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Thriller



Michael Crichton

Airframe

rezensiert von Thomas Harbach

Nach „Disclosure“ kehrt Michael Crichton mit dem 1996 veröffentlichten Thriller „Airframe“ ist das Milieu der an der Westküste beheimateten hinsichtlich amerikanischer Verhältnisse mittelständischen Unternehmen zurück. Keiner von Crichtons Romanen erinnert so stark an die Bücher Arthur Haileys, der mit „Airport“, „Hotel“ und vor allem „Wheels“ das kommerzielle amerikanische Herz schonungslos und doch ein wenig verklärt entblößt hat. Nach der Lektüre von „Airframe“ bleibt im Leser ein ähnliches Gefühl zurück. Dem vorliegenden Roman fehlt das fast nihilistische Misstrauen allen Konzernen gegenüber. Natürlich spricht Michael Crichton die menschlichen Schwächen wie Habgier, Profitsucht genauso an wie der hemmungslose Drang nach Shareholder Value, der buchstäblich über Leichen geht. Gerade die Auflösung des Plots wirkt erstaunlich optimistisch und vor allem der eigenen Wirtschaft gegenüber ausgesprochen freundlich. „Buy American“ ist der Eindruck, welchen der Roman überdeutlich im Leser hinlässt. Michael Crichton entpuppt sich als Globalisierungsgegner. Zumindest impliziert argumentiert der Autor, dass die Balance zwischen Nutzen und Schaden einer globalen wirtschaftlichen Ausrichtung aus amerikanischer Sicht längst zu Gunsten des Fernen Ostens verloren gegangen ist. Wer aber eine kritische Auseinandersetzung mit dem Profitstreben der amerikanischen Wirtschaft erwartet, wird hinsichtlich der Plotauflösung überrascht und wahrscheinlich enttäuscht. Für Michael Crichtons Alter Ego im Roman Casey Singleton, Qualitätsmanager bei Norton Aircraft, 36 Jahre, geschieden, Mutter einer Tochter steht fest, das das Fliegen die sicherste Fortbewegungsmethode ist und das vor allem in der amerikanischen Flugzeugindustrie nicht geschlampt wird.

Crichton beginnt seinen Roman mit der Beinahekatastrophe. Eine N- 22 der Norton Aircraft ist auf dem Weg von Hong Kong nach Denver. Der Flug verläuft ruhig, die Passagiere freuen sich auf die baldige Ankunft, als plötzlich das Flugzeug in Turbulenzen gerät. Das Flugzeug steigt urplötzlich und sackt immer wieder ab. Es dauert einige Zeit, bis die Crew die Maschine wieder stabilisieren kann. Das Ergebnis sind drei Tote und mehr als fünfzig Verletze. Wer den Roman genau liest, wird über die Meldung der Flugzeugbesatzung ein wenig überrascht sein, welche das Beinaheunglück erst mit Verzögerung und eher nicht zusammenhängend meldet. Da Norton Aircraft gerade vor dem Verkauf von fünfzig Flugzeugen an die stark expandierenden Chinesen steht, wäre die schlechte Publicity fürs Geschäft und damit im übertragenen Sinne auch für die ganze Firma tödlich. Casey Singleton soll still und heimlich die Ursachen herausfinden. Nur ein Ergebnis möchte niemand hören: das die N- 22 ihre bekannten Kinderkrankheiten noch immer nicht überwunden hat. Mit einem Team von Spezialisten macht sie sich auf die Suche nach der Ursache. Beim Interviewen der Passagiere ist sie nicht die Erste. Ein junger Pilot hat inzwischen mit einigen der im Krankenhaus liegenden Menschen gesprochen. Die Crew ist inzwischen nach China abgereist und der Erste Offizier liegt im Koma unerreichbar für Casey Singleton. Schnell findet das Spezialistenteam heraus, dass einige Ersatzteile nicht Originalteile sind. Sie könnten der Auslöser dafür sein, dass während des Fluges die Bremsklappen ausgeklappt worden sind. Aber nicht die Ursache, dass die Maschine derartig schlingert. Ein Fernsehteam möchte die Beinahekatastrophe groß ausschlachten, wahrscheinlich der finanzielle Ruin für die Firma, wenn nicht das Mittelmanagement plötzlich eigene Pläne hätte. Schnell steht Casey Singleton zwischen allen Fronten und soll als Strohmann vor der Presse geopfert werden. Bis sie sich auf ihre Instinkte besinnt und die Presse zu ihren unfreiwilligen Verbündeten macht.

Michael Crichton nimmt sich sehr viel Zeit, die Komplexität nicht nur der Flugzeugherstellung herauszuarbeiten, sondern balanciert auf einem schmalen Grad zwischen Fachchinesisch und modernem Thriller. Alleine die ganzen Abkürzungen der verschiedenen Organisationen verwirren den Leser. Nur selten fügt der Autor mehr als rudimentäre Erklärungen hinzu. Mit dieser Vorgehensweise unterstreicht Crichton, wie abstrakt diese Konzernstrukturen inzwischen geworden sind. Auf der anderen Seite reißt er allerdings einen interessierten und aufmerksamen Leser immer wieder für Momente aus dem Strom der Handlung. Er muss sich orientieren und ggfs. die einzelnen Organisationen nachschlagen. Vor allem bietet Crichton seinen Lesern keine objektiven Informationen an. Alles wird subjektiv entweder aus der Perspektive der Konzerne, der sensationslüsternen Medien oder den aus dem System gefallenen Unzufriedenen dargestellt.

Das zeigt sich insbesondere bei den Nebenfiguren. Sie sind kaum entwickelt und wirken eher wie Chiffren ihrer jeweiligen, teilweise grotesk überzogen dargestellten Funktionen. So dominiert die zweite Hälfte des Romans eine bitterböse Satire auf den TV Journalismus in jeglicher Color. Mit der jungen, unabhängigen Reporterin Jennifer Malone versucht Michael Crichton ein Gegengewicht zu der eher biederen Arbeitsbiene Casey Singleton zu entwickeln. Das zeigt sich in einer ihrer ersten Szenen. Ungezwungener Sex ist okay, aber schlafen sollte der Kerl nicht im Hotelzimmer. Crichton überzeichnet ihre Arroganz und Dummheit, ihre stupide Jagd – unterstützt von noch dümmeren Chefs, die im klagewilligen Amerika in dieser überspitzten Form wahrscheinlich nie vorkommen – nach dem Beweis, das die N- 22 Maschinen fliegende Todesfallen sind. Ein Problem des vorliegenden Buches ist die Tatsache, dass diese Figur viel zu neurotisch dargestellt wird, bei der Auflösung des Plots allerdings eine vitale Rolle spielen soll. So wirkt der Höhepunkt des Romans mit der Präsentation der unglaublichen Fakten fast bieder und bescheiden gegenüber einigen verbalen Duellen. Casey Singleton dagegen wird als detailverliebte Arbeiterin gezeichnet, deren Leben im Verlaufe der Ermittlungen sogar bedroht wird. Mit diesem Subplot versucht Michael Crichton eine Verschwörungsebene in den Roman einzuziehen, die insbesondere hinsichtlich wirtschaftspolitischer Fakten einer näheren Betrachtung nicht standhält. Insbesondere rückblickend gehört sie zu den schwächsten Elementen des Buches. Erstaunlicherweise ist es gerade der Hang, ein Kontrolfreak zu sein, der ihr schließlich hilft, die genaue Absturzursache herauszufinden. Im Zuge der Ermittlungen gewinnt Casey Singleton an Profil. Zu den spannendsten Sequenzen des Buches gehört unter anderem die neue virtuelle Bauleitung. Eine Hommage an den von Chrichton inszenierten „Looker“. Sehr dynamisch ist die Sequenz, in welcher am lebenden Objekt – sprich der Maschine, die in Schwierigkeiten gekommen ist – getestet wird, ob nicht doch menschliches Versagen eine Ursache gespielt haben könnte.

Von den Spannungsbögen her, der Konzeption und vor allem der Fokussierung auf Casey Singletons Perspektive ist „Airframe“ ein interessanter, gut zu lesender, wenn auch nicht besonders tiefgehender Roman. Stilistisch im Vergleich zu anderen Crichton Romanen der neunziger Jahre sehr konstruiert. Die Mischung aus Fiktion und Fakten erinnert an seine frühen Arbeiten. So verzichtet der Autor auch auf jegliche Belehrungen. Für den Leser setzt sich sein Bild aus einer Unzahl sehr unterschiedlicher Daten und Fakten zusammen. Viele Komponenten kann er gar nicht beurteilen. Die Spannungskurve beherrscht Michael Crichton wie nur wenige andere Thrillerautoren. Das Problem an „Airframe“ ist die Tatsache, dass der Autor nicht den Mut oder Schwung hat, das Thema bis zum bitteren Ende durchzudiskutieren und eine hinsichtlich des Aufbaus sehr überraschende Lösung wählt. Im Rahmen der Globalisierung bzw. „Eine Hand wäscht die andere Mentalität“ unterstreicht der Autor impliziert im Epilog, was er von den internationalen Konzernen und noch schlimmer den Politikern hält, aber hinsichtlich des Romans ist es zu wenig und zu spärlich verteilt. Zumal der größte Druck, welcher auf Casey Singleton ausgeübt wird, von der Führung Norton Aircrafts kommt und deren Motive sind ganz andere, als sie der Leser nach der ersten Prämisse erwartet. Das Gewerkschaftsthema wie auch der Export von Technologie ins Ausland, um überhaupt Aufträge zu erhalten, wird mehrmals gestreift, wirkt aber hinsichtlich des Gesamtplots eher wie ein erzwungener Kompromiss als ein Thema, mit dem sich Michael Crichton wirklich auseinandersetzen möchte.

Im Vergleich allerdings zu den deutlich schwächeren „Next“ und dem zu opportunistischen „State of Fear“ gehört „Airframe“ weniger wegen des brisanten Themas Luftsicherheit, sondern wegen der geradlinigen Ausgestaltung zu Michael Crichtons besseren Romanen außerhalb seiner unerreichten und absolut empfehlenswerten Frühphase in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts.


Michael Crichton: "Airframe"
Roman, Softcover, 411 Seiten
Heyne Verlag 2008

ISBN 9-7834-5381-1478

Weitere Bücher von Michael Crichton:
 - Beute
 - Der große Eisenbahnraub
 - Gold
 - Next
 - Timeline
 - Welt in Angst

Leserrezensionen

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24.12.11, 06:00 Uhr
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