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Vampire



Neal Davenport

Der Herr der Untoten

rezensiert von Thomas Harbach

Im fünften Sammelband der „Vampir“ Reihe werden nicht vier oder fünf Romane aus der Feder verschiedener Autoren vorgestellt, sondern die drei Romane der trotz einer Entstehungszeit über fast vier Jahrzehnte noch nicht abgeschlossenen Dick Collins Serie und ein Soloroman aus der Feder Neal Davenports, dem Mitschöpfer von „Dorian Hunter“. Im Gegensatz zu der auf verschiedene Sammelbände aufgeteilten Neuveröffentlichung der Romane um die Burg Frankenstein aus der Feder Dan Shockers ist die Zusammenführung der in der Vampirreihe 1974 und 1978 veröffentlichten ersten beiden Teile mit dem 1997 in kleiner Auflage veröffentlichtem dritten Teil der Serie. Der erste einleitende Soloroman ist eine stimmungsvolle, kurzweilige zu lesenden Geschichte, die allerdings mehr von den überzeugend sympathischen Protagonisten und dem Hintergrund der Nordseeinsel profitiert als von einer sehr konsequenten oder gar logisch durchdachten Legende als Grundlage des Plots. Im Gegensatz zu vielen anderen „Vampir“- Romanen ist die Geschichte aber in Würde gealtert und liest sich auch heute noch ansprechend.

1974 als Vampir Heftroman 38 ist der serienunabhängige „Der Geistervogel“ erschienen. Auf einer einsamen Nordseeinsel wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Neben Verstümmelungen – aber keine Vergewaltigung – am ganzen Körper scheint sie aus großer Höhe mit brutaler Gewalt auf den Strand geworfen zu sein. Der bodenständige Kommissar Friedsen beginnt den Fall zu untersuchen. Die Inselbewohner dagegen schießen sich nicht nur auf eine alte, aber nicht näher erläuterte Legende ein, sondern auf einen jungen Mann, der vor fünf Jahren die Insel im Streit mit den Eltern verlassen hat. Die Liebe zu einem jungen Mädchen hat ihn wieder zurückgeführt. Unter der Woche studiert er in Hamburg, am Wochenende ist er auf der Insel und scheint das Unglück mitgebracht zu haben. Die erste Hälfte des Romans ist von Neal Davenport ruhig, aber atmosphärisch dicht entwickelt worden. Der Leser hat die Möglichkeit, die raue aber nicht menschenfeindliche Natur der Nordsee kennen zulernen, einen kleinen Einblick in das isoliert, manchmal nicht unbedingt herzliche Inselleben auf den Halligen zu erhalten und selbst eifrig spekulieren zu können. Diese Abgeschiedenheit erschwert es allerdings auch dem Autoren, einen richtigen Verdächtigen zu präsentieren. Der Außenseiter wird viel zu sympathisch und hilfsbereit beschrieben, als das der Hauch eines Verdachtes – unabhängig von den abergläubischen und verschreckten Insulanern - auch nur einen Augenblick auf ihn fallen könnte. Hier wäre es aus heutiger Sicht sinnvoller, den Charakter nuancierter und vielschichtiger darzustellen. Weitere Verdächtige scheint es nicht zu geben, da Davenport bei der Auflösung des Plots einige Handlungsfäden eher mühsam verknotet und vor allem dem Leser eine weitergehende Erklärung schuldig bleibt. Da wird der Vogel im wahrsten Sinne des Wortes im Flug vom Himmel geschossen – das Abschlussbild ist eine eindeutige Hommage an den Klassiker „Die Fliege“ -, vorher sind Frauen in der Nacht von einem Vogel vergewaltigt worden – ein Bild, das Michele Soavi schließlich auch in seinem Schocker „The Sect“ aufnehmen wird -, obwohl sexuelle Gewalt beim ersten Mord eindeutig und deutlich herausgestellt keine Rolle spielt und eine Frau ist seit Monaten Tod und doch lebendig. Insbesondere das Ende wirkt aufgrund dieser fast abrupt beendeten Handlung nicht überzeugend, negiert die in der ersten Hälfte des Heftes sehr gut aufgebaute Atmosphäre. Das Frühwerk von Neal Davenport weißt eine Reihe von effektiven Szenen auf, die allerdings eher in den Weiten des Meeres als in einem kompakten Plot enden.

Im gleichen Jahr veröffentlichte Davenport mit „Das Dorf der Wolfmenschen“- ein Titel, der vieles schon aussagt - unter dem Pseudonym James R. Burcette den ersten Dick Collins Roman. Erst später kam heraus, da Burcette und Davenport ein und dieselbe Person sind. Betrachtet man das Frühwerk heute, so merkt schon das Vorwort an, dass insbesondere die zugrunde liegende Idee von Vampiren und Werwölfen in diesem Heft schon lange vor Verfilmungen wie „Underworld“ aufgegriffen worden ist. Dick Collins sucht nach seiner gescheiterten Ehe zusammen mit seiner Katze eine neue Herausforderung in dem kleinen Ort Lyons Town. Hier hat er eine Lehrerstelle ohne Rücktrittsrecht angetreten. Bei seiner Ankunft wird ihm mitgeteilt, dass Katzen unerwünscht sind. In der ersten Nacht wird seine Katze von einem Wolf getötet, er selbst verletzt. Nur der Arzt und ein junges Mädchen scheinen über seine Verletzung wirklich bekümmert zu sein, schnell erkennt er, dass alle im Dorf Werwölfe sind, die sich zu ihrer Verlustigung ab und an auch Mädchen aus der Umgebung entführen. Gleich nach einem stimmungsvollen, aber im Grunde klischeehaften Prolog beginnt Davenport die Handlung sehr geschickt zu drehen. Der offensichtliche Protagonist wird zum Werwolf, wird direkt mit der dunklen Seite der Macht konfrontiert. Im Gegensatz zu anderen Gruselstoffen muss er nicht etwa diese neue Seite an sich entdecken, der Bürgermeister des Ortes enthüllt ihm ziemlich direkt die Folgen seiner Verwandlung. Den Ort kann niemand verlassen, da er von magischen Fallen umgeben ist. Allerdings scheint die Verwandlung nicht komplett zu sein, denn Dick Collins flieht schließlich zusammen mit dem Mädchen, erfährt von einer Gruppe von Vampire, die anscheinend lieber den Teufel mit dem Beelzebub austreiben und wird in einen Generationenalten Machtkampf zwischen den Wolfmenschen und den Vampiren hineingezogen. Insbesondere der Mittelteil dieses immerhin auch über dreißig Jahre alten Romans liest sich sehr stimmig, sehr packend. Mit Dick Collins hat Davenport einen Charakter erschaffen, der nicht unsympathisch ist, der aber nicht der überzeichnete Superheld mit unfehlbaren Intellekt und einer eisernen Konstitution ist. Zu Beginn erscheint der Ich- Erzähler ein wenig zu skurril, immerhin unterhält er sich mit seiner Katze und sitzt mit ihr zusammen in der Kneipe. Als er schließlich hinter die Kulissen dieses schwelenden Konflikts der dunklen Mächte nicht nur schauen kann, sondern vor allem seine Aufgabe erkennt, geht alles wieder zu schnell und zu hektisch. Insbesondere der Endkampf gegen den Bösewicht von der anderen Seite wirkt zu abrupt und wenig innovativ. Hier negiert sich der Autor viele von den gelungenen und ungewöhnlichen Ansätzen, um schließlich seinen spannenden Stoff abzuschließen. Der zweite Dick Collins Roman „Der Herr der Untoten“ geht noch einen Schritt weiter, er verzichtet aber weite Strecken auf seinen Protagonisten. Zwei Grabräuber erwecken aus Versehen einen Dämonen und seinen Diener, der sich nach dem Bürgerkrieg und der von ihm gesteuerten Ermordung Lincolns dorthin verkrochen haben. Die neue Welt ist etwas ungewöhnlich für die Erzschurken, die Lektüre von Science Fiction wie Robert A. Heinlein oder Perry Rhodan hilft nicht sonderlich weiter. Dieser Abschnitt ist unterhaltsam lustig geschrieben, ohne die Figuren ins Lächerliche zu ziehen. Schließlich erwecken die Aktivitäten der beiden Bösen doch die Aufmerksamkeit von Dick Collins, dem neuen Herrscher über die Wolfsmenschen und Vampire. Bislang hat er den brüchigen Frieden unter Kontrolle halten können, doch das Auftauchen eines machtvollen Dämons könnte die im Untergrund agierende Opposition zu neuen Aktivitäten verleiten. Also gilt es, schnell und möglichst hart zu reagieren. Das ein Dick Collins Romane über weite Strecken ohne den klassischen Helden auskommt und doch unterhaltsam wirkt, ist eine der Stärken Neal Davenports. Wie viele andere „Vampir“ Autoren fühlt er sich mit dem Bösen wohler, im gelingt es besser, die dunklen Mächte zu beschreiben und mit einem wohligen Schauer und bis an die Grenze der von den Jugendschützern noch tolerierten Gewalt – kein Vergleich zu heute allerdings – möglichst unschuldige, wenn auch hübsche Frauen und eindimensionale Kerle umzubringen. Die historischen Passagen – nur wenige Seiten seines Tagebuches haben ein Feuer überlebt – lesen sich aufschlussreich und führen den Charakter und seine bösen Intrigen sehr pointiert ein. Es ist nur schade, dass mit dem Auftreten Dick Collins der Fokus notwendigerweise auf den Helden zurückgelenkt wird, der Dämon aber an Charisma verliert und insbesondere der Endkampf genauso oberflächlich hektisch wirkt wie im ersten Roman. Konnte Neal Davenport in dem im Grund intimen „Der Geistervogel“ noch am Ende die Kurve kriegen, weil er nicht zu viele rote Fäden einsammeln musste, funktioniert diese Vorgehensweise im vorliegenden Roman nicht mehr. Auch die Veränderung in Dick Collins Charakter vom einfachen Lehrer immerhin zum fast allmächtigen Herren über Wolfsmenschen und Berater vom eigenen Vampirvolk nimmt zu wenig Raum ein und kommt einher mit einer Reduktion des Dämonencharakters. Hier wäre es sinnvoller gewesen, den Handlungsbogen auf zwei Romane zu verteilen – eine ideale Spielwiese für diese Neuveröffentlichung – und im ersten Band sehr konsequent den dämonischen Protagonisten zu entwickeln und in eine gute Position zu bewegen, dann beim Auftakt des zweiten Heftes Dick Collins den letzten Schliff zu geben. So wäre ausreichend Raum gewesen, um eine interessante Konfrontation zwischen diesen beiden sehr unterschiedlichen Charakteren herbeizuführen und den Roman nicht so unentschlossen positiv enden zu lassen. Das sich der Dämon als Außerirdischer entpuppt, ist eine der ironischen Feinheiten, die „Der Herr der Untoten“ zu einem unterhaltsamen Lesevergnügen machen. Den Abschluss – aber leider nicht in Bezug auf den gesamten Handlungsbogen, da der dritte Roman im Moment der finalen Konfrontation offen endet – bildet „Dämonenrache“. Hier werden Handlungsfäden aus beiden Romanen wieder aufgenommen. Die Wolfmenschen unter seiner legitimierten Kontrolle lehnen seine Herrschaft ab und beginnen zu rebellieren. Seine kurzzeitige Frau und Tochter des Anführers der Vampire Eva wird entführt. Bislang haben Tabletten die Blutlust der Vampire unter Kontrolle gehalten, der Entführer will diesen Status Quo aufweichen, Eva zu seiner Geliebten machen und ihre Blutlust wieder wecken. Zwischen den beiden Stühlen steht Dick Collins, der natürlich nicht ahnt, dass alles nur ein Teil eines großen Plans ist, die Herrschaft über die nichtmenschlichen Wesen und schließlich wahrscheinlich auch die Erde zu erringen. Der Roman liest sich flott, ihm fehlt aber das einzigartige – aus heutiger Sicht – Flair der siebziger Jahre inklusiv der gebotenen Naivität. Die Spanne von fast zwanzig Jahren lässt sich weniger mit einer modernen, im Vergleich zu den ersten beiden Abenteuern zielstrebigen Handlung überbrücken, es fehlen die innovativen, herausragenden Ideen. Zu viele Elemente folgen im bislang bekannten Spannungsbogen einem imaginären Schema. Dick Collins hat inzwischen seine Rolle akzeptiert und versucht das Gleichgewicht zwischen Menschen und Werwölfen aufrechtzuerhalten. Diese Information erhält der Leser weniger aus praktischen Beispielen – sein einziger Besuch im Dorf schlägt fehl -, sondern aus seinen inneren Monologen. In den letzten Jahren hat er sich erfolgreich als Science Fiction Autor etabliert und wird zu teuren Buchpartys eingeladen. Diese Passage ist allerdings Utopie. Wenn man überlegt, wie viele Autoren am Hungertuch nagen, wirkt dieser Abschnitt befremdlich, ihm fehlt auch die Exotik. Viel passender wäre es gewesen, wenn Dick Collins ein sehr erfolgreicher Horrorautor geworden wäre, der seine realen Erlebnisse in Bestseller umgesetzt hätte, bei denen niemand außer den von ihm kontrollierten Kreaturen und den alterslosen Vampiren die Wahrheit ahnt. Mit dieser Ausgangsposition hätte Davenport eine weitere, ironisch durchaus überzeichnungsfähige Handlungsebene integrieren können und den etwas trockenen, sehr statisch Beginn mit dem selbsternannten Einzelgänger, der von schönen, erotischen Frauen umgeben, aber mehr mit seiner Katze anfangen kann, umgehen können. Bis sich die Handlung auf allen Ebenen entwickelt hat, vergeht zuviel Raum. Die Entführung Evas durch den wieder bösen Dämonen ist nicht sonderlich überraschend oder überzeugend gestaltet. Hier fließen zu viele inzwischen bekannte Ideen in den Subplot ein und wenn der Entführer sich als Inkarnation eines schon bekannten Schurken entpuppt, ist die Überraschung zwar gelungen, aber das bekannte Schema wird nicht durchbrochen. Konnte Neal Davenport in den ersten beiden Heften noch die bekannten Themen mit einer Reihe subtiler Ideen variieren und die Neugierde des Lesers aufrechterhalten, ist der dritte Roman deutlich besser geschrieben und stilistisch ansprechend. Aber der Inhalt bietet außer einer Handvoll ominöser Informationen, der wiederum direkt und „human“ agierenden Werwolf-Vampir-Einsatzgruppe der amerikanischen Bundesbehörden ohne Genehmigung und einer schönen hilflosen Frau, die zum Bluttrinken animiert wird, zu wenige wirklich neue Ideen und eine Weiterentwicklung des bekannten Szenarios. Wahrscheinlich hat der Roman bei seiner Erstveröffentlichung – ein neuer Dick Collins nach fast zwanzig Jahren – effektiver und überzeugender gewirkt als im direkten Vergleich mit den ersten beiden Teilen. Auch aus dem dritten Band – wie der ganzen Saga – hätte man mehr machen können, wenn für diese Neuauflage die Romane nicht nur stilistisch überarbeitet worden wären, sondern die Ideen des guten und für die siebziger Jahre sicherlich überraschenden Szenarios mehr der Gegenwart angepasst worden wären. Auch eine Weiterführung über die drei bekannten Romane hinaus mit einem Abschluss der Geschichte wäre für diese Neuauflage sinnvoll gewesen. Vielleicht erscheint ja im Rahmen der nächsten „Vampir“- Bände ein weiterer Dick Collins, zu wünschen wäre es der Sage. Die Idee, Kurzzyklen geschlossen in einem Band neu zu veröffentlichen, sollte im Rahmen dieser Anthologiereihe weiter vorangetrieben werden. Die „Dick Collins“ Bände inklusiv „Der Geistervogel“ zeigt sehr gut die Qualität – durchaus positiv gemeint – der alten „Vampir“ Reihe. Es gibt sicherlich noch einige Romane zu entdecken. Es lässt sich trefflich streiten, ob diese Texte möglichst originalgetreu nachgedruckt werden sollten oder umfangreich bearbeitet besser in die heutige Leselandschaft passen. Wer „Dick Collins“ vor mehr als dreißig Jahren schon gelesen hat, wird sich über die Neuveröffentlichung freuen, wer die Romane noch nicht kennt, wird ein interessantes Szenario kennen lernen, dass nicht immer befriedigend ausgearbeitet worden ist.

Direkt beim Verlag bestellen

Neal Davenport: "Der Herr der Untoten"
Anthologie, Hardcover, 446 Seiten
Zaubermond Verlag 2007

Weitere Bücher von Neal Davenport:
 - Vampir 9- die blutige Treppe

Leserrezensionen

Leserrezensionen [Alle Rezensionen anzeigen (4)]
19.10.11, 06:44 Uhr
YETI
unregistriert


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