Buffy & Angel


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:: 6x01 Bargaining
:: 6x03 After Life
:: 6x04 Flooded
:: 6x05 Life Serial
:: 6x06 All The Way
:: 6x07 Once More, With Feeling
:: 6x08 Tabula Rasa
:: 6x09 Smashed
:: 6x10 Wrecked
:: 6x11 Gone
:: 6x12 Doublemeat Palace
:: 6x13 Dead Things
:: 6x14 Older and Far Away
:: 6x15 As You Were
:: 6x16 Hell's Bells
:: 6x17 Normal Again
:: 6x18 Entropy
:: 6x19 Seeing Red
:: 6x20 Villains
:: 6x21 Two To Go
:: 6x22 Grave


Buffy Episodenguide


6x08 "Tabula Rasa"

[Tabula Rasa]


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Regie:
David Grossman
Drehbuch:
Rebecca Rand Kirshner

Hauptdarsteller:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)

Gastdarsteller:
Amber Benson (Tara Maclay)
Anthony Steward Head (Rupert Giles)
Raymond O'Connor (Teeth)

Darsteller:
David Franco (Vampir #3)
Stephen Triplett (Vampir #2)
Geordie White (Vampir #1)

 Kurzinhalt
Trotz Taras Mißfallen spielt Willow mit Magie: sie möchte Buffy aufheitern, in dem sie ihr die Erinnerung an ihr Leben nach dem Tod nimmt...


 Inhalt
In der Willow-Tara-Beziehung kriselt es: Tara - die inzwischen herausgefunden hat, das Willow einen Vergessenzauber auf sie angewandt hat - ist verärgert darüber, das Willow offenbar nichts mehr ohne Magie zustande bringen kann, alle Schwierigkeiten versucht, mit Zauberei zu lösen - selbst ihre Beziehungsprobleme. Schweren Herzens deutet sie an, daß es zwischen ihnen aus ist, wenn Willow ihren Magiegebrauch nicht ganz schnell einschränkt.

Spike hat ebenfalls so seine Probleme. Zum einen ist das Buffy, die nämlich nichts mehr von ihm wissen will, und auch nicht mehr mit ihm redet - schon gar nicht über den Kuß, den sie ihm vergangene Nacht vor dem Bronze gab. Sein zweites Problem ist ein Hai - ein Kredit-Hai. Dem schuldet der Vampir nämlich 40 junge Kätzchen von einem Pokerspiel. Doch zum Glück für ihn ist Problem eins - Buffy - gerade vor Ort. Sie retten Spikes Haut, zumindest vorerst.

Auch Giles fühlt sich nicht gerade wohl in seiner Haut. Er hat schweren Herzens beschlossen, wieder nach England zurückzukehren. Ihm bleibt keine andere Wahl, da Buffy sich zu sehr auf ihn verläßt, und lernen muß, auf eigenen Füßen zu stehen.

Und dann kann es Willow einfach nicht lassen - trotz ihres Versprechens spielt sie heimlich mit Magie. Sie bereitet eine Beschwörung vor, die sowohl Taras Erinnerungen an die Streitgespräche wie auch Buffys Erinnerungen an das Leben nach dem Tod auslöschen sollen. So hofft Willow, wieder Fröhlichkeit in Buffys Leben zu bringen.

Doch der Spruch gerät außer Kontrolle, und die Scoobies verlieren in der Magic Box allesamt das Bewußtsein. Und als sie wieder aufwachen, können sie sich an nichts erinnern - noch nicht einmal daran, wer sie sind...


Für alle, die mehr wissen möchten, steht eine ausführliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Jakob Sättler

Episoden, die in der chronologischen Reihenfolge nach so herausragenden "Über-Folgen" wie zum Beispiel 6x07 "Once More With Feeling" kommen, haben oft einen schweren Stand. Die Erwartungshaltung ist durch die Folge vorher unheimlich hoch, die anschließende Folge wird meist als Enttäuschung empfunden.

Umso erstaunlicher ist es, daß "Tabula Rasa" so gut funktioniert, daß die Episode emotional so fesselnd (so mitreißend bedrückend) ist.

Inhaltlich wird quasi nahtlos an die Handlungsstränge um Buffy-Spike, Willow-Tara und Buffy-Giles angeknüpft. Wer damit gerechnet hatte, man würde hier so eine Art "Zusammenkehren des Scherbenhaufens", den die Episode 6x07 "Once More With Feeling" hinterlassen hat, präsentiert bekommen und nun langsam wieder zum Alltag zurückkehren, der lag ziemlich falsch. "Tabula Rasa" setzt dem Ganzen sozusagen die Dornen-Krone auf: Vor allem die Beziehung Willow-Tara erlebt ihren absoluten Tiefpunkt: Trennung. Buffy ist auch mehr als mitgenommen von Giles' Rückkehr nach England. Und wo die "gefühlschaotische" Beziehung Buffy-Spike noch hinführen mag... ?

Die Folge bietet sicherlich mit die bitter-schönsten Herzschmerz-Momente der gesamten Serie - ein mehr als gelungener Spagat, da die Episode eigentlich zum Lachen ist.

Mal der Reihenfolge nach: Schon der Anfang der Folge weiß zu gefallen. BtVS-Stimmung pur: Buffy läuft in weißem Strickmantel über den dunklen, nächtlichen Friedhof (man beachte den Farbkontrast). Spike taucht auf, und Buffy darf mal wieder ihren "Spike nervt mich - und mein Verhalten Spike gegenüber nervt mich noch viel mehr"-Gesichtsausdruck aufsetzen. Sie dreht ihm den Rücken zu und sieht ihn nicht an. Ist es nötig, an dieser Stelle noch mal auf die Spannung und die tolle Interaktion zwischen James Marsters und Sarah Michelle Gellar hinzuweisen? Wohl eher nicht.

Stattdessen lieber ein kurzer Hinweis auf die Symbolik des Teasers. Buffy sagt zu Spike: "What we did is done. But I will never kiss you, Spike, never touch you ever, EVER again", um ihn gleich im nächsten Moment zu packen und zu Boden zu reißen. Natürlich ist das zunächst nur ein gelungener Gag. Aber wenn man anfängt, die Folge tiefergehend zu beleuchten, kann man hier durchaus schon einen Vorgriff auf das Ende der Folge sehen. Und wer weiß, worauf sonst noch...?

Nach dem Teaser wendet sich die Folge hauptsächlich Willow und den Konsequenzen des Wiedererweckungszaubers zu. Das längere Gespräch zeigt schön, wie die Charaktere mit der Siuation umgehen wollen: Anya wie immer in ihrer Anya-typischen Art: auf den ersten Blick taktlos, aber wie so oft liegt mehr Wahrheit in ihren Worten, als man wahrhaben will. Xander sieht die Sache eher simpel, will einen Videoabend einführen, Buffy einfach Zeit geben. Willow sieht ihre Fehler ein, fühlt sich elend, weil sie Buffy aus dem Himmel gerissen hat - und möchte Buffy mit Magie vergessen lassen, wo sie war. Diese Maßnahme entsetzt Tara: Willow blendet wieder mal alles andere aus und denkt nur noch daran, wie sie mit Magie Probleme lösen kann. Wie sehr Willow mittlerweile von Magie abhängig ist, zeigt sich, als Willow das Tara gegebene Versprechen bricht, eine Woche ohne Magie auszukommen, und bei ihr abermals und bei Buffy zum ersten Mal einen Zauber versucht, der gewisse Erinnerungen auslöschen soll.

Buffy hat hauptsächlich damit zu kämpfen, daß Giles nach England zurückkehren will. Was sie davon hält, macht sie Giles unmißverständlich klar. Als Giles der Gruppe sein Vorhaben mitteilen will, erklärt Willow Buffy erneut mit großen Augen und mitleidvollem Blick, wie leid ihr alles tut. Aber dieses gutgemeinte Mitleid macht es für Buffy nur noch schwerer, erinnert es sie doch pausenlos daran, was sie verloren hat. Buffy steht kurz vor dem Zusammenbruch. Die Szene zeigt die Charaktere emotional am Boden, zerrüttete Verhältnisse, psychische Belastungen. Und genau in diesem Moment beginnt Willows Zauber zu wirken und der witzige Teil der Folge fängt an.

Ziemlich gewagt, nun mit Humor zu kommen, ist dies doch ein schwerer Bruch im Aufbau der Episode. Aber die Rechnung der Autoren geht auf. Wohl hauptsächlich deshalb, weil sie die schweren Probleme der Charaktere nicht unter den Tisch fallen lassen, sondern am Ende der Folge wieder aufgreifen. Nun aber gibt's erst mal jede Menge Lach-Momente.

Allerdings weiß der Teil der Folge, in dem die Charaktere ohne ihre Erinnerungen zurechtkommen müssen, durchaus durch mehr zu überzeugen als durch kurzweilige Lachnummern. Ähnlich wie auch in der Folge 4x17 "Superstar" Buffy trotz des Zaubers von Jonathan immer noch ein Teil ihrer Jägerinnen-Eigenschaften verblieb, so kommen auch in "Tabula Rasa" die charakterlichen Eigenschaften der Protagonisten, ihre Zuneigungen, ihre sexuelle Orientierung, ihre Stärken und Schwächen, allgemein ihre Eigenarten durch. Beispiele:

Buffy kümmert sich sofort um Dawn, die beiden streiten geschwisterlich und umarmen sich ebenso; Buffy übernimmt sofort die Führung der Gruppe und ihre Pläne bestechen wie auch die der "Buffy mit Gedächtnis" durch eine nahezu erschreckende Schlichtheit. Spike kann sich seine sarkastischen Sprüche nicht verkneifen und Giles wird auch ohne Gedächtnis immer britisch bleiben wird. Anya und Giles streiten sich auch dann wie ein altes Ehepaar, wenn sie tatsächlich glauben, verheiratet zu sein. Willow und Tara sind lesbisch - siehe das längere Anfassen, als sie sich gegenseitig die Leiter hinunter helfen, sowie Willows Ausspruch, daß sie glaube, "gay" zu sein. Der running gag "Anya hat Angst vor Hasen" funktioniert auch ohne Erinnerung und Xander wird wohl immer der Trottel sein - er fällt in Ohnmacht und sein voriger Spruch zu Willow "Maybe I have a brother and you go out with him" läßt auch nicht gerade auf starkes Selbstbewußtsein schließen.

Wenn diese Bemerkung nebenbei erlaubt ist: Es ist schade, daß die Autoren Xander immer noch für diese eher billigen Gags mißbrauchen und ihn so immer noch als den Tölpel aus Staffel 1 erscheinen lassen. Schließlich hatte man geglaubt und gehofft, Xander hätte im Laufe der Jahre ein bißchen mehr Selbstbewußtsein und Selbstachtung dazubekommen. Vielleicht sollte der Xander-Darsteller Nick Brendon sich doch mal ein bißchen in das Schreiben der Drehbücher einmischen. Aus Interviews weiß man, daß er das nämlich gar nicht tut. Ein bißchen scheint es, die Autoren benutzen immer ihn für diese Trottel-Gags, weil sie wissen, daß er sich deswegen nicht beschweren wird. Selbstverständlich ist dies nur eine Vermutung. Und da der Punkt in diesem Review ohnehin nicht vertieft werden sollte, zurück zur eigentlichen Folge.

Diese hat - nachdem die Charaktere ihre Erinnerung wieder haben - ihren wichtigsten und traurig-schönsten Teil noch vor sich. Eine erneute Untermauerung der These, daß BtVS dann am Besten ist, wenn es um Trennung, traurige Momente und Tränen geht.

Der Song "Goodbye To You", der am Ende der Folge quasi in voller Länge gespielt wird und zu dem unheimlich traurig stimmende und aussagekräftige Bilder von der Trennung Willows und Taras sowie von Giles' Rückkehr nach England und Buffys erneutem Kuß mit Spike (der wohl hauptsächlich aus dem heftigen Gefühlschaos der Jägerin resultiert) erzählen, stammt von Michelle Branch. Die international bekannte Singer-Songwriterin, die höchstpersönlich im Bronze zu sehen ist, nahm diesen Song extra für BtVS noch mal neu auf, da die Studio-Version von "Goodbye To You" zu überproduziert, zu überarbeitet klang, wie man einem Interview mit Show Runner Joss Whedon entnehmen konnte. Eine sehr gelungene Entscheidung, wirkt das ohnehin schöne Lied in der Unplugged-Version nochmals viel echter, realer und ergreifender.

Die Schlußszene ist nach dem Musical 6x07 "Once More With Feeling" abermals ein Beweis, wie gut es die BtVS-Macher verstehen, mit Musik die Gefühle beim Zuschauer noch um ein Vielfaches zu verstärken. "Tabula Rasa" ist - einfach gesagt - eine tolle Episode mit einem gigantischen Ende.