Buffy & Angel


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
:: Staffel Drei
:: Staffel Vier
:: Staffel Fünf
:: Staffel Sechs
:: Staffel Sieben


:: Staffel Eins
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:: Staffel Fünf


:: 6x01 Bargaining
:: 6x03 After Life
:: 6x04 Flooded
:: 6x05 Life Serial
:: 6x06 All The Way
:: 6x07 Once More, With Feeling
:: 6x08 Tabula Rasa
:: 6x09 Smashed
:: 6x10 Wrecked
:: 6x11 Gone
:: 6x12 Doublemeat Palace
:: 6x13 Dead Things
:: 6x14 Older and Far Away
:: 6x15 As You Were
:: 6x16 Hell's Bells
:: 6x17 Normal Again
:: 6x18 Entropy
:: 6x19 Seeing Red
:: 6x20 Villains
:: 6x21 Two To Go
:: 6x22 Grave


Buffy Episodenguide


6x13 "Dead Things"

[Manipulationen]


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Drehbuch:
Steven S. Deknight

Hauptdarsteller:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)

Gastdarsteller:
Amber Benson (Tara Maclay)
Adam Busch (Warren Meers)
Tom Lenk (Andrew Wells)
Danny Strong (Jonathan Levinson)
Amelinda Embry (Katrina)

Darsteller:
Marion Calvert (Gina)

 Kurzinhalt
Buffy versucht herauszufinden, wieso Spike in der Lage ist, sie zu schlagen. Und auch Warren, Andrew und Jonathan sind nicht untätigt...


 Inhalt
Während Buffy sich die Zeit durch einem Schäferstündchen mit Spike vertreibt, stehen die Villains kurz vor der Vollendung ihrer neuesten Bastelei stehen. Das kleine Gerät soll es ihnen ermöglichen, jede Frau in eine willenlose Sex-Sklavin zu verwandeln.

Am nächsten Tag erzählt Buffy Tara, daß Spike sie verletzten kann - allerdings nur sie und keine anderen Menschen. Irgendwie muß sie falsch zurückgekommen sein. Sie bittet Tara, den Zauber noch einmal genau zu untersuchen und herauszufinden, was nicht richtig an ihr ist.

Für die drei Oberschurken der Stadt wird es nun ernst: der erste Test ihres neuen Geräts steht bevor. Dazu begibt sich Warren in eine Bar, um die erste Testperson auszuwählen. Jonathan und Andrew verfolgen das ganze per Interkom und Mini-Kamera aus dem Van.

Dann jedoch sieht Warren plötzlich seine Ex-Freundin Katrina und klinkt seine Kollegen kurzerhand aus. Katrina, die zunächst nichts von ihm wissen will, wird plötzlich sehr gefügig, als Warren sein Gerät aktiviert...


Für alle, die mehr wissen möchten, steht eine ausführliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Jakob Sättler

Die Sexbesessenheit der drei Nerds ist und bleibt super-pubertär und einfach nur flach. Langsam nervt es.

Es bleibt ein Rätsel, was die Autoren mit den Nerds noch vorhaben. Lange konnte man sie sich als Abbild vorstellen, wie die BtVS-Autoren Meetings abhalten ("breaking the episode", wie sie das nennen). Der Humor der drei erscheint als ein kindliches Austoben von den Autoren, Narrenfreiheit.

Und in den ersten Folgen waren die Nerds auch so doof-witzig, daß man lachen mußte. Ihre finsteren Pläne konnte man gar nicht ernst nehmen (6x04 "Flooded"), sie waren einem fast sympathisch (auf eine sehr anstrengende Art und Weise).

Mit der Zeit hat sich das aber gewandelt. Spätestens 6x11 "Gone" und die vorliegende Folge machen aus den Witzfiguren (vor allem aus Warren, aber auch aus dem Mitläufer Andrew, der sagt: "We really got away with murder. That's... kinda cool.") skrupellose Kriminelle, die ohne jegliches Verantwortungsgefühl und Gewissen Buffys Leben ruiniert hätten. Fliehen in pubertäre Phantasien und Drücken vor der Verantwortung des Erwachsenwerdens ist eine Sache - Frauen zu Sexsklavinnen zu machen, zu töten und die Tat anschließend jemand anderem in die Schuhe zu schieben, all das ist etwas ganz Anderes. Über Letzteres kann man nicht lachen.

Nun wollten die Autoren zwar nicht, daß man in der Folge darüber lacht, aber man darf gespannt sein, wie die Nerds in Zukunft dargestellt werden. Sie haben endgültig eine Schwelle überschritten, weit überschritten. Sympathie, wie man sie für andere Black-Hat-Charaktere bisher bei BtVS immer aufbringen konnte (Spike in Staffel 2, Glory, der Bürgermeister), haben die Jungs jetzt verspielt. Sie sind Menschen, keine Dämonen (die so eine Art Freibrief zum Böse-Sein haben). Wird man in Zukunft noch über Warren, Andrew und Jonathan lachen können?

Jedenfalls liefert die Folge nicht nur in Bezug auf Warren Altbekanntes. Eine kleine Aufzählung:

-- Warren ist ein sexistischer Arsch, der Frauen nicht als Menschen sieht. Das weiß man schon seit 5x15 "I Was Made To Love You". Und daran hat sich nichts geändert. Warren sieht Frauen als Objekte, die es zu manipulieren gilt.

-- Ein Mensch stirbt durch einen "Unfall" auf einer Treppe - wie sollen die Beteiligten damit umgehen, sollen sie zum Beispiel zur Polizei gehen oder nicht? Eine ähnliche Thematik gab es schon in 2x11 "Ted", oder in 3x14 / 3x15 "Bad Girls / Consequences". Der Dialog zwischen Buffy und Spike zu dem Thema erinnert unheimlich stark an damalige Buffy-Faith-Dialoge.

-- Die Treppenszene erinnert auch leicht an Cordelia, die in 3x08 "Lovers Walk" fast starb, als eine Treppe unter ihr einstürzte (Was ist das nur mit diesen Treppen? ;-) )

-- Die verzauberte Katrina ähnelt sehr dem Buffybot, als er programmiert war, Spike zu lieben (5x18 "Intervention").

-- Buffys Ausweinen bei Tara hat sehr an Angel 1x18 "Five By Five" erinnert: Faith in den Armen von Angel, "I'm bad, I'm bad" schluchzend. Faith wollte bei ihrem Zusammenbruch als böse angesehen werden - Buffy will von Tara kein Verständnis, sondern eine Zurechtweisung, daß ihr Verhalten falsch war.

Bis vielleicht auf den letzten Punkt sind genannten Beispiele eher störend und verärgern, als daß sie als "tolles Zitieren" von alten, guten Folgen anzusehen sind. Sie sind eher unnötige Wiederholungen und erneutes Durchkauen eines schon thematisierten Stoffes.

Was die Folge dennoch zu einer ganz besonderen macht, ist die sowohl inhaltlich überzeugende wie auch inszenatorisch sehr fesselnd, "depressivmachend" umgesetzte Entwicklung von Buffy.

Zugegeben, die Begründung, wieso Spike Buffy trotz Chip verletzen kann, ist lahm. Aber darum geht es in der Folge nicht. Das steht nur am Rande.

Mit Buffy ist es seit ihrem heroischen Tod und dem "Rausreißen aus dem Paradies" quasi stetig bergab gegangen (leichte Hoffnungsschimmer und Besserungen der Lage mal außen vor gelassen). Keine Freude am Leben, Giles verlässt sie, Entfremdung von ihrer Schwester Dawn und ihren Freunden Willow und Xander, Geldprobleme, keine Zukunftsträume, seit zwei Folgen ein "unwürdiger" Job...

Einige von diesen Punkten führten Buffy zu Spike. Der "verständnisvolle", selbst in Buffy verliebte Vampir wurde zur Realitätsflucht, ein Davonlaufen vor dem eigenen Leben, Wegrennen vor der Verantwortung, der tiefe Fall der Buffy Anne Summers nach der Rettung der Welt am Ende der letzten Staffel. Buffy muß ihr Leben allein meistern, ohne Eltern, ohne Giles. Sie muß erwachsen sein (nicht zuletzt für Dawn), und kommt damit überhaupt nicht klar. Wieso will ihr nichts gelingen? Wieso fühlt sie sich von Spike angezogen, wieso verschwimmen Richtig und Falsch so?

Buffys Erklärung ist einfach. Sie ist falsch zurückgekommen - das ist nicht sie, die so handelt.
Buffy leugnete dies zwar in den vergangenen Episoden, aber in "Dead Things" wird deutlich, daß sie sich insgeheim wünscht, darauf hofft und vertraut, es wäre so. Dann wäre es nicht ihre Schuld, was sie tut, es läge nicht in ihrer Verantwortung. Der Glaube ans "Coming Back Wrong" als Strohhalm, um nicht eigenverantwortlich zu sein.

Überzeugt von diesem Irrglauben, mußte Buffy Taras Offenbarung wie ein Schlag treffen.

Ihr Kartenhaus aus Selbstschutzvorrichtungen (die Wegweisung von Verantwortung) ist in sich zusammengefallen. Die Erkenntnis, dass sie selbstverantwortlich falsch handelt, wird im Gespräch mit Tara immer deutlicher.

Buffy bleibt zurück mit der immer schwächer werdenden, ausklingenden Hoffnung, vielleicht doch falsch zu sein ("Tell me that I'm wrong, please...").

Und wenn schon das nicht der Fall ist, dann will Buffy, bekannt für Schwarz-Weiß-Malerei ohne Grautöne, wenigstens nicht noch Verständnis von Tara entgegengebracht bekommen. Im Grunde sehnt sie sich nach einer Autoritätsfigur, die sie für ihr falsches Verhalten bestraft (siehe auch 6x11 "Gone" - Buffy fummelt an Spike weiter rum, als Xander in der Krypta ist, weil sie unbewusst von ihm entdeckt werden will, getadelt werden will); sie braucht jemanden, der ihr die ihr abhanden gekommen Werte, die Regeln vorlebt, der ihr bisheriges Verhalten ablehnt. Sie will nicht selbst entscheiden müssen, sondern jemanden haben, der das für sie tut.

Ablehnung ("Please don't forgive me") würde für Buffy bedeuten, dass das Wertegerüst in der Welt noch intakt ist. Taras nur gutgemeintes, sensibles Verständnis macht es für Buffy noch schwerer, weil es bedeutet, daß sie wirklich in einer Grauzone steht, daß es am Ende noch nachvollziehbar ist, wie sie sich verhält, daß es keine klaren Kategorien wie Richtig und Falsch gibt und daß ihr Leben - so wie es ist - echt ist, ihres ist, und daß die erdrückend schwere Aufgabe, daran etwas zu ändern, sie allein bewältigen muß.

Das Leben ist hart, voller Zweifel, Uneindeutigkeit und Verantwortung. Wie diese Botschaft in "Dead Things" rübergebracht wurde, das war hervorragend.

Postskriptum: Das so schön passende und düstere Lied, das zu hören ist, während Buffy und Spike auf der entgegengesetzten Seite der Tür stehen - unfähig, sie zu öffnen - ist von der Gruppe "Bush", heißt "Out Of This World" und ist auf dem Album "Golden State" zu finden.