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Thriller



Daniel Silva

Der Auftraggeber

rezensiert von David Meiländer

Der israelische Botschafter in Paris fällt einem Attentat zum Opfer. Der Mörder ist unauffindbar, nur ein paar Spuren einer seiner vielen Identitäten bleiben zurück, führen aber ins Nichts. Bei einer gewissen Emily hat er die vergangenen Wochen verbracht. Es waren wohl die schönsten Tage im Leben der verschüchterten Studentin, doch auch sie ist nun tot. Ermordet von dem Mann, den keiner kennt. Die französischen Behörden tappen im Dunkeln, während der aus dem Ruhestand zurückberufene Mossad-Chef Shamron ahnt, wer dahinter steckt. Schon einmal haben sie versucht, den palästinensischen Terroristen unschädlich zu machen. Doch selbst ihr bester Agent Gabriel Allon, im wahren Leben Kunstrestaurator, verfehlte ihn und traf dafür dessen Bruder. Tariq gelang die Flucht und die Rache. Kein Attentat auf Allon selbst, nein, er nahm ihm seine Familie. Seine Frau, seine Kinder. Seitdem ist Allon nicht mehr im Dienst tätig und will es auch nicht mehr. Doch der Mossad-Chef braucht ihn, denn er will den Anführer einer palästinensischen Terrorgruppe ein für alle mal vernichten.

Der ehemalige CNN-Journalist Daniel Silva zeichnet hier eine Episode aus dem Palästinenserkonflikt, wie sie in den vergangenen Jahren wirklich stattgefunden haben könnte. Die Geschichte ist gezeichnet von fanatischen Agenten, Terroristen und Politikern, die ohne sich selber zu hinterfragen, morden, helfen zu morden oder Morde planen. Jedoch gelingt es Silva, diese moralischen Bedenken praktisch aus der Welt zu räumen. Auf eine interessante Weise werden die Charaktere und ihre Handlungen sympathisch und verständlich. Auf beiden Seiten.

Es macht sich keine Enttäuschung breit, wenn Tariq wieder einmal im letzten Moment entkommt und keineswegs fiebert man geifernd mit, wenn Gabriel Allon kurz vor seinem Ziel zu sein scheint. Trotzdem ist das Buch spannend und mitreißend. Tariq verwandelt sich vom gewissenlosen Terroristen, zu einem verletzlichen und bedächtigen Menschen; Allon zweifelt irgendwann an seinem eigenen Auftrag; beide begeben sich vom negativen Extrem, hin zum Leser und damit ins Positivum. Das würde beide als Titelhelden annehmbar machen. Leider legt der Autor hier eindeutig den Schwerpunkt auf den Mossad-Agenten und seine Komplizin, ein französisches Top-Model.

Trotzdem ist das Buch spannend und vor allem abwechslungsreich. Nicht zuletzt durch die schnellen Szenenwechsel und die verschiedenen parallel laufenden Handlungsbögen gelingt es Silva die Handlung lebendig wirken zu lassen. Zunächst belanglos scheinende Szenen werden im Laufe des Buches zu Schlüsselelementen des Buches; eine gut durchgeplante Handlung, in der ein Konzept steckt.

Das Ende allerdings enttäuscht. Die vergangenen Ereignisse erscheinen auf einmal sinnlos und auch die Entwicklung der Charaktere manifestiert sich am Ende nicht. Alle kehren zu ihren alten Mechanismen zurück, ohne, dass es der Leser nachvollziehen kann. Ja, vielleicht ist das klassische Happy End aus der Mode gekommen. Hier hätte es der Autor aber nicht so penetrant umgehen sollen.

Daniel Silva: "Der Auftraggeber"
Roman, Softcover, 478 Seiten
Piper Verlag 2003

ISBN 3-4922-3887-4

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