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Science Fiction (diverse)



Achim Hiltrop

Rettungskreuzer Ikarus 30:
Flammende Begeisterung

rezensiert von Thomas Harbach

Mit dem vierzigsten Band der Serie „Rettungskreuzer Ikarus: Flammende Begeisterung“ greift Achim Hiltrop in den aktuell laufenden Zyklus ein. Der Leser erfährt mehr Hintergrundinformationen über die Seuche, die vor zwei Romanen und wenigen Wochen auf dem Urlaubsplaneten Shazaan das erste Mal aufgetreten ist. Bislang konnte das Rumpfteam des Rettungskreuzer Ikarus nur die infizierte Gruppe – Menschen, Wesen zwischen fünfzehn und sechzig Lebensjahren – identifizieren. Die Fluchtbewegung, die sich nach einer kurzen Infektionszeit von einer Woche anschließt, ist bislang nicht weiter untersucht worden. Diesem Phänomen wenden sich sowohl die Ärzte als auch Danilo Tesmer, der Privatdetektiv mit dem Faible für verschwundene Personen zu. Auf einer weiteren Handlungsebene zeichnet sich eine Bedrohung aus längst vergangenen Zyklen wieder ab, die zum zweiten Mal die Bewohner aller Welten zu bedrohen scheint.

Achim Hiltrop ist ein routinierter, stilistisch ansprechender Autor, der nicht zuletzt dank seiner „Gallagher“ Serie mehrfach erfolgreich unterstrichen hat, dass ihm positiv gesprochen spannende Space Operas liegen. Aus einem nicht näher erkennbaren Grund kommt der Autor ein bisschen schwerfällig in den vorliegenden Roman hinein. Insbesondere die ersten Seiten mit ihren unnötigen und den Plot nicht vorantreibenden, fast belehrend wirkenden Ausführungen – Danilo Tesmer auf den Leib geschrieben – hätten gekürzt bzw. weggestrichen werden müssen. Im Verlaufe der weiteren Handlung wird allerdings diese Ebene um den plötzlich natürlich auch hinsichtlich verschwundener Seuchenopfer – alle rechtzeitig mit der Kriegs- bzw. Firmenkasse geflohen – ermittelnden Tesmer zu einer der tragenden Säulen des Romans. Mit viel lakonischem Humor und kleinen interessanten Ideen – wie „übergibt“ Detektiv einem Firmenbuchhalter unauffällig das Bestechungsgeld? – erhält der Leser auf Augenhöhe mit dem ermittelnden Detektiv eine Reihe von wichtigen Informationen.

Das sich die Ärzte erst im vorliegenden dritten Band mit der Fluchtbewegung – der bislang letzten Stufe der Krankheit – auseinandersetzen und mittels eines Freiwilligen untersuchen wollen, ob diese Kranken ein gemeinsames Ziel ansteuern, kommt zyklustechnisch ein wenig zu spät. Immerhin haben schon Millionen von Menschen mit Raumschiffen die infizierten Welten verlassen und das insbesondere die Militärs sich nicht um diese exodusähnlichen Exzesse gekümmert haben, wirkt unglaubwürdig.

Es sind aber nicht nur diese beiden Handlungsebenen, welche den vorliegenden Roman bestimmen. Neben dem Auftreten einer neuen, alten Bedrohung – ohne eine Pointe des Romans zu verraten – spielt ein weiterer Spannungsbogen in den Rängen der Schwarzen Flamme, deren Position absichtlich hundertprozentig herausgearbeitet worden ist. Sind sie nun Freund oder Feind? In welchem Zusammenhang stehen sie mit dem Auftreten dieser inzwischen als Kunstseuche und damit biologischen Angriffswaffe charakterisierten Krankheit. Im Vergleich zum letzten Roman „Ehrliche Geschäfte“ impliziert Achim Hiltrop eine Reihe von neuen Fragen.

Der Autor lässt die Handlung souverän und immer nachvollziehbar zwischen den einzelnen Ebenen hin und her springen. Der Leser ist im Grunde immer auf Augenhöhe des Geschehens. Wer erst mit dem laufenden Zyklus in das Universum des „Rettungskreuzers Ikarus“ eingestiegen ist, wird mit der Vielzahl der erstmalig auftretenden Charaktere bzw. außerirdischen Wesen leichte Schwierigkeiten haben. Achim Hiltrop verweist zwar stellenweise auf zurückliegende wichtige Ereignisse, der Leser kann ihre Bedeutung allerdings nicht immer folgerichtig einordnen. Auf der anderen Seite hätten ausführliche Erklärungen die Dauerleser der Serie gelangweilt und den Lesefluss an wichtigen Stellen eher gehemmt. Das Tempo des vorliegenden Romans ist zufriedenstellend strukturiert. Auf ruhige Szenen voller notwendiger Erklärungen und Diskussionen folgen zwei sehr gut geschriebene Actionsequenzen – einmal die Entdeckungen Tesmers auf einem abgeschiedenen Planeten, wo Opfer der Seuche anscheinend an einem Langstreckenraumschiff bauen und zum zweiten die Untersuchung eines waidwunden Wracks in den Tiefen des Alls.

Die Figuren selbst sind lebhafter, dreidimensionaler und überzeugender charakterisiert als in den ersten beiden Romanen des laufenden Zyklus. Insbesondere die Dialoge wirken nuancierter, weniger gestelzt und natürlicher. Allerdings hat Achim Hiltrop auch das bislang breiteste Spektrum an sehr unterschiedlichen Figuren zur Verfügung. Er neigt weniger zum Slapstickhumor – siehe „Urlaub auf Shazaan“ – und versucht seine Figuren in erster Linie über ihre mehr oder minder freiwilligen Aktionen zu definieren. Die laufenden Witze wie die volle Blüte sind pointiert eingesetzt und lenken nicht vom eigentlichen Plot ab. Nur der Titel „Flammende Begeisterung“ trifft nicht ganz auf den Roman zu, obwohl er qualitativ Begeisterung im Leser hinterlässt. Auf einer Douglas Adams Note beendet Achim Hiltrop diesen lesenswerten und qualitativ bislang besten Roman um die neue Sternenseuche, die auf dem Urlaubsplaneten Shazaan ihren Ursprung genommen hat.

Achim Hiltrop: "Rettungskreuzer Ikarus 30: Flammende Begeisterung"
Roman, Softcover, 100 Seiten
Atlantis- Verlag 2009

ISBN 9-7839-4125-8211

Weitere Bücher von Achim Hiltrop:
 - Colin Mirth
 - Die Gallagher Chroniken: Die Kerian-Verschwörung
 - Gallaghers Tochter
 - Gallaghers Krieg
 - Gallaghers Schlacht
 - Gallaghers Sieg
 - Gallaghers Sturm
 - Rettungskreuzer Ikarus 45: Wächter des Imperiums
Weitere Links zu diesem Thema:
 - Achim Hiltrop: Biographie

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