nun endet alles ganz oben, im siebten Himmel. Wie das?

Mit Sicherheit hat der Liedtext bei der Beantwortung dieser Frage eine Schl├╝sselfunktion. Irgendwie ist es einfach und banal. Und irgendwie auch wieder nicht. Es hat damit zu tun, da├č Willow die Welt nicht untergehen lie├č. Hoffnung. Es hat wohl auch etwas damit zu tun, da├č Giles wieder da ist. Da├č die Zeit alle Wunden heilt, da├č auf Regen irgendwann auch wieder Sonnenschein folgt. Es hat etwas damit zu tun, da├č ihre Beziehung zu Spike aufgeflogen ist, da├č sie sich mit ihrem Freund Xander aussprechen konnte. Da├č sie die Kraft hatte, Giles von sich aus alles zu erz├Ąhlen. Sie hatte schon vor l├Ąngerer Zeit begriffen, da├č sich in ihrem Leben etwas ├Ąndern mu├čte, nur hatte sie lange Zeit nicht die Kraft, die Ver├Ąnderungen vorzunehmen. Es hat sehr viel mit Liebe zu tun, mit der Liebe Buffys zu ihrer Schwester Dawn etwa. Es hat mit dem Glauben an das Gute zu tun und mit dem Vertrauen darauf. Es hat etwas damit zu tun, da├č der Sinn des Lebens ist, einfach zu leben. Da├č Buffy nun selbst beherzigen m├Âchte, was sie ihrer Schwester vor einem Jahr mit auf den Weg gab, bevor sie sich heroisch und messianisch selbst opferte f├╝r die Rettung der Welt: "Dawn, the hardest thing in this world is to live in it. Be brave. Live. For me." (= "Dawn, das H├Ąrteste in dieser Welt ist, in ihr zu leben. Sei tapfer (mutig). Lebe. F├╝r mich.")

Aber es hat auch etwas damit zu tun, da├č Gummib├Ąrchen nicht sprechen k├Ânnen. Da├č G├Ąnsebl├╝mchen niemals zwei Meter gro├č werden und da├č Computer Viren haben. Und da├č diese Staffel nun mal mit dieser Folge endet und man die Serie nicht noch ein Jahr so d├╝ster und "depressivmachend" zeigen und den Charakter Buffy weiter so durch den Dreck waten lassen kann, ohne die Fans zu vergraulen.

Die Paradies-Szene ist ├╝berschwenglich, gef├╝hlsduselig. Auch hier pa├čt das Wort 'kitschig'. Eindeutig. Uneindeutig ist: Die Autoren geben jede denkbare Antwort auf die Frage nach Buffys neuem Lebensgl├╝ck - und somit gar keine. Vielleicht, weil sie selbst keine wissen, oder weil sie sich nicht anma├čen wollen, eine zu geben. Vielleicht wollen sie niemanden vor den Kopf sto├čen. Vielleicht trauen sie sich auch einfach nicht. Vielleicht sind sie bescheiden, vielleicht auch feige.



Wo wir schon bei Szenen sind, die am Ende der Folge stehen:

Andrew und Jonathan - wo sind die Konsequenzen, die Jonathan ziehen wollte? Erwachsen werden! Ab ins Gef├Ąngnis, wie er sich in der letzten Folge so fest vornahm. Nun hei├čt es - ab nach Mexiko! Seine Entschlossenheit ist weg. Eigentlich hatte man gehofft und auch ein bi├čchen geglaubt, da├č Jonathan den Absprung von Andrew und Warren schafft. Letztlich bleibt er (zumindest in dieser Staffel) doch der dumme, kleine Junge...



Die letzte Szene verdirbt einem die Folge noch mal so richtig. Die Staffel endet mit einem der plumpesten Cliffhanger, die man bei BtVS je gesehen hat: Spike erh├Ąlt seine Seele wieder.

Bisher hatte noch jedes Season Finale eine Schlu├čeinstellung, die einem tief unter die Haut ging. Nat├╝rlich hatten auch die letzten Szenen von Season 2 (die Worte des Ortsausgangsschildes "Now leaving Sunnydale - Come back soon") oder auch Taras Schlu├čworte in Season 4 ("You think you know ... what's to come ... what you are. You haven't even begun.") einen gewissen zuk├╝nftigen Aspekt in sich. Ebenso wie der Schlu├č-shot auf das Skelett des Meisters in Season 1 (wenn man an die Er├Âffnungsfolge von Season 2 denkt - die Knochen des Meisters werden ausgegraben, um den Meister wiederzubeleben). Aber in diesen Einstellungen ├╝berwog dennoch die Endg├╝ltigkeit, diese Szenen schlossen etwas ab. So wie es am Ende von Season 3 (der Shot auf das Jahrbuch "Sunnydale High '99 - The Future Is Ours") oder am Ende von Season 5 (Buffys Grabstein mit der Inschrift: "Buffy Anne Summers - 1981-2001 - Beloved Sister - Devoted Friend - She saved the world - a lot") ganz deutlich wird.

Die Schlu├čeinstellungen von Season 1 bis 5 markierten den Abschlu├č eines Abschnitts, sie hatten etwas Fesselndes, Packendes. Sie besch├Ąftigten die Gedanken, ohne da├č man (wie in Season 6) direkt und unverh├╝llt reingerieben bekam, was die Zukunft bringt. Die bisherigen Endeinstellungen hatten irgendwie eine "ewige Botschaft", sie beinhalteten eine ganz simple Erkenntnis oder vielleicht eher eine Stellungnahme der Autoren. Sie waren beschreibend, klar und doch von einem Tiefgang, dessen Dimension sich einem auch nach dem zehnten Ansehen der Folge nicht voll erschlie├čt. Was uns hingegen in Season 6 pr├Ąsentiert wurde, das war ein Seifenopern-Cliffhanger, mehr nicht.

Nat├╝rlich wollten die Autoren uns ab 6x19 "Seeing Red" glauben machen, Spike wolle seinen Chip verlieren, nicht seine Seele wiederbekommen. Und hier, am Ende der Staffel, durfte dann die "Bombe" platzen. Es hat lange Diskussionen im Fandom gegeben, ob Spikes Wunsch nach Seele glaubw├╝rdig ist. Man kann gute Argumente daf├╝r finden. Und gute dagegen. Jedenfalls verwundert es ein bi├čchen, da├č er im Sinne dieses Testes "t├Âten" mu├č, um seine Seele wiederzukriegen (na gut, er t├Âtet D├Ąmonen, keine Menschen). Da├č er Sunnydale so wutentbrannt verl├Ą├čt und da├č er von Buffy vorher als "bitch" (= Hure, H├╝ndin, Schlampe) spricht. Da├č er die ganze Zeit vom Chip redet, der sein (untotes) Leben so schlecht gemacht hat, nicht von seiner vampirischen Seite. Verh├Ąlt man sich so, wenn man wahrhaft und aufrichtig (mit Seele) das Herz seiner Angebeteten erobern will?

Man kann es wohl hinnehmen. Spikes Charakter beinhaltet wohl diese M├Âglichkeiten. Nahliegender w├Ąre allerdings gewesen, da├č er seinen Chip loswerden will. Aber damit wollten einen die Autoren ja genau reinlegen. Ob einem dieses "In-die-Irre-F├╝hren" gef├Ąllt, ist eine andere Frage. Da man es von den Buffy-Autoren ohnehin gewohnt ist, an der Nase herumgef├╝hrt zu werden, konnte man sich eigentlich schon denken, da├č auch hier der Schein tr├╝gt. Sp├Ątestens dann, als einem auffiel, da├č Spike nie explizit sagte, was er vorhatte.



Die Folge hatte aber auch ein paar gro├čartige Dinge zu bieten: Alyson Hannigan (auch wenn es etwas unmotiviert aussah, wie sie beim Heraufbeschw├Âren des Tempels die H├Ąnde hervorstreckte) spielte sich als Evil Willow einen Wolf. Dominant, frei von Zw├Ąngen, b├Âse - mit dieser typischen Grundstellung - leicht gespreizte Beine - meine Herren. Die Special Effects (zum Beispiel der Sturm, der aufzieht, oder der Haarfarbenwechsel von Evil Willow zu Willow) waren super f├╝r das beschr├Ąnkte Budget einer TV-Serie.

Auch das "Setting" war ├╝berdurchschnittlich. Der Friedhof verlieh eine tolle Atmosph├Ąre (endlich mal ein Season Finale auf einem Friedhof) - und auch der von Willow zu Tage bef├Ârderte Tempel hatte packende Wirkung mit der Schlangenstatue und den Satans-Symbolen. Sein Aufsteigen im Morgengrauen - umgeben von einem heftigen Sturm - vermittelte ein beklemmendes Gef├╝hl von Gottlosigkeit. Toll gedreht.

"Grave" hatte auch eine im positiven Sinne kitschige Szene zu bieten. Xander, der mit Geschichten ├╝ber Kindheitserinnerungen seine Freundschaft zu Willow untermauert und so die gute Magie, die der magisch "aufgeladene" Giles schon auf Willow ├╝bergehen lie├č, zur vollen Entfaltung brachte. Xander-Darsteller Nick Brendon freute sich in Interviews besonders, da├č auch er mal die Welt retten durfte. Da├č die Autoren die Charaktere so lebensnah schreiben - Stichwort: damals im Kindergarten die "crayon-breaky Willow" (= Buntstift-zerbrechende Willow) - und mit solchen Einf├Ąllen wie der Geschichte um die Buntstifte aufwarten, begeisterte ihn zutiefst. Um den Schlu├čdialog noch intensiver wirken zu lassen, lie├čen sie wohl Xander im ersten Teil das Staffelfinales 6x21 "Two To Go" Anya erz├Ąhlen, er f├╝hle sich schuldig und mies, weil er nicht sofort reagiert habe, als er Warren mit der Waffe sah. Nun darf Xander den Tag und mit ihm die Welt retten.



Wie im letzten Review angek├╝ndigt, noch ein paar Worte zu Evil Willow und wieso ihre Existenz eigentlich ein schwacher Trickgriff der Autoren ist, die Serie im sechsten Jahr noch interessant zu halten.

Charaktere, die urspr├╝nglich der guten Seite (man verzeihe die Schwarz-Wei├č-Malerei, aber so wird es einfach eindeutiger) angeh├Âren und dann ├Ąhnlich wie Willow in 6x20 "Villains" bis 6x22 "Grave" sich direkt gegen ihre Freunde stellen, ihnen die absch├Ątzige Meinung ins Gesicht geigen; Charaktere, die b├Âse werden, zu Selbst├╝bersch├Ątzung neigen, von ihrer neuen Freiheit und Macht begeistert sind und Grenzen weit ├╝berschreiten - solche Charaktere sehen wir bei BtVS nicht zum ersten Mal.

Sowohl Angel/Angelus als auch Faith - mit Abstrichen wohl sogar Buffy selbst in 2x01 "When She Was Bad" (oder in 3x14 "Bad Girls") - haben vielleicht nicht genau die gleiche, aber zumindest eine ├Ąhnliche Charakterentwicklung wie Willow in den letzten drei Folgen durchgemacht. Insbesondere viele der Vorw├╝rfe, die Willow Dawn und Buffy entgegenbringt, erinnern stark an diffamierende und vorwerfende Ausspr├╝che Faiths in Richtung der Scoobies, insbesondere in Richtung Buffy in Staffel 3. Auch die Aufl├Âsung von Willows "Dark-Magic-Trip" kommt bekannt vor: ├ähnlich wie Willow hier zusammenbricht, nach dem "Kampf" geschw├Ącht nur noch mit F├Ąusten auf Xander einschlagen kann, w├Ąhrend dieser sie an sich dr├╝ckt, um so den letzten Widerstand zu brechen, so ist auch Faith in der Buffy-Ableger-Serie "Angel" (1x18 "Five By Five") in Angels Armen zusammgebrochen.

Die Ansprachen der Scoobies Richtung Evil Willow erinnern stark an das, was damals Angelus zu h├Âren bekam: "Irgendwo in Dir drinnen steckt der wahre Angel / die wahre Willow, bek├Ąmpfe Deine D├Ąmonen, blablabla."

Diese Wiederholungen, die nicht als gelungene Referenzen anzusehen sind, sondern eher von einer gewissen Einfallslosigkeit und Stagnation der Serie zeugen, sind zwar schwach, aber keine allzugro├če Entt├Ąuschung.

Entt├Ąuschend ist, wie das gro├če Thema von Staffel 6 - Verantwortung f├╝r die eigenen Taten - im Falle von Willow behandelt wird: N├Ąmlich gar nicht, um es mal provozierend zu sagen. Willow befindet sich (├Ąhnlich wie damals Angel als Angelus) weitestgehend in einem Zustand der Schuldunf├Ąhigkeit. Willow wird beherrscht und gelenkt von einer dunklen Macht, als sie Warren t├Âtet. Sie ist nicht sie selbst, sondern steht unter einem fremden Einflu├č. Willow begeht zwar den Mord, aber dabei ist sie nur eine Art Werkzeug, die antreibende Kraft ist die Dark Magic.

Sicherlich und hoffentlich werden Willows Morde in der n├Ąchsten Staffel thematisiert (und hoffentlich auch Trauer um Tara). F├╝r diese Staffel bleibt leider festzuhalten, da├č die Autoren vor der letzten Konsequenz, aus Willow selbst (nicht nur aus der Willow-"Dark Magic"-Kombination) eine M├Ârderin zu machen, zur├╝ckgeschreckt sind. Die Autoren sind nicht den ganzen Weg gegangen, sondern haben den eingeschlagenen Weg mit einer Art Hintert├╝rchen versehen. Sie konnten uns den Kampf "Willow vs. The Scoobies" pr├Ąsentieren, ohne daf├╝r das liebenswerte rothaarige "Mauerbl├╝mchen" Willow v├Âllig aufgeben zu m├╝ssen.

Zugegeben, beim Zur├╝ckgreifen auf Dark Magic, da war Willow sicher - wenn auch unter Schock stehend - zurechnungsf├Ąhig und ist somit anfangs doch selbstverantwortlich. Aber es ist die Frage, wann genau die Dark Magic die Oberhand gewonnen hat. Zumindest zu dem Zeitpunkt, zu dem Willow Warren t├Âtet, war Willow ganz deutlich mehr von der Dark Magic gelenkt als selbst noch steuerungsf├Ąhig und Herrin der eigenen Gedanken. Und da man Buffy ihren Versuche, die Scoobies in 6x17 "Normal Again" zu t├Âten, ja auch nachgesehen hat - eigentlich reicht schon die blo├če Anwesenheit einer "bewu├čtseinssteuernden Kraft" wie hier der Dark Magic, da├č Willows Rachefeldzug einfach nicht in der letzten Konsequenz als Rachefeldzug, der von ihr selbst durchgef├╝hrt wird, r├╝berkommt.

Wie gesagt, Willows Taten werden mit Sicherheit Folgen haben, wohlm├Âglich wird Willow selbst zu ihrer gr├Â├čten Ankl├Ągerin werden ("Wie konnte ich das nur tun?"), nat├╝rlich wird die Beziehung Willows zu ihren Freunden eine andere sein. Aber die Person, die die Morde begangen hat und gegen die Scoobies k├Ąmpfte, war eben nur sehr bedingt die Willow, die wir bisher kannten und die wir in Staffel 7 wiedererleben werden (davon ist jedenfalls auszugehen).

Die Idee, Willow gegen die Gruppe zu stellen, war von vornherein nicht gut. Wenn man aber schon so weit geht und die befreundeten Protagonisten in einen gegenseitigen Kampf auf Leben und Tod schickt, dann mu├č man das auch voll durchziehen und darf nicht mit so einem "faulen Trick" arbeiten.

Der Eindruck bleibt h├Ąngen, da├č die Autoren nur auf den Effekt hinauswaren, einen Kampf innerhalb der Scoobies inszenieren zu k├Ânnen. Wir m├╝ssen Glory, die G├Âttin, als "Big Bad" toppen - wie sollen wir das machen? Da bleibt wohl nur der Kampf zwischen Freunden. Das zieht immer, hat sich schon oft bew├Ąhrt. Die Frage nach der Notwendigkeit dieses Kampfes bleibt unbeantwortet. Der instrumentalisierte Tod von Tara, die aus der Serie rausgeschrieben wurde, als w├Ąre sie jemand x-Beliebiges, bleibt h├Ąngen. Tara wurde ein simples Mittel zum Zweck.

Und dabei ist der Zweck noch nicht mal ersichtlich: Gerade nach Faith und Angelus - worin soll der Sinn liegen, Willow b├Âse zu machen? Das Erwachsenwerden - Hauptthema von BtVS - wird hier durch b├Âse Magie und Mystik viel zu sehr in den Hintergrund gedr├Ąngt.



Das Staffelfinale sei eine "sinnlose Materialschlacht" und b├Âte "ein Klischee auf dem anderen", hat jemand in einem Fan-Forum geschrieben. Nun, er hat gar nicht so unrecht. "Two To Go" und "Grave" gehen jedenfalls zu keiner Zeit so packend unter die Haut, wie das vergangene, finale Episoden getan haben.

Hoffen wir auf die n├Ąchste Staffel. Soviel sei verraten: Der folgende Ausspruch von Willow aus diesem Staffel-Finale soll in der Er├Âffnungsfolge von Staffel 7 gleich auf sehr interessante Weise aufgegriffen werden: "Buffy... I gotta tell ya... I get it now. The Slayer thing really isn't about the violence. It's about the power." (= "Buffy... Ich mu├č dir sagen... Ich verstehe es jetzt. Bei der ganzen Slayer-Sache geht es nicht um Gewalt. Es geht um Macht.")