Buffy & Angel


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
:: Staffel Drei
:: Staffel Vier
:: Staffel FŘnf
:: Staffel Sechs
:: Staffel Sieben


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
:: Staffel Drei
:: Staffel Vier
:: Staffel FŘnf


:: 6x01 Bargaining
:: 6x03 After Life
:: 6x04 Flooded
:: 6x05 Life Serial
:: 6x06 All The Way
:: 6x07 Once More, With Feeling
:: 6x08 Tabula Rasa
:: 6x09 Smashed
:: 6x10 Wrecked
:: 6x11 Gone
:: 6x12 Doublemeat Palace
:: 6x13 Dead Things
:: 6x14 Older and Far Away
:: 6x15 As You Were
:: 6x16 Hell's Bells
:: 6x17 Normal Again
:: 6x18 Entropy
:: 6x19 Seeing Red
:: 6x20 Villains
:: 6x21 Two To Go
:: 6x22 Grave


Buffy Episodenguide


6x15 "As You Were"

[├ťberraschender Besuch]


 ź Kurzinhalt :: Inhalt :: Synopsis :: Review :: Aha-Effekte :: Zitate :: Eure Meinung (6)  

Regie:
Douglas Petrie
Drehbuch:
Douglas Petrie

Hauptdarsteller:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)

Gastdarsteller:
Amber Benson (Tara Maclay)
Marc Blucas (Riley Finn)
Adam Busch (Warren Meers)
Tom Lenk (Andrew Wells)
Danny Strong (Jonathan Levinson)
Marilyn Brett (Lady)
Ivana Milicevic (Sam)
Adam Paul (Vampir)
Ryan Raddatz (Todd)

 Kurzinhalt
Buffy verkauft nichtsahnend Burger im "Doublemeat Palace", als pl├Âtzliche jemand aus ihrer Vergangenheit vor der Theke steht...


 Inhalt
Buffys Job im "Doublemeat Palace" macht ihr immer mehr zu schaffen - nun beschweren sich sogar schon die Vampire ├╝ber Buffys Burgergerucht und versuchen zu fl├╝chten - bis sie von einer beleidigten J├Ągerin gepf├Ąhlt werden.

Der einzige, dem das ganze nichts auszumachen scheint, ist Spike, und der wartet vor Buffys Haus auf ihre R├╝ckkehr. Da Dawn zuhause ist, h├Ąlt es Buffy nicht f├╝r eine gute Idee, hineinzugehen, und so landen die beiden im Gras...

Als Buffy ihrer Schwester sp├Ąter die leicht ramponierte T├╝te mit dem Fast-Food-Essen pr├Ąsentiert, welches als Abendessen herhalten soll, ist diese sehr erleichtert dar├╝ber, da├č Willow mit ihr ins Bronze will - von Burgern hat sie n├Ąmlich langsam die Nase voll.
Buffy, die nicht mit in den Club gehen will, verpasst dadurch eine einmalige Gelegenheit, zu beobachten, wie Xander und Anya ihre Hochzeit planen, die immer n├Ąher r├╝ckt...

Um ihrem vermaledeiten Leben auch noch die Krone aufzusetzen, verpasst Buffy es, rechtzeitig die M├╝lltonnen rauszustellen und sieht so nur noch die R├╝cklichter des M├╝llwagens, und die UC Sunnydale lehnt ihre Bewerbung auf Fortsetzung des Studiums ab.
Kein Wunder, da├č Buffy nicht gerade gut drauf ist und keine rechte Lust auf die Arbeit hat. Doch ihr erster Kunde ist dann jemand, mit dem sie bestimmt nicht gerechnet h├Ątte: Riley!


FŘr alle, die mehr wissen m÷chten, steht eine ausfŘhrliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Jakob S├Ąttler

Es wird immer schwieriger, Reviews f├╝r BtVS zu schreiben. Fr├╝her waren die Folgen in sich geschlossener, linearer, stimmiger, meist nur auf eine Art zu interpretieren. Handlungen und Charakterentwicklungen griffen gekonnt ineinander. In Episoden, die beschwingt erz├Ąhlt wurden, die mehrere Handlungsstr├Ąnge gekonnt unter einen Hut brachten, die alles Hand in Hand gingen lie├čen und eine oftmals perfekte Verzahnung von Mystery, Abenteuer, Teen-Horror, Drama und Humor boten, zogen die Charaktere ihre Erkenntnisse aus der Handlung der Folge. Die Story brachte die Charaktere voran - seien es die "Monster Of The Week"-Geschichten, die nach einer Folge abgeschlossen waren, oder der staffel├╝bergreifende Story-Arc. Die Szenen bestimmten die Entwicklungen der Charaktere. Es machte Spa├č, Reviews zu schreiben, die verkn├╝pften Storylines aufzudecken, die Botschaften herauszulesen und die Interpretation zu verfassen. Die Serie war wie aus einem Gu├č.

Heute sind die Folgen offener, auf vielf├Ąltige und unterschiedliche Weise zu sehen. Man k├Ânnte denken, diese Offenheit w├╝rde die Folgen besser machen - sozusagen den "David-Lynch-Faktor" steigern. Aber das ist nicht so. Denn diese neue Offenheit, diese Unbestimmtheit, resultiert leider gerade nicht aus gelungenen Drehb├╝chern. Das Writing der Serie ist schlechter geworden. Irgendwo ist die Kunst der Autoren, Storylines verwoben zu erz├Ąhlen und sie alle zu einem Abschlu├č zu f├╝hren, auf der Strecke geblieben.

Die neue Vielf├Ąltigkeit h├Ąngt damit zusammen, da├č die Autoren ihre Geschichten nicht mehr fertig erz├Ąhlen, da├č sie B├Ąlle in die Luft werfen und nicht mehr auffangen, da├č sie Storyf├Ąden einfach fallenlassen, da├č sie Entwicklungen heute in diese und morgen in jene Richtung schreiben. Au├čerdem wiederholt sich Vieles. Die Serie wirkt zusammengekleistert, der rote Faden ist oft zerschnitten oder manchmal blau oder gr├╝n statt rot.

Die offenere Interpretierbarkeit der neueren Folgen ist Ergebnis von Entwicklungen, die mal so und mal so sind. Der Serie mangelt es neben der Beschwingtheit fr├╝herer Folgen vor allem an Stimmigkeit. Pickt man sich die Szenen eins, drei und f├╝nf raus, deutet alles auf Interpretation A hin, nimmt man die Szenen vier, sechs und acht, spricht alles f├╝r B. Das macht die Serie zwar realistischer und echter, denn im richtigen Leben l├Ąuft nun mal auch nichts nach einem vorgegebenen Faden, sondern es gibt viel Hin- und Her - aber als Zuschauer der Serie ist man trotzdem oft entt├Ąuscht und ver├Ąrgert. Im Audiokommentar zu 2x14 "Innocence" sagt Buffy-Creator Joss Whedon selbst, da├č es besser ist, die zu erz├Ąhlende Geschichte direkt und ohne Umschweife zu erz├Ąhlen. Die Serie wirkt in Staffel 6 nicht absichtlich vielf├Ąltig interpretierbar geschrieben, sondern die vielf├Ąltige Interpretierbarkeit ist gro├čteils das Ergebnis widerspr├╝chlicher Schreibweise - es wirkt fast ein wenig lieblos.



Konkret zur Folge: Riley ist zur├╝ck in Sunnydale. Die Autoren zeigen Mut, denn seine Figur war mit Sicherheit unter den Fans die meistgeha├čte des gesamten Buffyversums. H├Ątte eine interessante Folge werden k├Ânnen. Wie sehr Rileys R├╝ckkehr allerdings nicht funktioniert und in geradezu erschreckender Weise die Plot- und Erz├Ąhlschw├Ąchen von Staffel 6 offenlegt, zeigt sich an vielen Punkten.

  • Die Monsterjagd ist im Sinne des logischen Aufbaus eine einzige Katastrophe. Wieso kommt Riley nur mit einer Person - seiner Ehefrau - zur├╝ck nach Sunnydale, wenn die Bedrohung so gro├č ist? Wieso nicht mit einem 20-k├Âpfigen Spezialteam? Ausgestattet ist er schlie├člich wie James Bond - da kann's doch nicht so schwer sein, ihm ein paar Leute zur Unterst├╝tzung mitzuschicken. Aber nein, er mu├č Buffy um Hilfe bitten, die J├Ągerin. Seit wann l├Ą├čt sich die Army helfen? Und dann auch noch von der J├Ągerin? Aus Season vier und f├╝nf ist noch bestens bekannt, was die Jungs der Initiative/der Army von ihr halten.

  • Wieso sagt Riley Buffy nicht, da├č er verheiratet ist? Und wieso um alles in der Welt sagt er Buffy nicht, da├č man das Monster lebend braucht? Weil er's vergesssen hat - wunderbare Begr├╝ndung. Was von den Autoren bezweckt werden sollte, ist klar: Buffy sollte in die emotionale Situation gebracht werden, die Bedrohung vergr├Â├čert zu haben. Und um ihre mi├čliche Lage noch zu verst├Ąrkten, sollte sie gleichzeitig erfahren, da├č Riley eine neue Lebensgef├Ąhrtin hat (nat├╝rlich ausgerechnet jetzt, wo sie eben noch auf Riley h├╝pfen und mit ihm eng umschlugen das Abseil-Kunstst├╝ck vollf├╝hren durfte - denn Riley hatte selbstverst├Ąndlich nur ein Seil). Wie hier auf Kosten der Story und der Logik mit 0815-Versatzst├╝cken gearbeitet wird, die man so wohl nicht mal bei den vielen uninspirierten und vor Serienklischees und Typizit├Ąt triefenden Aaron-Spelling-Shows findet, ist BtVS eindeutig unw├╝rdig.

  • Wieso entschl├╝pfen die kleinen D├Ąmonen-Viecher den Eiern ausgerechnet in dem Moment, als Riley und Buffy davorstehen? Ein sehr komischer Zufall...

  • "Riley, wie er Buffy im Bett mit Spike erwischt" und "Riley, wie er am Ende der Folge vom Hubschrauber abgeholt wird" sollen wohl R├╝ckbez├╝ge auf die Folge 5x10 "Into The Woods" sein. Wirklich gelungen sind sie beide nicht: Damals hatte Buffy Riley erwischt, wie er fremdging und sich von Vampiren bei├čen lie├č - er wollte f├╝hlen, da├č er gebraucht und begehrt wird. Diesmal ist es Buffy, die von Spike dieses Gef├╝hl will. Buffy drehte damals durch, als sie Riley so sah, Riley hat in dieser Folge Verst├Ąndnis f├╝r Buffy. Mag sein, da├č er aus Buffys ├╝berzogener Reaktion damals etwas gelernt hat und selbst nicht so reagieren will, aber wirklich abnehmen tut man ihm seine so gefa├čte Reaktion dennoch nicht. Nicht, nachdem er angeblich so lange gebraucht hat, um ├╝ber Buffy wegzukommen. Er wirkt zu distanziert, zu gleichg├╝ltig - alte Liebe rostet bekanntlich nicht. Vor allem m├╝├čte es ihm mehr ausmachen, da├č es ausgerechnet Spike ist, mit dem Buffy Sex hat.

    Rileys Abgang im Hubschrauber auch ganz anders als damals. In 5x10 "Into The Woods" verlie├č Riley Sunnydale als gebrochener Charakter, einsam, entt├Ąuscht, verzweifelt. Hier geht er nicht allein, sondern mit seiner Frau - und zwar als Held, und das nicht zu knapp. Wieso kann der Hubschrauber nicht einfach landen? Nein, Riley mu├č per Seilwinde mit seiner Frau heraufgezogen werden - in einer v├Âllig heroisierten Einstellung. Was soll das? Es gibt keinen Grund, hier derma├čen den Holzhammer auszupacken, um zu zeigen, da├č Riley dieses Mal einen vers├Âhnlichen Abschied hat. Die ├ťberzeichnung, die ├ťbertreibung macht hier keinen Sinn. Sollte es ein Dankesch├Ân, eine Ehrerweisung an den Schauspieler Marc Blucas sein? Es wirkt einfach st├Ârend, kitschig...

  • Offensichtlich ist, da├č Riley und Sam als Ehepaar Katalysatorfunktion haben. Sie bilden einen Gegenpol zur Beziehung Buffy/Spike - eine Erinnerung f├╝r Buffy, wie es eigentlich sein sollte. Damit h├Ątte man leben k├Ânnen. Gleichzeitg spielen sie (vor allem Sam mit ihren guten Tips f├╝r Xander) aber noch eine Rolle in der sich unendlich in die L├Ąnge ziehenden Xander-Anya-Hochzeits-Storyline. Und Sams Erfahrungen mit Hexen und Magiern sollen die Willow-Story-Line nachtr├Ąglich noch ein wenig glaubw├╝rdiger machen. Dawn darf als sturer Teenager immer noch auf Riley sauer sein und Willow bietet als Buffys beste Freundin nat├╝rlich an, Sam bedingungslos zu hassen. Doch das ist noch lange nicht alles. Riley, der im Laufe des letzten Jahres scheinbar zum weisen Philosophen und Lebenskenner geworden ist (weise wie "Buddha", haben manche in Fan-Foren geschrieben), darf Buffy die Augen ├Âffnen, wie tief sie gesunken ist, baut sie wieder auf (w├Ąre eigentlich die Aufgabe der Scoobies, aber die sind im Moment ja auch nur mit ihren eigenen Problemen besch├Ąftigt), sorgt daf├╝r, da├č Buffy den DMP endg├╝ltig hinter sich l├Ą├čt, und gibt ihr das Selbstvertrauen und die Kraft, Spike zu verlassen.

    Sind ein bi├čchen sehr viele Funktionen, die den beiden Gastcharakteren da zuteil werden. Bedenkt man dazu den lahmen Plot der Folge (Spike wird in ziemlich ├╝berrumpelnder Manier zum b├Âsen Doc gemacht - die Mysterie-Handlung der Folge kann man noch nicht mal als "Monster Of The Week" bezeichnen), so bleibt der Eindruck h├Ąngen, da├č die Folge einzig und allein um Riley und Sam aufgebaut wurde. Alles dreht sich um sie. Die Folge hat leider nur eine v├Âllig nebens├Ąchliche Handlung, sie lebt vom Aufeinanderprallen der Charaktere. Und das in sehr dialoglastiger Weise. Zwar hat vor allem die "Picket Fences"-Folge 2x19 "Buried Alive" gezeigt, da├č dialoglastige Folgen, die von den Beziehungskisten der Charaktere handeln, mit zum Besten geh├Âren k├Ânnen, was sich in einer Fernsehserie machen l├Ą├čt, aber der hier vorliegenden Episode kann man dieses Kompliment leider nicht aussprechen.

    Es ist ein wenig entt├Ąuschend, da├č es haupts├Ąchlich das Gespr├Ąch mit dem pl├Âtzlich so lebenserfahrenen und allwissenden Riley ist, das Buffy dazu bringt, ihr Kapitel mit Spike zu beenden. Ein Gespr├Ąch, das die Erkenntnis bringt, und keine stetige Entwicklung, die Buffy zu diesem Entschlu├č treibt (siehe erster Absatz dieses Reviews). Zwar kann man hier einwenden, da├č es sehr wohl Szenen gab, die angedeutet haben, da├č Buffy diesen Schritt irgendwann machen wird (zum Beispiel die Schlu├čszenen von 6x10 "Wrecked" und von 6x13 "Dead Things"), da├č es also doch eine gut geschriebene Entwicklung ├╝ber mehrere Folgen gab. Aber da sind wir genau an der Stelle, den der letzte Absatz des abstrakt-einleitenden Teiles dieses Reviews meint: Man sieht diese Entwicklung nur, wenn man sich die richtigen Szenen rauspickt. Da├č es nach 6x10 und 6x13 mit der Beziehung Buffy-Spike weiterging, zeigt, da├č es keine stringente Entwicklung gab, da├č die beiden Schlu├čszenen eben doch keinen gro├čen Einflu├č auf Buffy hatten. Es war ein diffuses Hin- und Her mit ihr und Spike. Nie hatte Buffy wirklich die Kraft, sich zu l├Âsen. Und nun ist's also der kurz mal auftauchende Riley, der seiner Ex-Freundin Buffy gut zuredet - und die Sache ist vorbei. Naja.

    Vielleicht kann man sagen, da├č hier auch die Zeit eine gewisse Rolle gespielt hat, da├č es einfach nicht ewig weitergehen konnte... Das entkr├Ąftet die Kritik, da├č Rileys Zureden einen so hohen Stellenwert hat, etwas. Und das ist gut so. Denn so kann man sich wenigstens einigerma├čen mit diesem Punkt anfreunden.

Die Folge insgesamt ist aber auch unabh├Ąngig von der Riley-Geschichte nicht zufriedenstellend. Man erlebt gleich mehrere Szenen, die im Grunde nur das noch mal wiederholen, was man ohnehin schon die ganze Staffel lang unter die Nase gerieben bekam: Alles l├Ąuft darauf hinaus, da├č Buffy keine Freude an ihrem Leben hat, da├č sie sich Spike zum Sex manchmal nur sehr widerwillig hingibt (konnte man in 6x12 "Doublemeat Palace" schon sehen), da├č sie ihren Alltag kaum meistern kann (Dawn was zu Essen machen, den M├╝ll rausbringen, die Jacke reinigen etc). Offenbar wollte man dies noch mal unterstreichen, vor Rileys R├╝ckkehr, die ja einen Wendepunkt markiert.

Aber seien wir ehrlich: Es war nicht n├Âtig - keineswegs. Die ganze Staffel lang pr├Ąsentiert man uns nun schon die Demontage der J├Ągerin. Was mit Buffy los ist, hat nun wirklich auch der Letzte verstanden. ├ärgerliches Folgen-F├╝ll-Material. Wenn man schon (entweder aus der ├ťberzeugung heraus, es sei unpassend - oder vielleicht doch eher aufgrund mangelnder Kreativit├Ąt?) in dieser d├╝steren und depressiven Staffel darauf verzichtet, die mystische "Teen-Horror"-Seite der Serie herauszustellen und uns keine interessanten neuen D├Ąmonen pr├Ąsentiert (zum Beispiel immer noch keinen Big Bad), wieso f├╝hrt man dann nicht wenigstens angefangene Handlungslinien weiter? Es ist doch genug Raum da. Der Anfang der Folge h├Ątte sich zum Beispiel prima geeignet, Dawn's Klauerei zu thematisieren. Gerade nachdem Dawn in der letzten Folge aufgeflogen ist. Aber dazu kam mal wieder gar nichts. Statt dessen diese ewigen Wiederholungen, wie schlecht sich Buffy doch f├╝hlt. Das bringt die Story nicht weiter. Stillstand. Es ist unverst├Ąndlich, wieso die Autoren solche Szenen immer wieder bringen.

Auch die Willow-Storyline ist irgendwie eingeschlafen. Willow beginnt, als Charakter zu verblassen; hier wird ebenfalls viel Potential verschenkt. In den letzten drei Folgen kam zu dieser so gro├č angelegten Geschichte fast gar nichts mehr.

Daf├╝r durfte Spike mal eben so zum Doc werden, eine Story-Wendung, die vielleicht nicht komplett unglaubw├╝rdig ist, aber doch ziemlich aus der Luft gegriffen. Vor allem ging's zu schnell. Erst in dieser Folge wurde bekannt gemacht, da├č es so was wie einen Doc gibt, und dann wird gleich aufgel├Âst, da├č es Spike ist, der offenbar ein Doppelleben f├╝hrt. Unter "Spannungsaufbau" versteht man was anderes. Und mu├čte man Spikes b├Âse Seite wirklich so unterstreichen? Haben zu viele 14-j├Ąhrige Teenie-M├Ądels angefangen, den Vampir kuschelig zu finden? War nach 6x13 "Dead Things" nicht klar, da├č Spike weit davon entfernt ist, menschlich und "gut" f├╝r Buffy zu sein?

Ein weiterer Punkt, der zumindest verwundert: Riley hat mit seiner "Rumhurerei" sicher einen gro├čen Teil zum Scheitern der Beziehung zu Buffy beigetragen. Auch Spike ist sicher kein einseitig Ausgenutzter in seiner Beziehung zu Buffy gewesen, sondern war eher selbst oft die treibende Kraft und wollte Buffy von ihren Freunden entfernen und auf seine dunkle Seite ziehen. In "As You Were" entschuldigt sich Buffy - in Fan-Foren oft als Egozentrikerin verschrien - bei Spike und bei Riley. Aber sie selbst bekommt keine Entschuldigung zu h├Âren.

Was wollen die Autoren damit erreichen? Ist es "Zufall"? H├Ątte es nicht gepa├čt, da├č sich Spike und Riley auch entschuldigen? Bei Spike wohl sicher nicht, aber bei Riley? Soll herausgestellt werden, da├č nur Buffy die Schlechte war, die sich entschuldigen mu├č? W├Ąre dem Autor jedenfalls zu einseitig. Oder soll Buffy zu einem gro├čherzigen Charakter werden, der es fertig bringt, sich zu entschuldigen, auch wenn er nicht allein derjenige ist, der sich entschuldigen m├╝├čte?

Eine kleine Szene der Folge jedenfalls hat zu 100 % gefallen. "I'm sorry, William." Nicht nur, weil diese Szene endlich einen Schlu├čstrich unter die "Freak Show" zieht (wie Buffy ihre Beziehung zu Spike einmal nannte), sondern weil Buffy Spike "William" nennt.

Es wird klar, da├č es Buffy ernst ist mit der Trennung. Ein "I'm sorry, Spike." h├Ątte ihr niemand abgekauft. Zu oft hat sie sich wieder zu Spike hingezogen gef├╝hlt oder von Spike "besteigen" lassen. Indem Buffy aber "William" sagt, verleiht sie ihrer Aussage eine ganz andere Bedeutung. Buffy redet hier nicht so mit Spike, wie sie es in der Vergangenheit immer getan hat ("Nein" bedeutet "Ja"), sondern sie macht ihm klar, da├č sie ihn ab heute anders sieht. Nicht mehr Spike, das Sexspielzeug, die Ablenkung, die Realit├Ątsflucht, sondern William, der "Mensch" (soweit man das bei einem Vampir sagen kann ), der f├╝r sie nicht gut ist.

Auch in der Folge 5x05 "No Place Like Home" nannte Buffy den Vampir bei seinem richtigen Namen. Ihre Mutter war krank und Buffy verd├Ąchtigte Dawn (die sie in diesem Moment nicht f├╝r ihre Schwester, sondern f├╝r einen D├Ąmon hielt), etwas mit der Krankheit ihrer Mutter zu tun zu haben. Sie war sehr besorgt und wollte Nachforschungen anstellen, als sie Spike "zuf├Ąllig" direkt vor ihrem Haus antraf. Auf eine lahme Ausrede Spikes hin, wieso er gerade hier sei, meinte Buffy: "No one has time for this, William."

Es scheint, sie sagt immer dann "William", wenn ihr etwas wirklich ernst ist. Vielleicht so ├Ąhnlich wie Lehrer oder Eltern ihr Kind, was sie sonst immer "Melly" nennen, pl├Âtzlich mit dem richtigen Namen "Melanie" ansprechen, wenn es etwas angestellt hat. Kaum wird es ernst, ist auch der Name anders.