Buffy & Angel


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:: 6x01 Bargaining
:: 6x03 After Life
:: 6x04 Flooded
:: 6x05 Life Serial
:: 6x06 All The Way
:: 6x07 Once More, With Feeling
:: 6x08 Tabula Rasa
:: 6x09 Smashed
:: 6x10 Wrecked
:: 6x11 Gone
:: 6x12 Doublemeat Palace
:: 6x13 Dead Things
:: 6x14 Older and Far Away
:: 6x15 As You Were
:: 6x16 Hell's Bells
:: 6x17 Normal Again
:: 6x18 Entropy
:: 6x19 Seeing Red
:: 6x20 Villains
:: 6x21 Two To Go
:: 6x22 Grave


Buffy Episodenguide


6x21 "Two To Go"

[Da waren's nur noch Zwei]


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Regie:
Michael Gershman
Drehbuch:
Douglas Petrie

Hauptdarsteller:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)

Gastdarsteller:
Anthony Steward Head (Rupert Giles)
Tom Lenk (Andrew Wells)
Danny Strong (Jonathan Levinson)
Jeff Kober (Rack)
James C. Leary (Clem)

Darsteller:
Steven W. Bailey (Höhlendämon)
Jeff McCredie (Officer)
Damian Mooney (Polizist)
Michael Younger (Truck-Fahrer)

 Kurzinhalt
Die Scoobies versuchen, Andrew und Jonathan vor der nach Rache sinnenden Willow zu beschützen. Doch so leicht läßt die sich nicht aufhalten...


 Inhalt
"Einer erledigt, zwei noch übrig" - das ist Willows Motto, nachdem sie bereits Haupttäter Warren kaltblütig und brutal aus dem Leben scheiden ließ. Nun ist sie unterwegs zum Gefängnis, in dem Andrew und Jonathan einsitzen. Auch die Scoobies wissen das, und sind bemüht, vor ihr dort einzutreffen.
Für Anya ist das überhaupt kein Problem - sie teleportiert sich unter Einsatz ihrer dämonischen Fähigkeiten direkt in die Zelle der beiden.

Dummerweise will ihr kein Cop glauben, daß die beiden Jungen in Gefahr sind - zumindest nicht, bis Willow vor der Polizeistation auftaucht und anfängt, das Gebäude Stein für Stein auseinander zu nehmen.
Doch als sie in die Zelle schwebt, ist diese leer - und die Gitterstäbe sind auseinandergebogen. Buffy hat die beiden Überbleibsel der Villains erreicht und rechtzeitig rausgebraucht.
Nun sind sie in einem von Xander gestohlenen Polizeiwagen auf dem Weg in Sicherheit - wohin auch immer.

Willow jedoch läßt sich nicht so leicht abschütteln. Sie übernimmt mittels Magie einen gigantischen Truck und setzt zur Verfolgung der Scoobies an. Zum Glück für die halten aber auch die Kräfte einer Superhexe nicht ewig, und so können sie dem 9-Achser entkommen.
In der Magic Box angekommen, müssen sie feststellen, daß Willow sämtliche Bücher in sich aufgenommen hat - mit einer Ausnahme: ein uraltes (und nicht übersetzes) summerisches Buch mit Schutzzaubern, das Giles sicher in einer verschlossenen Truhe im Schrank unter der Kasse aufbewahrte.

Nun müssen die Scoobies es schnellstmöglich übersetzen, denn es scheint ihre letzte Hoffnung gegen Willow zu sein...


Für alle, die mehr wissen möchten, steht eine ausführliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Jakob Sättler

UPN, der Sender, der Buffy The Vampire Slayer seit der 6. Staffel in Amerika austrahlt, zeigte die Doppelfolge 6x21/22 "Two To Go/Grave" an einem Stück. Das Staffel-Finale als 90-minütiger Spielfilm. Genauso, wie auch die Doppelfolge, die die Staffel eröffnete (6x01/02 "Bargaining I und II"), an einem Abend gezeigt wurde.

Bei der Eröffnungsepisode folgte Pro 7 dem amerikanischen Beispiel, die Doppelfolge des Finales teilen sie allerdings auf. Ob die mäßigen Quoten der Serie in Deutschland damit etwas zu tun haben? Vielleicht. Auf jeden Fall macht es das Review-Schreiben nicht leichter, da sich die Folgen nur schwerlich getrennt voneinander betrachten lassen. Versuchen wir's trotzdem:

"Two To Go" wurde in den Fan-Foren in den Himmel gelobt. Vor allem der erste Eindruck der Folge riß viele mit - die Action, die rasante Fortentwicklung der Story - die meisten Fans waren begeistert. Nun, es ist ein freies Land und man muß diese Meinung nicht teilen.



Wie so oft bei den letzten Reviews - alles der Reihe nach:

"Two To Go" beginnt mit einem diesmal sehr langen Einleitungsteil "Letztens bei Buffy". Fast die gesamte Staffel 6 wird rekapituliert:


  • Buffy, die wiederbelebt und so aus dem Himmel gerissen wird
  • Giles, der nach England gezogen ist
  • die drei "Nerds" werden noch mal kurz vorgestellt
  • Willow, die zu viel Magie benutzt und die darauf resultierende Trennung: Tara verläßt sie
  • die geheime Buffy-Spike-(Sex-)Beziehung
  • die geplatzte Hochzeit von Xander und Anya
  • Anya, die wieder zum Rachedämon wird
  • das Auffliegen von Buffys Beziehung zu Spike
  • Dawn, die beim Klauen erwischt wird
  • das erneute Zusammenkommen von Willow und Tara
  • Spike, der Buffy vergewaltigen will, der - was eigentlich? Rache? - will
  • Taras Tod
  • Willow, die durchdreht, die Amok läuft
  • Spike, der eine Veränderung verspricht ("Bitch is gonna see a change!" = "die Hure (womit er Buffy meint) wird eine Veränderung sehen!")
  • Willow, die Warren foltert und dann tötet

Es fällt auf, daß viele der vorgestellten (und daher besonders bedeutenden) Ereignisse erst in den letzten Folgen vorkamen. Ein Hinweis auf den etwas unglücklichen Aufbau der Staffel. Aber sei's drum. Man kann davon ausgehen, daß all die vorgestellten Geschehnisse oder Entwicklungen in dem "Season Finale" (= Staffel-Finale) eine Rolle spielen oder zum Abschluß kommen werden. Denn sonst hätte man sie ja kaum in den Vorspann gepackt. Das große Finale. Die Autoren nehmen sich viel vor. Man darf gespannt sein.

Die eigentliche Folgeneröffnung bietet einen "running gag", der sich durch die ganze Staffel zog. Anya fällt der Name des dritten Nerds nicht ein. Buffy hilft ihr auf die Sprünge: Andrew. Für Späße gibt's ohnehin keinen Grund. Zeitdruck und Hektik herrschen vor, die auch durch die Musik vermittelt werden. Willow - "One down - two to go!" (= "Einer ist weg, zwei fehlen noch!") - hat es, nachdem sie Warren tötete, auf Jonathan und Andrew abgesehen. Man muß jetzt schnell zum Gefängnis kommen. Für ausgedehnte Szenen, in denen die Charaktere Buffy, Anya und Xander darauf reagieren können, daß ihre Freundin Willow gerade einen Menschen ermordete, ist keine Zeit. Würde die Spannung bremsen, die Ereignisse überschlagen sich ja gerade. Da ist nicht viel Zeit zum Luft holen. So bleibt es bei Xanders Bemerkung, daß ihm schlecht ist und wie Warrens Leichnam gestunken hat. Die Frage, ob Willow noch sie selbst ist und Buffys Vermutung, daß sie jetzt Blut geleckt hat ("taste of blood"), sind nicht mehr als kurze Einschübe.

Rachedämon Anya teleportiert sich zum Gefängnis, Buffy rennt hin, da Xanders Auto, mit dem sie in den Wald gefahren sind, von Willow demoliert wurde und fahruntüchtig ist. Xander kann im Moment nicht helfen, er hat keine Superkräfte. Daß er tatenlos bleiben muß im Moment und erst verspätet beim Gefängnis eintreffen wird, macht ihm zu schaffen.

Szenenwechsel zu Warren und Jonathan in ihrer Zelle. Wie immer streiten die beiden. Jonathan sieht die Fehler, die die beiden gemacht haben, Andrew nicht. Anya taucht als erste im Gefängnis auf und bringt die zwei in ihrer unkomplizierten und schnellen Art, schwerwiegende Botschaften zu übermitteln, auf den aktuellen Stand der Dinge. Ohne ihre Teleport-Fähigkeiten zu verheimlichen, will sie den wachhabenden Polizisten davon überzeugen, die beiden freizulassen, sie seien hier nicht sicher.

Prompt taucht auch schon Willow auf und reißt mit ihren magischen Fähigkeiten die Mauer des Gefängnisgebäudes ein. (Woher weiß sie, daß die beiden genau in der dahinterliegenden Zelle sind?) Der wachhabende Polizist versucht - mit seinen Kollegen zusammen - Willow, die auf der Straße vor dem Gebäude steht, zu überwältigen. Doch Willow schaltet ihre Widersacher mit spielender Leichtigkeit aus. Sie ist extrem mächtig. Als Willow in die Zellenrückwand ein menschengroßes Loch hineingerissen hat, schwebt sie durch dieses Loch in die Zelle hinein. Sie ist leer, die Gitterstäbe sind verbogen. Buffy, die den ganzen Weg vom Wald bis zum Polizeigebäude gerannt ist, muß irgendwie unbemerkt an Willow (diese stand vor dem Haupteingang des Gebäudes) vorbeigekommen sein. Dann muß sie, als Willow draußen noch die Mauer einriß, die Stäbe verbogen haben, so daß Jonathan, Andrew und sie selbst gerade noch rechtzeitig abhauen konnten. Nur Anya ist noch im Gebäude geblieben - wieso eigentlich? Natürlich kriegt sie Willows Zorn zu spüren. Willow schmettert Anya mit Magie wuchtig gegen eine Wand. Keine Rücksicht mehr. Wer sich ihr in den Weg stellt, muß mit den Konsequenzen leben.

Wen es schon verwunderte, daß Buffy rechtzeitig auf der Polizeistation auftauchte, der wird sich um so stärker fragen, wieso nun auch Xander - der ohne Slayerkräfte natürlich keineswegs so schnell rennen kann wie Buffy - schon da ist. Komisches Timing. Xander jedenfalls hat sich einen Polizeiwagen geschnappt und fährt damit vor, Jonathan und Andrew springen hinein. Buffy befiehlt Xander, loszufahren, während sie selbst noch in einem etwas verunglückten Stunt dem schon fahrenden Wagen hinterherrennt und sich schließlich über die offene Beifahrertür selbst in den Wagen hineinschwingt.

Willow kommt in einer sie als böse glorifizierenden Einstellung aus der Polizeistation hinaus. Zeitlupe, Kamera von unten, bedrohliche Musik, leichter Wind weht durch Willows schwarze Haare. Ihre Augen sind schwarz, kleine schwarze Äderchen (die im Laufe der Folge deutlicher werden) sind in ihrem Gesicht zu erkennen. Keine Frage, daß sie nun doch der "Big Bad" der Staffel ist (nachdem in der ersten Hälfte der Staffel viel dafür sprach und in der zweiten Hälfte bis zu Taras Tod fast gar nichts mehr).

Szenenwechsel. Man sieht die Flüchtenden im Auto. Gespräche, welche Fähigkeiten Willow hat. Jonathan wundert sich, wieso Willow nicht mit Magie dafür sorgen würde, daß Andrew und er sterben. Buffy meint, Willow wolle die beiden nicht nur tot sehen, sie wolle sie von Angesicht zu Angesicht töten. Im Rückfenster sieht man in weiter Entfernung zwei Scheinwerferlichter. Offenbar ein weiterer PKW.

Aus dem Nichts taucht plötzlich ein riesiger Truck auf und rammt den von Xander gesteuerten Polizeiwagen von hinten. Willow steht auf dem Dach der LKW-Fahrerkabine, der Fahrer versucht wie wild, die Kontrolle über seinen Laster zurückzugewinnen, aber Willow steuert den Truck mit Magie. Offenbar schafft sie es auch, daß der Truck deutlich schneller fahren kann als Trucks normalerweise fahren können. Denn sonst müßte es Xander eigentlich spielend leicht gelingen, mit dem Polizeiwagen (solche Autos haben normalerweise sehr gute, aufgerüstete Motoren) einen LKW abzuhängen. Willow gefährdet nun auch die ihr viel näher als Anya stehenden Xander und Buffy. Sie ist schon lange nicht mehr sie selbst. So wie sie die Kontrolle über den Truck hat, hat die dunkle Magie Kontrolle über sie. Anders kann man sich ihre Handlungen nicht erklären.

Plötzlich bricht Willow jedoch zusammen. Wie Jonathan, der selbst ein bißchen erfahren ist in magischen Angelegenheiten, weiß, schwinden Willows Kräfte. Will muß sich wie eine Batterie erneut aufladen, wie Jonathan auch später in der Magic Box noch mal erwähnen wird. Aber seine Hilfe ist bei Buffy und Xander hier wie dort unerwünscht. Der Truck jedenfalls wird langsamer und bleibt stehen, die vier sind noch mal davongekommen.

Die ganze Szene erinnert ein wenig an die Terminator-Filme. Nacht, die Stimmung, die Bedrohung durch eine besonders mächtige Person... Nur merkt man deutlich, daß Serien und Filme zeitlich und budgetmäßig ganz andere Rahmenbedingungen haben. Die Kameraeinstellungen sind nicht besonders prickelnd - man hat sich mit der schwer zu drehenden Szene (ein fahrender Truck, der ein fahrendes Auto bei Nacht rammen soll) ein wenig übernommen. Die Szene ist nicht mißlungen, aber sie zeigt die begrenzten Möglichkeiten einer TV-Serie im Vergleich zu einem Actionfilm mit 100 Millionen Dollar Budget auf.

Szenenwechsel, kleine Verschnaufpause. Dawn ist mit Clem in der Krypta von Spike. Dawn will aktiv werden, selbst was unternehmen. Clem ist besorgt, er hatte ja versprochen, auf Dawn aufzupassen. Er ist außerdem sowieso nicht der Superheld-Typ.

Szenenwechsel zu Spike, der mal wieder in Staffel 6 oben ohne zu sehen ist (manchmal nervt der Feminismus der Autoren ;-) ). Für das, was er will - den "former state" (= früheren Zustand) wiederherstellen, was auch immer das heißen mag - muß er Tests bestehen.

Wechsel zurück zu Dawn. Sie will mit Clems Hilfe die wandernde Crackbude - Entschuldigung, den Magie-"Tempel" - von Rack finden. Glaube Dawn eigentlich, daß sie Willow aufhalten könne, selbst, wenn sie sie finde, fragt Clem. Nun, Dawn kann einfach nicht untätig bleiben.

Szenenwechsel. Geschickterweise haben die Autoren den unverdächtigsten Platz gewählt, um Jonathan und Andrew zu verstecken. Buffy und Xander führen die beiden direkt in die Magic Box. War kein Budget mehr für neue Schauplätze vorhanden? Ging alles für die Special Effects drauf? Wenigstens lassen die Autoren Buffy erkennen, daß Willow diesen Platz wohl als erstes nach den beiden durchsuchen werde. Man habe also nicht viel Zeit, um Pläne zu schmieden. Die vielen Magiebücher helfen nicht mehr weiter - Willow hat in 6x20 "Villains" das gesamte Schriftbild in sich aufgesaugt. Es sind nur noch weiße Seite vorhanden. Allerdings hält Anya ein Buch mit Gegenzaubern versteckt unter dem Tresen. Nur ist das in einer Sprache geschrieben, die sie kaum übersetzen kann.

Buffy fährt - wie oben schon angedeutet - unterdessen Jonathan an. Sie würden nicht Andrew und ihn beschützen, sie würden dies alles nur für ihre Freundin Willow tun. Andrew und ihn zu töten, das sei die Linie, die Willow nicht überschreiten dürfe. Endlich ist Buffy so geschrieben, wie man sie kennt und sehen will: Aufbrausend, bestimmerisch, dickköpfig und dominant.

Szenenwechsel. Willow betritt Racks Zimmer, als dieser gerade Karten legt. Nun, dies paßt zu seiner schrägen und irgendwie lächerlich wirkenden Figur. Für Rack schmeckte Willow schon immer nach Erdbeere. Und so nennt er sie auch wieder. Um es kurz zu machen: Strawberry, Strawberry, blablabla - Willow braucht ganz im Sinne der Magie-Drogen-Analogie, die in dieser Staffel so holprig im Buffyversum etabliert wurde, einen erneuten Schuß. Sie muß sich auftanken - aufladen, wie Jonathan sagt. Also saugt sie Rack aus, so ähnlich wie sie vor nicht allzu langer Zeit die Magie-Bücher in sich aufsaugte.

Szenenwechsel. Dawn hat Rack auch gefunden. Sie und Willow unterhalten sich. Clem ist irgendwie irgendwo abhanden gekommen und soll im Laufe der Episode auch keine Rolle mehr spielen. Aber wen stört so was schon, wenn Alyson Hannigan die böse Willow so überzeugend und furchteinflößend spielt? Diese rhetorische Frage ist halb sarkastisch und halb ernst gemeint. Denn Alyson Hannigans Vorstellung und ihr tolles Äußeres sind wirklich beeindruckend: Die schwarzen Haare, die schwarzen Augen, die schwarzen Adern im Gesicht... Und wie sie dann plötzlich wieder vor der Tür steht, als Dawn flüchten will - obwohl sie eben noch hinter Dawn stand - klasse gemacht.

Der Dialog verstört etwas. Willow will wissen, ob Dawn bei Taras Tod weinte. Sie vermißte ja Trauer bei ihren Freunden. Aber im nächsten Satz schon wirft sie Dawn ihr vieles Weinen und Jammern im Laufe des letzten Jahres vor. Sie macht sich über sie lustig (und spricht damit den Fans der Serie, die Dawn nicht leiden können, aus der Seele ;-) ). Auf einmal fängt sie damit an, daß Dawn ja der Schlüssel war, ein "Energieball", und zu dem werde sie Dawn nun wieder machen. Dann sei ja wieder alles gut für Dawn.

Willow setzt dazu an, Dawn zu verwandeln, und (wie sollte es anders sein?) auf einmal taucht Buffy auf. Aus heiterem Himmel und mal wieder gerade noch rechtzeitig. Und mit welch gigantischem Spruch sie ihren Auftritt untermauert: "I think you need to get away from her." (= "Ich denke, Du solltest von ihr weggehen.") Leider ist das erst der Beginn einer ganzen Reihe der lächerlich-dämlichsten Buffy-Oneliner (= "Einzeiler"), welche die Serie je hervorgebracht hat.

Szenenwechsel. Wir sind wieder in der Magic Box. Jonathan will erneut helfen, obwohl er wieder rüde zurückgewiesen wird. Wieso will er helfen, fragt Andrew. "Weil sie unsere Leben retten, Du Idiot!" Andrew will flüchten, mit Jonathan ein Duo sein, er würde auch darauf verzichten, Anführer zu sein und Befehle entgegennehmen. Jonathan hat einen für ihn - und hier darf Jonathan das Motto der 6. Staffel noch mal zusammenfassen: "Grow up!" (= "Werd' erwachsen!")

Xander und Anya dürfen sich auch unterhalten. Schließlich ist die Folge schon bald vorbei und das "Season Finale" hat ja neben dem Willow-Amoklauf ja noch eine ganze Reihe von anderen Storyschauplätzen abzuarbeiten (siehe ganz oben).

Das Gespräch geht natürlich um Xander, der Anya am Altar stehen ließ. Anya ist sich über ihre Gefühle im Moment nicht im Klaren, bleibt letztlich irgendwo bei Haß stehen, bis Xander plötzlich die Mitleidsmasche auspackt und davon redet, daß er nicht der Held in diesem Stück ist. Xander redet auf einmal von Taras Tod, Anya ist - wie der Zuschauer auch - immer noch bei der Beziehung der beiden. Irgendwie mußten sie in den Dialog noch reinquetschen, daß Xander sich schuldig fühlt, weil er nicht sofort reagiert hat, sondern wie versteinert war, als er Warren mit der Waffe sah. Wieso sie das einbauen mußten (oder wollten), verrät erst die nächste Folge.

Szenenwechsel. Buffy, Willow und Dawn in Racks Crack-Dingsbums. Willow, wie oben bereits gesagt, ist schon lange nicht mehr sie selbst. Sie wird kontrolliert von Dark Magic. Sie handelt nicht wie Willow. Ähnlich wie Angelus (also Angel ohne Seele) weiß sie zwar alles, was die "normale", rothaarige Willow getan hat, aber sie ist sie nicht mehr. Sie ist Evil Willow, die böse Willow mit den schwarzen Haaren.

Nebenbei erwähnt macht die "Tatsache", daß Willow nicht mehr sie selbst ist, die Storyline um Willow ab 6x20 "Villains" ziemlich schwach. Dieser Punkt ist es übrigens, der mit dem viertletzten Absatz im Review zu 6x20 "Villains" gemeint war. Da stand, daß etwas an der Willow-Entwicklung, obwohl diese bis dahin gar nicht schlecht geschrieben sei, störe. Stören tut eben, daß Willow - da sie nicht mehr sie selbst ist - nur noch beschränkt oder gar nicht mehr schuldfähig und verantwortlich für ihre Taten ist. Aber das soll auch hier noch nicht vertieft werden - erst im Review zur letzten Folge dieser Staffel, das sich dem ein- oder anderen Punkt ohnehin genauer annehmen wird.

Zurück zur Szene:. Evil Willow schildert kurz selbst ihren eigenen Gegensatz, ihre Extreme. Wie sehr sie sich von der Person unterscheidet, die sie war. Vom Verlierer, von der schüchternen, schwachen High-School-Willow zu der Person, die sie jetzt ist. Von der Raupe zum Schmetterling sozusagen, in ihrem schrägen Glauben. Eigentlich sind das Züge eines Bösewichtes, den man aus Comics kennt. Evil Willow ist eine Persönlichkeit, die auf eine andere Persönlichkeit drübergestülpt wurde. Sie redet in ihrem Gespräch mit Buffy zum Beispiel von "Willow", erst danach sagt sie "ich".

Evil Willow haßt sich selbst und die Welt und einfach alles, weil man ihr die einzige Sache genommen hat, die für sie schön war: die Momente mit Tara. Und dann darf sie etwas tun, was Böse im Fernsehen oft tun: Sie halten dem Helden, dem Protagonisten einen Spiegel vor. Buffy hasse es doch auch hier, ihr Rumgebumse mit Spike und die parallele Realität, die Buffy für die echte hielt und alle ihre Freunde hier töten wollte (6x17 "Normal Again"), würden das doch belegen. Evil Willow - durchgeknallt wie sie ist - darf Dinge aussprechen, in denen sehr wohl ein Fünkchen Wahrheit steckt - aber es ist halt eine Wahrheit, die in den Worten der Guten tabu ist, eine häßliche und unschöne Wahrheit, die nicht zu Helden paßt. Vor allem nicht, wenn sie jemanden vom Guten in dieser Welt überzeugen müssen.

Wie reagiert Buffy, ein aufgewecktes Mädchen, schlagfertig und alles andere als auf den Mund gefallen, auf Willows spitze Zunge? Offenbar ist sie noch sehr geschockt von Willows Entwicklung. Sie kann noch nicht gegen sie kämpfen, sie ist verwirrt und will ihre Freundin Willow wieder haben, weiß aber nicht, wie sie sie zurückbekommen kann.

An diesem Gemütszustand Buffys gibt es nichts auszusetzen. Als Angel sich in Angelus verwandelte, war ihre Reaktion ähnlich. Auch da schmiß Buffy nicht mit peppigen One-Linern um sich - und es hätte auch verwundert, wenn sie es getan hätte.

Aber was sagt Buffy hier zu Willow? "Das ist nicht wahr." "Ich kann Dir helfen." "Du bist stärker." Wahnsinn, wie schlagfertig sie ist... Wie oben schon erwähnt - "Two To Go" ist die ultimative Demontage der Oneliner-Königin Buffy. Ist Writer Doug Petrie wirklich nichts Besseres eingefallen?

Der Morph zur Magic Box ist jedenfalls wieder klasse. Entfaltet eine unheimliche Wirkung, wie gefährlich und mächtig Evil Willow ist. Leider geht's kurz danach ärgerlich weiter. Eine lahme Begründung, daß dieser Ortswechsel-Zauber Buffy und Dawn schwächt - und so liegt die Jägerin neben ihrer Schwester am Boden, während Willow Jonathan und Andrew angreift.
Bloß gut, daß Anya - die sich versteckt hat - gerade noch rechtzeitig mit dem fremdsprachigen Zauberbuch klarkommt, um die beiden zu schützen.

Szenenwechsel. Spike hat Mr. "Flammen-Faust" das Genick gebrochen und somit die erste Aufgabe seines Tests bewältigt. "Du hast das erste Level bestanden", wie ihm "Grünauge" mit bedeutungsschwangerer Stimme klarmacht. Als würde man einen schlechten fernöstlichen Karatefilm sehen. Was wird die Belohnung sein, wenn Spike alle "Stages" durchläuft? Wenn man dafür töten muß - sicherlich nichts Gutes.

Szenenwechsel. Magic Box. Willow scheitert erneut gegen den Zauber von Anya. Buffy - sie darf wieder stehen - ist nach wie vor so schlagfertig und überzeugend wie eine Scheibe Brot. "Willow, Du mußt damit jetzt aufhören!" "Ich werde Dir zeigen, was eine Jägerin wirklich ist!" Als ob Willow das nicht wüßte - sie hat sechs Jahre an ihrer Seite gekämpft. Evil Willow - das zeigt sich auch in dieser Szene - ist ganz eindeutig nicht mehr Willow. Die Willow, wie wir sie kennen, hat Buffy nie darum beneidet, die Jägerin zu sein.

Buffy - herrje, was stellen sie mit diesem Charakter in "Two To Go" nur an - darf wieder einen blöden Spruch bringen, als sie Willow eine reinknallt. "Ich sagte, ich will Dir nicht wehtun. Ich sagte nicht, ich würde es nicht tun!" - Originell ist das nicht, aber wenigstens darf Buffy nun schnippisch und kampfesbereit sein. Für den großen Kampf Freundin gegen Freundin, mit dem die Autoren nun also den Big Bad der letzten Staffel - Göttin Glory - toppen wollen, ist das "Set Up" (die Hinführung) gründlich mißlungen. Daher kommt der Eindruck auf, daß der ganze Kampf Blenderei ist. Seht mal, wir lassen die besten Freundinnen gegeneinander antreten, ist das nicht toll? Es könnte toll sein, ist es aber nicht.

Willow und Buffy kämpfen also. Als Willow die versteckte Anya entdeckt, die immer noch den Gegenzauber vor sich hinmurmelt, der Jonathan und Andrew schützte, kann sie Buffy auf einmal ganz leicht wegschubsen. Und Buffy bleibt - von diesem kleinen Schubser natürlich sichtlich getroffen, nachdem ihr die Faustschläge und Tritte Willows wenig ausmachten - benommen am Boden liegen. Erneut.

Szenenwechsel. Jonathan hält Andrew unterdessen ein Schwert an den Hals, weil dieser seinerseits Xander mit einem Schwert bedroht. Die beiden sind mit Dawn und Xander aus der Magic Box geflüchtet, noch bevor Buffy und Willow anfingen zu kämpfen. Jonathan bringt Andrew dazu, das Schwert zu senken. Jonathan: "Wir werden ins Gefängnis gehen, wenn das hier vorbei ist." Selten war er so sicher. Er hat es sich ganz fest in den Kopf gesetzt.

Szenenwechsel. Willow macht sich über Anya her - Buffy liegt ja noch benommen am Boden. Nachdem Willow Anya - kommentiert mit einem dämlichen Spruch - durch den halben Raum gegen ein Bücherregal geworfen hat, steht Buffy - eben noch kampfunfähig am Boden liegend - sofort wieder auf, als wäre nichts gewesen. Schon wieder. Der Kampf geht weiter, Willow schießt Blitze. Buffy liegt schon wieder benommen am Boden. Mal gucken, wann sie diesmal wieder aufstehen wird, als sei nichts gewesen. (Es soll in dieser Folge nicht mehr passieren, aber schon sehr bald in der nächsten, soviel sei verraten.)

Richtig lächerlich wird die ganze Sache, als "aus heiterem Himmel" "auf einmal" Giles auftaucht. (Irgendwie muß man diese Idiome viel zu häufig verwenden, um "Two To Go" beschreiben zu können. Das ist nicht gut.) Giles kann "natürlich" - "auf einmal" - selbst magische Blitze verschleudern. "Gerade noch rechtzeitig".

Wie es in der nächsten Folge weitergeht, kann man sich denken, wenn man weiß, daß sie von David Fury geschrieben wurde... Oh Graus!