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Science Fiction (diverse)



Achim Hiltrop

Rettungskreuzer Ikarus 45:
Wächter des Imperiums

rezensiert von Thomas Harbach

Kaum lüften die Autoren des "Rettungskreuzers Ikarus" einige der Hintergründe um den "Wanderlust" - Virus, nimmt die Reihe ausgesprochen psotiv an Fahrt auf. Das liegt nicht zuletzt an Achim Hiltrop, der stilistisch einigen anderen Autoren überlegen, die richtige Balance aus teilweise hintergründigem, in pointierten Dialogen präsentierten Humor und soliden Actionszenen findet. Fairerweise gibt ihm das Expose auch eine Reihe von soliden bis sehr guten Szenen.

Der Roman ist im Kern auf zwei relativ zügig zusammenlaufende Handlungen aufgesplatten. Er beginnt mit den erfahrenen, im nicht zu sagen sehr erfahrenen Recken der Bruderschaft der schwarzen Flamme. Unter dem Kommando Dilliga nähert sich das zigarrenförmige Raumschiff "Scoville" dem abgeschieden gelegenen Planeten, nachdem sie sich ein Duell mit einem Schiff ihrer alten Feinde geleistet haben. Sie retten aus dem Wrack der Ts!gna den inzwischen zu einer Gruppenintelligenz gewordenen S1!arnic, der sie in die Zentrale ihrer alten Feinde führt. Anscheinend haben bislang unbekannte Kräfte das den Söldner der schwarzen Flamme bekannte Wanderlust-Virus neu in den Umlauf gebracht, um willige und gutgelaunte Söldner für den Krieg gegen einen Feind zu gewinnen, den es eigentlich seit Jahrhunderten nicht mehr geben darf. Auf diesem abgeschiedenen Planeten befindet sich die Schaltzentrale für eine Reihe von Kasernenwelten.

Auf der Kasernenwelt 388 halten sich noch die Mitglieder des rettungskreuzer "Ikarus" auf. Sie sind den vom Virus befallenen Menschen gefolgt. Auf diesem Planeten leben den kranken "gutgelaunten" Menschen noch die immunen Ureinwohner. Wie Sentenza - die Gratulation zu seinem 50. Geburtstag ist der Running Gag des laufenden, anscheinend nur an einem einzigen Tag spielenden Romans - herausfindet, warten auf dieser Welt neben den Kranken noch Raumschiffe und Waffen, um durch einen Befehl aus der Schaltzentrale aktiviert zu werden. Das Ziel ist es, die Galaxis zu überfallen. Mit Noel Botero interessiert sich ein bekannter unsterblicher Schurke auch für die willenlosen Menschen und vor allem ihr gefährliches Potential, das sie im Falle der Aktivierung darstellen.

Wie schon angesprochen geben die beiden Handlungsbögen den notwendigen Schwung. Hinzu kommen interessante Doppelungen. Beide Gruppen müssen sich mit archaischen Computeranlagen auseinandersetzen, wobei das eine Team auf die Aktionen der Anderen nur reagieren kann. Der Leser ahnt im Gegensatz zu den jeweiligen Protagonisten entweder die Folgen ihres Vorgehens - die Aktivierung der Zentrale - oder erfährt durch die verschiedenen, solide strukturierten Wechsel wichtige Details, welche die andere Fraktion noch nicht ahnen oder erkennen kann. Während die Ebene um die Schwarze Flamme anfänglich von der Erkundung einer fremden Welt - das die Zentrale allerdings trotz der Angriffe unbeschädigt geblieben sein soll, wirkt etwas überambitioniert -, später von interessant geschriebenen Actionduellen bestimmt. Mit deftigem Humor und etwas Erfahrung gehen Diligafs Männer die Aufgabe an. Diese im Grunde Gegenentwürfe zu den jungen dynamischen wie dummen Söldnern wachsen dem Leser schnell ans Herz, obwohl die schwarze Flamme in ihrer bisherigen Haltung eher zu den Schurken der Serie gehört hat. Wirkt die nicht immer befreiende Komödie zu Beginn des Plots noch eher wie eine Parodie, wachsen die Charaktere an ihrer schwierigen Aufgabe und agieren tatsächlich so, wie man sich erfahrene Profis vor besondere Herausforderungen gestellt vorstellt. Achim Hiltrop ist sich nicht zu schade, im Verlaufe der Handlung auch einen interessanten Nebencharakter natürlich heldenhaft zu opfern. An der Grenze zum Kitsch entlang schlitternd untermauert er mit derartigen Szenen, wie gefährlich es da draußen ist. Was an ganzen Zyklus angeht, erfährt der Leser allerdings durch die Expedition der Schwarzen Flamme im vorliegenden Band mehr relevante Informationen als in den letzten drei Heften zusammen. Das Finale wirkt etwas überstürzt niedergeschrieben, ist aber handlungstechnisch konsequent.

Auch die Besatzung um den Rettungskreuzer "Ikarus" hat auf der bisher sehr gut getarnten Kasernenwelt ausreichend zu tun. Sie müssen nicht nur das Mißtrauen der nicht Infizierten überwinden, sondern werden in der zweiten Hälfte des Romans reagierend aktiv. Sie versuchen die größte Katastrophe abzuwenden, wobei der unfreiwillige Langzeitplan über mehrere Jahrhunderte fast ein wenig zu gut funktioniert. Geschickt wird der fast die letzten Romane zu stark dominierende Androide Trooid vorläufig außer Gefecht gesetzt.

Das Zusammenspiel der solide charakterisierten Figuren ist überzeugend geschrieben. Die Mischung aus Tempi und ruhigen Dialog lastigen Sequenzen stimmt. Auftakt und Ende sind zwei kleinere Raumschlachten, wobei insbesondere der Unsterbliche Botero zwischen die Fronten gerät. Natürlich bleiben nach dem auf den nächsten Roman "Welt der Schlafenden" verweisenden Ende noch eine Reihe von Fragen offen, aber der Leser fühlt sich nicht nur gut unterhalten, sondern hat mit "Wächter des Imperiums" das positive Gefühl, Dirk van den Boom im Allgemeinen und Autor Achim Hiltrop im Besonderen wollen (endlich) den Plot vorantreiben. Unauffällig und sehr gut in den Text integriert liefert Achim Hiltrop zahlreiche Querverweise auf das bisherige Geschehen und ermöglicht es potentiellen Neueinsteigern, durchaus an diesem Punkt mit der Lektüre der Serie zu beginnen. Stammleser werden durch die Exkursionen nicht gelangweilt, zumal einige der Vorgänge aus einer anderen Perspektive bzw. in ganz kurzen Dialogsequenzen zusammengefasst werden.

Achim Hiltrop: "Rettungskreuzer Ikarus 45: Wächter des Imperiums"
Roman, Softcover, 103 Seiten
Atlantis- Verlag 2011

ISBN 9-7838-6402-0124

Weitere Bücher von Achim Hiltrop:
 - Colin Mirth
 - Die Gallagher Chroniken: Die Kerian-Verschwörung
 - Gallaghers Tochter
 - Gallaghers Krieg
 - Gallaghers Schlacht
 - Gallaghers Sieg
 - Gallaghers Sturm
 - Rettungskreuzer Ikarus 30: Flammende Begeisterung
Weitere Links zu diesem Thema:
 - Achim Hiltrop: Biographie

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