|
rezensiert von Mario Scholz
Der zweite Teil der Spiegeluniversumstrilogie von William Shatner
Showdown: Die Enterprise-E befindet sich noch immer in der Hand der Eindringlinge aus dem Spiegeluniversum, während das Duplikat der Voyager von Janeways Gegenstück kommandiert wird. Durch eine List gelingt es Kirk, der sich an Bord der Voyager befindet, sein Gegenstück namens Tiberius von der Enterprise-E herunter zu locken. Auf dem Asteroiden kommt es schließlich zum Schlagabtausch, bei dem Tiberius offenbar getötet wird. Doch Kirk bleiben Zweifel, die zur furchtbaren Gewissheit werden, als sich auf Kirks Hochzeitsfeier mit Teilani eine Katastrophe ereignet.
Der zweite Teil der Spiegeluniversumstrilogie, der nahtlos an "Das Gespenst" anschließt, führt die Geschichte um Kirk und sein brutales Gegenstück Tiberius weiter. Der Roman springt damit direkt in die erste Konfrontation zwischen Tiberius und Kirk, die sich - wie oben schon beschrieben - auch recht schnell zu einer spannungsgeladenen Verfolgungsjagd durch das Arbeitslager ausweitet.
Doch danach könnte der Leser leicht ins Grübeln geraten. Erst 124 von 303 Seiten gelesen - was soll denn jetzt noch spannendes kommen? Ist doch schon praktisch alles vorbei... Weit gefehlt - der Roman gönnt sich lediglich ein paar Seiten der Entspannung, ehe er wieder richtig zuschlägt und eine neue Wendung einführt, die den Leser garantiert wieder fesselt. Plötzlich tauchen Starfleetoffiziere auf, über die es keine Akte gibt, Schiffe, die nicht registriert sind - kurz: alle Zutaten, die man für eine spannende Verschwörung braucht. Shatner - oder auch seine Co-Autoren Judith und Garfield Reeves-Stevens - geht dabei aber keineswegs nach Schema F vor - im Gegenteil, die einzelnen Puzzlestücke beginnen erst nach und nach, sich zu einem Bild zusammenzufügen. Lustig ist in diesem Zusammenhang auch Garak, der auf Deep Space Nine Doktor Bashir und Doktor Andrea "Pille" M'Benga (bekannt aus "Der Rächer") wieder einmal eine seiner unzähligen Verschwörungstheorien präsentiert - nur dass er diesmal gar nicht so falsch liegt...
Natürlich sind auch alle anderen wieder mit von der Partie - Spock (sogar in doppelter Ausführung), McCoy, Scotty, Picard, Riker, Kate Janeway und Spocks Tocher T'Val. Hauptsächlich konzentriert sich das Buch allerdings auf Kirk und seinen Kampf gegen einen Gegner, der ihn mindestens so gut kennt wie er sich selber...
Fazit: Wie nach der Vorlage des ersten Teils eigentlich nicht anders zu erwarten, liefert Shatner mit "Dunkler Sieg" eine spannende Fortsetzung eines Kirk-Romans, an der es eigentlich nichts weiter auszusetzen gibt, sieht man mal von der allseits bekannten Grundstruktur der Erzählung ab, bei der wieder einmal ein Held das Universum rettet. Im Grunde stört dies jedoch nicht wirklich und spricht keinesfalls gegen den Kauf des Buchs. Höchstens das Ende könnte einigen Lesern unangenehm aufstoßen - denn wie schon der erste Teil endet auch "Dunkler Sieg" an einer entscheidenden Stelle und verdammt den Leser zum Warten auf die im April 2001 erscheinende Taschenbuchausgabe der Fortsetzung. Wer es nicht solange aushält, kann natürlich auch gegen entsprechendes Latinum die Hardcover-Ausgabe käuflich erwerben, die gerade bei Simon & Schuster Incorporated in den USA erschienen ist...
William Shatner: "Dunkler Sieg"
Roman, Softcover
Wilhelm Heyne Verlag 2000
ISBN 3-4531-8771-7
Leserrezensionen
:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht möchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::
|