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rezensiert von Mario Scholz
Der Beginn einer weiteren Trilogie von William Shatner
James T. Kirk lebt seit einem Jahr wieder glücklich auf dem Planeten Chal, gewillt, seine Tage des Abenteuers hinter sich zu lassen, als seine Freundin Teilani ihn dazu überredet, eine Einladung zur Erde anzunehmen. Währenddessen befindet sich die Enterprise-E unter dem Kommando Jean-Luc Picards auf einer Mission zur Vermessung der Goldin Diskontinuität, eines badland-ähnlichen Raumgebietes. Starfleetwissenschaftler haben Theorien entwickelt, wonach solche Raumgebiete der Existenz von stabilen Wurmlöchern zuträglich sein könnten. Man befürchtet, dass das Dominion entsprechende Experimente durchführen könnte, und so ist die Mission der Enterprise, nach Anzeichen von solchen Testläufen Ausschau zu halten. Als sich das Schiff gerade für Wartungsarbeiten aus der Diskontinuität zurückziehen will, geben die Sensoren plötzlich Alarm - doch was die Enterprise entdeckt hat, ist keine Angriffsflotte, sondern ein einzelnes, beschädigtes Schiff - ein Sternenflottenschiff, dass jeder sofort erkennt - nach fünf Jahren ist die Voyager zurückgekehrt! Der Kommandant der Voyager - Commander Tom Paris - erklärt Picard, dass Captain Janeway es leider nicht mehr zurück geschafft hat - doch wenn das stimmt, wer ist dann die mysteriöse Frau, von der James T. Kirk inzwischen auf der Erde entführt wurde, und die ihn bittet, ihr zu helfen, das Universum zu retten...?
Er hat wieder zugeschlagen! Nach dem etwas schwächlichen Abschluss seiner ersten Trilogie hat es Shatner zusammen mit Judith und Garfield Reeves-Stevens wieder geschafft, ein geniales Buch zu publizieren. Es macht einfach immer wieder Spaß, das alte Team Kirk, Spock, McCoy und Scotty vereint zu sehen und in Aktion zu erleben. Und das diesmal gleich mehrfach - vielleicht hat es ja der eine oder andere schon erraten: Dieses Buch dreht sich um das Spiegeluniversum, in dem die Föderation ein brutales Imperium war, ehe sie von der Allianz aus Klingonen und Cardassianern überrollt und versklavt wurde. Und wie die terranische Widerstandskämpferin Kathryn Janeway enthüllt, trifft die Schuld dafür nur einen Mann - James T. Kirk! Sie ist nun zusammen mit dem Spiegel-Spock und dessen Tochter T'Val in das andere Universum gekommen, weil Kirk - ironischer Weise - die einzige Hoffnung darstellt, die ihr eigenes Universum noch hat.
Nun ja, das klingt natürlich etwas vertraut, und im Grunde genommen ist dies auch nichts weiter als eine typische Kirk-rettet-die-Galaxis-Geschichte, wie wir sie auch schon von anderen Teilen der Reihe kennen. Sie steckt allerdings so voller Wendungen und Überraschungen, dass dabei garantiert keine Langeweile aufkommt. Und wem die Geschichte um Kirk noch nicht ausreicht, der hat ja auch noch den zweiten Handlungsbogen um Picard und seine Crew, die inzwischen Gefangene der Allianz sind und verzweifelt versuchen, die Enterprise wieder in ihre Gewalt zu bekommen.
Beide Handlungsfäden laufen mehr oder weniger parallel, mit einigen Verknüpfungen, wobei das Hauptaugenmerk aber doch deutlich auf Kirk und seiner Crew liegt - bis sie sich schließlich am Ende zu einem Showdown vereinigen - der dann doch nicht kommt. Im Gegensatz zur letzten Trilogie stellt "Star Trek: The Mirror Universe Saga" nämlich eine zusammenhängenden Story da, die nur über drei Bücher verteilt ist. Dementsprechend endet "Das Gespenst" auch an der spannendsten Stelle.
Fazit: Man kann es nicht anders sagen - dieses Buch ist einfach lesenswert und macht Appetit auf mehr Lesestoff, den Shatner dann auch gleich in Form des zweiten Romans liefert. Wem die erste Trilogie gefallen hat, der liegt mit diesem Buch sicher nicht falsch. Aber auch wer die erste Trilogie noch nicht kennt und einfach nur das Spiegeluniversum interessant findet - oder ganz einfach Kirk-Fan ist - der sollte einmal intensiv mit dem Gedanken spielen, bei seinem nächsten Besuch einer Buchhandlung zuzuschlagen.
William Shatner: "Das Gespenst"
Roman, Softcover
Wilhelm Heyne Verlag 2000
ISBN 3-4531-7931-5
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