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rezensiert von Saskia Schmacke
Quark veranstaltet das größte Pokerturnier der bekannten Galaxie - und lädt dazu auch noch jede zwielichtige Gestalt diesseits und jenseits des Wurmlochs ein. Auf der Station kommt es schon während der Vorbereitungen zu diesem Turnier zu größeren technische Problem, als DS9 wiederholt von merkwürdigen Erschütterungen heimgesucht wird, die die Energieversorgung nach und nach lahmlegen.
Bei den Fluktuationen des Energiesystems bleibt es nicht aus, daß auch die Beleuchtung ausfällt, und beim ersten Aufeinandertreffen der Spieler im Hinterzimmer von Quarks Casino wird auch gleich eine Romulanerin hinterrücks in der Dunkelheit ermordet. Angesichts der anwesenden Klingonen, Cardassianer und besagter zwielichtiger Gestalten ist natürlich erstmal in den illustren Kreis der Verdächtigen aufgenommen. Quark hat das Pech daß ihm beim Wegschaffen der Leiche Sicherheitschef Odo über den Weg läuft. Der nutzt die Situation weidlich aus und beschuldigt seinen Lieblingsfeind sogleich des Mordes an der Romulanerin. Quark bestreitet trotz der Blutflecken an seiner Kleidung jegliche Beteiligung an der Tat, hat aber natürlich eben wegen dieser eindeutigen Spuren und obendrein seines Versuches die Leiche an Odo vorbei in ein sicheres Versteck zu bringen schlechte Karten Odo von seiner Unschuld zu überzeugen.
Odo schlägt daraufhin vor am Turnier teilzunehmen, wodurch Quark hunderte, wenn nicht sogar tausende Barren in Gold gepresstes Latinum auf nimmer Wiedersehen durch das Wurmloch verschwinden sieht. Doch nach Rücksprache mit den Turnierteilnehmern, die sich ihres Lebens wesentlich sicherer fühlen würden mit dem Sicherheitschef im Raum, soll Odo am Turnier teilnehmen. So macht sich Quark am Vorabend des Turniers an die fast aussichtslose Aufgabe odo das Pokern beizubringen. Dabei stürzt der Ferengi von einer Krise in die nächste, da Odo Pokern zum einen für total banal hält und er zum anderen die elementaren Dinge die nachvollziehen kann, zu denen unter anderem auch das Bluffen gehört. Es wird nie deutlich, was für Quark schlimmer ist.
Zwischenzeitlich erreicht Dr. Bashir seine Teilnahme mit sehr schlagkräftigen Argumenten, nämlich der Zahlung der Teilnahmegebühr von 100 Barren in Gold gepresstes Latinum. Der junge Arzt zeichnet sich mal wieder durch maßlose Selbstüberschätzung aus, da er aufgrund von ein paar gewonnen Spielen an der Akademie der Meinung ist er sei der geborene Pokerspieler.
Zu dem Verdruss aller fällt nicht nur das Licht immer wieder, sondern aufgrund der Schwankungen im Energiesystem auch schon zu Beginn die Ambientalkontrollen. Durch die Verletzung einer der außerirdischen Spielerinnen und einem generell schlechten Geruch einer Spezies namens Grabanster (der Gestank lässt sich am Besten durch den eines nassen Hundes beschreiben) wird der Aufenthalt im Pokerzimmer schon sehr bald unerträglich, aber keiner der Spieler verlässt den Saal.
Durch diegleichen Subraum-Fluktuationen, die auch die Station beeinträchtigen, erleidet auch das Schiff des Großen Nagus der Ferengi einen irreparablen Schaden, indem es explodiert. Auch das Oberhaupt der Ferengi nimmt am Turnier teil und sorgt für einige Unruhe.
Quark hat mit Hilfe seines Bruders Rom ein Überwachungssystem über den Pokertischen installiert und außerdem einige Hausspieler eingeschleust, die dem Veranstalter zu größtmöglichem Profit verhelfen sollen. Auch der Nagus ist mit einem solchen Plan auf die Station gekommen, macht es sich jetzt allerdings leicht, indem er einfach Quarks Datenübertragung anzapft.
Im Verlauf des Turniers, bei dem sich Odo erstaunlich gut schlägt, wird ein weiterer Anschlag auf das Leben einer der Spieler verübt, doch dank Odo's Anwesenheit wird der Täter, ein im ganzen Quadranten gesuchter Schwerverbrecher, gefasst und in eine Zelle geworfen.
In der Zwischenzeit geht Chief O'Brien ob der Begleiterscheinungen der Subraum-Störung ein Licht auf. Ursache für die schwere Erschütterungen verursachenden Subraum-Wellen ist ein Phasenraum-Wechsel der bei den Bajoranern auch als Espiritu bekannten Wesen. Zwischen den Erschütterungen, die erheblichen Schaden am Energiekern verursachen und ihm bis zu einem kritischen Niveau "aufheizen" könnten, erfährt der Leser daß die Espiritu mystische Energiewesen in der Vorstellung der Bajoraner darstellen, friedliche Wesen voller Anmut und Schönheit.
Durch den gefangengenommenen Mörder der getöteten Romulanerin stellt sich heraus, daß Geistreiter verantwortlich sind für ihre Probleme. Sie jagen die Espiritu und bei dem Übergang in den bekannten Raum werden die zerstörerischen Subraumwellen ausgelöst.
Derweil haben Jake und Nog, Sohn und Neffe des Stationskommandanten und Barbesitzers Quark, das Überwachungssystem des Ferengi entdeckt. Nach einigen turbulenten Verwicklungen im Schachtsystem der Lüftungsanlage kann sich Jake schließlich überwinden seinem Vater alles zu sagen, da er vermutet daß die Überwachungsanlage verantwortlich sein könnte für die Probleme an Bord der Station. Obwohl Sisko davon nicht überzeugt ist lässt er die Anlage abschalten. Da Quark durch seine Hausspieler bislang mehr verloren als gewonnen hat und ihm außerdem sein Bruder Rom mitgeteilt hat, daß auch der Nagus durch seine Einrichtung profitiert, heuchelt er bestürzte Zustimmung zur Deaktivierung seines Systems.
Im Angesicht des scheinbar sicheren Erfolges (der Nagus würde sicher innerhalb weniger Runden alles verlieren und Odo war schließlich Hausspieler) reibt er sich schon die Hände.
Während die Lage auf der Station immer bedrohlicher wird gelingt es Dax schließlich die Subraumwellen vorherzusagen, wodurch es ihnen besser als zuvor möglich ist sich gegen die folgenden Erschütterungen zu wappnen. O'Brien gewinnt dadurch schließlich Zeit einen Runabout mit einem Phasenwechsler auszustatten, der es dem Schiff gestattet in den Phasenraum der Espiritu und der Geistreiter überzuwechseln.
Als Kira mit dem so ausgerüsteten Runabout in eben denselben Phasenraum überwechseln will machen ihr die schon früh aufgetauchten Cardassianer erhebliche Probleme. Auch die ehemaligen Besatzer von Bajor haben mit den Auswirkungen der Subraumwellen zu kämpfen und machen wahlweise die Bajoraner und die Sternenflotte dafür verantwortlich. Wie Cardassianer nun mal so sind glauben sie den Versicherungen Siskos nicht eine Sekunde und drohen die Station anzugreifen. Durch geschicktes Aktivieren des Phasenwechslers im richtigen Augenblick gelingt es Kira die Cardassianer erst einmal Schachmatt zu setzen, jedoch bleibt ihr der Anblick der havarierten cardassianischen Schiffe verwehrt. Stattdessen rast sie bei dem Übergang in den anderen Phasenraum geradewegs in eines der Energiewesen und tötet es. Dies stürzt Kira in eine tiefe Depression und überdies ist ihr Phasenwechsler beim Übergang in die Binsen gegangen und zeigt sich lediglich noch als zerschmolzener Klumpen Plastik.
Die Konfrontation mit den Geistreitern würde sich als sehr negativ auf ihre Befindlichkeit auswirken, wenn nicht gerade im richtigen Augenblick Sisko mit einem zweiten Flitzer auftauchen würde. Da sich die Geistreiter weder einsichtig, noch kooperativ zeigen schießt Sisko sie mit einer von Chief O'Brien entwickelten Waffe in den Realraum zurück. Dort warten die durch den Übergang des zweiten Runabouts endgültig außer Gefecht gesetzten cardassianischen Raumer, denen erst einmal Hilfe angeboten wird.
Derweil sind nur noch Odo und der Große Nagus im Turnier übrig geblieben. Der Gestaltwandler hat mittlerweile eine gewisse Faszination für das seiner Meinung nach sehr einfache und langweilige Spiel entwickelt, genauso wie der Nagus immer mehr fasziniert ist von der undurchschaubaren und ohne Bluffen auskommenden Spielweise des Constables. Quark hat beizeiten mit einem neuen Satz Karten das Geben übernommen und sabbert beinahe auf den vollgekrümelten Tisch, da die Chancen auf den Sieg seines vermeintlichen Hausspielers mittlerweile bei 50% angekommen waren. Als schließlich der Nagus der Meinung ist ein unschlagbare Blatt zu haben, setzt er seinen gesamten bisherigen Gewinn ein - und verliert.
Der Ferengi-Barkeeper ist außer sich vor Freude, daß er den gesamten Gewinn einheimsen würde, doch Odo macht ihm einen Strich durch die Rechnung und spendet den gesamten Gewinn für wohltätige Zwecke, was in Quark eine schier unendliche Abscheu weckt. Der Nagus zeigt sich als fairer Verlierer und zieht von dannen.
Nachdem Sisko die Geistreiter kampfunfähig geschossen hat hören auch endlich die zerstörerischen Subraumwellen auf und auf DS9 kehrt langsam wieder Ordnung und Ruhe ein.
Kritik:
Zumindest ist der Titel schon mal richtig übersetzt. Dafür werden die Runabouts im Gegensatz zur Synchro als Flitzer bezeichnet und das Herz der Station ist nicht "die Ops" sondern "das Ops". Sehr irritierend, aber wahrscheinlich noch nachvollziehbar wenn man Operationszentrum und nicht Operationszentrale sagt. Aber wie gesagt: sehr irritierend.
Zum Buch an sich gibt es nicht viel zu sagen. Recht belanglos was die Charakterentwicklung angeht und anscheinend außerhalb des normalen Erzählcanons. Auf einer Länge von knapp 300 Seiten ein Pokerturnier lang und breit auszutreten, na ja. Ähnlich spannend wie die Übertragung von Pokerturnieren im Fernsehen. Der moralische Konflikt, den die Jagd der Geistreiter auf die Espiritu auslöst, hätte dagegen vielleicht ausführlicher behandelt werden können. Allerdings ist die Idee, Odo nach einem Mord in die Pokerrunde einzuschleusen, gar kein so schlechter Schachzug. Aber alles in allem eher ein schlechterer Roman der Reihe. Deshalb gibt es auch nur 1 von möglichen 5 Sternen.
Sandy Schofield: "Deep Space Nine: The Big Game"
Roman, Hardcover, 283 Seiten
Heyne 1994
ISBN 9-7834-5307-9564
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