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Star Trek



Mark Reynolds

Notruf aus dem All

rezensiert von Michi Kellen

Der Heel-Verlag wirbt auf dem Hardcover-Umschlag dieser Neuauflage des allerersten "Star Trek"-Romans mit den Worten "jetzt in deutscher Originalübersetzung". Der gemeine Star Trek-Fan darf froh darüber sein, dass der Verlag damit nicht wirklich die deutsche "Originalübersetzung" meint. Die stammt nämlich aus dem Jahre 1970 und wurde seinerzeit für den Kinderbuch-Verlag "Schneider" angefertigt. Zu einem Zeitpunkt also, von dem an es noch zwei Jahre dauern sollte, ehe das ZDF die ersten 26 Episoden von "Raumschiff Enterprise" in sein Programm nehmen würde. Entsprechend nah an der Serie ist der Ton der deutschen Erstübersetzung, - nämlich gar nicht.

Da hatte es jemand wie Ralph Sander schon einfacher. Denn wusste man 1970 in Deutschland noch rein gar nichts von der Enterprise und der dazugehörigen Serie, so kennt sich der Kölner Autor des inzwischen vierteiligen "Star Trek-Universums" bestens mit eben dieser Materie aus und war als Neu-Übersetzer eine logische Wahl. Es überrascht folglich auch nicht, dass "Notruf aus dem All" hier zum ersten Mal die "Star Trek"-Geschichte ist, die Mack Reynolds 1968 auch tatsächlich geschrieben hat.

Eigentlich ist "die Geschichte" ein völlig falscher Begriff für diesen Roman. Dieser erzählt von einer Reise der Enterprise, auf der sich die Besatzung in vielen kleineren Abenteuern bewähren muss. Anders als in den Romanen, die sich ab Mitte der Siebziger um Captain Kirk, Mr. Spock und Co. drehten, hat hier noch keinerlei Weiterentwicklung der Figuren stattgefunden: Reynolds schrieb das Buch schließlich schon 1968. Zu einem Zeitpunkt, als die Serie gerade auf historische Weise eine dritte Staffel erstritt.

Notruf aus dem All ist nicht nur die Neuauflage eines begehrten Sammlerstücks im "Star Trek"-Fandom, sondern auch eine Reise durch die Zeit. Die Situationen dieses Romans erinnern stark an die Atmosphäre der Classic-Serie, - was sicherlich auch stark daran liegt, dass Reynolds sich einfach nur eine Reihe von Plots aus der Serie nahm und diese ein wenig umschrieb. Nichtsdestotrotz ist die Lektüre von Notruf aus dem All ein nostalgisches Lesevergnügen für Anhänger der Classic-Serie, und die "Star Trek"-Fans der nächsten Generation können hier einen unverhüllten Blick auf die Wurzeln werfen, denen Picard, Sisko, Janeway und Co. ihre Existenz verdanken.

Mark Reynolds: "Notruf aus dem All"
Roman, Hardcover
Heel Verlag

ISBN 3-8936-5855-6

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