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rezensiert von Mario Scholz
Der dritte und letzte Teil der "Spiegeluniversumstrilogie" von William Shatner und Judith & Garfield Reeves Stevens.
Achtung: in der folgenden Rezension ist es nicht zu vermeiden, dass Details der Handlung verraten werden. Wer also nicht über die Handlung bescheid wissen möchte, sollte zum Fazit übergehen oder den Artikel ganz überspringen.
Teilani, James T. Kirks Frau, ist auf ihrer Hochzeit Opfer eines Giftanschlags geworden. Sie muss sterben, wenn ihr Kind gerettet werden soll. In letzter Sekunde schafft es Kirk, das Gegenmittel zu besorgen - doch dafür muss er einen hohen Preis an Imperator Tiberius, sein Gegenstück aus dem Spiegeluniversum, bezahlen.
Captain Picard versucht mit der Enterprise, die Invasoren aus dem anderen Universum aufzuhalten. Dabei stößt er auf einen nur wenige Jahre alten Obelisken der Bewahrer, und dieser Fund wirft einige unangenehme Fragen auf.
Jeder der drei - Kirk, Tiberius und Picard - hält Teile des Puzzles in den Händen - und als sie ihre Erkenntnisse austauschen und zusammensetzen, ergibt sich ein bedrohliches Bild: die Bewahrer manipulieren die Geschichte der Galaxis.
Und dann sieht es so aus, als würde das Universum an sich bald aufhören zu existieren...
Der dritte Teil der Spiegeluniversumtrilogie schließt wiedereinmal nahtlos an den zweiten Band "Dunkler Sieg" an, und springt mitten in die Handlung.
Eine Handlung, die vermutlich alles bisher dagewesene schlägt. In Rezensionen von "Star Trek"-Büchern kam sicherlich das ein oder andere mal der Satz "Kirk rettet das Universum" vor. Gemeint war damit meist, dass Kirk wieder einmal im Alleingang die Föderation vor einem schlimmen Schicksal bewahrt.
Diesmal nicht.
Diesmal ist es wirklich das Universum, das Kirk retten muss, denn zwei Psychohistoriker - Analytiker, welche die Ereignisse der Vergangenheit auswerten, um die Zukunft vorherzusagen - haben berechnet, dass das Universum in drei Monaten aufhören wird zu existieren. Dazu kommt noch, dass Kirk, Picard und Kirks Gegenstück Tiberius herausfinden, dass die Bewahrer schon seit Jahrhunderten auf die Geschichte der Galaxis Einfluss genommen haben.
Das Buch an sich ist ganz und gar nicht schlecht geschrieben und liest sich recht flüssig. Wieder mit dabei sind natürlich neben Kirk noch McCoy und Spock, aber auch Andrea M’Benga und Captain Christine MacDonald haben erneut einige Auftritte. Dazu gibt es große Raumschlachten, zum Beispiel zwischen den beiden Enterprises, Mann gegen Mann-Kämpfe, und das ganze verbunden mit einer Story, die man nicht auf den ersten oder auch zweiten Blick durchschaut. Daneben werden wie bereits in den anderen Büchern der Kirk-Trilogien unabhängige Ereignisse und Handlungen aus den Serien zu einem großen Ganzen verknüpft.
Die Story und diese Verknüpfungen sind aber auch die beiden große Haken des Buches, denn ab dem Zeitpunkt, an dem der Bewahrer-Obelisk gefunden wird, bekommt die Handlung einen ziemlich üblen Beigeschmack. Waren in den anderen Büchern die Verknüpfungen eigentlich immer recht interessant gestaltet, wird jetzt sicher so mancher Leser die Stirn runzeln, denn die Autoren verbinden hier den ersten Kontakt mit den Vulkaniern mit der Beförderung Kirks zum Captain, und binden sogar die Karriere von Kathryn Janeway dabei mit ein - auf welche Weise soll hier aber nicht verraten werden.
Die im Buch gegebenen Erklärungen sind nicht willkürlich oder völlig abwegig, werden aber doch vielen Lesern einfach als viel zu phantastisch vorkommen, besonders da sie sich auf das gesamte Trek-Universum auswirken. Offenbar scheinen Shatner und seine Co-Autoren Judith und Garfield Reeves-Stevens eine gewisse Vorliebe für gigantische Handlungsstränge besonders in den Abschlussbüchern ihrer Trilogien zu haben, denn in der letzten Trilogie besiegten Kirk und Picard bereits die Borg ("Band 2: Die Rückkehr") und retteten die Föderation vor einem ultimativen Virus ("Band 3: Der Rächer"). Gerade letzteres Werk hatte ähnliche gigantische Tendenzen mit der Verschwörung der Symetriker, die sich aber noch durchaus akzeptabel in die Story einfügten. In diesem Buch sind sie jedoch - zumindest für den Geschmack des Autors dieser Zeilen - viel zu übertrieben, als dass man sie noch ohne zu stolpern akzeptieren könnte.
Fazit: Da "Die Bewahrer" der dritter Teil einer Trilogie ist, welche eine durchgehende Handlung besitzt, ist es sowieso nicht empfehlenswert, das Buch als einzelnes zu lesen. Somit bleibt abschließend nur zu sagen: Wer die beiden anderen Teile der Spiegeluniversums-Trilogie bereits im Bücherregal hat und wissen möchte, wie es weitergeht, der muss sich mit der etwas zu übertriebenen Story abfinden. Wer noch keines der Bücher besitzt, und mit dem Gedanken an einen Kauf spielt, dem sei gesagt, dass der dritte Teil leider wesentlich schwächer als die ersten beiden Bücher ist.
William Shatner: "Die Bewahrer"
Roman, Softcover, 472 Seiten
Wilhelm Heyne Verlag 2001
ISBN 3-4531-9655-4
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