Buffy & Angel


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
:: Staffel Drei
:: Staffel Vier
:: Staffel Fünf
:: Staffel Sechs
:: Staffel Sieben


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
:: Staffel Drei
:: Staffel Vier
:: Staffel Fünf


:: 6x01 Bargaining
:: 6x03 After Life
:: 6x04 Flooded
:: 6x05 Life Serial
:: 6x06 All The Way
:: 6x07 Once More, With Feeling
:: 6x08 Tabula Rasa
:: 6x09 Smashed
:: 6x10 Wrecked
:: 6x11 Gone
:: 6x12 Doublemeat Palace
:: 6x13 Dead Things
:: 6x14 Older and Far Away
:: 6x15 As You Were
:: 6x16 Hell's Bells
:: 6x17 Normal Again
:: 6x18 Entropy
:: 6x19 Seeing Red
:: 6x20 Villains
:: 6x21 Two To Go
:: 6x22 Grave


Buffy Episodenguide


6x11 "Gone"

[Verschwunden]


 « Kurzinhalt :: Inhalt :: Synopsis :: Review :: Aha-Effekte :: Zitate :: Eure Meinung (9) » 

Regie:
David Fury
Drehbuch:
David Fury

Hauptdarsteller:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)

Gastdarsteller:
Amber Benson (Tara Maclay)
Adam Busch (Warren Meers)
Tom Lenk (Andrew Wells)
Danny Strong (Jonathan Levinson)
Enrique Almeida (Marco)
Noel Albert Guglielmi (Vince)
Paul Gutrecht (Tony)
Richard S. Horvitz (Mark)

 Kurzinhalt
Das Jugendamt steht bei der Jägerin vor der Tür - Überprüfung ihres Sorgerechts für Dawn. Und als wäre das noch nicht genug, haben die Super-Villains auch noch ein neues Spielzeug...


 Inhalt
Um Willow zu helfen, von der Magie loszukommen, säubern Buffy und Dawn das gesamte Haus von allerlei magischen Utensilien, die sich im Laufe der Zeit so angesammelt haben.

Warren, Andrew und Jonathan komplettieren derweilen ihr neuestes Spielzeug - einen Strahler, mit der man Gegenstände unsichtbar machen kann. Herzstück dieser Waffe ist der Diamant, den sie kürzlich aus dem Museum gestohlen haben.

Während Buffy ihre Schwester am nächsten Morgen für die Schule fertig machen, taucht Spike unangemeldet auf. Er sucht sein Feuerzeug, das er wohl in Buffys Haus verloren haben muß. Sogleich macht er es sich um Haus gemütlich - wohin sollte er auch sonst, schließlich ist draussen Tag.
So nimmt er dann auch die Ankunft der Sozialarbeiterin relativ gelassen, die plötzlich vor der Tür steht und prüfen möchte, ob sich Buffy auch angemessen um Dawn kümmern kann.

Auf der Straße stehen die Villains kurz vor dem ersten Test ihrer neuen Erfindung. Leider sind sie sich nicht ganz einig, wer zuerst unsichtbar werden darf, und bei ihrem Streit geht die Waffe aus Versehen los - und trifft Buffy, die zufällig in diesem Moment die Straßenkreuzung passiert...


Für alle, die mehr wissen möchten, steht eine ausführliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Jakob Sättler

Wenn man für eine Homepage Episoden-Reviews schreibt, bemüht man sich vielmehr um Neutralität und Objektivität, als man das etwa beim Schreiben von Posts für ein Forum tut. Auch wenn einem die Folge selbst nicht zusagt, so ist man beim Schreiben für eine Homepage geneigt, mit der eigenen Meinung hinterm Berg zu halten und keine vernichtende Kritik zu verfassen. "Ich" ist ein Tabuwort, es geht um eine ausgewogene Meinung.

Jedenfalls ist das in der Regel so. Es gibt aber Episoden, die einem so haarsträubend erscheinen, daß sich quasi jedes Körperteil dagegen sträubt, in der Kritik möglichst fair und gemäßigt zu bleiben - die eigene Meinung muß einfach raus. So sehr man die Serie an sich auch mag (würde man sonst ellenlange Reviews schreiben? ;-) ), manchmal kann man einfach nur mit dem Kopf schütteln.

Bei der vorliegenden Folge "Gone" ist das in meinem Fall so. Auch wenn es der Episode gegenüber sicherlich ungerecht ist, so möchte ich dieses Review dennoch auch nutzen, um einige bisherige Versäumnisse von Staffel 6 zu benennen. Wenn ohnehin in den folgenden Absätzen mit BtVS hart ins Gericht gegangen wird, wieso dann nicht gleich eine zwar subjektive, aber ganz ehrliche und vollständige, negative Kritik?

Fangen wir mit den (wenigen) positiven Punkten an. Das geht nämlich schnell. ;-)

  1. Es ist zwar nur eine Äußerlichkeit, aber spätestens seit dem eigentlich unerklärlichen Erfolg der Serie "Baywatch" wissen wir ja, wie sehr das Aussehen der Hauptdarsteller Einfluß auf die Quote hat: Buffy hat eine neue Frisur.

    Ist natürlich Geschmackssache, ob einem das zusagt oder nicht, ob einem die schulterlangen Haare besser gefallen als die "langweiligen" langen (womit meine Meinung klar sein dürfte). In jedem Fall erschien es fast schon unfreiwillig komisch, als Spike am Anfang von "Gone" in der Küche anfing, von Buffys Haaren zu schwärmen. Denn die langen Haare in dieser Szene waren (schwerlich zu übersehen) eine Perücke - Sarah Michelle Gellar hatte sich ihre Haare nach Abdrehen der vorhergehenden Folge 6x10 "Wrecked" abschneiden lassen.

    Schade, daß Buffy so lange unsichtbar war und man sich an ihrem neuen Anblick nicht richtig laben konnte.

  2. Willows Entwicklung: Zu der Suchtgeschichte und der von vielen als platt und ärgerlich kritisierten Gleichsetzung von Magieabhängigkeit und Drogensucht mag man nun stehen, wie man will. Willows Entwicklung wurde immerhin konsequent fortgeführt. Ihr Versuch, Magie nicht zu nutzen, wo es doch oft so hilfreich wäre und die Dinge so viel leichter machen würde, war wenigstens folgerichtig.

  3. Sieht man die Grundaussage des Paul Verhoeven-Films "Hollow Man" (mit u.a. Kevin Bacon), die in etwa lautet "Wird ein Mensch unsichtbar, so entledigt er sich den Zügeln seines Gewissens und ist schließlich sogar fähig, Morde zu begehen" als Vorlage und richtungsweisend für "Gone" an, so mag man Buffys ansonsten völlig unverständliche Verhaltenswandlung nach der Schlußszene von 6x10 "Wrecked" erklären können. So wie sich im Film aus dem Jahre 2000 der unsichtbare Sebastian Caine mehr und mehr zum Kriminellen entwickelt, so ähnlich verliert auch Buffy ihr gutes Benehmen, läßt den helfen wollenden Xander einfach so stehen, rächt sich an der Dame vom Sozialamt, treibt Schabernack und hat wilden Sex mit Spike. Ihre Sorgen sind vergessen, keine Knoblauchzähen mehr, um Spike abzuhalten.

    Hält man diese postulierte Eigenart von Unsichtbaren, ihr Benehmen derart zu ändern, allerdings für wenig überzeugend (so wie ich das tue), so erlebt man eine haarsträubend schlecht geschriebene Buffy in einer haarsträubend schlechten Episode.
Zu den (zahlreichen) negativen Punkten:

  1. Die Grundidee der Folge, daß jemand unsichtbar wird, wurde in Film und Fernsehen schon etliche Male bearbeitet, nicht zuletzt in dem schon erwähnten Film "Hollow Man", der - nebenbei bemerkt - selbst ein Remake ist. Auch in der Serie BtVS wurde das Thema schon mal in eine Episode eingebettet, die (wenigstens, was den High-School-sozialkritischen Unterton angeht) sehr gut war.

    Die Anspielungen in "Gone" auf eben diese Episode (1x11 "Out Of Mind, Out Of Sight" aka "Invisible Girl") sind zwar recht witzig, aber es bleibt die Frage, wieso dieses irgendwie abgedroschene Thema noch mal neu aufgewärmt werden mußte. Fast scheint es, als wollte der Autor von "Gone", David Fury, Joss Whedons Meisterwerk 4x10 "Hush" in gewisser Weise abwandeln: Wo in "Hush" der Gehörsinn nicht bedient wird, wird hier der Sehsinn "ausgeschaltet".

    Leider ist die Folge 4x10 "Hush" aber einzigartig und der Versuch, in ihrem Fahrwasser mitzuschwimmen oder die Episode gar herauszufordern, somit von vornherein zum Scheitern verurteilt. So wirkt es einfach nur lächerlich, wenn die Kamera am Ende von "Gone" wie bei einem Kampf mit sichtbaren Charakteren wild hin- und her schwenkt, man Schlaggeräusche und Ähnliches hört, aber nichts sieht.

  2. Auch in der überragenden letzten Staffel (der fünften) waren einige Charakterentwicklungen nicht besonders gelungen. Dort wurden diese Schwächen aber durch einen hervorragen, fesselnden und spannenden Handlungsbogen, durch eine unheimliche bedrückende Grundstimmung, hervorragende schauspielerische Leistungen, ein furioses Finale und "den- Zuschauer-begeistern-könnende" neue Charaktere (allen voran Glory) mehr als wettgemacht.

    In Season 6 wird der Fokus nun (wohl hauptsächlich aus der Sorge heraus, die Geschichte um die Göttin Glory mit einem neuen Charakter als Big Bad ohnehin nicht toppen zu können) ganz auf die Beziehung zwischen den Charakteren, auf die Entwicklung der Charaktere gelegt. Es gibt eben (jedenfalls bisher) keinen neuen Big Bad in Staffel 6, es gibt überhaupt kaum neue Charaktere (höchstens Andrew innerhalb der "Three Nerds"), es gibt keinen Handlungsbogen außer den Entwicklungen der Protagonisten.

    Um auf diese Weise erfolgreich bestehen zu können, dürfen dabei aber keine Fehler passieren. Wenn man sich nur auf eine Sache konzentriert, dann muß diese auch glaubwürdig sein, in sich geschlossen. Stimmig.

    Leider hapert es bei "Gone" da ganz gewaltig. Die Vorgaben, die die neugierig machende und packende Folge 6x10 "Wrecked" gesetzt hat, die markierten Punkte, bei denen die Erzählung hätte weiter gehen müssen, verschenkt "Gone" fast total. David Fury macht vieles wieder zunichte, was Marti Noxon vorbereitet hatte. Es scheint, daß der Autor mit keinem Charakter so recht etwas anzufangen weiß. Ihm fehlt der Überblick. Außer ein paar kurzweiligen Lach-Momenten liefert "Gone" sehr viel Ärgerliches in Bezug auf die Charakterentwicklungen.

    Mal im Einzelnen zu den Charakteren:

    1. Anya und Xander: Es ist zwar nicht David Furys Schuld, daß sich seit 5x22 "The Gift" (Xander hält um Anyas Hand an) in 10 Folgen von Staffel 6 bis auf die Ankündigung, daß man heiraten werde und daß Xander hier und da mit kalten Füßen gezeigt wird, nichts Wesentliches in der Beziehung getan hat (die Entwicklung hätte man auch in drei bis vier Folgen packen können). Aber auch David Fury versteht es nicht, der Beziehung endlich mal eine Form zu geben. Anyas übliche Äußerungen werden langsam aber sicher mehr nervend als lustig. Die Beziehung der beiden ist längst irgendwo im uninteressanten Niemandsland des Serien-Einerleis angekommen. Man will es nicht mehr sehen.

    2. Xander allein: Der Trottel, der Pausenclown, den man in den ersten Staffeln von BtVS so lieb gewonnen hat, mit dem sich wohl jeder mal mehr oder weniger identifizieren konnte, ist in Staffel 6 durch sein tolpatschiges Verhalten längst zu einem schwer erträglichen Faktor geworden. Bei ihm ist leider schon lange keine Entwicklung mehr zu erkennen. Die Figur ist mehr und mehr in den Hintergrund geraten.

      Hatte Xander in Staffel 5 wenigstens noch als erster das Gespür dafür (wohl durch eigene, unglückliche Liebeserfahrungen mit Buffy), daß die Beziehung Riley-Buffy ganz gewaltig kriselt und daß er hier einschreiten muß, so ist er in Staffel 6 scheinbar vollkommen blind, was Buffys Gefühle für Spike angeht. Erst Spikes unsittliches Berühren Buffys in der Küche, dann die "selbstbefriedigende Luftnummer" Spikes in seiner Krypta. Xander weiß um Spikes Gefühle für Buffy, er weiß, daß Buffy unsichtbar ist... Und? Er versteht nichts. Statt dessen verdächtigt er lieber Willow, mit dem Unsichtbarwerden von Buffy etwas zu tun zu haben.

      Auch wenn man Xander zugute halten mag, daß er nicht damit rechnen konnte, die unsichtbare Buffy in Spikes Gruft anzutreffen, so ist es dennoch kaum zu verstehen, wieso er nicht begriffen hat, was sich da vor seiner Nase abspielte. Freud würde vielleicht sagen, er wollte es einfach nicht wahrhaben, er konnte es sich einfach nicht vorstellen, nicht in seinen kühnsten Träumen... Dennoch: David Fury bleibt eine wirklich überzeugende Erklärung schuldig.

      Wenn sich bei der Charakterzeichnung von Xander in den nächsten Folgen nicht gewaltig etwas tut, dann kann man den Charakter auch ganz aus der Serie herausschreiben. Er gibt ihr im Moment nichts. Die Warterei ist längst über den Status des Erträglichen hinaus. Bei mir ist sie mit dieser Folge in Zorn umgeschlagen.

    3. Die drei Nerds Warren, Andrew und Jonathan: Viele gelungene Lach-Momente haben immer wieder das Unbehagen, diesen drei Charakteren soviel Raum zu geben, besänftigen können. Aber auch das kann nicht mehr so weiter gehen.

      Jonathan, der in Staffel 4 zum Superstar wurde; Warren, der in Staffel 5 den Buffybot erschuf; die drei Nervensägen, welche die Zeit scheinbar beliebig beherrschen können (6x05 "Life Serial"), die jede futuristische Erfindung in verdammt kurzer Zeit entwickeln können (zum Beispiel eine Art Gewehr, um Leute zu Eis erstarren lassen (6x09 "Smashed") oder in dieser Folge eine Maschine, die Gegenstände und Personen unsichtbar machen kann) - all diese Dinge waren im Sinne der Glaubwürdigkeit der Serie keine Glanzideen. Buffys Kräfte als Jägerin, Willows über mehrere Jahre andauernde Entwicklung hin zur mächtigen Hexe (mit all den Problemem, die daraus resultieren), all das erscheint im Hinblick darauf, daß die größten "Loser" so weitreichende magische Kräfte und technologische Fähigkeiten haben, völlig unbedeutend.

      BtVS erschafft über Jahre hinweg eine eigene Welt, um sie dann von den drei größten Witzfiguren komplett auf den Kopf stellen zu lassen. Wenn das nur in einer Folge so gewesen wäre, hätte man das unter "augenzwinkernde Ironie", unter "Comic-haftem" Humor einordnen können und es wäre nicht weiter schlimm gewesen. In Season 6 aber empfindet man die drei Knalltüten mit ihren Fähigkeiten fast als Verrat an der Serie, welche die vielen bedeutenden vergangen Ereignisse Sunnydales ins Lächerliche rücken. Was BtVS bisher auszeichnete, nämlich Dramatik und Ernsthaftigkeit mit Ironie und Humor scheinbar spielend leicht unter einen Hut zu bringen, gelingt in Staffel 6 nicht mehr.

      "Gone" macht hier leider da weiter, wo die schlechte Folge 6x05 "Life Serial" aufhörte. Die Nerds nerven, ohne daß sie sich groß weiterentwickeln - ihre Witze sind platt, flach und primitiv. All das, ohne daß irgendeine Handlung entscheidend vorangetrieben wird. Zugegeben, Buffy weiß nun, mit wem sie es zu tun hat. Das war's aber auch schon an großartigem Erkenntnisgewinn. Lach-Faktor hin- oder her, die Idee mit den dreien als Buffys Gegenspielern ist gründlich mißlungen.

    4. Dawn: Ihr Zorn auf Willow ist sicherlich nachvollziehbar, aber auf Buffy? Die Begründung, welche die Folge durch Buffys Aussagen gegenüber Willow selbst liefert, scheint irgendwie konstruiert. Es wirkt wie künstliches Schaffen von Dramatik. Irgendwann kommt dann der große Streit und alle haben sich danach wieder lieb. (Hoffentlich kommt es nicht so - dieser Schema F-Ablauf wäre eindeutig BtVS-unwürdig.)

    5. Spike: Spike wurde in Staffel 2 als Vampir eingeführt, der sich neben seiner kompromißlosen Art vor allem durch eines auszeichnete: Lieben von ganzem Herzen. In Season 2 und 3 (in Staffel 5 wurde dies durch die Folge 5x07 "Fool For Love" nachher in ein etwas anderes Licht gerückt) war seine große Leidenschaft Drusilla. In Season 4 wußte man mit Spike nicht so recht was anzufangen - er drohte durch seine Beziehung zu Harmony in Albernheit unterzugehen.

      Doch dann kam ja Gott sei Dank Staffel 5, und auch wenn die Gründe, wieso sich Spike plötzlich so spät, nachdem er Buffy ja schon Jahre kannte, in die Jägerin verliebte, nie so recht überzeugend waren, so war seine Leidenschaft für Buffy doch eine Bereicherung für die Serie. Vor allem war es konsequent, daß Spike wieder so stark, mit ganzem Herzen liebte (und die Scoobies und Buffy machten es ihm nicht gerade leicht). Die Höhepunkte sicherlich 5x18 "Intervention" und 5x22 "The Gift" / 6x01 und 6x02 "Bargainig": Spike stellt sein eigenes Schicksal an zweite Stelle, ist bereit, sich für Buffy um Dawn zu kümmern.

      Die Entwicklung hin zur sexuellen Affäre in Season 6 schließlich, der Sex, der die Liebe eindeutig in den Hintergrund drängt (mit dem vorläufigen Höhepunkt in 6x09 "Smashed"), ist im Sinne des logischen Ablaufs wieder ein bißchen holprig. Sei's drum, zur Liebe gehört auch Sex - und vor allem schien die sexuelle Energie zwischen Spike und Buffy (gesteigert durch Buffys unschlüssiges, ambivalentes und sehr verletzendes Verhalten) auch endlich mal wieder Spikes dunkle Vampir-Seite aufzudecken, die ja fast schon in Vergessenheit geraten war.

      Diese Entwicklung mit Hin- und Her und dann wieder Sex hatte in 6x10 "Wrecked" aber eigentlich einen Schlußpunkt gefunden. 6x10 "Wrecked" hätte bei konsequenter Fortführung in "Gone" ein Wendepunkt sein müssen. Die folgende Entwicklung (siehe vor allem die kommenden Absätze zu Buffy) hätte, egal wie, anders verlaufen müssen, als sie es tat: Spike nach wie vor friedlich, auf Sexkapaden mit Buffy aus. "Gone" bringt für den Charakter Spike nichts Neues, ist eher ein unnötiger Rückschritt.

    6. Buffy: Ihre Sexbegeisterung ähnlich wie bei Spike nicht vollkommen überzeugend. Nehmen wir's halt hin. Es herrschte besondere Spannung zwischen ihr und Spike, außerdem sind Kämpfe (das wissen wir dank Faith und der Folge 4x13 "The I In Team", in der Riley und Buffy Dämonen verdreschen und dabei nur "das Eine" im Kopf haben, schon länger) halt irgendwie sexuell stimulierend. Außerdem ging es Buffy nach ihrer Rückkehr von den Toten und ihrer schweren Lebenskrise (Depression) darum, überhaupt mal wieder irgend etwas zu fühlen.

      Gut. Doch dann die Schlußszene in 6x10 "Wrecked": Buffy hat nach langem Gespräch mit Willow auch für sich erkannt, daß sich etwas ändern muß. Spike kann ihr gefährlich werden. Wie Buffy von Knoblauchzähen umgeben ängstlich auf dem Bett sitzt, unfähig, Willow (wegen der Suchtgeschichte) zu bitten, einen Zauber auszusprechen, daß Spike das Haus nicht mehr betreten kann - all das war sehr bezeichnend.

      Man hatte gedacht: Nun Weihnachtspause (jedenfalls war's in der amerikanischen Ausstrahlung so) und dann kommt im neuen Jahr Schwung in die Geschichte, dann ändert sich was.

      Pustekuchen. Erst scheint es zwar so - Buffy unterstützt Willow, räumt für sie das Haus aus, "befiehlt" Dawn (Buffy übernimmt erzieherische Funktion), das auch zu tun - doch dann vergißt sie quasi in der nächsten Szene den überaus wichtigen Termin mit der Dame vom Amt. Wie kann sie nur so sorglos sein? Wenn man da an ihre Angst, Dawn zu verlieren, in 5x19 "Tough Love" denkt...

      Der nächste inkonsequente Punkt: Buffy, die Spike in der Küche erst - wie immer - "blöd" anmacht, dann aber doch gleich wieder schwach wird, nur durch Xanders Erscheinen vom Küchentisch-Sex abgehalten wird.

      Als sie dann unsichtbar ist, kam zeitweilig das Gefühl auf, Buffy pfeift ab jetzt auf alle Regeln, wird eine Art zweite Faith, vernachlässigt Dawn und gibt sich ihren Trieben Spike gegenüber hin. Ich hätte das zwar als üblen Bruch mit der Schlußszene von 6x10 "Wrecked" empfunden - aber wenigstens hätte "Gone" dann ein Ziel gehabt, auf das die Folge hinläuft.

      Nur David Fury wählt diesen Weg nicht, sondern macht es noch schlimmer. Als Buffy von der wenig brillianten, aus dramaturgischer Notwendigkeit geborenen Tatsache erfährt, daß sie sich in Nichts auflöst, wenn sie nicht bald wieder sichtbar wird, ändert sie ihr Verhalten dann doch. Auf einmal will sie wieder leben. Woher um alles in der Welt hat Buffy auf einmal wieder Lebenslust? Ein Problem hat sich in Luft aufgelöst. Inkonsequenter geht es wohl kaum, zum Haare Raufen ist das.

      Ähnlich steht es mit Buffys wütender Drohung in Richtung Spike (aus der Folge 6x10 "Wrecked") bezüglich des Sexes, den sie mit ihm am Ende von 6x09 "Smashed" hatte: "I swear to god, if you tell anyone about last night, I will kill you!" Offenbar bedeutet ihr dies gar nichts mehr, denn wie sie vor den Augen Xanders mit Spike rummacht, so verhält sich nur jemand, der entdeckt werden will. Natürlich kann man das jetzt wieder auf das Verhalten von Unsichtbaren schieben, oder man kann mit Sigmund Freud argumentieren, daß Buffy möglicherweise (unbewußt) entdeckt werden will, daß sie das Geheimnis vor ihren Freunden bedrückt und sie es gerne loswerden möchte. Aber Hand aufs Herz: Wie schon bei den Erklärungsversuchen, wieso Xander nicht bemerkt hat, daß sich vor seinen Augen Sex abspielt - es bleibt bei dem Versuch einer Erklärung. Überzeugend ist da leider nichts.

      Am Ende der Folge jedenfalls steht Buffy letztlich wieder ziemlich genau da, wo sie am Ende von 6x10 "Wrecked" auch schon stand. Scheinbar gewillt, ihr Leben zu verändern. Wir drehen uns im Kreis. David Fury verschenkt das große Potential, was die Folge vorher bereitet hatte, gänzlich.

      Und nur nebenbei bemerkt: Staffel 6 - dies haben die Autoren immer wieder betont - steht unter dem Motto "Erwachsenwerden", Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen der eigenen Handlungen tragen. Da fragt man sich wirklich, wo die Konsequenzen sind, wenn Buffy in dem (lächerlichen) Nebenplot mit der Dame vom Jugendamt den so wichtigen Termin vergißt, quasi dabei ist, Dawn zu verlieren, um dann im unsichtbaren Zustand wieder alles ins Lot bringen zu können. In der Realität jedenfalls kann man sich aus einem solchen Schlamassel nicht derart leicht herauswinden. Und wieso macht sie sich überhaupt noch die Mühe, zum Jugendamt zu gehen, wenn ihr doch ohnehin alles egal ist im Zustand der Unsichtbarkeit?

      Bei Buffy kommt aber noch ein weiterer Punkt hinzu, der stört: Sarah Michelles Gellars Sprechweise der unsichtbaren Buffy. Als Schauspielerin mehr als gut, ist "SMG"s Einstand als "Sprecherin von Hörspielen" nicht besonders gelungen. Wie gleichmäßig betonend und dabei viel zu fröhlich wirkend Sarah Michelle ihren Text für die unsichtbare Buffy runterspult, das macht "Gone" noch schlechter. Man nimmt der unsichtbaren Buffy einfach nicht ab, wie sie sich verhält. Das liegt zum Einen am miserablen Drehbuch, zum Anderen aber auch an SMGs unpassender Sprechweise. Man darf gespannt sein, ob Buffys deutsche Synchronsprecherin Nana Spier es besser macht.


Was soll man abschließend sagen (außer daß David Furys Debüt als Autor und Regisseur in einer Person gründlich daneben gegangen ist)? Am besten vergißt man diese Folge wieder ganz schnell...