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Thriller



Sebastian Fitzek

Amokspiel

rezensiert von Thomas Harbach

Mit Amoklauf legt der Berliner Autor Sebastian Fitzek seinen zweiten Roman vor. „Die Therapie“ war anscheinend nicht nur in Deutschland ein überraschender und durchschlagender Erfolg. Das Buch ist in mehrere Sprachen übersetzt worden und auch die Filmrechte sind verkauft. Wer sich dem Autoren über seinen zweiten Roman nähert, kann diesen Erfolg verstehen. Fitzek verfügt über einen sehr cineastischen Schreibstil, der von einer guten Balance zwischen dem Plot und der Charakterisierung unterstützt wird. Er verschwendet nur wenige Augenblicke für wirkliche Nebensächlichkeiten. Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der schließlich der Schlüssel für die folgenden, acht Monate später spielenden Ereignisse ist. Eine gute Prämisse, die sich in wenigen Worten zusammenfassen lässt und gebrochene Charaktere, die in der Krise gleichzeitig mit ihrer Vergangenheit konfrontiert werden. Sie gehen zumindest innerlich gestärkt aus dem Szenario hervor. Das Problem an „Amoklauf“ liegt weniger in der Ausgangssituation, sondern in dem von Fitzek zu stark durchgeplanten Plot, der spätestens nach zweihundert Seiten unglaubwürdig wird.

Ein Einzeltäter besetzt einen Radiosender mitten in Berlin, nimmt verschiedene Leute als Geisel und droht, in einem morbiden Cash- Call jede Stunde eine Geisel zu töten, wenn der durch ein Zufallsprinzip angerufene nicht die richtige Parole nennt. Die Spezialeinheiten sind angerückt. Die Alkoholikerin Ira Samin soll die Verhandlungen führen. Dabei wollte sie nur den Tag mit ihrem Selbstmord feiern. Sie konnte es nicht verwinden, dass sich eine ihrer beiden Töchter vor knapp einem Jahr umgebracht hat. Die andere Tochter macht ihr den entsprechenden Vorwurf.

Wie schon angeführt, ein erstklassiges Szenario, aus dem sich ein packender Stoff entwickeln lässt. Der intelligente Einzeltäter, der als Psychologe alle Tricks der Polizei kennt und entsprechend kontert. Die abgewrackte Unterhändlerin, die lieber in Tränen und Alkohol sich ertränkt. Die ungeduldigen Vorgesetzten, welche der Öffentlichkeit etwas zeigen wollen und müssen. Packend, rasant und gut erzählt. Die Spannung steigt weiter, als der Täter seine einzige Forderung stellt: er möchte wissen, wo seine vor Monaten verschwundene Verlobte ist. Diese soll angeblich bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein, hat ihn aber dreißig Minuten nach dem Unfall noch angerufen. Seitdem werden seine Nachforschungen abgeblockt. Ein Polizist findet heraus, dass die Geiseln nicht nach einem Zufallsprinzip als Besuchergruppe genommen worden sind, sondern das sie eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Geiselnehmer verbindet. Bis zu dieser Stelle ist der Roman spannend und stringent, die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und das Psychoduell zwischen dem zu allem entschlossenen Täter und der im Grunde überforderten Polizeipsychologen einer der Höhepunkte des Romans. Der Autor verzichtet auf umfangreiche und langwierige Charakterisierungen. Der Leser lernt die Figuren quasi learning by reading kennen. Eine gute und notwendige Vorgehensweise, um das flotte Tempo des Romans nicht zu unterbrechen. Ira Samin wird dabei allerdings deutlich überzeichnet. Sie mag – wie immer wieder betont wird- die beste Verhandlerin des SEKs gewesen sein, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man in diesen Extremsituationen eine Alkoholikerin, die auch noch Tablettensüchtig ist, an den Tisch lässt, fordert schon die Glaubwürdigkeit des Autoren. Hier wäre es sinnvoll gewesen, sie als vom Dienst suspendiert zu beschreiben, die vom Geiselnehmer expliziert vielleicht aufgrund ihrer vergangenen Erfolge angefordert wird. Sie muss vielleicht mit einem sperrigen Kollegen zusammenarbeiten. Erst im Verlaufe der Verhandlungen schält sich heraus, dass sie eine gemeinsame Vergangenheit haben. Am Ende des Romans – nachdem das Psychospiel im Grunde beendet ist – schiebt Fitzek diese gemeinsame Vergangenheit auf einer wirklich rührseligen und nicht überzeugenden Note nach. Zu diesem Zeitpunkt hat sich allerdings das Buch von einem herausragenden Thriller zu einer unglaubwürdigen, aber flott zu lesenden Konstruktion zurückentwickelt. Einer der letzten Höhepunkte des Buches zeigt, wie Sebastian Fitzek auch mit seinen Lesern spielt. So umgeht der Täter die Idee einer Rufumleitung mit einem einfachen Trick und macht die Polizei lächerlich. Am Ende des Romans befreien sich Samin und ein Radiomitarbeiter aus der Folterzelle des ukrainischen Mafiabosses, weil sie ein Feuer machen und weil er weiß, dass die Feuermelder in diesem Haus sehr empfindlich sind. Er hat schon einmal in diesem Gebäude gearbeitet. Anscheinend gibt es in Berlin nur sehr wenige Gebäude, welche gleichzeitig einem kleinen Sender als auch der Mafia für ihre jeweiligen Aktivitäten dienen. Szenen wie diese sind Kompromisse an den Plot, sie sind aber auch überflüssig, denn der eigentliche Plot wäre auch ohne sie spannend genug gewesen.

Jan May als Geiselnehmer gehört zu den besten Schöpfungen des Buches. Zu Beginn ein entschlossener, intelligenter, aber auch verzweifelter Mann, dessen Motiv zumindest für die Polizei im Dunkeln bleibt. Ist er ein verrückter Psychopath? Oder steckt doch hinter seiner Forderung etwas Wahres? Ist seine Freundin wirklich entführt worden? Ist sie verschwunden oder doch tot? Sehr lange bleibt Fitzek dabei, diese Situation ambivalent zu behandeln. Im Grunde ist alles möglich. Das Problem liegt aber auf einer anderen Ebene. Durch Jan Mays Untersuchungen droht ein Mafia- Prozess zu platzen. Die Behörden versuchen ihn erst zu bestechen, nachdem sie ihm davor eine Mitschuld am Unfall seiner Freundin gegeben haben. Als das nicht hilft, zerstören sie seine Existenz. Warum ihn niemand in das Geheimnis eingeweiht hat und ihn dann „verschwinden“ lässt, ist eine der Fragen, die Fitzek sehr umständlich zu beantworten sucht. Hier zeigt sich, wie übermotiviert Fitzek seine Leser unterhalten möchte und dabei den grundlegenden roten Faden verliert.

Danach präsentiert der Autor den Lesern eine Geschichte um Mafia- Bosse, Zeugenschutzprogramme, einen Staatsanwalt, dessen Rolle im Zwielicht bleibt, einen Maulwurf bei der Polizei und schließlich ein holpriges und unglaubwürdiges Ende. Insbesondere der Showdown ist überzeichnet und eher für eine weitere Kinoadaption geschrieben worden. Hier wäre es sinnvoll gewesen, den Plot langsam und vor allem psychologisch überzeugend zu beenden anstatt eine überdrehte und nach den Ereignissen absolut konstruierte Konfliktsituation zu beschreiben. Das Ende basiert auf so vielen Zufällen, dass der Leser bei den vom Autor hinterher geschobenen Erläuterungen nur den Kopf schütteln kann. Alleine die Idee der Dummys birgt so viele Risiken für Ira Samin, für die es in diesen Momenten ja noch um etwas geht.

Was bleibt als Fazit? „Amokspiel“ ist natürlich ein Pageturner, für die Massen geschrieben mit einem gut verkäuflichen Thema. Der Ablauf des Romans ist geschickt, insbesondere das Ausgangsszenario ist gut gewählt. Ab der Mitte des Buches verliert der Plot deutlich an Schwung, die einzelnen parallel laufenden Handlungen verlieren an Komplexität und die intensive Atmosphäre im Radiosender selbst geht verloren. Am Ende fügen sich die einzelnen Teile zu nahtlos, zu leicht ineinander und das seichte, weich gewachsene Ende entspricht so gar nicht dem resoluten und sehr guten Anfang. Das Böse wird bestraft, das halbböse rehabilitiert und die Schuld von allen genommen. In dieser Hinsicht ist „Amokspiel“ ein Kompromiss und entspricht leider den üblichen TV- Fernsehfilmen privater Fernsehsender. Dabei steckt im Kern zumindest über die Hälfte des Buches ein packender Thriller, eine intelligent und psychologisch sehr gut durchdachte Auseinandersetzung zwischen zwei verletzten Menschen, die auf einer intellektuellen Ebene agieren. Aus dieser Prämisse macht Fitzek das meiste und fesselt den Leser an seine Charaktere und über diese Basis an den Plot.


Sebastian Fitzek: "Amokspiel"
Roman, Hardcover, 428 Seiten
Knaur Verlag 2007

ISBN 3-4266-3718-9

Leserrezensionen

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24.12.11, 06:00 Uhr
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