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Thriller



Michael Crichton

Beute

rezensiert von Thomas Harbach

Im Thriller „Prey“, den Michael Crichton 2002 veröffentlich hat, setzt sich der Autor mit den Folgen der Nanotechnologie auseinander. Dabei trägt der Roman Züge, die ihn mit Michael Crichtons sicherlich am meisten gelungenen Werk „Andromeda“ in Verbindung bringen. In beiden Fällen sind die Wissenschaftler überfordert. In beiden Fällen sind sie in einem modernen Laboratorium isoliert. In beiden Werken laufen die Ereignisse in einer sehr kurzen Zeit ab. Und bei beiden Prämissen wird aus dem Jäger Mensch das fast wehrlose Opfer eines Organismus, den er nicht versteht bzw. den er in „Prey“ durch eigene Fahrlässigkeit und Selbstüberschätzung geschaffen hat. Im Gegensatz allerdings zu seinem in den siebziger Jahren publizierten Werk „Andromeda“ versucht Michael Crichton die klinische Distanz zwischen dem Leser und den Wissenschaftlern durch die Gewöhnungsbedürftige Ich- Perspektive zu überbrücken. Im Gegensatz allerdings zu „Andromeda“ kritisiert Michael Crichton im vorliegenden Buch die Rücksichtslosigkeit und das grenzenlose Streben nach Rendite und Kapitelwachstum insbesondere in Corporate Amerika deutlich schärfer und pointierter.

Im Mittelpunkt des Roman steht Mr. Forman, ehemals ein erfolgreicher Softwareentwickler und Teamleiter, der sich aufgrund seiner Ehrlichkeit im Valley ins Abseits manövriert hat. Nachdem er seinen Chef und impliziert einen der Großaktionäre beschuldigt hat, über schwarze Konten seine Softwareprogramme schwarz an die Konkurrenz im Fernen Osten zu verkaufen, wird er zu einer Persona Non Grata. Er beginnt sich um seine Kinder zu kümmern, von denen das Jüngste gerade neun Monate alt ist. Seine Frau arbeitet inzwischen als Venture Capital Spezialisten und tritt in die Geschäftleitung einer Nanotechnologiefirma ein, die kurz vor der Entwicklung einer Kamera steht, deren Bild die einzelnen Nanopartikel bilden. Forman verdächtigt allerdings auch seine attraktive Frau, eine Affäre begonnen zu haben. Sie benimmt sich seltsam, kommt immer später nach Hause und kleidet sich auffälliger. Eines Tages wird ihr gemeinsames Baby schwer krank. Für die Ärzte leidet es erst an einem Hautausschlag, später besteht die Gefahr eines Gehirntumors. Die Geräte, welche die Gehirnwellen aufzeichnen, funktionieren nicht mehr richtig. Wenige Stunden später ist die Erkrankung wieder vorbei. Die Ärzte stellen fest, dass es sich um keinen Einzelfall handelt, aber die Anzahl der Errankten weit von einer Epidemie entfernt ist. Am nächsten Morgen berichtet allerdings der mittlere Sohn seinem Vater, das Männer in Schutzanzügen nachts im Haus aufgeräumt haben. Seine Frau wird bei einem seltsamen Autounfall verletzt und Formans alte Firma ruft ihn an, damit er als außen stehender Consultant Fehler in den von ihm noch mit organisierten Computerprogrammen suchen kann. Zu seiner Überraschung stellt Forman fest, dass diese Programme ausgerechnet von der Nanotechnologiefirma eingesetzt werden, für die seine Frau arbeitet. Er wird zu einem kleinen Team in die Wüste Nevadas geflogen. Ehemalige Kollegen scheinen ihm etwas zu verheimlichen. Aus dem Labor ist durch einen nicht eingebauten Filter eine unbekannte Anzahl von Mikrorobotern entkommen, die sich zu Schwärmen vereinigen. Zur Überraschung aller kann sich der Schwarm nicht nur selbst ernähern, er kann sich reproduzieren und schließlich auch lernen. Nach menschlichem Gesichtspunkt ist die Schwarm am Leben und seine Aufgabe ist es gewesen, auf Jagd zu gehen.

Im Vergleich zu seinen späteren Roman wie „Next“ verzichtet Michael Crichton auf jegliche Belehrung. In einem kurzen, pointierten Vorwort vermittelt er seinen Lesern erste wichtige Informationen. Alle weiteren Fakten werden überwiegend in Form von Präsentationen oder Dialogen präsentiert. Gleich zu Beginn des Buches werden dem Leser und Forman der Idealzustand der neuen, schönen Welt präsentiert. Die Mikroroboter können in der Medizin eingesetzt werden und im menschlichen Körper Krankheiten bekämpfen. Der Leser ahnt im Gegensatz zum etwas begriffsstutzigen und naiven Forman, dass dieser Fortschritt in der Medizin nur ein Vorwand bzw. Nebenprodukt sein kann. Später betritt Forman als Außenseiter das isolierte Labor in Nevada. Ihm werden stellvertretend für den Leser die bisherigen Erkenntnisse und Ergebnisse der Forschungen erläutert. Obwohl Michael Crichton auf eine Reihe von Fachbegriffen zurückgreift, gelingt es ihm plastisch und überzeugend, auch den nur laienhaft orientierten Leser auf ein notwendiges Level zu bringen. Diese Fähigkeit, komplexe Vorgänge plastisch, aber nicht simpel zu erläutern, machen Michael Crichtons moderne Thriller zu einer faszinierenden Lektüre. In seinen letzten Romanen hat Crichton allerdings mehrmals den Bogen überspannt und versucht über diese Schiene die Leser mehr von seinen kritischen Weltansichten zu überzeugen als ihm die Chance zu geben, aufgrund der präsentierten Daten und Fakten eine eigene Meinung zu bilden. Während er im vorliegenden Roman Corporate Amerika zumindest noch eine kleine Chance gibt, negiert er in „Next“ jegliche Chance auf eine Besserung. Die Grauzeichnung macht die Bonzen nicht unbedingt sympathischer und Mr. Forman als Einzelgänger für Recht und Ordnung und saubere Geschäfte nicht weniger idealistischer, aber als Ganzes betrachtet wirkt es weniger konstruiert. Das Problem des vorliegenden Romans ist die zweite Hälfte des Plots. Zuerst wird die Bedrohung durch die „Schwärme“ sehr plausible und teilweise recht spannend beschrieben. Kurz vor dem Ende gleitet das Buch allerdings in den „Das Ding aus einer anderen Welt“ Bereich mit Anspielungen auf Jack Finneys „Invasion der Körperfresser“ ab. Forman ist im Grunde der einzige Mann, der dank seiner Erfahrung, seinem Überlebenswillen und schließlich seine Intuition die Bedrohung für die Menschheit abwenden könnte. Zusammen mit einer attraktiven Biologin kommt er dem Geheimnis der Schwärme auf die Spur, kann sich letzt endlich davon überzeugen, dass seine Frau doch keine Affäre hat und tritt zumindest kurzzeitig in Kontakt mit einer vom Menschen geschaffenen Intelligenz. Diese wird von Michael Crichton nicht nur einfallslos, sondern schlimmer klischeehaft beschrieben. Am Ende des Romans gelingt der Menschheit noch einmal in Person des einzelnen Helden ein kurzzeitiger Pyrrhussieg. In einer theatralisch überzeichneten Szene rettet der Autor noch die Ehre eines teilweise doch recht zwielichtig angelegten Charakters, bevor er seinen Roman ruhig, aber warnend prophetisch ausklingen lässt. Mit dieser Klischeehaften Vorgehensweise negiert der Autor sehr viele seiner wissenschaftlich fundiert proklamierten Thesen. Außerdem wirkt die Art und Weise, wie sich die Bedrohung schließlich zeigt, unrealistisch und überzogen. Die Schwärme an sich stellten eine deutlich unbestimmbare und dadurch faszinierende Bedrohung dar als die übernommenen Menschen. Auch die Idee, dass sich die Schwärme durch einen Kuss von einem Wirt zum Nächsten „fortpflanzen“, ist im Vergleich zum Beginn des Plots eher unterdurchschnittlich entwickelt. Mit dieser seltsam unstimmigen Prämisse negiert Michael Crichton die oft in seinen Büchern propagierte Verantwortung des Forschers seinen Mitmenschen gegenüber. Die Tatsache, dass Forman während seiner ersten Stunden falsche Informationen gegeben worden sind, soll die Hinterhältigkeit der skrupellosen, nur am Geld interessierten Programmierer und New Technology Firmen untermauern. Da die Charakterisierung fast aller Figuren eher eindimensional bis klischeehaft ist, fällt diese Vorgehensweise leider nicht auf den notwendigen fruchtbaren Boden. Alleine die Anspielungen auf die arbeitslosen die Kinder erziehenden Väter und die Karrierefrau an ihrer Seite zu Beginn des Buches lassen die einzelnen Protagonisten ein wenig zugänglicher, ein wenig menschlicher erscheinen. Die Wandlung in der männlichen Hauptfigur selbst wirkt unglaubwürdig, sie geht zu schnell und wird auch zu wenig begründet. Zumindest gesteht der Autor seinem Protagonisten die Schwäche zu, eigene Fehler zu machen und komplizierte Komplotte nicht im Vorwege durchschauen zu können. Das Ende allerdings nichts am opportunistischen und teilweise zu hektisch gestaltetem Ende des Buches.

Zusammengefasst ist „Prey“ ein sehr durchschnittlicher Roman mit sehr vielen offensichtlichen Schwächen. Die grundlegende Idee, sich mit der Nanotechnologie als Heilsbringer sowie als Fluch auseinanderzusetzen, fällt leider im vorliegenden Roman auf keinen fruchtbaren Boden. Als geradliniger, wenig tiefgründiger Thriller mit eindimensionalen Charakteren, sehr langen und großzügig geschriebenen Dialogpassagen dagegen unterhält das Buch zumindest oberflächlich.

Michael Crichton: "Beute"
Roman, Softcover, 445 Seiten
Goldmann 2005

ISBN 9-7834-4246-1523

Weitere Bücher von Michael Crichton:
 - Airframe
 - Der große Eisenbahnraub
 - Gold
 - Next
 - Timeline
 - Welt in Angst

Leserrezensionen

Leserrezensionen
24.12.11, 05:53 Uhr
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