Buffy & Angel


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
:: Staffel Drei
:: Staffel Vier
:: Staffel FŘnf
:: Staffel Sechs
:: Staffel Sieben


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
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:: Staffel Vier
:: Staffel FŘnf


:: 6x01 Bargaining
:: 6x03 After Life
:: 6x04 Flooded
:: 6x05 Life Serial
:: 6x06 All The Way
:: 6x07 Once More, With Feeling
:: 6x08 Tabula Rasa
:: 6x09 Smashed
:: 6x10 Wrecked
:: 6x11 Gone
:: 6x12 Doublemeat Palace
:: 6x13 Dead Things
:: 6x14 Older and Far Away
:: 6x15 As You Were
:: 6x16 Hell's Bells
:: 6x17 Normal Again
:: 6x18 Entropy
:: 6x19 Seeing Red
:: 6x20 Villains
:: 6x21 Two To Go
:: 6x22 Grave


Buffy Episodenguide


6x21 "Two To Go"

[Da waren's nur noch Zwei]


 ź Kurzinhalt :: Inhalt :: Synopsis :: Review :: Aha-Effekte :: Zitate :: Eure Meinung (11)  

Regie:
Michael Gershman
Drehbuch:
Douglas Petrie

Hauptdarsteller:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)

Gastdarsteller:
Anthony Steward Head (Rupert Giles)
Tom Lenk (Andrew Wells)
Danny Strong (Jonathan Levinson)
Jeff Kober (Rack)
James C. Leary (Clem)

Darsteller:
Steven W. Bailey (H├Âhlend├Ąmon)
Jeff McCredie (Officer)
Damian Mooney (Polizist)
Michael Younger (Truck-Fahrer)

 Kurzinhalt
Die Scoobies versuchen, Andrew und Jonathan vor der nach Rache sinnenden Willow zu besch├╝tzen. Doch so leicht l├Ą├čt die sich nicht aufhalten...


 Inhalt
"Einer erledigt, zwei noch ├╝brig" - das ist Willows Motto, nachdem sie bereits Hauptt├Ąter Warren kaltbl├╝tig und brutal aus dem Leben scheiden lie├č. Nun ist sie unterwegs zum Gef├Ąngnis, in dem Andrew und Jonathan einsitzen. Auch die Scoobies wissen das, und sind bem├╝ht, vor ihr dort einzutreffen.
F├╝r Anya ist das ├╝berhaupt kein Problem - sie teleportiert sich unter Einsatz ihrer d├Ąmonischen F├Ąhigkeiten direkt in die Zelle der beiden.

Dummerweise will ihr kein Cop glauben, da├č die beiden Jungen in Gefahr sind - zumindest nicht, bis Willow vor der Polizeistation auftaucht und anf├Ąngt, das Geb├Ąude Stein f├╝r Stein auseinander zu nehmen.
Doch als sie in die Zelle schwebt, ist diese leer - und die Gitterst├Ąbe sind auseinandergebogen. Buffy hat die beiden ├ťberbleibsel der Villains erreicht und rechtzeitig rausgebraucht.
Nun sind sie in einem von Xander gestohlenen Polizeiwagen auf dem Weg in Sicherheit - wohin auch immer.

Willow jedoch l├Ą├čt sich nicht so leicht absch├╝tteln. Sie ├╝bernimmt mittels Magie einen gigantischen Truck und setzt zur Verfolgung der Scoobies an. Zum Gl├╝ck f├╝r die halten aber auch die Kr├Ąfte einer Superhexe nicht ewig, und so k├Ânnen sie dem 9-Achser entkommen.
In der Magic Box angekommen, m├╝ssen sie feststellen, da├č Willow s├Ąmtliche B├╝cher in sich aufgenommen hat - mit einer Ausnahme: ein uraltes (und nicht ├╝bersetzes) summerisches Buch mit Schutzzaubern, das Giles sicher in einer verschlossenen Truhe im Schrank unter der Kasse aufbewahrte.

Nun m├╝ssen die Scoobies es schnellstm├Âglich ├╝bersetzen, denn es scheint ihre letzte Hoffnung gegen Willow zu sein...


FŘr alle, die mehr wissen m÷chten, steht eine ausfŘhrliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Jakob S├Ąttler

UPN, der Sender, der Buffy The Vampire Slayer seit der 6. Staffel in Amerika austrahlt, zeigte die Doppelfolge 6x21/22 "Two To Go/Grave" an einem St├╝ck. Das Staffel-Finale als 90-min├╝tiger Spielfilm. Genauso, wie auch die Doppelfolge, die die Staffel er├Âffnete (6x01/02 "Bargaining I und II"), an einem Abend gezeigt wurde.

Bei der Er├Âffnungsepisode folgte Pro 7 dem amerikanischen Beispiel, die Doppelfolge des Finales teilen sie allerdings auf. Ob die m├Ą├čigen Quoten der Serie in Deutschland damit etwas zu tun haben? Vielleicht. Auf jeden Fall macht es das Review-Schreiben nicht leichter, da sich die Folgen nur schwerlich getrennt voneinander betrachten lassen. Versuchen wir's trotzdem:

"Two To Go" wurde in den Fan-Foren in den Himmel gelobt. Vor allem der erste Eindruck der Folge ri├č viele mit - die Action, die rasante Fortentwicklung der Story - die meisten Fans waren begeistert. Nun, es ist ein freies Land und man mu├č diese Meinung nicht teilen.



Wie so oft bei den letzten Reviews - alles der Reihe nach:

"Two To Go" beginnt mit einem diesmal sehr langen Einleitungsteil "Letztens bei Buffy". Fast die gesamte Staffel 6 wird rekapituliert:


  • Buffy, die wiederbelebt und so aus dem Himmel gerissen wird
  • Giles, der nach England gezogen ist
  • die drei "Nerds" werden noch mal kurz vorgestellt
  • Willow, die zu viel Magie benutzt und die darauf resultierende Trennung: Tara verl├Ą├čt sie
  • die geheime Buffy-Spike-(Sex-)Beziehung
  • die geplatzte Hochzeit von Xander und Anya
  • Anya, die wieder zum Rached├Ąmon wird
  • das Auffliegen von Buffys Beziehung zu Spike
  • Dawn, die beim Klauen erwischt wird
  • das erneute Zusammenkommen von Willow und Tara
  • Spike, der Buffy vergewaltigen will, der - was eigentlich? Rache? - will
  • Taras Tod
  • Willow, die durchdreht, die Amok l├Ąuft
  • Spike, der eine Ver├Ąnderung verspricht ("Bitch is gonna see a change!" = "die Hure (womit er Buffy meint) wird eine Ver├Ąnderung sehen!")
  • Willow, die Warren foltert und dann t├Âtet

Es f├Ąllt auf, da├č viele der vorgestellten (und daher besonders bedeutenden) Ereignisse erst in den letzten Folgen vorkamen. Ein Hinweis auf den etwas ungl├╝cklichen Aufbau der Staffel. Aber sei's drum. Man kann davon ausgehen, da├č all die vorgestellten Geschehnisse oder Entwicklungen in dem "Season Finale" (= Staffel-Finale) eine Rolle spielen oder zum Abschlu├č kommen werden. Denn sonst h├Ątte man sie ja kaum in den Vorspann gepackt. Das gro├če Finale. Die Autoren nehmen sich viel vor. Man darf gespannt sein.

Die eigentliche Folgener├Âffnung bietet einen "running gag", der sich durch die ganze Staffel zog. Anya f├Ąllt der Name des dritten Nerds nicht ein. Buffy hilft ihr auf die Spr├╝nge: Andrew. F├╝r Sp├Ą├če gibt's ohnehin keinen Grund. Zeitdruck und Hektik herrschen vor, die auch durch die Musik vermittelt werden. Willow - "One down - two to go!" (= "Einer ist weg, zwei fehlen noch!") - hat es, nachdem sie Warren t├Âtete, auf Jonathan und Andrew abgesehen. Man mu├č jetzt schnell zum Gef├Ąngnis kommen. F├╝r ausgedehnte Szenen, in denen die Charaktere Buffy, Anya und Xander darauf reagieren k├Ânnen, da├č ihre Freundin Willow gerade einen Menschen ermordete, ist keine Zeit. W├╝rde die Spannung bremsen, die Ereignisse ├╝berschlagen sich ja gerade. Da ist nicht viel Zeit zum Luft holen. So bleibt es bei Xanders Bemerkung, da├č ihm schlecht ist und wie Warrens Leichnam gestunken hat. Die Frage, ob Willow noch sie selbst ist und Buffys Vermutung, da├č sie jetzt Blut geleckt hat ("taste of blood"), sind nicht mehr als kurze Einsch├╝be.

Rached├Ąmon Anya teleportiert sich zum Gef├Ąngnis, Buffy rennt hin, da Xanders Auto, mit dem sie in den Wald gefahren sind, von Willow demoliert wurde und fahrunt├╝chtig ist. Xander kann im Moment nicht helfen, er hat keine Superkr├Ąfte. Da├č er tatenlos bleiben mu├č im Moment und erst versp├Ątet beim Gef├Ąngnis eintreffen wird, macht ihm zu schaffen.

Szenenwechsel zu Warren und Jonathan in ihrer Zelle. Wie immer streiten die beiden. Jonathan sieht die Fehler, die die beiden gemacht haben, Andrew nicht. Anya taucht als erste im Gef├Ąngnis auf und bringt die zwei in ihrer unkomplizierten und schnellen Art, schwerwiegende Botschaften zu ├╝bermitteln, auf den aktuellen Stand der Dinge. Ohne ihre Teleport-F├Ąhigkeiten zu verheimlichen, will sie den wachhabenden Polizisten davon ├╝berzeugen, die beiden freizulassen, sie seien hier nicht sicher.

Prompt taucht auch schon Willow auf und rei├čt mit ihren magischen F├Ąhigkeiten die Mauer des Gef├Ąngnisgeb├Ąudes ein. (Woher wei├č sie, da├č die beiden genau in der dahinterliegenden Zelle sind?) Der wachhabende Polizist versucht - mit seinen Kollegen zusammen - Willow, die auf der Stra├če vor dem Geb├Ąude steht, zu ├╝berw├Ąltigen. Doch Willow schaltet ihre Widersacher mit spielender Leichtigkeit aus. Sie ist extrem m├Ąchtig. Als Willow in die Zellenr├╝ckwand ein menschengro├čes Loch hineingerissen hat, schwebt sie durch dieses Loch in die Zelle hinein. Sie ist leer, die Gitterst├Ąbe sind verbogen. Buffy, die den ganzen Weg vom Wald bis zum Polizeigeb├Ąude gerannt ist, mu├č irgendwie unbemerkt an Willow (diese stand vor dem Haupteingang des Geb├Ąudes) vorbeigekommen sein. Dann mu├č sie, als Willow drau├čen noch die Mauer einri├č, die St├Ąbe verbogen haben, so da├č Jonathan, Andrew und sie selbst gerade noch rechtzeitig abhauen konnten. Nur Anya ist noch im Geb├Ąude geblieben - wieso eigentlich? Nat├╝rlich kriegt sie Willows Zorn zu sp├╝ren. Willow schmettert Anya mit Magie wuchtig gegen eine Wand. Keine R├╝cksicht mehr. Wer sich ihr in den Weg stellt, mu├č mit den Konsequenzen leben.

Wen es schon verwunderte, da├č Buffy rechtzeitig auf der Polizeistation auftauchte, der wird sich um so st├Ąrker fragen, wieso nun auch Xander - der ohne Slayerkr├Ąfte nat├╝rlich keineswegs so schnell rennen kann wie Buffy - schon da ist. Komisches Timing. Xander jedenfalls hat sich einen Polizeiwagen geschnappt und f├Ąhrt damit vor, Jonathan und Andrew springen hinein. Buffy befiehlt Xander, loszufahren, w├Ąhrend sie selbst noch in einem etwas verungl├╝ckten Stunt dem schon fahrenden Wagen hinterherrennt und sich schlie├člich ├╝ber die offene Beifahrert├╝r selbst in den Wagen hineinschwingt.

Willow kommt in einer sie als b├Âse glorifizierenden Einstellung aus der Polizeistation hinaus. Zeitlupe, Kamera von unten, bedrohliche Musik, leichter Wind weht durch Willows schwarze Haare. Ihre Augen sind schwarz, kleine schwarze ├äderchen (die im Laufe der Folge deutlicher werden) sind in ihrem Gesicht zu erkennen. Keine Frage, da├č sie nun doch der "Big Bad" der Staffel ist (nachdem in der ersten H├Ąlfte der Staffel viel daf├╝r sprach und in der zweiten H├Ąlfte bis zu Taras Tod fast gar nichts mehr).

Szenenwechsel. Man sieht die Fl├╝chtenden im Auto. Gespr├Ąche, welche F├Ąhigkeiten Willow hat. Jonathan wundert sich, wieso Willow nicht mit Magie daf├╝r sorgen w├╝rde, da├č Andrew und er sterben. Buffy meint, Willow wolle die beiden nicht nur tot sehen, sie wolle sie von Angesicht zu Angesicht t├Âten. Im R├╝ckfenster sieht man in weiter Entfernung zwei Scheinwerferlichter. Offenbar ein weiterer PKW.

Aus dem Nichts taucht pl├Âtzlich ein riesiger Truck auf und rammt den von Xander gesteuerten Polizeiwagen von hinten. Willow steht auf dem Dach der LKW-Fahrerkabine, der Fahrer versucht wie wild, die Kontrolle ├╝ber seinen Laster zur├╝ckzugewinnen, aber Willow steuert den Truck mit Magie. Offenbar schafft sie es auch, da├č der Truck deutlich schneller fahren kann als Trucks normalerweise fahren k├Ânnen. Denn sonst m├╝├čte es Xander eigentlich spielend leicht gelingen, mit dem Polizeiwagen (solche Autos haben normalerweise sehr gute, aufger├╝stete Motoren) einen LKW abzuh├Ąngen. Willow gef├Ąhrdet nun auch die ihr viel n├Ąher als Anya stehenden Xander und Buffy. Sie ist schon lange nicht mehr sie selbst. So wie sie die Kontrolle ├╝ber den Truck hat, hat die dunkle Magie Kontrolle ├╝ber sie. Anders kann man sich ihre Handlungen nicht erkl├Ąren.

Pl├Âtzlich bricht Willow jedoch zusammen. Wie Jonathan, der selbst ein bi├čchen erfahren ist in magischen Angelegenheiten, wei├č, schwinden Willows Kr├Ąfte. Will mu├č sich wie eine Batterie erneut aufladen, wie Jonathan auch sp├Ąter in der Magic Box noch mal erw├Ąhnen wird. Aber seine Hilfe ist bei Buffy und Xander hier wie dort unerw├╝nscht. Der Truck jedenfalls wird langsamer und bleibt stehen, die vier sind noch mal davongekommen.

Die ganze Szene erinnert ein wenig an die Terminator-Filme. Nacht, die Stimmung, die Bedrohung durch eine besonders m├Ąchtige Person... Nur merkt man deutlich, da├č Serien und Filme zeitlich und budgetm├Ą├čig ganz andere Rahmenbedingungen haben. Die Kameraeinstellungen sind nicht besonders prickelnd - man hat sich mit der schwer zu drehenden Szene (ein fahrender Truck, der ein fahrendes Auto bei Nacht rammen soll) ein wenig ├╝bernommen. Die Szene ist nicht mi├člungen, aber sie zeigt die begrenzten M├Âglichkeiten einer TV-Serie im Vergleich zu einem Actionfilm mit 100 Millionen Dollar Budget auf.

Szenenwechsel, kleine Verschnaufpause. Dawn ist mit Clem in der Krypta von Spike. Dawn will aktiv werden, selbst was unternehmen. Clem ist besorgt, er hatte ja versprochen, auf Dawn aufzupassen. Er ist au├čerdem sowieso nicht der Superheld-Typ.

Szenenwechsel zu Spike, der mal wieder in Staffel 6 oben ohne zu sehen ist (manchmal nervt der Feminismus der Autoren ;-) ). F├╝r das, was er will - den "former state" (= fr├╝heren Zustand) wiederherstellen, was auch immer das hei├čen mag - mu├č er Tests bestehen.

Wechsel zur├╝ck zu Dawn. Sie will mit Clems Hilfe die wandernde Crackbude - Entschuldigung, den Magie-"Tempel" - von Rack finden. Glaube Dawn eigentlich, da├č sie Willow aufhalten k├Ânne, selbst, wenn sie sie finde, fragt Clem. Nun, Dawn kann einfach nicht unt├Ątig bleiben.

Szenenwechsel. Geschickterweise haben die Autoren den unverd├Ąchtigsten Platz gew├Ąhlt, um Jonathan und Andrew zu verstecken. Buffy und Xander f├╝hren die beiden direkt in die Magic Box. War kein Budget mehr f├╝r neue Schaupl├Ątze vorhanden? Ging alles f├╝r die Special Effects drauf? Wenigstens lassen die Autoren Buffy erkennen, da├č Willow diesen Platz wohl als erstes nach den beiden durchsuchen werde. Man habe also nicht viel Zeit, um Pl├Ąne zu schmieden. Die vielen Magieb├╝cher helfen nicht mehr weiter - Willow hat in 6x20 "Villains" das gesamte Schriftbild in sich aufgesaugt. Es sind nur noch wei├če Seite vorhanden. Allerdings h├Ąlt Anya ein Buch mit Gegenzaubern versteckt unter dem Tresen. Nur ist das in einer Sprache geschrieben, die sie kaum ├╝bersetzen kann.

Buffy f├Ąhrt - wie oben schon angedeutet - unterdessen Jonathan an. Sie w├╝rden nicht Andrew und ihn besch├╝tzen, sie w├╝rden dies alles nur f├╝r ihre Freundin Willow tun. Andrew und ihn zu t├Âten, das sei die Linie, die Willow nicht ├╝berschreiten d├╝rfe. Endlich ist Buffy so geschrieben, wie man sie kennt und sehen will: Aufbrausend, bestimmerisch, dickk├Âpfig und dominant.

Szenenwechsel. Willow betritt Racks Zimmer, als dieser gerade Karten legt. Nun, dies pa├čt zu seiner schr├Ągen und irgendwie l├Ącherlich wirkenden Figur. F├╝r Rack schmeckte Willow schon immer nach Erdbeere. Und so nennt er sie auch wieder. Um es kurz zu machen: Strawberry, Strawberry, blablabla - Willow braucht ganz im Sinne der Magie-Drogen-Analogie, die in dieser Staffel so holprig im Buffyversum etabliert wurde, einen erneuten Schu├č. Sie mu├č sich auftanken - aufladen, wie Jonathan sagt. Also saugt sie Rack aus, so ├Ąhnlich wie sie vor nicht allzu langer Zeit die Magie-B├╝cher in sich aufsaugte.

Szenenwechsel. Dawn hat Rack auch gefunden. Sie und Willow unterhalten sich. Clem ist irgendwie irgendwo abhanden gekommen und soll im Laufe der Episode auch keine Rolle mehr spielen. Aber wen st├Ârt so was schon, wenn Alyson Hannigan die b├Âse Willow so ├╝berzeugend und furchteinfl├Â├čend spielt? Diese rhetorische Frage ist halb sarkastisch und halb ernst gemeint. Denn Alyson Hannigans Vorstellung und ihr tolles ├äu├čeres sind wirklich beeindruckend: Die schwarzen Haare, die schwarzen Augen, die schwarzen Adern im Gesicht... Und wie sie dann pl├Âtzlich wieder vor der T├╝r steht, als Dawn fl├╝chten will - obwohl sie eben noch hinter Dawn stand - klasse gemacht.

Der Dialog verst├Ârt etwas. Willow will wissen, ob Dawn bei Taras Tod weinte. Sie vermi├čte ja Trauer bei ihren Freunden. Aber im n├Ąchsten Satz schon wirft sie Dawn ihr vieles Weinen und Jammern im Laufe des letzten Jahres vor. Sie macht sich ├╝ber sie lustig (und spricht damit den Fans der Serie, die Dawn nicht leiden k├Ânnen, aus der Seele ;-) ). Auf einmal f├Ąngt sie damit an, da├č Dawn ja der Schl├╝ssel war, ein "Energieball", und zu dem werde sie Dawn nun wieder machen. Dann sei ja wieder alles gut f├╝r Dawn.

Willow setzt dazu an, Dawn zu verwandeln, und (wie sollte es anders sein?) auf einmal taucht Buffy auf. Aus heiterem Himmel und mal wieder gerade noch rechtzeitig. Und mit welch gigantischem Spruch sie ihren Auftritt untermauert: "I think you need to get away from her." (= "Ich denke, Du solltest von ihr weggehen.") Leider ist das erst der Beginn einer ganzen Reihe der l├Ącherlich-d├Ąmlichsten Buffy-Oneliner (= "Einzeiler"), welche die Serie je hervorgebracht hat.

Szenenwechsel. Wir sind wieder in der Magic Box. Jonathan will erneut helfen, obwohl er wieder r├╝de zur├╝ckgewiesen wird. Wieso will er helfen, fragt Andrew. "Weil sie unsere Leben retten, Du Idiot!" Andrew will fl├╝chten, mit Jonathan ein Duo sein, er w├╝rde auch darauf verzichten, Anf├╝hrer zu sein und Befehle entgegennehmen. Jonathan hat einen f├╝r ihn - und hier darf Jonathan das Motto der 6. Staffel noch mal zusammenfassen: "Grow up!" (= "Werd' erwachsen!")

Xander und Anya d├╝rfen sich auch unterhalten. Schlie├člich ist die Folge schon bald vorbei und das "Season Finale" hat ja neben dem Willow-Amoklauf ja noch eine ganze Reihe von anderen Storyschaupl├Ątzen abzuarbeiten (siehe ganz oben).

Das Gespr├Ąch geht nat├╝rlich um Xander, der Anya am Altar stehen lie├č. Anya ist sich ├╝ber ihre Gef├╝hle im Moment nicht im Klaren, bleibt letztlich irgendwo bei Ha├č stehen, bis Xander pl├Âtzlich die Mitleidsmasche auspackt und davon redet, da├č er nicht der Held in diesem St├╝ck ist. Xander redet auf einmal von Taras Tod, Anya ist - wie der Zuschauer auch - immer noch bei der Beziehung der beiden. Irgendwie mu├čten sie in den Dialog noch reinquetschen, da├č Xander sich schuldig f├╝hlt, weil er nicht sofort reagiert hat, sondern wie versteinert war, als er Warren mit der Waffe sah. Wieso sie das einbauen mu├čten (oder wollten), verr├Ąt erst die n├Ąchste Folge.

Szenenwechsel. Buffy, Willow und Dawn in Racks Crack-Dingsbums. Willow, wie oben bereits gesagt, ist schon lange nicht mehr sie selbst. Sie wird kontrolliert von Dark Magic. Sie handelt nicht wie Willow. ├ähnlich wie Angelus (also Angel ohne Seele) wei├č sie zwar alles, was die "normale", rothaarige Willow getan hat, aber sie ist sie nicht mehr. Sie ist Evil Willow, die b├Âse Willow mit den schwarzen Haaren.

Nebenbei erw├Ąhnt macht die "Tatsache", da├č Willow nicht mehr sie selbst ist, die Storyline um Willow ab 6x20 "Villains" ziemlich schwach. Dieser Punkt ist es ├╝brigens, der mit dem viertletzten Absatz im Review zu 6x20 "Villains" gemeint war. Da stand, da├č etwas an der Willow-Entwicklung, obwohl diese bis dahin gar nicht schlecht geschrieben sei, st├Âre. St├Âren tut eben, da├č Willow - da sie nicht mehr sie selbst ist - nur noch beschr├Ąnkt oder gar nicht mehr schuldf├Ąhig und verantwortlich f├╝r ihre Taten ist. Aber das soll auch hier noch nicht vertieft werden - erst im Review zur letzten Folge dieser Staffel, das sich dem ein- oder anderen Punkt ohnehin genauer annehmen wird.

Zur├╝ck zur Szene:. Evil Willow schildert kurz selbst ihren eigenen Gegensatz, ihre Extreme. Wie sehr sie sich von der Person unterscheidet, die sie war. Vom Verlierer, von der sch├╝chternen, schwachen High-School-Willow zu der Person, die sie jetzt ist. Von der Raupe zum Schmetterling sozusagen, in ihrem schr├Ągen Glauben. Eigentlich sind das Z├╝ge eines B├Âsewichtes, den man aus Comics kennt. Evil Willow ist eine Pers├Ânlichkeit, die auf eine andere Pers├Ânlichkeit dr├╝bergest├╝lpt wurde. Sie redet in ihrem Gespr├Ąch mit Buffy zum Beispiel von "Willow", erst danach sagt sie "ich".

Evil Willow ha├čt sich selbst und die Welt und einfach alles, weil man ihr die einzige Sache genommen hat, die f├╝r sie sch├Ân war: die Momente mit Tara. Und dann darf sie etwas tun, was B├Âse im Fernsehen oft tun: Sie halten dem Helden, dem Protagonisten einen Spiegel vor. Buffy hasse es doch auch hier, ihr Rumgebumse mit Spike und die parallele Realit├Ąt, die Buffy f├╝r die echte hielt und alle ihre Freunde hier t├Âten wollte (6x17 "Normal Again"), w├╝rden das doch belegen. Evil Willow - durchgeknallt wie sie ist - darf Dinge aussprechen, in denen sehr wohl ein F├╝nkchen Wahrheit steckt - aber es ist halt eine Wahrheit, die in den Worten der Guten tabu ist, eine h├Ą├čliche und unsch├Âne Wahrheit, die nicht zu Helden pa├čt. Vor allem nicht, wenn sie jemanden vom Guten in dieser Welt ├╝berzeugen m├╝ssen.

Wie reagiert Buffy, ein aufgewecktes M├Ądchen, schlagfertig und alles andere als auf den Mund gefallen, auf Willows spitze Zunge? Offenbar ist sie noch sehr geschockt von Willows Entwicklung. Sie kann noch nicht gegen sie k├Ąmpfen, sie ist verwirrt und will ihre Freundin Willow wieder haben, wei├č aber nicht, wie sie sie zur├╝ckbekommen kann.

An diesem Gem├╝tszustand Buffys gibt es nichts auszusetzen. Als Angel sich in Angelus verwandelte, war ihre Reaktion ├Ąhnlich. Auch da schmi├č Buffy nicht mit peppigen One-Linern um sich - und es h├Ątte auch verwundert, wenn sie es getan h├Ątte.

Aber was sagt Buffy hier zu Willow? "Das ist nicht wahr." "Ich kann Dir helfen." "Du bist st├Ąrker." Wahnsinn, wie schlagfertig sie ist... Wie oben schon erw├Ąhnt - "Two To Go" ist die ultimative Demontage der Oneliner-K├Ânigin Buffy. Ist Writer Doug Petrie wirklich nichts Besseres eingefallen?

Der Morph zur Magic Box ist jedenfalls wieder klasse. Entfaltet eine unheimliche Wirkung, wie gef├Ąhrlich und m├Ąchtig Evil Willow ist. Leider geht's kurz danach ├Ąrgerlich weiter. Eine lahme Begr├╝ndung, da├č dieser Ortswechsel-Zauber Buffy und Dawn schw├Ącht - und so liegt die J├Ągerin neben ihrer Schwester am Boden, w├Ąhrend Willow Jonathan und Andrew angreift.
Blo├č gut, da├č Anya - die sich versteckt hat - gerade noch rechtzeitig mit dem fremdsprachigen Zauberbuch klarkommt, um die beiden zu sch├╝tzen.

Szenenwechsel. Spike hat Mr. "Flammen-Faust" das Genick gebrochen und somit die erste Aufgabe seines Tests bew├Ąltigt. "Du hast das erste Level bestanden", wie ihm "Gr├╝nauge" mit bedeutungsschwangerer Stimme klarmacht. Als w├╝rde man einen schlechten fern├Âstlichen Karatefilm sehen. Was wird die Belohnung sein, wenn Spike alle "Stages" durchl├Ąuft? Wenn man daf├╝r t├Âten mu├č - sicherlich nichts Gutes.

Szenenwechsel. Magic Box. Willow scheitert erneut gegen den Zauber von Anya. Buffy - sie darf wieder stehen - ist nach wie vor so schlagfertig und ├╝berzeugend wie eine Scheibe Brot. "Willow, Du mu├čt damit jetzt aufh├Âren!" "Ich werde Dir zeigen, was eine J├Ągerin wirklich ist!" Als ob Willow das nicht w├╝├čte - sie hat sechs Jahre an ihrer Seite gek├Ąmpft. Evil Willow - das zeigt sich auch in dieser Szene - ist ganz eindeutig nicht mehr Willow. Die Willow, wie wir sie kennen, hat Buffy nie darum beneidet, die J├Ągerin zu sein.

Buffy - herrje, was stellen sie mit diesem Charakter in "Two To Go" nur an - darf wieder einen bl├Âden Spruch bringen, als sie Willow eine reinknallt. "Ich sagte, ich will Dir nicht wehtun. Ich sagte nicht, ich w├╝rde es nicht tun!" - Originell ist das nicht, aber wenigstens darf Buffy nun schnippisch und kampfesbereit sein. F├╝r den gro├čen Kampf Freundin gegen Freundin, mit dem die Autoren nun also den Big Bad der letzten Staffel - G├Âttin Glory - toppen wollen, ist das "Set Up" (die Hinf├╝hrung) gr├╝ndlich mi├člungen. Daher kommt der Eindruck auf, da├č der ganze Kampf Blenderei ist. Seht mal, wir lassen die besten Freundinnen gegeneinander antreten, ist das nicht toll? Es k├Ânnte toll sein, ist es aber nicht.

Willow und Buffy k├Ąmpfen also. Als Willow die versteckte Anya entdeckt, die immer noch den Gegenzauber vor sich hinmurmelt, der Jonathan und Andrew sch├╝tzte, kann sie Buffy auf einmal ganz leicht wegschubsen. Und Buffy bleibt - von diesem kleinen Schubser nat├╝rlich sichtlich getroffen, nachdem ihr die Faustschl├Ąge und Tritte Willows wenig ausmachten - benommen am Boden liegen. Erneut.

Szenenwechsel. Jonathan h├Ąlt Andrew unterdessen ein Schwert an den Hals, weil dieser seinerseits Xander mit einem Schwert bedroht. Die beiden sind mit Dawn und Xander aus der Magic Box gefl├╝chtet, noch bevor Buffy und Willow anfingen zu k├Ąmpfen. Jonathan bringt Andrew dazu, das Schwert zu senken. Jonathan: "Wir werden ins Gef├Ąngnis gehen, wenn das hier vorbei ist." Selten war er so sicher. Er hat es sich ganz fest in den Kopf gesetzt.

Szenenwechsel. Willow macht sich ├╝ber Anya her - Buffy liegt ja noch benommen am Boden. Nachdem Willow Anya - kommentiert mit einem d├Ąmlichen Spruch - durch den halben Raum gegen ein B├╝cherregal geworfen hat, steht Buffy - eben noch kampfunf├Ąhig am Boden liegend - sofort wieder auf, als w├Ąre nichts gewesen. Schon wieder. Der Kampf geht weiter, Willow schie├čt Blitze. Buffy liegt schon wieder benommen am Boden. Mal gucken, wann sie diesmal wieder aufstehen wird, als sei nichts gewesen. (Es soll in dieser Folge nicht mehr passieren, aber schon sehr bald in der n├Ąchsten, soviel sei verraten.)

Richtig l├Ącherlich wird die ganze Sache, als "aus heiterem Himmel" "auf einmal" Giles auftaucht. (Irgendwie mu├č man diese Idiome viel zu h├Ąufig verwenden, um "Two To Go" beschreiben zu k├Ânnen. Das ist nicht gut.) Giles kann "nat├╝rlich" - "auf einmal" - selbst magische Blitze verschleudern. "Gerade noch rechtzeitig".

Wie es in der n├Ąchsten Folge weitergeht, kann man sich denken, wenn man wei├č, da├č sie von David Fury geschrieben wurde... Oh Graus!