Buchecke


:: Home
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (55)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (17)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (181)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (314)
:: Horror (diverse) (168)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (59)
:: Literatur (diverse) (26)
:: Mystery (diverse) (102)
:: Perry Rhodan (122)
:: Roswell (4)
:: SachbĂŒcher (103)
:: Science Fiction (diverse) (715)
:: Star Trek (43)
:: Stargate (1)
:: Thriller (61)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (37)
:: Zeitschriften / Magazine (15)


:: Artikel (6)
:: Interviews (7)
:: Nachrufe (2)


:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Thriller



Michael Crichton

Beute

rezensiert von Thomas Harbach

Im Thriller „Prey“, den Michael Crichton 2002 veröffentlich hat, setzt sich der Autor mit den Folgen der Nanotechnologie auseinander. Dabei trĂ€gt der Roman ZĂŒge, die ihn mit Michael Crichtons sicherlich am meisten gelungenen Werk „Andromeda“ in Verbindung bringen. In beiden FĂ€llen sind die Wissenschaftler ĂŒberfordert. In beiden FĂ€llen sind sie in einem modernen Laboratorium isoliert. In beiden Werken laufen die Ereignisse in einer sehr kurzen Zeit ab. Und bei beiden PrĂ€missen wird aus dem JĂ€ger Mensch das fast wehrlose Opfer eines Organismus, den er nicht versteht bzw. den er in „Prey“ durch eigene FahrlĂ€ssigkeit und SelbstĂŒberschĂ€tzung geschaffen hat. Im Gegensatz allerdings zu seinem in den siebziger Jahren publizierten Werk „Andromeda“ versucht Michael Crichton die klinische Distanz zwischen dem Leser und den Wissenschaftlern durch die GewöhnungsbedĂŒrftige Ich- Perspektive zu ĂŒberbrĂŒcken. Im Gegensatz allerdings zu „Andromeda“ kritisiert Michael Crichton im vorliegenden Buch die RĂŒcksichtslosigkeit und das grenzenlose Streben nach Rendite und Kapitelwachstum insbesondere in Corporate Amerika deutlich schĂ€rfer und pointierter.

Im Mittelpunkt des Roman steht Mr. Forman, ehemals ein erfolgreicher Softwareentwickler und Teamleiter, der sich aufgrund seiner Ehrlichkeit im Valley ins Abseits manövriert hat. Nachdem er seinen Chef und impliziert einen der GroßaktionĂ€re beschuldigt hat, ĂŒber schwarze Konten seine Softwareprogramme schwarz an die Konkurrenz im Fernen Osten zu verkaufen, wird er zu einer Persona Non Grata. Er beginnt sich um seine Kinder zu kĂŒmmern, von denen das JĂŒngste gerade neun Monate alt ist. Seine Frau arbeitet inzwischen als Venture Capital Spezialisten und tritt in die GeschĂ€ftleitung einer Nanotechnologiefirma ein, die kurz vor der Entwicklung einer Kamera steht, deren Bild die einzelnen Nanopartikel bilden. Forman verdĂ€chtigt allerdings auch seine attraktive Frau, eine AffĂ€re begonnen zu haben. Sie benimmt sich seltsam, kommt immer spĂ€ter nach Hause und kleidet sich auffĂ€lliger. Eines Tages wird ihr gemeinsames Baby schwer krank. FĂŒr die Ärzte leidet es erst an einem Hautausschlag, spĂ€ter besteht die Gefahr eines Gehirntumors. Die GerĂ€te, welche die Gehirnwellen aufzeichnen, funktionieren nicht mehr richtig. Wenige Stunden spĂ€ter ist die Erkrankung wieder vorbei. Die Ärzte stellen fest, dass es sich um keinen Einzelfall handelt, aber die Anzahl der Errankten weit von einer Epidemie entfernt ist. Am nĂ€chsten Morgen berichtet allerdings der mittlere Sohn seinem Vater, das MĂ€nner in SchutzanzĂŒgen nachts im Haus aufgerĂ€umt haben. Seine Frau wird bei einem seltsamen Autounfall verletzt und Formans alte Firma ruft ihn an, damit er als außen stehender Consultant Fehler in den von ihm noch mit organisierten Computerprogrammen suchen kann. Zu seiner Überraschung stellt Forman fest, dass diese Programme ausgerechnet von der Nanotechnologiefirma eingesetzt werden, fĂŒr die seine Frau arbeitet. Er wird zu einem kleinen Team in die WĂŒste Nevadas geflogen. Ehemalige Kollegen scheinen ihm etwas zu verheimlichen. Aus dem Labor ist durch einen nicht eingebauten Filter eine unbekannte Anzahl von Mikrorobotern entkommen, die sich zu SchwĂ€rmen vereinigen. Zur Überraschung aller kann sich der Schwarm nicht nur selbst ernĂ€hern, er kann sich reproduzieren und schließlich auch lernen. Nach menschlichem Gesichtspunkt ist die Schwarm am Leben und seine Aufgabe ist es gewesen, auf Jagd zu gehen.

Im Vergleich zu seinen spĂ€teren Roman wie „Next“ verzichtet Michael Crichton auf jegliche Belehrung. In einem kurzen, pointierten Vorwort vermittelt er seinen Lesern erste wichtige Informationen. Alle weiteren Fakten werden ĂŒberwiegend in Form von PrĂ€sentationen oder Dialogen prĂ€sentiert. Gleich zu Beginn des Buches werden dem Leser und Forman der Idealzustand der neuen, schönen Welt prĂ€sentiert. Die Mikroroboter können in der Medizin eingesetzt werden und im menschlichen Körper Krankheiten bekĂ€mpfen. Der Leser ahnt im Gegensatz zum etwas begriffsstutzigen und naiven Forman, dass dieser Fortschritt in der Medizin nur ein Vorwand bzw. Nebenprodukt sein kann. SpĂ€ter betritt Forman als Außenseiter das isolierte Labor in Nevada. Ihm werden stellvertretend fĂŒr den Leser die bisherigen Erkenntnisse und Ergebnisse der Forschungen erlĂ€utert. Obwohl Michael Crichton auf eine Reihe von Fachbegriffen zurĂŒckgreift, gelingt es ihm plastisch und ĂŒberzeugend, auch den nur laienhaft orientierten Leser auf ein notwendiges Level zu bringen. Diese FĂ€higkeit, komplexe VorgĂ€nge plastisch, aber nicht simpel zu erlĂ€utern, machen Michael Crichtons moderne Thriller zu einer faszinierenden LektĂŒre. In seinen letzten Romanen hat Crichton allerdings mehrmals den Bogen ĂŒberspannt und versucht ĂŒber diese Schiene die Leser mehr von seinen kritischen Weltansichten zu ĂŒberzeugen als ihm die Chance zu geben, aufgrund der prĂ€sentierten Daten und Fakten eine eigene Meinung zu bilden. WĂ€hrend er im vorliegenden Roman Corporate Amerika zumindest noch eine kleine Chance gibt, negiert er in „Next“ jegliche Chance auf eine Besserung. Die Grauzeichnung macht die Bonzen nicht unbedingt sympathischer und Mr. Forman als EinzelgĂ€nger fĂŒr Recht und Ordnung und saubere GeschĂ€fte nicht weniger idealistischer, aber als Ganzes betrachtet wirkt es weniger konstruiert. Das Problem des vorliegenden Romans ist die zweite HĂ€lfte des Plots. Zuerst wird die Bedrohung durch die „SchwĂ€rme“ sehr plausible und teilweise recht spannend beschrieben. Kurz vor dem Ende gleitet das Buch allerdings in den „Das Ding aus einer anderen Welt“ Bereich mit Anspielungen auf Jack Finneys „Invasion der Körperfresser“ ab. Forman ist im Grunde der einzige Mann, der dank seiner Erfahrung, seinem Überlebenswillen und schließlich seine Intuition die Bedrohung fĂŒr die Menschheit abwenden könnte. Zusammen mit einer attraktiven Biologin kommt er dem Geheimnis der SchwĂ€rme auf die Spur, kann sich letzt endlich davon ĂŒberzeugen, dass seine Frau doch keine AffĂ€re hat und tritt zumindest kurzzeitig in Kontakt mit einer vom Menschen geschaffenen Intelligenz. Diese wird von Michael Crichton nicht nur einfallslos, sondern schlimmer klischeehaft beschrieben. Am Ende des Romans gelingt der Menschheit noch einmal in Person des einzelnen Helden ein kurzzeitiger Pyrrhussieg. In einer theatralisch ĂŒberzeichneten Szene rettet der Autor noch die Ehre eines teilweise doch recht zwielichtig angelegten Charakters, bevor er seinen Roman ruhig, aber warnend prophetisch ausklingen lĂ€sst. Mit dieser Klischeehaften Vorgehensweise negiert der Autor sehr viele seiner wissenschaftlich fundiert proklamierten Thesen. Außerdem wirkt die Art und Weise, wie sich die Bedrohung schließlich zeigt, unrealistisch und ĂŒberzogen. Die SchwĂ€rme an sich stellten eine deutlich unbestimmbare und dadurch faszinierende Bedrohung dar als die ĂŒbernommenen Menschen. Auch die Idee, dass sich die SchwĂ€rme durch einen Kuss von einem Wirt zum NĂ€chsten „fortpflanzen“, ist im Vergleich zum Beginn des Plots eher unterdurchschnittlich entwickelt. Mit dieser seltsam unstimmigen PrĂ€misse negiert Michael Crichton die oft in seinen BĂŒchern propagierte Verantwortung des Forschers seinen Mitmenschen gegenĂŒber. Die Tatsache, dass Forman wĂ€hrend seiner ersten Stunden falsche Informationen gegeben worden sind, soll die HinterhĂ€ltigkeit der skrupellosen, nur am Geld interessierten Programmierer und New Technology Firmen untermauern. Da die Charakterisierung fast aller Figuren eher eindimensional bis klischeehaft ist, fĂ€llt diese Vorgehensweise leider nicht auf den notwendigen fruchtbaren Boden. Alleine die Anspielungen auf die arbeitslosen die Kinder erziehenden VĂ€ter und die Karrierefrau an ihrer Seite zu Beginn des Buches lassen die einzelnen Protagonisten ein wenig zugĂ€nglicher, ein wenig menschlicher erscheinen. Die Wandlung in der mĂ€nnlichen Hauptfigur selbst wirkt unglaubwĂŒrdig, sie geht zu schnell und wird auch zu wenig begrĂŒndet. Zumindest gesteht der Autor seinem Protagonisten die SchwĂ€che zu, eigene Fehler zu machen und komplizierte Komplotte nicht im Vorwege durchschauen zu können. Das Ende allerdings nichts am opportunistischen und teilweise zu hektisch gestaltetem Ende des Buches.

Zusammengefasst ist „Prey“ ein sehr durchschnittlicher Roman mit sehr vielen offensichtlichen SchwĂ€chen. Die grundlegende Idee, sich mit der Nanotechnologie als Heilsbringer sowie als Fluch auseinanderzusetzen, fĂ€llt leider im vorliegenden Roman auf keinen fruchtbaren Boden. Als geradliniger, wenig tiefgrĂŒndiger Thriller mit eindimensionalen Charakteren, sehr langen und großzĂŒgig geschriebenen Dialogpassagen dagegen unterhĂ€lt das Buch zumindest oberflĂ€chlich.

Michael Crichton: "Beute"
Roman, Softcover, 445 Seiten
Goldmann 2005

ISBN 9-7834-4246-1523

Weitere Bücher von Michael Crichton:
 - Airframe
 - Der große Eisenbahnraub
 - Gold
 - Next
 - Timeline
 - Welt in Angst

Leserrezensionen

Leserrezensionen
24.12.11, 05:53 Uhr
Coach Factory Outlet
unregistriert


passport was confiscated upon his returnCoach Factory Outletand the civilian government hasCoach Outlet Online allegations are particularly inflammatoryCoach Factory Outletreference to allegations thatCoach Outlet divert the focus from the real issueCoach Outlet bogey to divert the focus fromCoach Factory Onlineretains its behind-the-scenes powerCoach Factory Outletand it largely dictates foreign Coach Outlet Storeabducting 15 in an attack oCoach OutletStates over airstrikes thaabducting 15 in an attack o[url=http://www.coachbagsoutleti.org/]Coach Outlet Online[/urlabducting 15 in an attack o