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Thriller



Jan Gardemann

Cotton Reloaded 3- Unsichtbare Schatten

rezensiert von Thomas Harbach

Jan Gardemann schickt Cotton und Decker in „Unsichtbare Schatten“ zu einem anfänglich bizarren Fall, der sich im Verlaufe der stringenten und nicht so paranoid auf die innere Sicherheit wie in den ersten beiden Teilens schauenden Handlung spannend, aber angesichts der Prämissen auch teilweise vorhersehbar entwickelt. Das Team um die attraktive Decker und den nicht mehr so naseweisen Cotton wird durch einen ehemaligen Kollegen Cottons gesprengt, der beim G- Team in einem schlechten Ruf steht, aber die Bodenständigkeit der Heftromane in diese bislang rein amerikanische „James Bond“ Kopie zurückbringt.

Ein Mann springt/ fällt von einer Brücke in New York. Er schlägt auf einem Schiff auf, das Müll geladen hat. Einen Augenblick später beschädigt eine Sprengladung das Schiff schwer. Obwohl es sich auf den ersten Blick um einen klassischen, wenn auch bizarren Selbstmord handeln könnte, wird das G- Team informiert, da es sich bei dem Toten um den Sohn einer hochrangigen Politikerin handelt. Bei ihren ersten Untersuchungen stellen die Beamten fest, dass der Tote noch einen Zünder in der Hand gehalten hat und das der Sprengstoff sich auch noch an den Stahlseilen der Brücke befindet. Hat der Politikersohn mit indischen Wurzeln einen terroristischen Anschlag geplant?

Hinzu kommt ein allerdings eher unterentwickelter Drogenstrang. Unbekannte Sammeln die indianischen Perlen, welcher der junge Mohawk bei in New York lebenden Angehörigen seines Stammes zum Verkauf im kanadischen Reservat hat fertigen lassen, ein. Allerdings beinhalten sie nicht das Crack, aus dem die Perlen nur an einer Produktionsstätte gepresst werden. Als Druckmittel haben die Verbrecher die Freundin des Toten gefangen genommen. In einer für diese Serie so typischen Situation, befreit Cotton in letzter Sekunde die junge Frau auf Eigeninitiative aus den Händen der Entführer, während Decker für die obligatorische Ablenkung sorgt und die Spezialeinheiten natürlich zu spät kommen. Die Szene ist ohne Frage gut geschrieben, aber der Versuch, aus dem eigenwillig operierenden Cotton den sprichwörtlichen amerikanisches James Bond der stilisierten Titelbilder zu machen wirkt im dritten Abenteuer inzwischen abgenutzt.

Nachdem sich diese Spur als Finte entpuppt hat, gehen die weiteren Ermittlungen erstaunlich schnell voran. Der über weite Strecken des Romans nicht auftretende Tatverdächtige entpuppt sich schließlich als klassisches Psychopath mit Sendungsbewusstsein. Positiv ist, dass Jan Gardeman die Verschwörungsmotive insbesondere inneramerikanischer konservativer Gruppen gegen eine andere Minderheit austauscht und daran erinnert, auf welchen zynisch gesprochen Prinzipien das moderne, von seinen Wolkenkratzern symbolisierte Amerika entstanden ist. Der dramatische Showdown ist solide geschrieben, wirkt aber angesichts der langen Exposition ein wenig überhastet. Wie beim Drogenschmuggel wird das Motiv des Täters eher abqualifiziert und in den Bereich einer Psychose verschoben. Auf der anderen positiven Seite gibt Jan Gardemann einen allerdings stark beschränkten Einblick in die Lebensumstände der ehemaligen Ureinwohner Amerikas, wobei zumindest ihr Leben im Big Apples erstaunlich ambivalent beschrieben wird.

Im Vergleich zu den ersten beiden Abenteuern erscheint das Verhältnis zwischen Cotton und Decker nicht nur ausgesprochen partnerschaftlich, die hochnässige Art Deckers ist gänzlich verschwunden. Gardeman agiert aber hinsichtlich der weitergehenden Charakterisierung noch ein wenig vorsichtig bis oberflächlich. Er flüchtet sich manchmal in eine Reihe von Floskeln, wobei die ruhigen Passagen spärlich gesät sind. Stilistisch insbesondere für einen Autoren mit Gardemanns Fähigkeiten stellenweise sehr simpel mit dem Hang zu Abkürzungen und Wiederholungen – Dienstchevorolet sei hier stellvertretend erwähnt – ausformuliert erscheint „Unsichtbare Schatten“ trotz des nicht ganz passenden Titels wie ein Brückenschlag zwischen den altbekannten und beliebten Bastei Heftromanen sowie dieser bislang eher phasenweise befremdlichen Neuinterpretation.

Jan Gardemann: "Cotton Reloaded 3- Unsichtbare Schatten"
Roman, Softcover, 94 Seiten
Bastei 2012

Weitere Bücher von Jan Gardemann:
 - Der Remburg- Report
 - Sternendschungel Galaxis 30: Im Zentrum der Galaxis

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