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Thriller



Jodi Picoult

Die Hexenjagd von Salem Falls

rezensiert von David Meiländer

Jodi Picoults Buch greift ein schwieriges und zugleich erschütterndes Thema dieser Gesellschaft auf. Es sind nicht die „Hexen“, die in diesem Roman gejagt werden. Es ist eines ihrer Opfer, das ein Täter zu sein scheint. Dabei sind diese Begriffe nur Metaphern. In Wirklichkeit geht es nicht um Magie, sondern um Manipulation. Picoult zeigt in „Die Hexenjagd von Salem Falls“, wie Teile der amerikanischen Gesellschaft die Bodenhaftung verloren haben. Wie sie Verstand gegen Angst eintauschen und aus Wahrheiten Phrasen machen. Wie das Klischee allgegenwärtig wird und niemand mehr aus dem vorgefertigten Rollenverständnis, das die Medien aufoktroyieren, ausbrechen kann.

Jack St. Bride ist neu im kleinen Städtchen Salem Falls. Niemand weiß, woher er kommt und was er früher gemacht hat. Plötzlich ist er da und arbeitet als Tellerwäscher im „Do-Or-Diner“. Jeder vermutet, dass er dafür eigentlich überqualifiziert ist. So ein intelligenter Mann muss eine gute Ausbildung haben. Aber nur er und der Sherrif kennen seine Vergangenheit. Denn St. Bride saß acht Monate wegen eines Sexualdelikts im Gefängnis. Zu Unrecht. Aber wie soll er erklären, dass er sich nur aus taktischen Gründen schuldig bekannt hat? Acht Monate sind nichts gegen die Gefahr, 20 Jahre im Gefängnis zu landen. Vor allem, wenn die Last der Indizien erdrückend ist.

Die Bürger von Salem Falls werden jedenfalls bald wissen, was ihr neuer Mitbürger noch verschweigen will. Denn ehemalige Sexualstraftäter müssen sich im Polizeirevier melden und ihre Anwesenheit in der Stadt wird öffentlich bekannt gemacht.

Eine „Hexenjagd“ beginnt. Angst macht sich breit unter den Müttern und Vätern, die um die Sicherheit ihrer Kinder fürchten. Es kommt zu Gewalt und nur Addie Peabody, die junge Besitzerin des „Do-Or-Diner“, hält zu Jack, in den sie sich zu verlieben beginnt. Aber wie lange noch?

Die wahren Hexen bleiben unerkannt. Es ist nicht Jack St. Bride, der ein falsches Spiel spielt. Es sind die jungen Mädchen um Gillian Duncan, die mit okkulten Ritualen herumexperimentieren und sich irgendwann in St. Bride vergucken. Ein schöner Mann, den es zu verführen gilt.

So einfach man die Handlung hier auch schildern kann, sie ist noch viel umfangreicher und detaillierter.

Jack St. Bride zum Beispiel wird authentisch dargestellt. Als jemand, der ungewollt und unverschuldet ins Gefängnis kommt, wo er Dinge erlebt, die ihn für immer verändern. Mit Rückblenden und Ortswechseln malt die Autorin ein umfassendes Bild um einen Mann und dessen tragische Geschichte, die noch lange zuende ist. Wer steht noch zu ihm, wenn der Hass in Salem Falls stärker geschürt wird und die jungen Mädchen ihn weiter manipulieren?

Eine gut erzählte Geschichte, in der nichts ist, wie es scheint. Alles hat einen Hintergrund und nicht immer lässt sich alles in vorgefertigte Rollen einordnen. Es lohnt sich in die Tiefe zu gehen. Das ist es wohl, was uns Jodi Picoult mit diesem Buch sagen will.

Jodi Picoult: "Die Hexenjagd von Salem Falls"
Roman, Softcover, 473 Seiten
Piper Verlag 2003

ISBN 3-4922-4011-9

Leserrezensionen

Leserrezensionen
06.11.07, 10:52 Uhr
Raya
unregistriert


Ein Buch das tief unter die Haut geht und einen erst los lässt, wenn man das Ende kennt.