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Science Fiction (diverse)



Paul Alfred Müller

Jan Mayen 11

rezensiert von Thomas Harbach

Heinz J. Galle und Dieter von Reeken gehen in ihrem Vorwort zur elften Sammelausgabe nicht nur auf die damals aktuellen Themen – Tiefseeforschung, die Besteigerung der Eiger- Nordwand – ein, die Paul Alfred Müller als Hintergründe insbesondere für seine „Sun Koh“ und „Jan Mayen“ Abenteuer genommen hat. Vielmehr befassen sich die Herausgeber mit den ohne Frage zahlreichen technischen Erfindungen, die Paul Alfred Müller sehr geschickt in seine Romane hat einfließen lassen. Dabei geht es im Gegensatz zu vielen utopisch technischen Zukunftsromanen dieser Ära ausgesprochen friedlich zu. Natürlich sind Gangsterorganisationen hinter den insbesondere militärisch nutzbaren Ideen wie den Drahtsprengstoff her, aber Bildtelefone, Ferndatenübertragung, der durch Atomenergie initiierte Klimawandlungsprozess Grönlands oder Flugzeuge, U- Boote sowie schnell fahrende Autos haben immer eine Mittlerfunktion. Wenn Jan Mayen sie einsetzt, dienen sie dem Guten. Hier erinnert Müllers Protagonist teilweise an die amerikanischen Frühformen der später unbesiegbaren Superhelden. Auch ein Jan Mayen ist schwer zu besiegen. Er kann allerhöchstens wie bei der spektakulären Rettungsaktion in den Bergen verletzt werden. Hinzu kommt, dass zumindest ein kleiner Teil der Romane auf das große Werke – das Aufgehen einer künstlichen Sonne über Thule – eingeht. Hier greift Paul Alfred Müller Ideen aus früheren Heften auf und setzt sie ausgesprochen konsequent und Ziel fördernd ein. Wie bei „Sun Koh“ geht es dem Autoren darum, eine sehr große Geschichte mit verschiedenen Unterkapiteln zu erzählen, wobei die Fokussierung auf einen Spannungsbogen bei „Jan Mayen“ sehr viel explizierter erkennbar ist. „Sun Koh“ lässt sich als ersten, vielleicht storytechnisch sogar überzeugenderen Versuch eines Langromans charakterisieren, Jan Mayen dagegen setzt ganz bewusst technische Aspekte dagegen und überzeugt angesichts der Grundidee, neue Lebensräume trotz der negativen Durchsetzung des Begriffs zu schaffen bzw. unwirtliche Gegenden der Erde wie die Wüste zu kultivieren, aus der Distanz von fast achtzig Jahren noch mehr.

Das erste Doppelabenteuer „Das schwebende Wrack“ und „Der Malstrom“ ist von dem Wettrennen in die Tiefe inspiriert worden. Es geht um die Tauchversuche der Forscher Charles William Beebe und Otis Barton vor der Küste der Bermudas. Paul Alfred Müller hat daraus einen Konkurrenzkampf zwischen dem älteren Wissenschaftler Professor Weston und dem Tabakerben Guy Sobral gemacht. Sobral möchte gerne an Westons Tauchexpedition teilnehmen, weil er mit seinen eigenen Vorbereitungen noch nicht so weit ist. Das lehnt Weston ab. Sobral macht sich anschließend unter falsche Identität an dessen attraktive Nichte heran. Natürlich muss Westons Expedition in die Tiefe scheitern. Die Tauchkugel bleibt an einem auf halber Höhe befindlichen Schiffswrack „kleben“. Sobral versucht mit verschiedenen Vorschlägen den in Lebensgefahr schwebenden Forschern zu helfen, womit er zumindest die Bewunderung von Westons Nichts erhält. In letzter Sekunde kann Jan Mayen hilfreich eingreifen und zumindest zwei der drei Tiefseeforscher retten. Im anschließenden Abenteuer „Der Malstrom“ versucht Sobral den von Weston aufgestellten Tiefenrekord noch zu überbieten, sein modernes U- Boot wird in einem Strömungsmalstrom unter dem Meer aus der Bann geworfen. Auch ihm muss Jan Mayen zu Hilfe eilen.
Die Geschichte ist in technischer Hinsicht solide aufgezogen. Inspiriert von dem Wettrennen um die größtmöglich zu erreichende Tiefe hat der Autor den Stand der damaligen Forschungen sehr visuell umgesetzt. Dagegen sind die handelnden Charaktere eher eindimensional gezeichnet. Aus diesen Protagonisten ragt Guy Sobral in einem Punkt heraus. Ganz bewusst hat Paul Alfred Müller anfänglich seine Leser an der Nase herumgeführt und Sobral als reichen Egomannen mit narzisstischen Tendenzen gezeichnet. Dieses Image muss der junge Mann in doppelter Hinsicht bei der attraktiven Nichte wie dem Professor korrigieren. Die Liebesgeschichte ist ein wenig zu zuckersüß, Jan Mayens Rettungsaktionen zu aufgesetzt. In einem Nebensatz wird erläutert, dass sich Jan Mayen mit der Tiefseeerforschung auseinandergesetzt hat, da er hier Potential für sein Nordwerk erkannt hat. Aus dem Nichts heraus entwerfen seine Männer ein passendes Unterseeboot, das natürlich den Entwicklungen von Weston und Sobral überlegen ist. Jan Mayen hält sich als geheimnisvoller Wohltäter stark im Hintergrund. Für die damalige Zeit eine lesenswerte Abenteuergeschichte, im Rahmen der Gesamtserie wird ein wenig zu sehr auf stereotype Muster zurückgegriffen.

Auch „Explosion Bonnet“ und „Das Geheimnis des schwarzen Drahtes“ leiden in der Grundkonzeption unter den bekannten wie markanten Schemata. Eine Explosion wird durch einen Zufall in einem französischen Vergnügungslokal ausgelöst. Jan Mayen und seine Freunde sind in der Nähe und agieren als Helfer. Es stellt sich heraus, dass anscheinend ein kleiner schwarzer Draht die Explosion ausgelöst hat. Ein Wissenschaftler hat diesen Wundersprengstoff vor einiger Zeit erfunden. Bei einer Explosion in seinem Laboratorium ist er zusammen mit seinen Mitarbeitern ums Leben gekommen. Anscheinend hat sich der schwarze Draht in einem durch einen gerade aus dem Gefängnis entlassenen Sträfling gebraucht gekauften Jackett befunden, das einer der Mitarbeiter des Wissenschaftlers für sich hat anfertigen lassen. Jan Mayens Neugierde wird geweckt. Er sucht aber nicht alleine nach Überresten dieser neuen „Superwaffe“, sondern wird Opfer einer Entführung. Die Täter versuchen Informationen aus ihm herauszupressen. In letzter Sekunde gelingt Jan Mayen die Flucht, ohne das er bislang einen Schritt näher an die Quelle des schwarzen Drahtes gekommen ist. Beim Schreiben dieses Romans muss sich Paul Alfred Müller der wiederholten Nutzung von Klischees bewusst gewesen sein, denn zumindest Jan Mayens spektakuläre Flucht aus der Gefangenschaft in einem Schlafanzug durch die Kanalisation und die anschließende Ankleide kann der Leser nicht mehr ganz ernst nehmen. Paul Alfred Müller macht sich einen kleinen Spaß daraus, seinen Protagonisten in eine etwas ungebührliche Situation zu bringen, bevor er mit der stringenten, aber zum wiederholten Male zu sehr nach „Schema F“ geschriebenen Handlung fortfährt. Dagegen sind seine Ideen was den unfreiwilligen Zufalls bedingten Einsatz seiner in abgelegenen Laboratorien von Privat vor sich hin experimentierenden Wissenschaftler entwickelten „Waffen“ immer noch originell. Dieses Mal wie angesprochen in einer heruntergekommenen französischen Kneipe in der Nähe der berühmten roten Mühle. Im zweiten Teil des Abenteuers erweitert Paul Alfred Müller den Handlungsbogen, in dem er an verschiedenen eher friedlichen Orten weitere explosive Drähte hochgehen lässt. Diese Aufspaltung der Handlung negiert er im letzten, zwar dramatischen, aber auch statischen Ende wieder, bevor der Autor sich auf die „natürliche“ Eliminierung der Erfindung dank ungewöhnlicher Nutzung der auf Papier niedergeschriebenen Formeln als Klopapier bzw. Anzünder konzentriert. Auffällig ist der rote Faden, der sich durch die Serie zieht. In der ersten Hälfte der Serie integrierte Jan Mayen alle technischen Ideen, deren er absichtlich oder durch Zufall habhaft werden konnte, in seinen Plan vom Terraforming Grönlands, während in der zweiten Hälfte der ja geplanten einhundertzwanzig Hefte viele Ideen, die Jan Mayen und seinen Pläne gefährlich werden könnten, auf teilweise durch ein wenig konstruierte Art und Weise wieder aus der Welt verschwinden. Zumindest ist der Zweiteiler flott erzählt und Paul Alfred Müller streut ein wenig erwachsenen Humor in die Handlung ein.
Zu den Höhepunkten der Sammlung gehört ohne Frage „Die Strahlenbastion“ und „Atomfeuer auf Grönland“. Müller flechtet wieder aktuelle Themen wie die verschiedenen gescheiterten Versuche, das Matterhorn und die steile Eiger- Nordwand zu bezwingen in die laufende, dieses Mal wirklich auf das große Ziel zusteuernde Handlung ein. Mittels Atomfeuer auf Grönland soll zum Kern des Kontinents unter das ewige Eis vorgedrungen werden, um den klimatischen Wandel von innen heraus einzuleiten. Jan Mayen rechnet mit starken Winden aus Norden, die sich - wie es sich insbesondere im zweiten Teil des Doppelbandes herausstellt - an der Eiger Nordwand brechen könnten. Darum präpariert er mittels eine Luftschiffes die Wand, um zusätzlich klimatologische Messungen unternehmen zu können. Gleichzeitig mit dem einsetzenden Experiment in Grönland beschließt eine kleine Gruppe von Bergsteigern, sich in die Wand zu begeben. Jan Mayen muss sie vor dem sicheren Tod angesichts der ungewöhnlichen klimatischen Vorkommnisse retten. Zum einen geben Romane wie „Die Strahlenbastion“ und „Atomfeuer auf Grönland“ einen guten Einblick in das Gesamtkonzept. Im Vergleich zum eher mystisch abenteuerlichen „Sun Koh“ nutzt Paul Alfred Müller die vorhandenen technischen Möglichkeiten für eine Reihe selbst heute noch verblüffender Extrapolationen. Hinzu kommt, das Jan Mayen neben der Atomkraft die verschiedenen, auf seinen Abenteuern einzusammelnden Erfindungen sehr effektiv nutzt. Wie in einem großen Roman greift der Autor auf Ideen wie das vorher gefundene Tillyt zurück oder lässt seine Wissenschaftler erstaunlich eigenständig reagieren. Paul Alfred Müller durchdenkt in dieser Serie ein großes, erstaunlich globales Szenario, da Jan Mayen sich der Veränderungen auf den anderen Kontinenten im Allgemeinen und Westeuropa im Bsonderen durchaus bewusst ist. Neben diesem viel aktuelleren und sehr viel fundierter recherchierten Szenario funktionieren die beiden vorliegenden Romane aufgrund ihrer Heimatfilmdramatik und Louis Trenker Stimmung - die letzte Bemerkung ist nicht unbedingt negativ gemeint, da neben Trenker noch Georg Pabst und Leni Riefenstahl in ihren ersten Filmen die majestätische Erscheinung der Berge genauso wie die Unbilden des Wetters in eindrucksvollen, sehr realistisch gefilmten Streifen eingefangen haben - ausgesprochen gut. Es wirkt zwar ein wenig überzogen, wenn Jan Mayen und Barry sich als kräftiger und ausdauernder erweisen als der am meisten erfahrene Bergführer, aber diese dramaturgischen Freiheiten muss der Leser Paul Alfred Müller in der atmosphärisch ausgesprochen gut geschriebenen zweiten Hälfte von „Atomfeuer auf Grönland“ einfach zugestehen. Zumal Mayen auch nicht ganz ohne Verletzungen davonkommt, was das Szenario ein wenig realistischer macht. Paul Alfred Müller verzichtet auf ein perfektes Happy End, aber als ganzes gesehen liest sich der vorliegende Roman auch in den Details sehr gut. So nimmt Jan Mayen mit einem drahtlosen, in einer kleinen Dose versteckten Funktelefon nach seiner Rettung aus dem Berg Kontakt mit dem Nordwerk auf, was auch heute noch ausgesprochen modern ist. Diese technischen Randnotizen machen viele der „Jan Mayen“ Bände auch heute noch zu einer zumindest interessanten Lektüre, wobei sich der Leser manchmal ein wenig mehr Tempo und Homogenität hinsichtlich der großen Aufgabe gewünscht hätte. Auf Grönland selbst spielt „Der fasernde Stein“. Zwei Freunde finden auf einer abgeschiedenen Lichtung eine Astbestartige Schicht, die anscheinend die Gegenstände leichter, wenn nicht sogar schwerelos macht. Bevor sie die Möglichkeit haben, den Behörden bzw. Jan Mayen von ihrer Entdeckung zu berichten, werden sie überfallen. Nur John Law überlebt schwer verletzt. Nach seiner Genesung startet er zu einem Rachefeldzug. Die Grundidee ist interessant, Paul Alfred Müller gibt zwar keine weiterführenden Erklärungen, aber die Nutzung der die Schwerkraft aufhebenden Maße durch die Gangster wird kurz gestreift. Die Rachegeschichte erinnert mehr an die klassischen Abenteuergeschichten aus dem Wilden Westen, wird aber bis zum dunklen Ende sehr stringent durchdacht. Da der Autor den Plot entsprechend verdichtet hat und Jan Mayen positiv keine größere Rolle spielt, gehört der Roman zu den besseren Abenteuern dieser Sammlung.
Das nächste Abenteuer „Run auf Diamanten“ und „Nacht über dem Strom“ führt dagegen den Haupthandlungsstrang nicht weiter. In Kapstadts Straßen wird ein überdimensionaler Diamant gefunden, der anscheinend einem reichen Mann – Don Raffael in entsprechender Verkleidung – aus der Tasche gefallen ist. Don Raffael sorgt damit absichtlich für Unruhe, zumal er kurze Zeit später gegen die despotischen Bergbaugesellschaften einen entsprechenden Claim auf seinen Namen eintragen lässt. Insbesondere „Run auf Diamten“ ist sehr gut geschrieben. Mit Don Raffael verfügt der Roman über einen im Verlaufe der Serie zu selten eingesetzten Charakter, welcher mit stoischer Gelassenheit fast alle Angriffe der Bergbaufirma und ihrer Handlanger mit Intelligenz, Geschick und vielleicht ein wenig zu viel planerischer Voraussicht abwehren kann. Mit pointierten Dialogen und vielen kleinen Einfällen ist „Run auf Diamanten“ sehr gut geschrieben, auch wenn die wirtschaftlichen Hintergründe – handelt es sich wirklich um Industriediamanten, die nicht mehr von den Originalen zu unterscheiden sind? – etwas zu oberflächlich herausgearbeitet worden sind. Selbst eine Anspielung auf die amerikanische Landnahme mittels eines Wettrennens findet sich im Roman. „Nacht über dem Strom“ ist vielleicht die etwas schwierigere Fortsetzung, in der allerdings eine Reihe von Nebenfiguren aus den ersten Bänden wieder auftreten. Der ehemalige Polizist und inzwischen als Privatermittler tätige Boulder hat schon in „Run auf Diamanten“ den Auftrag von einem inzwischen verstorbenen Firmeninhaber erhalten, nach der Herkunft von Don Rafaels Diamanten zu suchen. Dabei führt ihn die Spur nach Amsterdam. Als Boulder mit seinen Befragungen nicht weiter kommt, versucht er es mit einem Einbruch und erfährt von einer geheimen Datenverbindung – hier entwickelt Paul Alfred Müller Ideen von Carl Grunert weiter und konzipiert und Art Frühform des Bildfunks – ins Nordwerk. So lesenswert diese Prämisse auch ist, greift Paul Alfred Müller bei der Auflösung des ansonsten unterhaltsam geschriebenen Romans auf die üblichen Schemata mit einer weiteren Entführung sowie einem Eingreifen in letzter Sekunde zurück. Die an den Diamanten interessierten Hintermänner werden zu schematisch beschrieben und eine Reihe von Fragen nicht beantwortet. Was den Abenteuergehalt dieser Geschichte angeht, gehören allerdings „Run auf Diamanten“ und „Nacht über dem Strom“ nicht zuletzt aufgrund des sehr gut beschriebenen dramatischen Endes auf dem Strom zu den besseren Abenteuergeschichten der später veröffentlichten „Jan Mayen“ Ausgaben.

Obwohl ein Teil der Handlung auf der südlichen Erdkugel spielt, schließt sich mit dem abschließenden Roman „Der mechanische Garten“ (Heft 110) in mehrfacher Hinsicht ein Kreis. Paul Alfred Müller entwickelt nicht nur ein modernes dreidimensionales Fernsehen ohne Brillen und ohne Kopfschmerzen zu verursachen, er greift den Computersimulationen der „Star Trek- The Next Generation“ Serie ebenso vor wie den künstlichen Habitaten, in denen Mensch sogar auf fremden Planeten überleben könnte. Da es sich um den Auftaktband eines zumindest Doppelromans handelt, wirft der Autor in erster Linie Fragen auf und verliebt sich positiv für den ganzen Band in seine außergewöhnlich farbenprächtigen und manchmal ein wenig surrealistisch erscheinenden Beschreibungen. So stellt sich ein Leser Thule nach dem Aufgehen der Sonne und dem idealisierten von Jan Mayen erschaffenen Staatsgebilde vor. Auch wenn die geradlinige Handlung ein wenig untergeht, besteht der Roman aus ungewöhnlich vielen, in der Gegenwart erst umgesetzten Ideen und ist ein würdiger Abschluss - aus chronologischer Sicht betrachtet - dieses Handlungsabschnitts und eine vielschichtige Vorbereitung auf den Showdown im abschließenden Band „Sonne über Thule“.


Im Vergleich zu den etwas schwächeren „Jan Mayen“ Ausgaben – Nummerntechnisch seien hier die Hefte zwischen siebzig und neunundneunzig genannt – zieht das Tempo nicht nur wieder an, Paul Alfred Müller kann unter Rückgriffen auf einige schematische und von ihm zu oft recycelte Ideen solide bis teilweise inspiriert unterhalten. Die Figuren sind sehr viel nuancierter charakterisiert und der Autor gibt sich Mühe, langen im Hintergrund fast vergessene Charakteren wie Don Raffael gute Szenen zu schenken. Vielleicht hätte sich mancher Leser noch mehr Informationen über die Entwicklung in Grönland und im Nordwerk gewünscht. Bis auf einen Doppelband und einige Funksprüche laufen die Prozesse im Hintergrund ab. Jan Mayen überwacht sie allerhöchstens mittels Fernkommunikation, wobei er seinen Angestellten/Freunden/Mitstreitern ausgesprochen viel kreative Freiheit lässt. Der Sammelband bietet vor allem thematisch ein ausgesprochen breites Spektrum an gängiger Abenteuerliteratur. Jan Mayen jagt noch einmal um die Erde, wobei das große Ziel teilweise zu sehr wie angesprochen in den Hintergrund tritt und die „kleinen“ Nebenkriegsschauplätze manchmal zu sehr vom sehr viel interessanteren, spannenderen und umfangreichen roten Faden ablenken. Heinz Galle und Dieter von Reeken haben den Band wieder mit einem lesenswerten reichlich bebilderten Vorwort versehen. Hinzu kommen das überzeugende Layout sowie die Reproduktion der Originaltitelbilder in sehr guter Qualität.


Paul Alfred Müller: "Jan Mayen 11"
Roman, Softcover, 336 Seiten
Dieter von Reeken 2012

ISBN 9-7839-4067-9628

Weitere Bücher von Paul Alfred Müller:
 - Die Erde stirbt
 - Die Seifenblasen des Herrn Vandenberg
 - Die Unsterblichen
 - Jan Mayen 1- Ruf in die Welt
 - Jan Mayen 4
 - Jan Mayen 5 - Das unsichtbare Feuer
 - Jan Mayen 6
 - Jan Mayen 8: 100.000 KM über der Erde
 - Jan Mayen Band 10
 - Jan Mayen Band 12
 - Jan Mayen Band 2
 - Jan Mayen Band 3- Durchbruch in Maracaybo
 - Jan Mayen Band 7
 - Jan Mayen Band 9
 - Kosmotron
 - Sprung über die Zeit
 - Sun Koh 1- Ein Mann fällt vom Himmel
 - Sun Koh- Ein Mann fällt vom Himmel

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