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Thriller



Henri Loevenbruck

Das Kopernikus Syndrom

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Das Kopernikus Syndrom“ kehrt der Franzose Henrie Loevenbruck in das Universum seines Romans „Das Jesus Fragment“ zurück. Aus diesem Thriller hat der Autor die Figur des Damien Louvel und seiner stetig die Wahrheit suchenden Geheimorganisation „SpHiNx“ übernommen. Vor diesen beiden Gegenwartsromanen hat Loevenbruck ebenfalls bei Knaur seine Fantasy Trilogie „Das Geheimnis der weißen Wölfin“ veröffentlicht.
Den Ich- Erzähler und wichtigsten Protagonisten stellt uns der Autor auf den ersten Seiten vor. Vigo Ravel ist 36 Jahre alt und schizophren. Jedenfalls lautet so seine Diagnose. Seit über zehn Jahre besucht er regelmäßig Dr. Guillaume in der Praxis Mater in dem SEAM Turm des Pariser Stadtteils La Défense. Er arbeitet und lebt aufgrund seiner Krankheit noch bei seinen Eltern. Die Medikamente scheinen sein Langzeitgedächtnis zu beeinträchtigen. Er kann sich nicht mehr an Ereignisse erinnern, die mehr als zwei Jahre zurückliegen. Hinzu kommen ab und an fremde Stimmen in seinem Kopf. Als er eines Montags den SEAM Turm betritt, hört er plötzlich eine mysteriöse Botschaft, die ihm Angst macht. Er flieht aus dem Gebäude. In letzter Sekunde, denn drei Bomben in unterschiedlichen Etagen sprengen den Turm. Durch seine vorzeitige Flucht ist Vigo der einzige Überlebende. Vigo flieht in die elterliche Wohnung. 24 Stunden später kehrt er zurück und will sich nach seinem Psychater erkundigen. Dort erfährt er, das es im Turm keine Arztpraxis gegeben hat. Seine Eltern sind spurlos verschwunden, seine Wohnung durchsucht worden. Eine Überwachungskamera wurde installiert. Vigo quartiert sich in einem Hotel ein und sucht eine Psychologin auf. Diese soll bestimmen, ob er wirklich krank ist. Dabei lernt er eine andere Patientin kennen. Agnes, eine junge Polizistin, welche gerade von ihrem Mann verlassen worden ist. Nach anfänglichen Zweifeln glaubt sie ihm, als er ihr seine Fähigkeit demonstriert, ihre Gedanken in seinem Kopf zu hören. In seinem Hotel findet er einen Zettel, in dem er aufgefordert wird, nach dem Projekt 88 zu suchen und das er nicht Vigo ist. Anscheinend ist seine Identität gefälscht worden. Die Konten seiner Eltern und sein Eigenes werden aufgelöst. Sind diese Ereignisse Einbildungen seiner Paranoia, ausgelöst durch die Schizophrenie? Eine Untergrundorganisation namens SpHiNx sucht den Kontakt mit ihm. Sie wollen ihm helfen, seine eigene Vergangenheit wiederzufinden.

Unabhängig vom Plot steht und fällt „Das Kopernikus- Syndrom“ mit seinem Helden. Ganz bewusst und über weite Strecken sehr überzeugend konzentriert sich Henri Loevenbruck auf Vigo Ravel. Dem Leser ist zu Beginn des Romans nicht klar, ob die Ereignisse tatsächlich stattfinden oder nur Teil von Ravels Krankheit sind. Hier spielt der Autor sehr geschickt mit verschiedenen Handlungssträngen. Obwohl Ravel aus seinem bisherigen, sehr geordneten Leben gerissen wird, gelingt es Loevenbruck, ihn dreidimensional und vor allem sympathisch zu beschreiben. Selbst die obligatorische Liebesgeschichte zu der attraktiven Polizistin Agnes wird erstaunlich feinfüllig beschrieben. Der Autor schließt den Bogen sehr viel später im Roman, als Vigo Ravel in einer der wenigen ruhigen Szenen mit dem weiblichen Gründungsmitglied von SpHiNx über Alltägliches wie Beziehungen und Liebe sprechen kann. In diesen Momenten erkennt der Leser, wie weit Vigo von der Realität isoliert worden ist. Die Andeutungen, welche Loevenbruck, immer wieder auf Vigos Weg streut, sind geschickt gewählt. Über weite Strecken der ersten Hälfte ergibt sich aus ihnen kein klares Bild. Der Leser kann auf Augenhöhe mit Vigo das Geschehen sehr gut verfolgen. Er erhält keine weiteren Informationen. Der Bruch folgt in der Mitte des Buches, als Vigo plötzlich von seinen Verfolgern angegriffen wird und er sich dagegen wehrt. Spätestens hier erkennt der aufmerksame Leser allerdings im Gegensatz zum Protagonisten, dass seine Vergangenheit manipuliert und seine Krankheit keine natürlichen Ursachen haben kann. Dieser handlungstechnische Bruch nimmt dem stringent geschriebenen Roman einen Teil seiner Spannung. Als Vigo durch die Medien erfährt, dass das Schicksal des Bombenlegers in Paris seinem sehr ähnlich ist, wird Loevenbrucks grundlegende Idee überdeutlich. Obwohl sich der Autor bemüht, mit verschiedenen falschen Fährten die Spannung aufrechtzuerhalten, wirkt die zweite Hälfte des Buches teilweise arg gedehnt und die Zufälle häufen sich. Die Auflösung der Verschwörung ist dann außerordentlich abrupt und könnte eher Vigos Paranoia Visionen entsprechen. Hier fehlt dem Autor der Mut, noch einmal in das Szenario der ersten Hälfte des Buches einzutauchen und die Verhaftungen und Aufdeckungen als Teil von Vigos Schizophrenie zu entlarven. Vor allem gelingt es Loevenbruck nicht, den Vater oder besser Initiator des Projektes wirklich überzeugend zu zeichnen. Seine Argumentation, die Überlebenden des ersten Stadions zu schonen und ihnen ein neues Leben zu schenken, wirkt nicht überzeugend. Sie ist allerdings notwendig, um den Roman zu einem Zufriedenstellenden Abschluss zu bringen. Hier wäre es logischer gewesen, zu argumentieren, das Vigo der Überwachung in seiner Vergangenheit entflohen ist und jetzt durch den Bombenanschlag erst wieder in den Blickpunkt der Ermittlungsbeamten geraten ist. Auf der anderen Seite hätten dann Loevenbruck noch Erläuterung für die Besuche beim falschen Psychater geben müssen. Aber genau wie diese plottechnische Kette nicht funktioniert, gibt der Autor seinem „Schurken“ eine dunkle Vergangenheit, in welcher er mit seiner Nation innerlich bricht, um dann entscheidend dazu beizutragen, das sein Land – wie inzwischen sechs andere Nationen – über diese „Waffe“ verfügt. Hier wirft Loevenbruck viele nicht unbedingt notwendige Idee in einen Topf und hofft, das ein schmackhaftes Gericht daraus entsteht.

Die Aufteilung zwischen den Verschwörungstheorien, welche sich am Ende bewahrheiten, im ersten Teil des Buches und den eher rasanten Actionszenen in der zweiten Hälfte des Plots mit einigen sehr schönen Handlungsorten in und um Paris ist gelungen, auch wenn der Leser am Ende des Stoffs ein wenig enttäuscht über die Auflösung ist. Autoren wie Dean Koontz haben ähnliche Romane geschrieben und konnten die Spannung auch nicht bis zum Ende Aufrecht erhalten. Loewenbruck verfügt allerdings über einen sehr angenehm zu lesenden Stil. Obwohl die Ich- Erzählerperspektive immer einem Roman einen Teil seiner Spannung nimmt – der Protagonist muss ja überleben, um zumindest einem Menschen seine Geschichte zu erzählen – gleicht er dies durch Tagebuchähnliche Notizen aus. Weiterhin philosophiert er über und jongliert mit verschiedenen Theorien von Platon bis Satre. Vigo bleibt an Kopernikus und seiner standhaften Behauptung hängen, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Dieser Kampf gegen die kirchlichen Windmühlen entspricht Vigos aussichtsloser Position nach den ersten Seiten des Buches. „Das Kopernikus Syndrom“ ist ein solider Verschwörungsthriller der Post 09/11 Generation – der Anschlag auf das Hochhaus ist noch perfider durchgeplant als die Attentate der Fundamentalisten - mit einer vorhersehbaren Prämisse. In Bezug auf den Plot hat Loewenbruck mehr für ein Mainstreampublikum geschrieben als die Science Fiction Fans, welche das Backcover anspricht. Die Charakterzeichnung insbesondere des Hauptprotagonisten und einiger Nebenfiguren wie Agnes oder der aus seinem früheren Thriller bekannten Damien Louvel ist sympathisch und überzeugend. Insgesamt ein solider gut zu lesender Thriller mit einigen Schwächen im letzten Teil.

Henri Loevenbruck: "Das Kopernikus Syndrom"
Roman, Softcover, 485 Seiten
Knaur Verlag 2008

ISBN 9-7834-2663-8149

Weitere Bücher von Henri Loevenbruck:
 - Das Jesusfragment

Leserrezensionen

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24.12.11, 06:00 Uhr
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