Buchecke


:: Home
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (55)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (17)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (181)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (314)
:: Horror (diverse) (168)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (59)
:: Literatur (diverse) (26)
:: Mystery (diverse) (102)
:: Perry Rhodan (122)
:: Roswell (4)
:: Sachbücher (103)
:: Science Fiction (diverse) (715)
:: Star Trek (43)
:: Stargate (1)
:: Thriller (61)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (37)
:: Anita Blake, Vampire Hunter (4)
:: Laws of the Blood (5)
:: Sachbücher über Vampire (1)
:: Southern Vampire Mysteries (3)
:: Zeitschriften / Magazine (15)


:: Artikel (6)
:: Interviews (7)
:: Nachrufe (2)


:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Vampire



Hugh Walker, Dan Shocker, und andere

Vampir 2 - das siebente Opfer

rezensiert von Thomas Harbach

Zum zweiten Mal bringt der kleine Zaubermond-Verlag eine Sammlung von gruseligen Kurzromanen in gediegener Hardcoverausstattung und in der Tradition der inzwischen legendären Heftromanserie „Vampir“ heraus. Von den Autoren der ersten Sammlung kehrt nur Joe Zybell mit einer abgeschlossenen Geschichte, die allerdings Charaktere und Handlungshintergrund aus der ersten Novelle wieder aufnimmt, zurück. Mit Hugh Walker gibt ein Routinier sein Debüt im Zaubermond-Verlag, dazu gesellen sich im Vergleich mit den fünf Geschichten der ersten Sammlung noch Bernd Frenz und Uwe Voehl- beides erfahrene Gruselautoren. Das Spektrum der hier präsentierten vier Kurzromane sind zumindest laut Titelbild Mystery, Horror und Grusel.

Hugh Walker kehrt mit dem Kurzroman „Die Teufelsmacher“ auf die Horrorbühne zurück. Einen Seitenhieb auf die von ihm entwickelte Fantasy-Welt „Magira“ kann er sich in diesem geradlinigen Roman nicht verkneifen. Das ist die einzige humorvolle Episode in der durchgehend dunklen Geschichte.
Im Mittelpunkt steht der Parascout Robert Steinberg, Mitglied einer Gruppe von übernatürlich begabten Menschen, der auf offener Straße die Gedanken einer Frau aufnimmt, die von einer Teufelssekte entführt zu werden droht. Damit nicht genug, er folgt den Spuren dieser inzwischen apathischen Frau und entdeckt eine Gruppe von Teufelsanbetern, deren Spuren zu einem seltsamen Brand vor einigen Jahren zurückführen.

Mit beiden Beinen in der Realität der Gegenwart entwickelt Walker eine kurzweilige Geschichte, die den Leser kurzzeitig in ihren Bann ziehen kann. Das liegt weniger an der vorhersehbaren Handlung, sondern ist in den Personen an sich begründet. Robert Steinberg kommt mit seiner übernatürlichen Gabe sehr gut zurecht und ist charakterlich bodenständig. Kein überdrehter selbstverliebter eitler Mann, sondern zurückhaltend und vorsichtig agierend. Das schafft von Beginn an einen Sympathiebogen und lässt den Betrachtern die Chance, die sich dann mehr durch Zufall entfaltenden Ereignisse zu verfolgen. Insbesondere die Szenen in der Wohnung des Opfers wirken eher gestellt und unglaubwürdig. Hier hätte Walker Konsequenzen aus solchen Filmen wie „Man bites Dog“ oder „Blair Witch Project“ ziehen müssen und die aufeinander folgenden Ereignisse mit mehr Pfeffer oder Energie erzählen können. Auch das Ende wirkt auf den ersten Blick routiniert geschrieben, aber zu schnell und hastig abgeschlossen. Der Nachschlag mit dem offenen Epilog ist ein typisches Klischee vieler zweitklassiger Horrorgeschichten und wirkt eher störend. Mehr Konzentration auf den gesamten Handlungsbogen mit kürzer Exposition und längerem Höhepunkt hätten der ansonsten sehr flüssig und ansprechend geschriebenen Erzählung gut getan.

Uwe Voehl ist ein Autor, dessen Geschichten atmosphärisch dicht aufgebaut sind. Bei „Baphomet“ beginnt die Story mit dem Verhör eines Massenmörders, der willig die meisten seiner Taten zugibt, doch beim Namen des letzten potentiellen Opfers stutzt. Also erzählt er den Polizisten zum wiederholten Male seine Lebensgeschichte. Als Jugendlicher hat er sich einer Gruppe Sektenanhänger angeschlossen. Die Sitzungen mit schwarzen Gewändern endeten in einem Mord und der Auflösung der Gruppe. Jahre später wird er mit den anderen sechs Mitgliedern der Gruppe entführt. Anscheinend möchte jemand das Ritual vollenden.

Der Knalleffekt zu Beginn der Rahmenhandlung stimmt den Leser auf die folgenden Ereignisse ein. Der Leser ist verunsichert, ob es sich wirklich um die Beichte eines Massenmörders handelt oder jemand fiktive Taten gesteht. Erst zum Abschluss des Rahmens am Ende des Kurzromans offenbart der Autor eine potentielle Lösung. Kaum stellt sich der Betrachter auf diese Szenerie ein, entzieht der Autor ihnen wieder den Boden und beginnt gegen Ende einen neuen Handlungsbogen. Bislang ist für den dritten Band der Vampir Hardcover keine Fortsetzung der Geschichte angekündigt. Sollte Uwe Voehl seine Story mit diesem unbefriedigenden offenen Abschluss beenden wollen, negiert er die unheimliche Atmosphäre und die geschickte Führung der Figuren, die er bis dato aufgebaut hat. Trotzdem versetzt er die Idee von Agatha Christies berühmtem Zehn-Negerlein-Spiel in die Jetztzeit und umgibt sie mit unheimlichen Beschwörungsformeln und einem wahnsinnigen Sektenführer. Mit kurzen prägnanten Beschreibungen charakterisiert Voehl seine unterschiedlichen Figuren.
Fast surrealistisch sind die Szenen in der Abgeschiedenheit des Schlosses. Hier verbindet der Autor Bedrohung mit der ernüchternden Feststellung, dass es Krankheiten gibt, die schlimmer sind als die Beschwörung falscher Götter. Diese Verbindung aus realistischer Einschätzung und gruseliger Unterhaltung machen den Reiz des Textes aus.
Fast man den Inhalt kurz zusammen, könnte die Geschichte altbacken, naiv und bekannt wirken. Durch Uwe Voehls ansprechenden, leicht zu lesenden und doch abwechselungsreichen Schreibstil erwacht das Geschehen zu einem unheimlichen Leben und zieht den aufmerksamen Leser kurzweilig in seinen Bann.

Bernd Frenz nimmt sich in „Das siebente Opfer“ der Mumienthematik an. Von der Ausgrabung in Ägypten nach einem Zufallsfund über Morde im Museum bis zur beherzten waghalsigen Aktion einer entschlossenen Archäologin erzählt Frenz seine Story geradlinig und sehr entschlossen ernst. Kein Klamauk wie in den „Mumien“-Filmen, dadurch allerdings auch nicht die Möglichkeit, aus dem engen Korsett dieses Subgenres auszusteigen und eine verrückte, überdrehte oder einfach nur originelle Geschichte zu erzählen. Für die einzige Abwechselung sorgt der Liebeskummer eines abgewiesenen Freundes. Dabei macht der Autor zu Beginn nicht klar, ob es sich bei dem getrennten Paar eher um eine berufliche Zufallsliebschaft oder eine echte Beziehung handelt. Der Ex-Freund reagiert sehr heftig und gerät schnell unter den Einfluss eines Dämonen und wird von einer goldenen Maske verzaubert. Dabei wirkte er vor seiner Verwandlung als besessener Westentaschenstalker Furcht erregender und gefährlicher als danach als Opfer des Mumienfluchs. Außerdem erledigt sich die junge Archäologin sehr schnell dieser Bedrohung. Warum also die lange Exposition, wenn weder Autor noch Leser mit dieser Figur etwas anfangen können. Vielleicht hätte Frenz die unterschiedlichen Vorstellungen von Emanzipation und hoheitlichem Harem in vergnüglichen Kommentaren und Diskussionen in den Vordergrund stellen sollen.

Die Archäologin selbst hat inzwischen ein Auge auf einen der ermittelnden Polizistin geworfen. Das sorgt für zusätzliche Spannungen. Dieses Beziehungsdrama ist eines der wenigen lebhaften Elemente der Geschichte. Frenz gelingt es nicht, neue Impulse in diesen oft genutzten Stoff einfließen zu lassen. Weder wirkt der Hintergrund überzeugend noch der Spannungsbogen. Die alten „Vampir“- Romane lebten –wie z.B. Dan Shockers „Frankenstein“ –Romane von der Verbindung klassischer Gruselelemente mit einem aufgemotzten modernen auf das dunkle Zeitalter der Disko losgelassenen Umfeld. Diese Absurdität hat eine Reihe von ansonsten schlechten Romanen gerettet. Frenz fehlt in dieser Hinsicht das Gefühl und das Gespür, die gruselige Bedrohung aufzupeppen. Die Mumienthematik funktioniert wahrscheinlich nach Sommers Filmen nur noch als Komödie –ernste Bedrohung und schräge Charaktere – oder Tragödie - eine überdrehte Handlung mit humorlosen Protagonisten . Aber nicht als bierernste humorlose ungezählte Variante der klassischen Karloff Geschichte. Als Hommage ist der Text außerdem zu unausgeglichen. Das einzig gute Element dieser enttäuschenden Geschichte ist die kompromisslose Auflösung. Sowohl Hugh Walkers als auch Uwe Voehls Geschichte weisen auf mögliche Fortsetzungen hin. Hier könnte der Autor höchstens noch eine aus dem Leben gegriffene kriminalistisch angehauchte Fortsetzung entwickeln : die Beziehungsprobleme eines Polizeibeamten im Schichtdienst und einer Archäologin auf Auslandsreisen.

Joe Zybell nimmt die losen Handlungsfäden seiner Geschichte aus der ersten „Vampir“-Sammlung in „Baal“ wieder auf. Im Mittelpunkt steht zum zweiten Mal der ehemalige Priester Tom Percival und ein Detektiv Pete Wayne. Dieser erhält den Auftrag, nach der verschwundenen siebzehnjährigen Tochter einer gerade geschiedenen Geschäftsfrau zu suchen. Die Spur führt sehr schnell in die alternative Sektenszene. Percival selbst ermittelt in einer sich ausweitenden Mordserie.

Im Gegensatz zu einigen anderen Autoren dieser Sammlung ist Joe Zybells dunkle Kriminalgeschichte mit schockartigen Szenen und aktuellen Bezügen durchsetzt. Seine Handlung ist genauso geradlinig wie die anderen Texte, doch er streut insbesondere zum Höhepunkt der Geschichte einige interessante Passagen in die Handlung ein. So berührt den Leser die Foltermethode mit der großen weißen Katze genauso unangenehmen wie der Tote auf der Mühlkippe.

Wie bei einer Zwiebel schält Zybell im zweiten Teil seiner fortlaufenden Serie aus abgeschlossenen Geschichten nur einige wenige neue Informationen ab. Der Hintergrund bleibt weiterhin geheimnisvoll. Genauso erfährt der Leser nur am Ende einige wenige neue Details über die Fähigkeiten des Ratgebers, an den sich Percival im Notfall wenden kann, der aber weder sein gesamtes Wissen noch seinen Aufenthaltsort offenbaren möchte. Die Angst, den Furchterregenden Feinden von der dunklen Seite zu viele Informationen und Anhaltspunkte zu geben, ist offenkundig.

In Bezug auf die agierenden Charaktere bleibt der Autor allerdings wieder an der Oberfläche. Die attraktive ältere und jetzt ledige, aber begehrenswerte Frau ist genauso Klischee wie der ledige Detektiv, der bei diesem Auftrag seine persönlichen Grenzen überschreitet. Allenfalls die eigentlich als unschuldig in dunkle Kreise geratene Tochter wird zur gerissenen dunklen Priesterin. Phasenweise lenkt Zybell seine Leser mit diesen Vermutungen ab.

Trotz der dürftigen Personenbeschreibung wirkt „Baal“ als Gesamtwerk überzeugend, fließt streckenweise rasant dahin und entführt seine Leser in eine moderne Welt dunkler Mächte. Im Vergleich zu der ersten Geschichte, die mit einem atmosphärisch unheimlich dichten Bild begann, kann der Mittelteil allerdings nicht mithalten. Zu sehr konzentriert sich der Autor auf die Suche nach der verschwundenen Tochter und überdeckt damit alle übernatürlichen Geschehnisse, die insbesondere noch als Bilder auf Computern und schließlich in der brennenden Kirche wieder in den Vordergrund treten. Von diesen Szenen wünscht sich der Leser mehr. Kraftvoll, geschickt und mit perfider Freude an Gewalt und Zerstörung inszeniert Zybell seine kleinen Weltuntergangsszenarien. Man freut sich auf den irgendwann bevorstehenden Endkampf. Mit dem ehemaligen Priester Tom Percival – hoffentlich keine Anspielung auf die Gralslegende – hat der Autor einen sympathischen Charakter geschaffen. Er reagiert in diesen ersten beiden Geschichten mehr auf die Umstände, muss gegen Ende des Handlungsbogen gerettet werden anstatt das er retten kann und ist sich seiner Schwächen sehr wohl bewusst. Wichtig ist es, diese menschliche Ebene auszubauen und ihn nicht zu einem unverwundbaren Kämpfer gegen das Böse degenerieren zu lassen.

Im ersten „Vampir“- Band standen Nachdrucke klassischer Heftromane im Vordergrund. Hier wird dem Leser nur originales Material angeboten. Während Hugh Walker und Joe Zybell mit ihren Geschichten gut überzeugen und Uwe Voehl einen interessanten Text vorgelegt hat, enttäuscht insbesondere Frenz mit einer lustlos wirkenden Auftragsarbeit. Es wäre allerdings empfehlenswerter, wie für den dritten Band wieder vorgesehen, die klassischen Hefte mit neuen Texten zu mischen. Die nostalgische Stimmung und die Freude, alte Geschichten neu oder wieder zu entdecken, überdecken die Schwächen beim neuen Material. Außerdem gibt es in den alten Romanen so viele Geschichten, die eine Neuveröffentlichung geradezu herausfordern und „Zaubermond“ mit seinen gediegenen, optisch schön gestalteten Hardcovern ist die richtige Adresse, um auf Jahre Horror, Grusel und Mystery zu garantieren. Da muss man nicht auf junge Autoren zurückgreifen, die kein richtiges Gefühl für dieses Subgenre entwickeln können. Sollte sich der Verlag entschließen, auf Nachdrucke zu verzichten, gibt es jetzt mit Ernst Vlcek, Hugh Walker, Dan Shocker oder A.F. Mortland sowie vielleicht Joe Zybell und Uwe Voehl als „junge“ Hasen namhafte und gute Autoren, um zwei Sammlungen pro Jahr zu füllen.

Direkt beim Zaubermond Verlag bestellen

Hugh Walker, Dan Shocker, und andere: "Vampir 2 - das siebente Opfer"
Roman, Hardcover
Zaubermond 2005

Leserrezensionen

Leserrezensionen [Alle Rezensionen anzeigen (4)]
19.10.11, 06:43 Uhr
YETI
unregistriert


pandora bracelets to our customers are at the lowest prices. You can personalize the pandora jewelry as per your dress for any function or even your mood on a specific day!Our pandora jewelry sale is popular with authentic items, competitive price, fast delivery and efficient service!welcome to our pandora bracelets sale store.