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Voyager



Diane Carey

Endgame

rezensiert von Björn Kluger

Der Roman zur letzten Star Trek: Voyager-Episode. ACHTUNG SPOILERGEFAHR!

Ein gigantisches Feuerwerk. Ganze Straßenviertel blinken in einem genau geplanten Rhythmus. Da stößt ein schlankes Raumschiff durch die Wolken und gleitet von jubelnden Rufen begleitet über die Golden Gate Bridge und scheint die dort stehende Menge zu grüßen. Der Name des Raumschiffs: U.S.S. Voyager.

Dann wird die Aufzeichnung zum zehnten Jubiläum der Heimkehr des vermissten Schiffes von Kathryn Janeway gestoppt, die, in Ehren ergraut, als Admiral an der Sternenflottenakademie lehrt. Kurz darauf geht sie zum Wiedersehenstreffen ihrer alten Crew. Tom ist ein erfolgreicher Autor von Holodeckromanen geworden, B´Elanna Verbindungsfrau zwischen Föderation und dem klingonischen Imperium. Auch der Doc, der sich inzwischen Joe nennt und gerade geheiratet hat, sowie Harry Kim, Captain der U.S.S. Rhode Island, kommen zu dem kleinen Empfang.
Miral Torres, Tom und B´Elannas Tochter ist aufgrund eines Geheimauftrages von Janeway unabkömmlich. Schnell wird klar, dass Chakotay, Seven und Tuvok fehlen. Tuvok leidet an einer schweren Nervenkrankheit, die man bei einer schnellen Heimkehr hätte heilen können. Da die Voyager jedoch insgesamt 23 Jahre für den Flug zur Erde benötigte, lebt er nun in einer Nervenheilanstalt.
Seven starb während der Reise auf einer Außenmission und Chakotay konnte den Tod von Seven, seiner Frau, nicht verwinden und starb ebenfalls vor der Rückkehr.
Diese Schicksalsschläge sind es, die Janeway zu einem riskanten Schritt verleiteten.

Sie fliegt mit einem hochgerüsteten Shuttle in den klingonischen Raum um den Klingonen Korath zu treffen den sie im Zuge ihres Plans auf den Sitz des Kanzlers gebracht hat. Als Gegenleistung sollte sie einen Temporalen Deflektor erhalten. Als Korath sich jedoch quer stellt stiehlt sie das Gerät und entkommt mit dessen Hilfe nur knapp in die Vergangenheit, die sie zu ändern hofft. Szenenwechsel.

Die Crew der Voyager entdeckt einen Nebel in dem es viele Wurmlöcher gibt. Als das Schiff jedoch in diesen Nebel fliegt um einen Weg nach Hause zu finden, stößt die Crew auf 47 Borgschiffe, die sich im Inneren des Nebels aufhalten. Captain Janeway entschließt sich umzukehren und den Raum zu umfliegen, als Admiral Janeway aus der Zukunft auftaucht, und ihr das Gegenteil befielt.
Der Captain beugt sich schließlich und die Voyager wird mit Technik der Zukunft ausgestattet und scheint gute Chancen gegen die Borg zu haben, als sich herausstellt, dass ein gigantisches Tor der Borg im Nebel versteckt wird, mit dem man in alle Quadranten der Galaxie reisen kann.
Captain Janeway gerät in einen schweren Konflikt: Das Gerät zerstören und zukünftige Invasionen der Borg verhindern oder nach Hause zurückkehren?
Admiral Janeway hintergeht ihr jüngeres ich um einen Deal mit der Borg Queen auszumachen, der die Voyager nach Hause bringen soll. Doch ist der Queen zu trauen?


Dies ist sie nun: die endgültig letzte Episode von "Star Trek: Voyager". Die Romanversion von Diane Carey die schon den Roman zu "What you leave behind" schrieb ist von vorne bis hinten absolut gelungen.
Auch wenn einige Passagen etwas stören, was aber nicht an der Autorin sondern an der Geschichte liegt. Der Zwiespalt in den Janeway gerät kennen wir schon seit dem Pilotfilm "Der Fürsorger", wo sie vor der gleichen Entscheidung stand. Auch hier ging es um die einzige Möglichkeit nach Hause zurückzukehren oder aber die fremde Rasse der Okampa zu retten.

Damals entschied sie sich für die Sicherheit der Fremden, was die jahrelange Reise ihrer Crew zur Folge hatte. Das Dilemma vor dem sie steht ist das gleiche auch wenn diesmal nicht der Fürsorger sondern die Borg der Gegner sind. Auch der Blick in die Zukunft ist sehr interessant. Wir erfahren, was aus der Crew, die wir sieben Jahre lang begleitet haben, geworden ist, auch wenn diese Zukunft letztendlich nicht mehr aktuell ist.

Als störend für den Handlungsablauf könnte die romantische Beziehung zwischen Chakotay und Seven empfunden werden, die zu detailliert behandelt wird und so eher aufdringlich wirkt. Aber dieser Aspekt ist für die Geschichte nun mal wichtig um die Zukunft des Paares zu erklären. Die Geschichte ist absolut spannend und man sollte an einigen Stellen besser nicht in der U-Bahn sitzen, da man die anderen Fahrgäste durch aufjubeln erschrecken könnte.
Denn dazu verleitet dieses Buch absolut. Als Fazit zu dieser Geschichte kann man nur sagen: Die Reise hätte nicht anders enden dürfen.

Ein weiteres Bonbon des Buches besteht in den ersten vier Kapiteln des Christie Golden Romans "Homecoming", der direkt an "Endgame" anschließt. Hier erfahren wir wie es der Crew unmittelbar nach ihrer Heimkehr ergangen ist. Wir müssen erkennen, dass es keine Feuerwerke geben wird, da die Föderation genug mit der Verarbeitung des Dominion Krieges zu tun hat, als dass man große Feste für ein kleines heimgekommenes Schiff geben könnte. Auch Picard, der in diesem Buch eine große Rolle spielt, bringt das gut zum Ausdruck: "Es ist eine Schande. Zu jedem anderen Zeitpunkt wäre die Heimkehr der "Voyager" ein Grund für einen Feiertag gewesen aber nun verkommt sie zu einer kleinen Randnotiz."

Es wird nicht einfach für die Crew werden, sich zu Hause einzuleben.
Das Buch "Endgame" zeigt also nicht nur das "Wie" sondern auch das "Danach" der Heimkehr. Die spannend erzählte Geschichte weiß von Anfang bis Ende zu begeistern und ist ein absolutes Muss für jeden Fan.

Diane Carey: "Endgame"
Roman, Softcover, 231 Seiten
Pocket Books 2001

ISBN 0-7434-4216-4

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