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Anita Blake, Vampire Hunter



Laurell K. Hamilton

Bd. 1 Guilty Pleasures

rezensiert von Thaliara

Die Story der Geschichten um Anita Blake:

Vorbei sind die Zeiten, in denen Vampire im Untergrund ihr Dasein fristeten. Seit zwei Jahren sind sie in den USA offiziell als Minderheit anerkannt. Sie gerieren sich als brave Bürger und ihre Vergnügungsviertel sind eine echte Touristen-Attraktion. Die "Kirche des ewigen Lebens" hat großen Zulauf, kann sie doch als einzige Religion wirklich halten, was sie verspricht. Doch nicht alle trauen dem schönen Schein. Besonders nicht Anita Blake, unter den Vampiren bekannt als "The Executioner". Für sie ist eigentlich nur ein toter Vampir ein guter Vampir. Aber ohne gültiges Todesurteil wäre dies in St. Louis ein Mord...

Wer im "Executioner" einen billigen Abklatsch von "Buffy, the Vampire Slayer" vermutet, täuscht sich. Anita Blake ist nicht auserwählt, sie hat keine übermenschlichen Kräfte und tötet Vampire nicht aus Schicksals-Gründen. Sie ist eine zierliche, junge Frau von 24 Jahren, die in einer Agentur für übernatürliche Dienstleistungen arbeitet. Sie ist ein "Animator", hauptberuflich ruft sie Zombies aus den Gräbern, um strittige Familien- und Erbschaftsangelegenheiten mit Hilfe der Verstorbenen zu klären. Als lizensierte Vampir-Jägerin vollstreckt sie Gerichts-Urteile gegen die Untoten und arbeitet als Expertin für übernatürliche Verbrechen mit der örtlichen Polizei zusammen.

Ein Animator hat eine besondere Verbindung zu den Toten und ist gegen die psychischen Tricks der Vampire teilweise immun. Doch sonst helfen Anita bei der Vampir-Jagd nur ihre Instinkte, Erfahrung, ein gutes Training und manchmal auch ein guter Freund. Die Vampir-Jagd ist bei Laurell K. Hamilton insgesamt in der Moderne angekommen: Vampir-Köpfe muss man nicht mit Schwertern abtrennen, man kann sie durchaus auch mit großkalibrigen Waffen herunterschießen. Schlafende Vampire lassen sich ebenso mit der Injektion einer hochkonzentrierten Silbernitrat-Lösung erledigen...

Die Vampire in dieser Szenerie ähneln teilweise der Welt von Anne Rice, sind jedoch bei weiten nicht so abgehoben. Sie werden mit den Alter stärker, sind sehr attraktiv und verfügen über starke mentale Kräfte. Eine Mischung, die für einen menschlichen Verstand nicht immer leicht zu bekämpfen ist. Nur zu gerne bieten sich die Damen in den Vampir-Shows selbst als Opfer an. Auch Anita Blake braucht alle Kunst, um ihren normalsterblichen Geist klar zu halten. Besonders dann, wenn der ebenso mächtige wie charismatische Vampir Jean Claude sie mit ganzer Kunst verführen will. Dass Anita ihren Nemesis eigentlich lieber töten will, irritiert ihn dabei nicht im Geringsten...

"Anita Blake" ist keine Neuerfindung des Horror-Genre, doch die Reihe überzeugt durch viel Action und spannende Handlungen. Statt langatmiger Gefühlsduselei à la Rice bietet Hamilton eine lockere und oftmals herrlich sarkastische Sprache für entspannendes "quick and dirty"-Reading. Die Bücher sind aus Anitas Perspektive geschrieben und lassen den Leser teilhaben an ihrem verqueren Humor, ihren frechen Kommentaren und dem permanenten Konflikt zwischen dem, was sie will und dem, was sie tut. Die ironisch-politischen Probleme (Mit welchen Gesetzen reguliert man Wesen mit übernatürlichen Kräften?) stehen nahtlos neben alltäglichen (Wie kann man sich halbwegs geschmackvoll kleiden, wenn man gleichzeitig sperrige Waffen verstecken muss?) Allzu zart beseitet sollte man für Anita Blake jedoch nicht sein, denn dazu gibt es jede Menge Gewalt, Blutvergießen und brennende Luft.



Zitat:
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We started to walk. "You got a gun with silver bullets in it?" he asked.
"Yes."
"I'd start carrying it if I were you."
"Silver bullets won't kill him."
"But it'll slow him down."
"Yeah." We walked for a few minutes in silence. The warm summer night seemed to slide around us, hold us in sticky, curious hands.
"What I need is a shotgun."
He looked at me. "You going to carry a shotgun with you day after day?"
"Sawed off, it would fit under a coat."
"In the middle of a Missouri summer, you'd melt. Why not a machine gun, or a flamethrower, while you are at it?"
"Machine gun has too wide a spread range. You may hit innocent people. Flamethrower's bulky. Messy, too."
He stopped me with a hand on my shoulder. "You've used a flamethrower on vampires before?"
"No, but I saw it used."
"My god." He stared off into space for a moment, then asked, "Did it work?"
"Like a charm; messy though. And it burned the house down around us. I thought it was a little extreme."
"I'll bet." We started walking again. "You must hate vampires."
"I don't hate them."
"Then why do you kill them?"
"Because it is my job, and I'm good at it." We turned a corner, and I could see the parking lot where I had left my car. It seemed like I had parked my car days ago. My watch said hours. It was a little like jet lag, but instead of crossing time zones, you crossed events. So many traumatic events and your time sense screws up. Too much happening in too short a space of time.
"I'm your daytime contact. If you need anything or want to give a message, here's my number." He shoved a matchbook into my hand.
I glanced at the matchbook. It read "Circus of the Damned" bleeding red onto a shiny black background. I shoved it in my jeans pocket.
My gun was lying there in my trunk. I slipped into the shoulder rig, not caring that I had no jacket to cover it. A gun out in plain sight attracts attention, but people leave you alone. They often even start running, clearing a path before you. It made chases very convenient.
Zachary waited until I was sitting in my car. He leaned into the open door. "It can't be just a job, Anita. There's got to be a better reason than that."
I glanced down at my lap and started the car. I looked up into his pale eyes. "I'm afaraid of them. It is a very natural human trait to destroy that which frightens us."
"Most people spend their lives avoiding things they fear. You run after them. That's crazy."
He had a point. I closed the door and left him standing in the hot dark. I raised the dead and laid the undead to rest. It was what I did. Who I was. If I ever started questioning my motives, I would stop killing vampires. Simple as that.
I wasn't questioning my motives tonight, so I was still a vampire slayer, still the name they had given me. I was The Executioner.
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Bislang erschienen:

1) Guilty Pleasures (1993) erscheint im Herbst 2003 auf deutsch unter dem Titel "Bittersuße Tode".
2) The Laughing Corpse (1994)
3) Circus of the Damned (1995)
4) The Lunatic Café
5) Bloody Bones
6) The Killing Dance
7) Burnt Offerings
8) Blue Moon
9) Obsidian Butterfly
10) Narcissus in Chains
11) Cerulean Sins


Bd. 1: Guilty Pleasures

"I bet she thought I'd be scared of her. She was right on that.
But I spend most of my waking hours confronting and destroying things that I fear."

Der "Blood Square", das Vergnügungsviertel der Vampire, ist nicht unbedingt der bevorzugte Aufenthaltsort einer Frau, die unter Vampiren den Namen "The Executioner" trägt. Doch was tut man nicht alles für die Junggesellenparty einer Freundin? So findet sich Anita Blake unversehens in der Vampir-Strip-Bar "Guilty Pleasures" - und es ist schwer zu entscheiden, was den Ort so gefährlich macht: Ist es die atemberaubende Show oder der ebenso atemberaubende Besitzer Jean-Claude? Doch selbst die sinnlichste Stimme der Welt ändert nichts an Anitas Prinzipien: Sie datet keine Vampire - sie tötet sie.

Es ist eine denkbar schlechte Zeit für Pinzipien. Denn ein geheimnisvolles Wesen schlachtet die ältesten und mächtigsten Vampire der Stadt ab. Und der örtliche Meister-Vampir schert sich nicht die Bohne darum, dass Anita bei der Aufklärung des mysteriösen Verbrechens nicht helfen will. Mehr als einmal bereut Anita bitterlich, dass sie ihr loses Mundwerk nicht halten kann...

Laurell K. Hamilton eröffnet ihre "Anita Blake, Vampire Hunter" - Reihe mit einem Feuerwerk aus Intrige, Gewalt und Verführung. Die Grenzen von Gut und Böse verschwimmen, wo jede Entscheidung Leben kostet und aus Gegenern Verbündete gegen noch mächtigere Gegner werden. Viele Menschen hassen Vampire genug, um sie töten zu wollen, doch wer ist mächtig genug, dieses Blutbad anzurichten? Was hat der aalglatte Meister der "Kirche des ewigen Lebens" zu verbergen? Wie passt der "melt-in-your-mouth sexy" Stripper Phillip in das Mosaik? Und kennt sie den Killer vielleicht besser als sie wissen will? Sicher ist in dieser Geschichte nur eins: Der nächste blutige Kampf folgt unweigerlich - und manchmal so plötzlich, dass man kaum zum Luftholen kommt.

Dennoch ist es nicht besondere Grausamkeit, die den Stil der Autorin auszeichnet. Es sind vielmehr die vielen kleinen inneren Konflikte, die Anita permanent mit sich selbst ausficht. Jede Situation wird bissig kommentiert, für jede leichtsinnige Provokation ohrfeigt sie sich innerlich, vor jedem Kampf überzeugt sie sich selbst wieder davon, dass sie schließlich eine "tough-as-nails"-Vampirkillerin ist. Durch diese amüsante Grundstimmung ist "Guilty Pleasures" nicht einfach eklig, kitschig oder gruselig, sondern bleibt spannend, sexy und unterhaltsam.


Zitat:
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The vampire wasn't as old as Jean-Claude, nor as good. I sat there feeling the press and flow of over a hundred years of power, and it wasn't enough. I felt him move through the tables. He had gone to a lot of trouble to make sure the poor humans wouldn't see him come. He would simply appear in their midst, like magic.

You don't get to surprise vampires often. I turned to watch the vampire walk towards the stage. Every human face I saw was enraptured, turned blindly to the stage, waiting. The vampire was tall with high cheekbones, model-perfect, sculpted. He was too masculine to be beautiful and too perfect to be real.

He strode through the tables wearing a proverbial vampire outfit, black tux and white gloves. He stopped one table away from me, to stare. He held the audience in the palm of his mind, helpless and waiting. But there I sat staring at him, though not at his eyes.

His body stiffened, surprised. There's nothing like ruining the calm of a hundred-year-old vampire to boost a girl's morale.
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Laurell K. Hamilton: "Bd. 1 Guilty Pleasures"
Roman, Softcover, 272 Seiten
Jove Books 2002

ISBN 0-5151-3449-X

Weitere Bücher von Laurell K. Hamilton:
 - Bd. 2 The Laughing Corpse
 - Bd. 3 Circus of the Damned
 - Bd. 4 The Lunatic Cafe

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