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rezensiert von Björn Kluger
Der zweite Teil der Millennium-Trilogie fängt so spannend an, wie der Erste endete.
Nachdem die drei roten Orbs zusammengekommen sind, hat sich mitten in Quarks Bar ein zweites Wurmloch geöffnet, das DS9 zerstört hat. Die Crew wird auf die Defiant gebeamt und geht auf Warp. Durch die starke Anziehungskraft kommt es zum Katapult-Effekt, der das Schiff durch die Zeit befördert. Nachdem man festgestellt hat, dass man um 25 Jahre an die Schwelle zum Jahr 2400 in die Zukunft gereist ist, wird die Defiant von einem Schiff angegriffen, das klar auf Sternenflotten-Technologie basiert und von Tom Riker kommandiert wird. Überraschenderweise trägt er aber eine Uniform, die stark an die bajoranischen von DS9 erinnert. Der Name des Schiffes: U.S.S. Opaka.
Nachdem die Crew von DS9 Kontakt mit Riker aufgenommen hat, nähern sich plötzlich weitere Sternenflottenschiffe, welche die Opaka angreifen und 15 Mann von der Defiant entführen, darunter Dax, Bashir, Jake Sisko, Worf und auch Vash. Währenddessen wird die schwer beschädigte Defiant von dem Klingonenkreuzer Boreth in Schlepp genommen und Sisko & Co an Bord geholt. Dort stellt man ihm den Führer der Organisation vor, die sich Ascendancy nennt und der auch Tom Riker angehört. Es ist niemand anderer als der neue Kai der Bajoraner: Weyoun. Wie sich herausstellt, war er der Erste, der durch das zweite Wurmloch geflogen ist und als der "Abgesandte der echten Propheten" wieder zurückkam. Seitdem ist es sein Ziel, die beiden Wurmlöcher wieder zu vereinen, wie sie es zu Urzeiten schon waren. Diese Zusammenkunft würde aber das von Kai Winn prophezeite Ende des Universums hervorrufen.
Unterdessen müssen die entführten Crewmitglieder feststellen, dass die Erde und das Klingonische Reich von den neuen Verbündeten Weyouns, den Grigari, vernichtet wurden und dass die Sternenflotte langsam aber sicher zerbricht. Ihre letzte Hoffnung scheint in einem Mammutprojekt zu liegen, dass von Admiral Picard entwickelt und von Captain Nog geleitet wird: Die drei Kilometer lange Phoenix, das größte Schiff das je gebaut wurde. Aber die Zeit wird knapp! Es bleiben nur 15 Tage bis zum Ende des Universums...
Wow, dieses Buch ist ein echter Hammer. Die Föderation auf dem Sterbebett, Weyoun als religiöser Führer und nur noch 15 Tage bis zum Weltuntergang. Das Duo Reeves-Stevens kleckert wirklich nicht, es klotzt; und das richtig. Und da es nicht nur Quantität sondern auch Qualität bringt, fesselt dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite. Auch haben sie es geschafft, die Charaktere selbst in dieser extremen Situation so originalgetreu handeln zu lassen, dass man meint, eine TV-Episode zu sehen. Die selbstherrliche Art Weyouns und die Handlungsweise Siskos sind perfekt aus der Serie adaptiert.
Auch erlebt man ein Wiedersehen mit alten bekannten: Captain Nog, der nicht von der Defiant, sondern von einem anderen Schiff, von DS9 gerettet wurde und der die 25 Jahre bewusst erlebt hat, kennen wir aus "Der Besuch" (DS9-Episode), den am Irumodischem Syndrom erkrankten Admiral Picard aus "Gestern, Heute, Morgen" (TNG-Finale). Auch treffen die DS9-Recken eine gewisse Ex-Borg, die genau wie ein gewisser Holo-Doc inzwischen zum Admiral befördert wurde. Dies ist natürlich ein Bonbon für jeden Voyager-Fan, wobei die Beschreibung der Rückkehr des Schiffes schnell beendet wird, um nicht mit der Serie zu kollidieren.
Dieses Buch ist ein absoluter Höhepunkt der "Star Trek"-Literatur und nur für diesen zweiten Teil der Trilogie lohnt sich schon die Anschaffung aller drei Bücher. Also: Absolut empfehlenswert!
Judith & Garfield Reeves-Stevens: "Millennium (II): The War Of The Prophets"
Roman, Softcover
Pocket Books 2000
ISBN 0-6710-2402-7
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