Buffy & Angel


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
:: Staffel Drei
:: Staffel Vier
:: Staffel Fünf
:: Staffel Sechs
:: Staffel Sieben


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:: Staffel Fünf


:: 6x01 Bargaining
:: 6x03 After Life
:: 6x04 Flooded
:: 6x05 Life Serial
:: 6x06 All The Way
:: 6x07 Once More, With Feeling
:: 6x08 Tabula Rasa
:: 6x09 Smashed
:: 6x10 Wrecked
:: 6x11 Gone
:: 6x12 Doublemeat Palace
:: 6x13 Dead Things
:: 6x14 Older and Far Away
:: 6x15 As You Were
:: 6x16 Hell's Bells
:: 6x17 Normal Again
:: 6x18 Entropy
:: 6x19 Seeing Red
:: 6x20 Villains
:: 6x21 Two To Go
:: 6x22 Grave


Buffy Episodenguide


6x12 "Doublemeat Palace"

[Geheimnisvolle Zutaten]


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Regie:
Nick Marck
Drehbuch:
Jane Espenson

Hauptdarsteller:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)

Gastdarsteller:
Elizabeth Anne Allen (Amy Madison)

Darsteller:
Marion Calvert (Gina)
Kali Rocha (Halfrek)

 Kurzinhalt
Buffy muß erfahren, das ihr neuer Job als Verkäuferin im Burger-Tempel "Doublemeat Palace" nicht gerade erste Sahne ist - und dann ist da noch die geheime Zutat im Burger, von der Buffy einen ganz schlimmen Verdacht hat...


 Inhalt
Während die Scoobies sich weiter um die Villains kümmern, hat Buffy anderes zu tun - ihr neuer Job ruft. Ab jetzt ist sie Verkäuferin im "Doublemeat Palace", einem Fast-Food-Tempel. Ein Job, der nicht gerade einfach ist, besonders mit solch völlig unmotivierten Mitarbeitern, wie Buffy sie hat.

Nachdem sie erst mal die Spezialität des Hauses gekostet hat - schließlich muß man wissen, was man den Kunden verkauft - darf sie dann auch gleich ihren ersten Kunden bedienen, was sich aber als gar nicht so einfach erweist. Buffy jedenfalls bringt die Bestellung sofort durcheinander. Glücklicherweise hat sie Gary an ihrer Seite, einen Kollegen, der ihr hilft.

Alle Burger im "Doublemeat Palace" enthalten eine geheime Zutat, doch so sehr Buffy sich auch anstrengt, sie bekommt einfach nicht heraus, worum es sich dabei handelt. Betriebsgeheimnis.
Dafür bekommt Buffy viel Besuch an ihrem ersten Arbeitstag, denn die Scoobies tauchen zu einer kleinen Stipvisite auf. Auch Spike läßt sich blicken, und versucht Buffy, den Job auszureden - er sei gefährlich.

Damit könnte Spike durchaus Recht haben, denn am nächsten Tag ist plötzlich Gary, Buffys Kollege vom Vortag, unauffindbar verschwunden...


Für alle, die mehr wissen möchten, steht eine ausführliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Jakob Sättler

Leider macht "Doublemeat Palace" (gängige Abkürzung im Fan-Jargon "DMP") da weiter, wo die vorige Folge 6x11 "Gone" aufgehört hat. Das Autorenteam scheint Season 6 mehr und mehr zu nutzen, um (s)eine sehr eigene Art von Humor unter die Leute zu bringen.

Waren es bisher die drei Nerds, die für eine sehr schräge und eigenwillige Art von Humor standen, der in der letzten Folge in einem Kampf mehrerer unsichtbarer Personen seinen grotesken, vorläufigen Höhepunkt fand, so ist es diesmal eine Fast-Food-Bude, in der es sehr, sehr skurril zugeht. Narrenfreiheit in einer etablierten Serie, wenn man so will.

Ob diese Art von Humor allerdings beim Publikum ankommt?

Viele der Witze aus DMP kommen einem schon bekannt vor. Zum Beispiel Buffy, die mit den Buttons nicht zurecht kommt, als die Familie etwas bestellt - die Szene erinnerte stark an 6x05 "Life Serial", die Pointe war vorhersehbar. Oder Anya, die den Dämon, der Xander in der eigenen Wohnung bedroht, bereits kennt - auch das war fast zu erwarten. Und mittlerweile wirkt Xander schon wie einer der Nerds - wie er am Anfang der Folge die Beine übereinander schlägt, wie er den zur Beweisfindung dienenden Hamburger ißt...

Fast möchte man den Autoren vorschlagen, sich folgendes Zitat aus dieser Folge selbst zu Herzen nehmen:

Gary: "You're funny! (dann) You better stop that."

Bei DMP kann man schnell zu dem Eindruck gelangen, die Autorin Jane Espenson wählt die enttäuschende Herangehensweise, ihre Geschichte um ein paar (mehr oder weniger gelungene) Gags aufzubauen. Ein Armutszeugnis.

Ähnlich wie schon in 6x11 "Gone" werden eigentlich bedeutende Storylines zur unwichtigen Nebensache degradiert (zum Beispiel der Plot um Buffy, die offenbar "falsch" von den Toten zurückgekommen ist) und Szenen über die Beziehungen zwischen den Charakteren wirken wie allerhöchstens leicht variierte Wiederholungen von Dingen, die man schon lange weiß (Buffy-Spike und Xander-Anya etwa standen vor ein paar Folgen schon da, wo sie jetzt stehen). Die Storyline um Willow wird so plump weitergeführt, wie sie in 6x10 "Wrecked" dargestellt wurde - diesmal ist es Amy, die sich - ehemals eine gute Freundin - in klischeehafter Weise als die böse Verführerin entpuppt. Und die Charaktere handeln teilweise nur schwer nachvollziehbar: Dawn ist auf einmal wieder freundlich zu Willow; nur Spike (also niemand von Buffys menschlichen Freunden) rät der Jägerin ab, in der Fast-Food-Bude zu arbeiten; Buffy bettelt am Ende der Folge (nach allem, was sie im DMP erlebt hat) darum, weiterhin dort beschäftigt sein zu dürfen.

Überhaupt verkommt Buffy zur Witzfigur: Ihre Entwicklung von der Retterin der Welt (5x22 "The Gift") zur tragischen Figur, die ungewollt von den Toten zurückgeholt wird (in der ersten Hälfte von Staffel 6), war gelungen. Doch was kam danach?

Buffys Geldnot und Jobsuche (die übrigens nach der Folge 6x05 "Life Serial" bis zu dieser Folge kein Thema mehr war, was leider ins Bild des enttäuschenden Umgangs mit angefangenen Handlungssträngen paßt) werden zum Aufhänger zweitklassiger Witze; die relevanten Fragen - Wieso kann Spike Buffy schlagen? Wie kann Buffy die Mutterrolle für Dawn wahrnehmen? Erleben wir noch eine Aussprache mit Willow (wofür es jetzt, da sich die beiden wieder ganz gut vertragen, fast schon zu spät ist)? Findet Buffy neuen Lebensmut? - werden immer wieder stümperhaft zur Seite gekehrt und bleiben unbeantwortet.

Buffy: Vom weiblichen Messias zur Fast-Food-Verkäuferin mit lächerlichem Hut, die noch um ihren unwürdigen Job bettelt. Wenn das mal kein Abstieg ist!

Komischerweise kann man an genau diesem Punkt ansetzen, um die Folge in ein positiveres Licht zu rücken. Ein kluger Mann hat mal gesagt, wenn's nach ihm ginge, dann würde er die Hollywood-Filme da anfangen lassen, wo sie sonst mit einem Happy-End enden. Ab da würde es erst richtig interessant werden (z. B. wenn die Liebenden, die im Laufe des Films zueinander gefunden haben, nun ihren Alltag meistern müssen und früher oder später in Streit geraten...).

In gewisser Weise gehen die BtVS-Autoren in Season 6 diesen Weg. Die Geschichte der Jägerin war am Ende von Staffel 5 eigentlich fertig erzählt. Kein wirkliches Happy-End, da Buffy starb, aber doch eins, das Hoffnung machte. Buffy hatte die Welt gerettet, ihre Aufgabe erfüllt, Dawn und den Scoobies den Weg bereitet für eine glückliche Zukunft. Wie sieht Buffys eigene Zukunft in dieser Welt aus? Staffel 6 beschreibt sie: Alles ist grau, hart, trist und deprimierend. Man ist einsam. Es ist eine Welt, die sich nicht als würdig erwies, gerettet zu werden. Selbst der Sex mit Spike, der für Buffy eine Art Realitätsflucht war, verschafft keine Befriedigung mehr. Das kann man deutlich an Buffys Gesicht erkennen.

Geht man mit dieser Sichtweise an die Folge heran, so weiß die schräge Atmosphäre des Double Meat Palace zu gefallen. Trashig-skurrile "Sleepless in Seattle"-Hackfleisch- Anspielungen, B-movie-Charme, teils an "Braindead", teils an "Alien" oder eher "Spaceballs" erinnernde Szenen und Monster mit unübersehbarem Phallus-Symbol, natürlich auf "billig" gemacht. Unschematisch. Die übertriebenen Kostüme der Verkäufer als Inbegriff eines kulturlosen Fast-Food-Amerikas mit Idylle für die ganze Familie. Die kleine Ansteckbrosche mit der Jahreszahl, die motivierende Wirkung entfalten soll. Das gekünstelte und leblose Schlagwort "Doublemeat Experience". Ein Platz, der einem äußerst zuwider ist.



Abschließend eine kleine Bemerkung zum Hintergrund der Episode: Joss Whedon hatte Vorbehalte, ob man Buffy, die ja bereits gekellnert hat (siehe Aha-Effekte), abermals in einen ähnlichen Job stecken sollte. Da manche Autoren aber selbst Job-Erfahrungen im "Fast Food"-Metier gesammelt hatten und versicherten, dies sei eine ganz eigene, verrückte Welt und mit Kellnerei überhaupt nicht zu vergleichen, ließ sich Show Runner Joss eines Besseren belehren.

Wer diese Folge so schrecklich fand, daß er den DMP nie wieder sehen möchte, der kann sich freuen. Zwar wird der "Fast Food"-Laden in den nächsten Episoden noch vereinzelt auftauchen, aber es gingen beim Network UPN bzw. der Produktionsfirma FOX so viele Beschwerden von Werbekunden wegen der negativen Darstellung von Fast Food ein, daß man sich beugte und von einer weiteren Thematisierung von Fast Food für noch zu drehende Episoden abstand nahm.