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Science Fiction (diverse)



Paul Alfred Müller

Jan Mayen 1- Ruf in die Welt

rezensiert von Thomas Harbach

Nach „Die Seifenblasen des Herrn Vandenberg“ veröffentlich Dieter von Reeken Freder van Holks alias Alfred Paul Müllers zweite Heftromanserie nach seinem ungeheuer populären mit der Nummer einhundertfünfzig eingestellten „Sun Koh“ als Neuausgabe in insgesamt zwölf Bänden a´ jeweils zehn Romane. Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass der schweizer SSI Media- Verlag hinsichtlich der umfangreich kommentierten Neuausgabe „Sun Koh“ nicht über den ersten Band – beinhaltet die Romane 1 bis – herausgekommen ist. Die dritte und erfolgloseste sowie einzige echte Nachkriegsserie Freder van Holks „Rah Norton“ ist in zwanzig etwas über dem Originalformat nachgedruckten Heftromanen zumindest abgeschlossen bei SSI Media erschienen.
Jan Mayen erschien erstmalig zwischen 1936 und 1938, dann noch einmal in den Nachkriegsjahren 1949/1950. Der Bergmann- Verlag plante zusammen mit Alfred Paul Müller „Jan Mayen“ schon, während „Sun Koh“ handlungstechnisch ihrem Höhepunkt, dem Wiederauftauchen des Kontinents Atlantis, entgegenstrebte. Im Gegensatz zum utopisch- phantastischen Inhalt „Sun Kohs“ sollte „Jan Mayen eher technisch utopisch gestaltet werden und damit sich an die populären Romane Hans Dominiks anschließen. Nicht umsonst wurde aus Sun Kohs Erbe von Atlantis jetzt Jan Mayen – der Herr der Atomkraft. Auf dem Titelbild der gesäuberten Nachkriegsausgabe expliziert genannt. Wie Heinz J. Galle in seinem ausführlichen Vorwort erläutert, griff Paul Alfred Müller nicht nur wie in seinen allein stehenden utopischen Romanen auf Ideen/Spekulationen/wissenschaftliche Entwicklungen zurück, die er in seinem umfangreichen Zettelarchiv über Jahre sammelte, sondern integrierte zum Beispiel den Sonnenspiegel, den Hermann Oberth schon 1923 entwickelt hatte.
Der erste Sammelband – Dieter von Reeken hat zusammen mit dem literarischen Nachlassverwalter Paul Alfred Müllers auf die Erstausgabe des Bergmann Verlags, 1936 erschienen, zurückgegriffen, vergleicht sie aber auch mit der nur zehn Romane umfassenden Nachkriegsneuauflage – führt die Leser in Jan Mayens Welt ein und stellt die wichtigsten Protagonisten wie Antagonisten vor. In dieser Hinsicht folgt Paul Alfred Müller den Strukturen der „Sun Koh“ Serie, deren fast göttlicher Held allerdings deutlich charismatischer, nach dem Vorbild „Doc Savage“ geformter gewesen ist.

Im ersten Band „Ruf in die Welt“ lernt der Leser den Protagonisten Jan Mayen zwar auf weniger spektakuläre Art und Weise als Sun Koh (Der Mann, der vom Himmel fiel) kennen, aber der Hintergrund der Serie ist deutlicher herausgearbeitet und der weniger charismatische, dafür ungleich sympathischere Held hat vom ersten Augenblick eine Art Kurzfrist (den Vater finden) – und Langfristmission (die Sonne über Thule erstrahlen zu lassen und Grönland vom ewigen Eis befreien). Sein Vater hat versucht, Jan Mayen an die unwirtliche Klima des hohen Nordens anzupassen. Seine Frau ist in der unwirtlichen Umgebung verstorben, der Vater hat die Insel schließlich aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Jan Mayen wuchs in der Obhut Rolands auf, der wenige Tage vor Beginn des Plots und ironischerweise auch wenige Tage bevor er Jan Mayen mit dem Geheimnis seiner Eltern vertraut machen konnte, bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Forsch rudert Jan Mayen auf das offene Meer hinaus, bittet bei einem vor Anker liegenden Schiff erst um ein Kruzifix für das Grabmal seines väterlichen Freundes und möchte dann in die Zivilisation mitgenommen werden. Mayen kennt nur den Familiennamen seiner Mutter und sucht die in den Niederlanden lebende Großmutter auf, um weitere Informationen über seinen seit vielen Jahren verschwundenen Vater zu erhalten. Das Auftreten Jan Mayens ist im Vergleich zu Sun Kohs Erscheinen deutlich nuancierter, „realistischer“ und weniger geheimnisvoll beschrieben, wird aber auch vom Zufall bestimmt. Es ist schon erstaunlich, dass der dank einer Platte aus Gold finanziell zumindest nicht mittellose Jan Mayen so schnell die Großmutter in einer ihm fremden Zivilisation ausfindig machen kann. Im Schnellverfahren lernt er bei ihr auch Autofahren, bevor ihn ein geheimnisvoller Brief einer scheinbar ähnlich geheimnisvollen Frau Ursula von Thiel in die Vereinigten Staaten ruft. Im zweiten Band „ St. Louis, hauptpostlagernd“ – die Nachkriegsausgabe macht aus diesem passenden Titel martialisch und übertrieben „Der Kampf beginnt“ – erfährt Jan Mayen ein bisschen was über seinen Vater, einen reichen wie exzentrischen Erfinder, der anscheinend seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten vorgesorgt hat, damit sein Sohn seine Mission antreten kann. Im zweiten Roman agiert Paul Alfred Müller allerdings ein wenig überambitioniert. Dem Leser und Protagonisten werden wichtige Informationen auf der einen Seite Häppchenweise präsentiert, die zu sehr persönlich eingefärbt zu sein scheinen. Zumindest deutet sich an, dass Jan Mayen den Kampf um die Zukunft Grönlands und die Suche nach seinem Vater nicht alleine bestreiten muss. An seiner Seite steht als neuer väterlicher Freund – eine Figur, welche die „Sun Koh“ Serie aufgrund des erdrückenden Charismas des Erben von Atlantis nicht nötig hat – Don Rafael Larra y Monvedo sowie die noch im Hintergrund die Fäden ziehende wunderschöne wie blonde Ursula van Thiel. Im Vergleich zum ruhigen, eher als Exposition zu betrachtenden ersten Roman integriert Paul Alfred Müller noch Unterschriftenfälscher; einen Einbruch in eine Bank, bei dem ausgerechnet Jan Mayens Schließfach einen Tag vorher von Unbekannten mit einem regulären Schlüssel ausgeräumt worden ist; sowie das Abhängen von ebenfalls unbekannten Verfolgern durch einen sechzehnjährigen Hans-Dampf-in-allen-Gassen. Die nächste Spur führt in die Goldminen Australiens, wobei der Titel des dritten Bandes „Bandit am Wege“ den Inhalt des Romans hinreichend zusammenfasst. Jan Mayen und Don Rafael sollen im australischen Outback nach einer Goldmiene zu, welche Jan Mayen die finanziellen Mittel verschafft, die Sonne über Thule erstrahlen zu lassen. Wie andere klassische Abenteuerstoffe ist der Band deutlich stringenter, dafür aber auch weniger spannend geschrieben worden als zum Beispiel der ausgesprochen verschachtelte „St. Louis hauptpostlagernd“. Allerdings beginnt mit dem vorliegenden Band auch ein Romanübergreifender Handlungsstrang. Die Suche erst nach dem Vater, anschließend dann der Goldader zieht sich von „St. Louis hauptostlagernd“ über den vierten Roman „Die Spur des Goldes“ bis zum fünften Abenteuer „Das gleißende Band“ . An diesem Dreiteiler zeigen sich aber im Vergleich zur „Sun Koh“ auch signifikante Schwächen des Spannungsbogens. Viel geht einfach zu glatt. Es wird nicht nur ein alter Diener gefunden, der sich nach mehr als zwanzig Jahren noch an den Vater – inzwischen Hartmann genannt – erinnert und Jan Mayen auf eine unter anderem durch Runen gekennzeichnete Spur zur Goldader bringt. Die Attacken der Banditen aus dem dritten Roman werden nicht zuletzt dank Don Rafaels Fähigkeiten – was kann dieser Mann eigentlich nicht? – abgewehrt. Um das Gold zu bergen, braucht es ein Flugzeug mitsamt einem Piloten – auch dazu muss noch etwas angemerkt werden -, der durch einen Zufall auf dem Rückweg von der Goldader in die kleine Dorfsiedlung zur Anmeldung des Claims gefunden wird. Obwohl sich Paul Alfred Müller Mühe gibt, Australien so authentisch wie möglich und so exotisch wie plottechnisch verträglich zu beschreiben, wirken manche Erläuterungen – so soll es aufgrund der weiten Entfernung und der Einsamkeit der Siedler keine Posträuber geben ! – selbst für einen mehr als siebzig Jahre alten Roman unglaubwürdig. Während der Mittelband dieser Goldsuchertrilogie noch solide und gut strukturiert ist, überschlagen sich am Ende des „Gleißenden Bandes“ förmlich die Ereignisse. Paul Alfred Müller eröffnet für „Die Reihenprinzessin“ und „Flucht auf dem Hyazinthenfluss“ einen neuen Handlungsbogen, den er einige Jahre später wie Heinz J. Galle in seinem informativen Vorwort ausführt in dem unter Pseudonym geschriebenen Leihbuch „Die Reiherjäger“ noch einmal verwenden sollte. Ursula von Thiel scheint von den geheimnisvollen Verfolgern Jan Mayens entführt worden zu sein. Hektisch schließt der Autor den Plot um die Goldader ab. Alles wird zur Zufriedenheit Jan Mayens abgewickelt, einer der vier Teilhaber überweist sogar - um nicht dem mehrmals angesprochenen Goldfieber zu erliegen – einen größeren Anteil an Mayen. Don Rafael entpuppt sich als Langstreckenpilot und eilt zusammen mit Jan Mayen in die Staaten zurück. Immer deutlicher wird erkennbar, dass Don Rafael viel mehr über Jan Mayen, seinen Vater und seine Mission weiß als er bislang zugegeben hat. Dieses geheimnisvolle Element ist sicherlich spannungsfördernd, wenn aber eine Figur derartig überzeichnet wird, dann verliert sie trotz des ihr zugeschriebenen Charismas an Authentizität. Vieles fällt Jan Mayen in diesen ersten einführenden Romanen zu leicht, viele kleinere Plotelemente erkennt der mit Paul Alfred Müllers Werk vertraute Leser aus früheren – in erster Linie „Sun Koh“ – sowie späteren Leihbuchzusammenfassungen schon wieder.
Allerdings nimmt der übergeordnete Plot nach den folgenden zwei eher noch isoliert zu betrachtenden Romanen positiv für den ganzen Spannungsbogen an Fahrt auf. Zwar folgt der grundlegende Plot so manchem Klischee von falschen Botschaften, die schließlich auf zahlreichen Umwegen doch zu einem guten Ende führen, aber die Sumpflandschaften Floridas als exotischer wie gefährlicher Hintergrund werden von Paul Alfred Müller derartig packend beschrieben, dass der Leser zumindest phasenweise selbst heute noch im Hintergrund versinkt. Wie zahlreiche andere Heftromane dieser Zeit – dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um „Jörn Farrow“, „Sun Koh“ oder eben „Jan Mayen“ handelt - leidet diese Duologie allerdings ihrer Struktur. Während der ersten Band ausgesprochen langsam beginnt, überschlagen sich am Ende des zweiten Heftes die Ereignisse bis zur Rettung in der letzter Sekunde durch Jan Mayens Tante, die sich – im Gegensatz zu ihrem Neffen im zweiten Abenteuer – ins Flugzeug gesetzt hat, um die verschwundene Ursula van Thiel zu retten. Offen bleibt, ob die Entführung der jungen Frau in einem wirklich größeren Zusammenhang mit Jan Mayens verschwundenem Vater zu sehen ist oder der Gangsterboss nur seinen Hormonen erlegen ist und die attraktive Frau heiraten wollte. Der Showdown folgt zu sehr den bekannten Handlungsmustern vieler Pulpabenteuer und enttäuscht nach dem stimmungsvollen Mittelteil etwas.
„Das verhexte Haus“ führt wie „St. Louis hauptpostlagernd“ wichtige Aspekte der Suche nach dem Vater wieder zusammen. Nach der Rettung Ursula von Thiels taucht der geheimnisvolle „Professor“ mit seinem als Verbrecher bekannten Bruder aus der Versenkung auf. Geschickt versucht er Jan Mayen Informationen über die möglichen technischen Erfindungen seines Vaters zu entlocken. Hier greift Paul Alfred Müller auf seinen ganzen Ideenschatz zurück und spannt den Bogen von der positiven Zertrümmerung der Atome inklusiv „risikofreier“, der Kraft der Sonne vergleichbarer Energiegewinnung bis zu bodenständigeren, verspielten Entwicklungen. Ob Jan Mayens Vaters diese Erfindungen wirklich gemacht hat, bleibt offen, aber als Luftholen mit einigen Bäumchen-wechsel-Dich spielen und am Ende des Plots einer Spur in den Norden Kanadas – schon einmal im Rahmen der Serie angedeutet – ist der Roman unterhaltsam geschrieben. Im Mittelteil des Romans entwickelt sich fast ein klassischer Krimi mit einer Leiche, deren Identität immer wieder wechselt und nicht nur die Leser ein wenig verwirrt zurücklässt. Aus dieser Idee hätte Paul Alfred Müller noch mehr machen können, sie geht in dem aufs große Ziel gerichteten Handlungsbogen fast unter. Sehr positiv verzichtet der Autor auf eine zu grobe Zeichnung der Antagonisten und Don Rafael agiert im Vergleich zu den übertrieben beschriebenen Allrounderfähigkeiten insbesondere während des Abenteuers im australischen Hinterland verhalten dezent.

Die abschließenden zwei Romane des ersten Sammlers enthalten wieder eine Verfolgungsjagd mit entsprechender Entführung einer holden Maid. Es ist schade, dass Paul Alfred Müller in “Spur in den Norden” und “Zwischen Gesetz und Tod” auf ein ähnliches Handlungsschema zurückgegriffen hat wie in den Bänden sechs/ sieben. Zwar folgen Don Rafael, Jan Mayen und der sich mehr und mehr zu komischen Sidekick entwickelnde sechszehnjährige Barry der Spur der Schurken, die sie am Ende des vorangegangenen Buches hinterlassen haben. Gleichzeitig erhoffen sie sich, in den unendlichen Weiten Kanadas nicht nur eine Spur des verschwundenen Vaters zu finden, sondern seltene Bodenschätze für die künstliche Sonne zu finden, die über Thule aufgehen soll. Anfänglich bemüht sich der Autor, die einzigartige Stimmung dieses Landstrichs in Worte zu fassen, wobei die Einheimischen erstaunlich klischeehaft fast an einen Karl May Roman erinnernd beschrieben werden. Je weitere die Spur ins Ödland führt, desto mehr muss der Autor auf bekannte Handlungsschemata zurückgreifen. Echte Spannung kommt nur selten auf, da die Protagonisten um Jan Mayen jede Aktion der teilweise erstaunlich naiv agierenden Aggressoren rechtzeitig, wenn auch um die natürlich attraktive wie weibliche Geisel zu schonen, weit blickend zurückschlagen und hinsichtlich des Gesamtplots zu wenig geschieht. Zumindest die letzten beiden Heftromane hinterlassen impliziert den Eindruck, als versuch Paul Alfred Müller die Serie schon zu strecken, obwohl es insbesondere in Kanada sicherlich ausreichend Plotwendungen gegeben hätte, um die potentielle Hinterlassenschaft des Vaters - dessen Spuren sind aus heutiger Sicht für die Zeit fragwürdig durch alte Runen gekennzeichnet - besser zu “sichern”. Während Don Rafael bis auf einen Schusswechsel weiterhin moderat agiert, wird Jan Mayen dank seiner inzwischen zum zweiten Mal angesprochenen Boxfähigkeiten zum tragenden Helden der Handlung. Paul Alfred Müller unterbricht den Handlungsfluss einmal, um Barry stellvertretend für seine überwiegend jugendlichen Leser auf den modernsten nach Paul Alfred Müller Stand der Technik und Forschung zu bringen. Im Gegensatz zu “Sun Koh”, der eher beispielhaft und wenig belehrend sein Publikum “unterrichtete” wirkt dieser Abschnitt ausgesprochen steif, distanziert und fast wie von einem Oberlehrer geschrieben. Zumindest sind die beiden nur durch ihren exotischen Hintergrund lesenswerten Romane deutlich besser strukturiert als die Vorgängerabenteuer und werden weniger hektisch abgeschlossen. Das Paul Alfred Müller wirklich emotional packend schreiben kann, wenn sein Herzblut an einer Szene hängt, zeigt das fast an christliche Symbolik erinnernde Schlussbild, das sich wahrscheinlich im letzten einhundertzwanzigsten Roman noch einmal wieder findet.





Die ersten zehn „Jan Mayen“ Hefte zeigen die Stärken und Schwächen der zweiten Paul Alfred Müller Serie. Der Held ist weniger überragend als „Sun Koh“ und erinnert eher an einen noch ein wenig eindimensionalen Vorläufer Rah Nortons. Dagegen erscheint Don Rafael mit seinen zu vielen Fähigkeiten, aber auch seinem bislang hintergründig präsentierten Wissen über Jan Mayens Vater zu allgegenwärtig. Die anderen Nebenfiguren von den jugendlichen Unterstützern Jan Mayens als Identifikationsfiguren des Leser bis zur attraktiven Ursula van Thiel sind solide bis gut gezeichnet, unterscheiden sich aber wenig von ihren Alter Egos in anderen Paul Alfred Müller Reihen. Der Plot benötigt einige Zeit trotz der gleich im Auftaktroman präsentierten Mission – den Vater finden und die Sonne über Grönland aufgehen zu lassen -, um an Fahrt zu gewinnen. Teilweise greift Paul Alfred Müller auf schon bekannte Grundideen – das Gold in Australien oder die Entführung Ursula van Thiels – zurück. Die wissenschaftlich- technischen Aspekte, welche „Jan Mayen“ in erster Linie von der abenteuerlich- phantastischen „Sun Koh“ Reihe sowie anderen „Pulp“- Werken wie „Doc Savage“ unterscheiden, befinden sich noch im rudimentären Anfangsstadion und werden in erster Linie in unterschiedlichen, für den Leser noch nicht einzuordnen Dialoge angesprochen.
Die Suche nach dem Vater, welcher die entscheidenden Informationen durch den Unfall des lebenslangen Freundes nicht mehr Jan Mayen vermitteln konnte, ist sicherlich weniger spektakulär als der Fall eines bronzenen Übermenschen vom Himmel, aber Paul Alfred Müller nutzt diese Prämisse, um seinen Helden schon in den ersten Bänden mindestens einmal um die Welt zu hetzen. So gehören vom Ausgangsziel – der Insel Jan Mayen – die Niederlande, zweimal die USA, Australien und letzt endlich auch Kanada zu den verschiedenen Stationen seiner Suche. Zusammengefasst inhaltlich ein solider, wenn auch nicht immer inspirierter Auftakt der im Vergleich zu „Sun Koh“ nicht unberechtigt bislang ein Schattendasein führenden Serie.

Auf der anderen, sehr viel wichtigeren Seite, haben Heinz J. Galle und Verleger Dieter von Reeken sich ausgesprochen viel Mühe gegeben, diese alte Heftromanserie aus der Versenkung zu bergen. Neben dem ausführlichen Vorwort sowie einem Titelverzeichnis inklusiv entsprechender Gegenüberstellung der Erst- und Neuausgabetitel werden als Einleitung zu jedem Roman das jeweilige Titelbild der Erstauflage und das für den Nachdruck in den vierziger Jahren verwandte Cover abgedruckt. Da der Nachdruck der „Sun Koh“ Serie bei SSI Media im wahrsten Sinne des Wortes in den Startlöchern hängen geblieben ist, bietet die Neuauflage „Jan Mayens“ für an Paul Alfred Müllers Heftromanwerk interessierte Leser die beste und im Grunde einzige Chance, seine Vorkriegsarbeiten in schön gestalteten und - wer Dieter von Reekens Ehrgeiz kennt – regelmäßig erscheinenden Paperbacks zu studieren.

Paul Alfred Müller : "Jan Mayen 1- Ruf in die Welt"
Roman, Softcover, 317 Seiten
Dieter von Reeken 2011

ISBN 9-7839-4067-9420

Weitere Bücher von Paul Alfred Müller :
 - Die Erde stirbt
 - Die Seifenblasen des Herrn Vandenberg
 - Die Unsterblichen
 - Jan Mayen 11
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