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Thriller



Frank Schätzing

Der Schwarm

rezensiert von Thomas Harbach

Knappe vier Jahre nach der Erstveröffentlichung und dem Verschwinden des Hypes um Frank Schätzing Doomsday- Geschichte lässt sich bei einer kritischen (Neu-) lektüre sehr vieles relativieren. So muss sich der in Köln lebende Autor gefallen lassen, dass hinsichtlich seiner ökologischen Zielrichtung ein amerikanischer Autor ihm an Originalität und Mahnungen das Wasser abgegraben hat: Kim Stanley Robinson hat mit seiner Trilogie bestehend aus „40 Days of Rain“, „50 Degrees below“ und „60 Days and counting“ ausdrücklich unterstrichen, wie dieses brisante Thema konsequent und vor allem bis zum bitter- optimistischen Ende intelligent sowie spannend in Romanform gebracht werden sollte. Robinsons Romanen – alle drei erreichen den Umfang zusammen von Frank Schätzings „Der Schwarm“ – fehlt natürlich der Antiamerikanismus. Ihnen fehlen auch die sehr gut recherchierten Hintergrundinformationen. Im Gegensatz allerdings zu Robinsons lesenswerten und leider bislang noch nicht übersetzten Romanen, versucht Frank Schätzing im Verlaufe der teilweise ab dem Mittelabschnitt phlegmatisch ablaufenden Handlung, Kritik/ Warnung in einen Hollywoodbackground zu integrieren. Seine Charaktere kennen sich in Hollywood aus. Da wird gefragt, ob „Deep Impact“ gesehen wurde. In einer eher bemühten Szene vergleicht der Protagonist die außerirdischen Intelligenzen aus James Camerrons „The Abyss“ mit den „Yrr“, welche mit einer perfiden Taktik die Menschen nicht nur auf dem Meer, sondern überall bedrohen. Würde der Autor diese Referenzen benutzen, um deutlich zu machen, dass seine Geschichte intelligenter, besser oder schlicht weg anders ist, wäre es perfekt. Aber im Kern unter unzähligen Schichten von nützlichen und interessanten Informationen erzählt Schätzing die gleiche, unglaubwürdige Story. Sie soll dem begeisterten Taucher im Traum eingefallen sein. Nach der Lektüre von „Der Schwarm“ glaubt man es.

Sowohl Robinson als auch Schätzing sehen als Problem des Planeten Erde den Menschen an. In beiden Romanen wehrt sich die Natur auf direkte oder indirekte Weise gegen das drastische Eingreifen des Menschen in den natürlichen Kreislauf. Im Vergleich zu Robinsons Roman, in welchem der Verursacher auch aufgrund seiner höheren und einzigartigen Intelligenz sich zumindest für einen Moment am eigenen Schopf aus dem Morast zieht, stellt Schätzing die provokante These in den Roman, ob die Menschen als Bestandteil des Ganzen mitgerettet werden müssten? Der Autor beantwortet alleine im ersten, sehr intensiv und mit vielen zum Teil bestürzenden Fakten beschriebenen Teil die Frage mit einem klaren „nein“. In der zweiten Hälfte, die auf zu viele Klischees inklusiv überzeichneter, zum Teil zu Karikaturen reduzierter Charaktere zurückgreift, reicht der Autor den Menschen in einer zu seichten Lösung inklusiv eines unnötigen Epilogs den Menschen die Hand und will sie theatralisch in diese alte und jetzt erneuerte Gemeinschaft der Natur zurückführen. Es ist dieser Ausweg inklusiv der absonderlichen Idee eines nicht näher definierten Über- Ichs aus Einzellern, dass Frank Schätzings Roman so kommerziell, so vorhersehbar und vor allem als Ganzes betrachtet so belehrend macht. In der ersten Hälfte des Buches gelingt es dem Autoren mit einer soliden Mischung aus Fakten und geschickten, teilweise sehr cineastischen Extrapolationen – siehe den Krabbenangriff auf das Liebespaar – eine realistische und globale Umweltkatastrophe zu beschreiben. An den einzelnen Fronten entwickelt der Autor verschiedene Theorien, wie empfindlich und angreifbar die Menschen geworden sind. Zuerst werden diese Phänomene von den verschiedenen Charakteren als unerklärliche Umweltphänomene und von den Politikern/ Militärs als mögliche terroristische Akte eingeschätzt. Später häufen sich die Anzeichen, das die Natur von den Meeren ausgehend nicht nur aus dem Ruder gerät, sondern alles versucht, um den menschlichen Parasiten „loszuwerden“. Milliarden von bislang unbekannten Meereswürmern beginnen die Unterseegebirge anzuknabbern und verursachen Tsunamis. Auf die Krabben ist schomn eingegangen worden. Krebse bringen tödliche Erreger an Land, Orcas greifen Menschen an und Wale beginnen Schiffe zu versenken. Hinsichtlich der Wale schlägt Schätzing expliziert im Roman einen Bogen zu Melvilles „Moby Dick“. Das umfangreiche Werk sieht der Autor zumindest teilweise als frühen progressiven „grünen“ Roman an. Nicht jede Attacke ist wirklich überzeugend und teilweise gelingt es Frank Schätzing nicht, seine Leser hinter die Position des Autoren zu bringen. Stilistisch ansprechend und cineastisch dank amerikanischer Katastrophenfilme gut geschult wirken die einzelnen Sequenzen isoliert vom zugrunde liegenden Plot betrachtet allerdings sehr überzeugend und verleihen der ersten Hälfte des Buches zu Recht eine dunkle bis nihilistische Stimmung. Da der Autor die einzelnen Katastrophen wie bei einem Puzzle aus den Perspektiven unterschiedlicher Charaktere erzählen lässt, wird aufgezeigt, dass sich die Menschheit als Ganzes dieser Herausforderung nicht entziehen kann. Die Auswirkungen der Katastrophen sind sehr unterschiedlich und ganz bewusst greift der Autor nicht auf die verführerische Möglichkeit zurück, die Schraube ständig und stetig anzuziehen. Er gibt seinen Lesern die Chance, durchzuatmen.

Wird in der ersten Hälfte des Buches die globale Bedrohung beschrieben, so sucht der Autor insbesondere in den Kapiteln des Mittelteils nach einer Medizin. Spätestens mit der Verlagerung des Golfstroms – in Robinsons Roman der Katalysator der kommenden Ereignisse – liegt Europa am Boden und die Amerikaner versuchen ein internationales Team von Wissenschaftlern – die meisten der bislang eingeführten Charaktere sind Europäer gewesen – zusammenzustellen, dass unter gütiger Mithilfe der Militärs die rätselhaften Anomalien untersuchen. In der ersten Hälfte angedeutet konkretisiert sich der Verdacht, dass sich ein Kollektiv von Einzellern in der Tiefe des Meeres gebildet hat. Dieses soll nicht nur älter als die Menschheit sein, sondern eine Superintelligenz darstellen, die natürlich den Menschen überlegen ist. Ihr sind menschliche Werte fremd. Da die stetig steigende Verschmutzung der Meere ihren Lebensraum bedroht, wollen sie den „Aggressor“ vernichten. Immer wieder stellt Frank Schätzing die Amerikaner als einzige egoistische Weltmacht dar, die es intellektuell nicht verkraften könnten, die Planeten nach den Russen noch mit jemand Anderem, vor allem Überlegenem zu teilen. Dieser Antiamerikanismus, der keine wirklich überzeugende Begründung erfährt, kumuliert in der Figur der Beraterin des amerikanischen Präsidenten, die nicht nur attraktiv, sondern vor allem auch hinterhältig, intelligent, verschlagen und im Grunde paranoid ist. Nicht umsonst unterstützt sie den wahnwitzigen Vorschlag, diese Intelligenz mit radioaktiven Geschossen zu vernichten. Die Europäer sind natürlich eher die Stimme des Ausgleichs, die mit dem „fremden“ Wesen Kontakt aufnehmen wollen.

Mit dem Auftreten der fremden Intelligenz verliert der vorliegenden Roman bis zum theatralischen und literarisch zu schwachen sowie cineastisch zu übertriebenen Ende an Glaubwürdigkeit. Die Botschaft, dass die Menschheit zwar für ihre Taten verantwortlich ist, es aber eine Intelligenz gibt, welche den Menschen eher wohlwollend als aus Überzeugung einen nicht kleinen Teil ihrer Verantwortung abnimmt. Die grüne Botschaft ist überdeutlich, aber Frank Schätzing macht den unverzeihlichen Fehler, grün und umweltschonendes Verhalten mit dem Glauben an andere Intelligenzen – auf der Erde und im All – gleichzusetzen. Wer nicht an Bewusstseinsmöglichkeiten bei Tieren, Einzellern oder Pflanzen glaubt, ist erst einmal aus der Verantwortung entlassen. Diese Idee erscheint eher wie ein Ideal. Hinzu kommt, dass die in der ersten Hälfte aufgebaute Spannung kein wirkliches Ventil in dem allzu platten und an Filme wie dem nicht selten von Schätzing herbeizitierten James Camerrons „Abyss“ erinnernden Ende findet.

Eine weitere Schwäche sind die teilweise übertriebenen Liebesbeziehungen und Liebesbezeugungen. So führt keiner der unter fünfzig Jahre alten Charaktere eine glückliche Ehe oder nur Beziehung. Immer wieder begegnet der Leser interessanten, attraktiven, aber mannslosen Frauen, die sich zum Teil übertrieben in den falschen emotionalen Entscheidungen nachtrauernden norwegischen Umweltforscher verlieben. Auf die klischeehaft beschriebenen Amerikaner ist schon eingegangen worden. Wenn Frank Schätzing noch einen Forscher mit indianischen Wurzeln einführt, der im Grunde zumindest vordergründig mit seinem Volk gebrochen hat, ist der mahnende Zeigefinger deutlich spürbar. Als er mit den unerklärlichen Verhaltensstörungen bei den von ihm beobachteten Walen nicht mehr weiterkommt, wendet er sich an seinen Stamm. Dieser erinnert den modern denkenden Forscher an die Grundlagen der Ökologie und den Kreislauf der Natur. Es gibt keine Individualität, sondern nur das Leben an sich. Es ist schade, dass Frank Schätzing diese dem buddhistischen Gedankengut entlehnten Ideale nicht konsequent in seinem Roman einsetzt und gegen Ende des Handlungsbogens zu Gunsten eines eher unerquicklichen Kompromisses vergisst.

Sicher, „Der Schwarm“ ist ein solide geschriebener Popcorn Unterhaltungsroman mit einer durchaus ernsthaften und wichtigen Botschaft. Diese wird allerdings zum Schluss unnötig verwässert. Die umfangreiche Recherche und die lesenswerte Art, in welcher Frank Schätzing die nicht immer angenehmen Fakten aufbereitet und präsentiert, bilden die positiven Korsettstangen des Buches. Abstriche müssen hinsichtlich der Charakterisierung und des Plots gemacht werden. Warum das Buch allerdings vor vier Jahren ein derartiges literarisches Phänomen gewesen ist, muss in den Marketingabteilungen und weniger in den literarischen Zirkeln diskutiert werden.

Frank Schätzing: "Der Schwarm"
Roman, Softcover, 956 Seiten
Fischer Verlag 2008

ISBN 9-7835-9616-4530

Weitere Bücher von Frank Schätzing:
 - Limit

Leserrezensionen

Leserrezensionen
24.12.11, 05:50 Uhr
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