Buffy & Angel


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Buffy Episodenguide


6x03 "After Life"

[Gruß aus der Hölle]


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Regie:
David Solomon
Drehbuch:
Jane Espenson

Hauptdarsteller:
Sarah Michelle Gellar (Buffy Summers)
Nicholas Brendon (Xander Harris)
Emma Caulfield (Anya)
Michelle Trachtenberg (Dawn Summers)
James Marsters (Spike)
Alyson Hannigan (Willow Rosenberg)

Gastdarsteller:
Amber Benson (Tara Maclay)

Darsteller:
Lisa Hoyle (Dämon)

 Kurzinhalt
Buffy gewöhnt sich wieder langsam an ihr Leben... und ausgerechnet jetzt geht es im Haus der Jägerin nicht mit rechten Dingen zu...


 Inhalt
Die Scoobies haben es geschafft. Sie haben Buffy Summers zurück ins Leben geholt. Eigentlich ein Grund zur Freude, besonders für Dawn, die ihre Schwester sehr vermißt hat. Doch irgendwie ist Buffy anders - kühl, reserviert und völlig lustlos, teils sogar apathisch. Ging bei dem Ritual doch etwas schief?

Diese Frage stellen sich besonders Willow und Tara, als Buffy mitten in der Nacht wütend vor ihrem Bett steht und sie beschimpft und Gegenstände nach ihnen schleudert. Als Willow aus dem Bett springt und das Licht einschaltet, ist jedoch von Buffy nichts mehr zu sehen - ebensowenig wie von den Gegenständen, die gerade noch an der Wand über Willow und Taras Bett zerschellt sind.

Irgendetwas geht nicht mit rechten Dingen zu - und es scheint sich nicht nur auf Buffys Haus zu beschränken, denn auch Xander und Anya werden von dem unheimlichen Spuk heimgesucht.
Handelt es sich etwa um ein Wesen, das unabsichtlich mit Buffy aus der Hölle zurückgekehrt ist?


Für alle, die mehr wissen möchten, steht eine ausführliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Jakob Sättler

6x03 "Afterlife" beginnt gut, baut dann im Laufe der Folge - mit Voranschreiten der Story um den Hitchhiker-Dämon (= "per Anhalter fahrender" Dämon) - etwas ab, um mit einem absoluten Höhepunkt zu enden: Einem grandiosen Geständnis Buffys, in dem sie Spike einen schrecklichen Einblick in ihr Gefühlsleben gibt.

Wie es schon bei 6x01 "Bargaining" am Anfang war, so ist es auch bei "Afterlife": Die Erzählgeschwindigkeit ist langsam. Man hat als Zuschauer Zeit, Buffys Rückkehr in ihr Haus, ihr Zusammentreffen mit Spike und ihre erste Begegnung mit den Scoobies - die eigentlich mehr einer Überrumpelung gleicht - zu erleben.

Die Dialoge sitzen, die schauspielerischen Leistungen (allen voran SMG, die Buffys geistige Abwesenheit gelungen darstellt) stimmen, die Kamera und das gut geschriebene, nachvollziehbare Verhalten der Charaktere tun ihr Übriges. Buffys erster Abend nach ihrer Auferstehung wirkt trotz des großen Fantasy-Teils der Story unheimlich echt, wie aus dem wirklichen Leben gegriffen. Man vergißt fast, einer Fernsehserie beizuwohnen, die ja doch oft recht gekünstelt, zusammengebastelt und konstruiert rüberkommt - das Buffyversum wird (wohl nicht zuletzt dadurch, daß der Anfang von "Afterlife" in Echtzeit spielt) quasi zur wahren Realität.

Eine große Leistung von Jane Espenson, der Drehbuchautorin, und David Solomon, dem Regisseur. Darüber hinaus gelingt es den beiden, mit Bildersprache (etwa in der Mitte der Folge: Buffy geht über den Friedhof, und obwohl sie sich vorwärts bewegt, verdeckt sie die ganze Zeit den Körper einer feststehenden Engelsstatue - es scheint so, als ob Buffy Engelsflügel gewachsen sind, als ob Buffy ein Engel wäre...) und geschickt in die Dialoge eingebauten Sätzen, die man als Zuschauer sehr doppeldeutig verstehen kann (z.B. Dawn am Ende des Teasers: "You are back home. We're all okay now." und dann Buffy am Anfang von Part I der Folge, direkt nach den Credits: "It's different."), vorausdeutend, ja fast schon ein bißchen mythisch vorhersagend, prophezeiend zu erzählen. Schon hier wird das Ende der Folge vorbereitet.

Doch bevor sich dieses Review dem Buffy-Spike-Schlußdialog (eher ein Buffy-Schlußmonolog) zuwendet, noch ein paar Worte zu dem Horrorfaktor der Folge. Auch wenn BtVS oft als Teenie-Horror-Serie vermarktet wird oder von einer Serie mit Horror-Elementen die Rede ist, so kommt wahre Horror-Stimmung mit Schockeffekten und tralalla doch recht selten auf. In 4x10 "Hush" konnte man sich vor den Gentlemen richtig schön gruseln (und an einer Stelle auch herzhaft erschrecken lassen). Ansonsten resultierten die Gänsehaut-Momente bei BtVS eher aus Liebe, Tragik oder Dramatik, weniger aus einem Schreck- oder Angstgefühl heraus.

"Afterlife" holt hier ein bißchen was nach: Die Gesichter auf den Fotos, die zu Totenköpfen werden; die eingeworfene Scheibe und dann Buffy, die völlig überraschend in Willows und Taras Schlafzimmer mitten in der Nacht auftaucht und die beiden wüst beschimpft, um in der nächsten Szene friedlich schlafend gezeigt zu werden; Anya, die sich mit einem Messer das Gesicht aufschneidet, während sie widerlich kichert und sich Xander bedrohlich nähert; Dawn, die weiße Augen bekommt und Feuer spuckt... - all das sind Szenen, die aus einem guten Stephen-King-Film stammen könnten.

So paßt Dawn's Bemerkung, als Buffy dem Hitchhiker-Dämon schließlich den Kopf abschlägt: "That's probably the sort of thing I'm not supposed to see, right?" wunderbar in diese Folge: Ein Kind, das ausspricht, welche Horror-Szenen es nicht sehen soll. Dies ist sicher nicht nur der Lach-Moment der Folge, sondern durchaus als ein ernstgemeintes Statement der Autoren zu verstehen - hat Executive Producer Marti Noxon doch schon in Interviews betont, ihr würde es mißfallen, wenn sich (kleine) Kinder BtVS alleine anschauen würden. Also typisch BtVS halt: irgendwie augenzwinkernd und selbstironisch, irgendwie aber auch mit einem wahren Kern.

Die Story um den Hitchhiker-Dämon selbst allerdings ist die größte Schwäche der Folge. So schön der Schauer auch ist, der einem über den Rücken gejagt wird, so muß man doch sagen: Die Geschichte sprüht nicht gerade vor Originalität und Einfallsreichtum. Es ist fast eine kleine Enttäuschung, als was sich der Horror schließlich entpuppt. Eine in irgendeiner Form besessene Buffy hätte nach der grandiosen Alptraum-Szene in Willow und Taras Schlafzimmer bestimmt besser funktioniert als dieser von der Idee her doch recht langweile Monster-Of-The-Week-Dämon. Naja. Umso besser, daß die Story um den körperlosen Trittbrettfahrer nicht allzu viel Raum einnimmt, sonder eher als ein Nebenhandlungsstrang daherkommt.

Jetzt aber endlich zu der Szene, die einen in Mark und Bein trifft: Daß es natürlich nicht so ist. Daß es n a t ü r l i c h nicht so ist. Und daß Willow es eigentlich schon weiß oder ahnt (siehe das Gespräch mit Tara am Anfang der Folge), es aber nicht wahrhaben will und zumindest in dieser Folge nicht mehr erfährt. Daß sie und die Scoobies natürlich völlig falsch liegen mit ihrer Vorstellung, Buffy sei in einer Höllendimension gewesen und habe dort Folter und Qualen erlitten. Und daß Buffy es ihren Freunden aus Rücksichtnahme natürlich nicht sagen kann. (Buffy zu den Scoobies - kurz bevor sie sich Spike öffnet und ihre wahren Gefühle beschreibt: "You guys gave me the world. I can't tell you what it means to me.") Und daß der Grund, wieso Buffy seit ihrer Rückkehr so distanziert, abwesend und unterkühlt war, der war, daß sie aus dem Himmel gerissen wurde und sich nun im harten, tristen und grauen Alltag der Welt wiederfindet. (Buffy in 6x02 "Bargaining": "Is this hell?" - Buffy in 6x03 "Afterlife": "This is hell.")

Die Szene schließt das ab, was in den ersten drei Folgen behutsam und intelligent vorbereitet wurde. Vor allem die Beziehung Buffy - Spike ist seit Buffys Rückkehr von einer bisher noch nicht dagewesenen Nähe gekennzeichnet. Buffy vertraut Spike ihr tiefstes Geheimnis an. Daß Spike weiß, wie es ist, sich aus einem Sarg befreien zu müssen, mag ihn der Jägerin sicherlich irgendwie näherbringen, aber ob das allein als Begründung für die neue, tiefe Verbundenheit zwischen den beiden ausreicht...? Hier klingt sicherlich noch mehr mit. Bildersprachlich in dem Zusammenhang auf jeden Fall sehr interessant und vielfältig interpretierbar, daß Spike im Schatten bleiben muß (um nicht zu verbrennen) und sich daher nicht von Buffy entfernen kann. Buffy und Spike zusammen im Schatten.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, daß sich die Autoren - nachdem es in "Bargaining" ja nicht so aussah - doch an die religiös durchaus bedeutsame Frage heranwagen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Sie lassen Buffy zwar nicht viel sagen, aber das, was die Jägerin Spike preisgibt, erinnert doch weitgehend an die christliche Vorstellung eines Paradieses. Also erleben wir hier eine Art Weiterführung dessen, was wir am Ende von Staffel 5 gesehen haben (Buffy opfert sich als eine Art weiblicher Messias für die Welt). Die Serie nähert sich scheinbar doch wieder einer christlichen Grundkonzeption an, einem christlichen Weltbild, nachdem man sich in Staffel 4 durch den Charakter Adam und hauptsächlich durch die Folgen 4x16 "Who Are You?" und 4x18 "Where The Wild Things Are" davon ja schon fast verabschiedet hatte (auch in 4x01 "The Freshman" ein schöner "Seitenhieb" gegen das Christentum: Girl: "Have you accepted Jesus Christ as your personal savior?" - Buffy: "Uh, you know I meant to and then I just got really busy.")