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rezensiert von Mario Scholz
Es gibt immer Möglichkeiten! - diese elementare Weisheit von Spock trifft genau ins Schwarze, denn er ist wieder da: Shatner meldet sich mit seinem dritten Band um den berühmten Captain der Enterprise zurück.
Ein verheerendes Virus bedroht die Föderation. Es befällt nicht nur alle Pflanzen, sondern nutzt auch Tiere und andere Lebewesen als Überträger. Wenn es nicht schnellstmöglich gestoppt wird, ist der Untergang der Föderation sicher! Doch bisher ist es noch keinem Wissenschaftler gelungen, ein Gegenmittel herzustellen. Nicht nur die Enterprise-E und ihre Besatzung machen sich auf die Suche nach dem Ursprung der Seuche, sondern auch der tot geglaubte James T. Kirk - ohne zu ahnen, auf was er dabei stoßen wird...
"Der Rächer" ist der dritte und letzte Teil der ersten Kirk-Trilogie von Shatner. Auch hier handelt es sich im Grunde wieder um das bewährte Prinzip: die Föderation steht vor dem Untergang und die Crew der Enterprise rettet sie - mit Kirks Hilfe natürlich. Dabei beginnt das Buch recht spannend mit einem Rückblick auf Kirks Kindheit und einer Verfolgungsjagd der Enterprise-E, die versucht, ein Starfleetschiff zu stoppen, das aus der Quarantäne ausbrechen will, so dass der Leser sofort in die Story geworfen wird. In dieser lernt er dann, abgesehen von Teilani aus "Die Asche von Eden", einige neue Charaktere kennen: die Crew des Schiffes Tobias, mit Schiffsärztin M´Benga, die auf den Spitznamen "Pille" hört und einer jungen, blonden Kommandantin. Sicher wird es mehr als einen Leser geben, den diese beiden Charaktere zusammen mit dem Chefingenieur des Schiffes an ein anderes, recht bekanntes Trio erinnern dürften.
Doch nicht alles an diesem Buch ist gelungen. Während der größte Teil des Buches um das Rätsel der Seuche den Leser noch zu fesseln vermag und nebenbei interessante Informationen und Verknüpfungen über Kirks, Spocks und Sareks Vergangenheit liefert, so flacht die Geschichte gegen Ende ab und man quält sich mehr von Seite zu Seite, als dass man sich darauf freut. Zu allem Überfluss werden dann auch einige Klischees der Serie ausgepackt, beispielsweise McCoy, der mit seinen 146 Jahren natürlich immer noch wesentlich klüger und besser in der Medizin ist als die besten Mediziner und Biologen der Sternenflotte zusammen - Holodoktor und Data eingeschlossen.
Auch sehr irritierend ist die Tatsache, dass Kirk und Picard sich duzen, obwohl sie sich erst seit zwei Jahren kennen, während Spock noch immer gesiezt wird. Das ist aber wohl eher auf eine mangelhafte Übersetzung zurückzuführen.
Fazit: "Der Rächer" bietet anfangs spannende Kost, die letzten Bissen können aber etwas zäh werden. Wer die ersten beiden Teile gelesen hat, für den lohnt sich das Buch dennoch, denn immerhin schließt es die Trilogie ab, ganz abgesehen davon, dass in den USA bereits die zweite Trilogie erschienen ist, die zumindest in groben Zügen auf der Ersten aufzusetzen scheint.
Wer "Die Asche von Eden" und "Die Rückkehr" noch nicht gelesen hat, sollte genauer überlegen, ob er mit "Der Rächer" einsteigt. Zwar lässt sich das Buch - wie alle Romane der Trilogie - auch problemlos einzeln lesen, es handelt sich jedoch wohl um den schwächsten der drei Romane.
William Shatner: "Der Rächer"
Roman, Softcover
Wilhelm Heyne Verlag 2000
ISBN 3-4531-6184-X
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