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Science Fiction (diverse)



Gini Koch

Aliens in Armani

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Aliens in Armani“ legt der Piper- Verlag den Erstlingsroman der amerikanischen Gini Koch auf Deutsch vor. In den USA sind schon zwei weitere Bücher dieser Serie veröffentlicht worden. Science Fiction expliziert für Frauen könnte über dem Abenteuer der Marketingexpertin Katherine „Kitty“ Katt stehen.

Kaum hat sie als Laienrichterin den Gerichtssaal verlassen, beobachtet sie vor dem Gebäude eine seltsame Szene. Zwei Eheleute streiten sich, die Auseinandersetzung eskaliert, bis der Ehemann zu einem fremden Wesen mit Flügeln, die aus seinem Rücken wachsen, mutiert. Kurz entschlossen mit dem Mont Blanc Kugelschreiber in der Tasche – ein Geschenk ihres Vaters – kann sie instinktiv mit einem gezielten Stich ins Herz das Wesen ausschalten. Was sie erstens nicht ahnt, ist die Tatsache, dass ein Amateurfilmer die Sequenz natürlich für „You Tube“ festhält – der Hinweis, es handelt sich um Terroristenbekämpfung wirkt angesichts der gut sichtbaren Flügel eher wie die noch nicht ganz koordinierte Phantasie einer Erstlingsautorin - und zweitens ein adretter in einen Armanianzug bekleideter Mann sie auffordert, für eine natürlich ultrageheime Organisation zu arbeiten. Jegliche Ähnlichkeiten zu „Man in Black“ versucht die Autorin Gini Koch gleich im Keim zu ersticken, in dem sie ihre Protagonistin einen entsprechenden Vergleich ziehen lässt. Ob das angesichts der verblüffend Ähnlichkeiten allerdings ausreichend ist, muss der Leser selbst entscheiden. Der Anführer dieser kleinen Gruppe gut gekleideter Außerirdischer Martini möchte Kitty nicht nur in seinem Team, sondern in seinem Bett und Augenblicke später als Mutter seiner zahllosen Kinder haben. Zusätzlich erfährt Katherine, dass ihre Mutter in Wirklich eine Spitzenagentin für den israelischen Mossad gewesen ist und selbst heute nicht ganz von ihrer damaligen Tätigkeit lassen kann. Ihr Vater kann sich den smarten Martini sehr wohl als Schwiegersohn in spe vorstellen, während dessen nicht weniger attraktiver, aber zurückhaltender Kollege Christopher ebenfalls ein Auge auf die hübsche Marketingexpertin, Comicfans und laute Rockmusik liebende Katherine geworfen hat. Und wenn man schon der Ruf einer Schlampe weg hat, kann man auch überprüfen, ob Martinis Kollegen ebenso himmlisch küssen können.

In einem frechen Stil beginnt „Aliens in Armani“ – der deutsche Titel ist deutlich origineller als der nach einer Liebesschnulze klingende englische „Touched by an Alien“ – rasant. Katherine Kitty Katts bislang geordnete, aber nur bedingt aufregende Welt wird durcheinander gewirbelt. Positiv für den ganzen Plot versteckt sich hinter ihrem wachen Geist eine ganz normale sehr moderne, leicht überdrehte Frau. Sie ist intelligent, vielleicht ein wenig zu sehr von sich eingenommen. Sie ist witzig, ohne bösartig oder zynisch zu sein. Zumindest anfänglich vertritt sie vehement ihre eigene Meinung. Und die besteht aus der Tatsache, dass Martini sicherlich ohne Frage Liebhabermaterial ist, aber zum Ehemann unabhängig von seiner außerirdischen Abstammung nicht unbedingt taugt. Wie es sich für eine zünftige Liebesgeschichte gehört, muss die Erzählerin diese Haltung natürlich im Verlaufe der Abenteuer revidieren. Was die Zwangsverpflichtung für einen geheimen Geheimdienst angeht ist sie ebenso misstrauisch wie stur. Informationen über ihr Privatleben – die Goldfische werden plötzlich regelmäßig gefüttert und in ihrer Wohnung scheint zumindest einmal von den Besuchern Staub gewischt worden zu sein – behandelt sie wie Staatsgeheimnisse. Wie angesprochen, die ersten gut fünfzig Seiten, in denen man neben den turbulenten Ereignissen um die Außerirdischen die Proatgonistin kennenlernt, gehören zu den unterhaltsamsten wie gut geschriebenen Passagen des Buches. Wenn sie sich später mit zwei Außerirdischen zumindest teilweise in ein unnötiges Gefühlschaos stürzt, wird die Leserschaft wahrscheinlich geschlechterspezifisch zu sehr unterschiedlichen Urteilen kommen. Männer werden eher angesichts des perfekten Sexes – bei Martini sind zwölf Stunden das Minimum – verblüfft, schockiert oder gelangweilt sein. Softcoreerotik mit echter Liebe kombiniert hemmt den Lesefluss in diesem Abschnitt des Buches sehr stark. Die potentielle Menage a Trois erscheint unnötig und soll Konfliktpotential bergen, das die Autorin leider zu wenig ausspielt. In der zweiten Hälfte des Buches geht Kittys bislang originelle Figur angesichts der Jagd auf Aliens ein wenig unter.

Mit Martini, dem Außerirdischen im Armanianzug, hat Gini Koch natürlich eine erotische wie idealisierte männliche Hauptfigur erschaffen. Selbstsicher versucht er Katherine Katt auf unterschiedlichste Art und Weise vom ersten Augenblick an nicht nur zu rekrutieren, sondern vor allem anzubaggern. Ob diese flotten Sprüche immer auf Frauen wirken, kann Mann schwer beurteilen. Sie wirken aber zu arrogant, zu selbstverliebt. Das Martini das mit einer sehr perfekten Kusstechnik, Kochkünsten, überragendem Waschbrettbauch und schließlich einer Standfestigkeit in Sachen Liebe unter Beweis stellen kann, wirkt manchmal zu sehr wie in einer Romanze denn einem Science Fiction Roman. Für Männer wird sicherlich Kitty die interessantere Figur sein, während Frauen beim literarischen Anblick von Martini förmlich dahin schmelzen.
Um diese beiden dominierenden Figuren herum finden sich eine Reihe von interessant, vor allem deutlich bodenständiger entwickelten Protagonisten. Das beginnt mit dem geduldigen Vater und der natürlich ein Doppelleben führenden Mutter, die ausgesprochen sympathisch und vor allem naturalistisch beschrieben worden sind. Mit Christopher als zweiten Außerirdischen verfügt Gini Koch über einen klassischen Antitypen, der eher unter dem Label „Stille Wasser sind tief“ abgeheftet werden könnte. Obwohl er phasenweise unterzugehen droht, ist Christopher eine deutlich interessantere, vielschichtigere Figur als der „zu gut um wahr zu sein“ Martini. Aus dem potentiellen Dreiecksverhältnis macht die Autorin allerdings zu wenig. Die anderen Mitglieder der „Alien“ Geheimorganisation auf der Erde – hier wird der Vergleich zu „Man in Black“ überdeutlich und reduziert das Lesevergnügen des ganzen Buches drastisch – sind nuanciert gezeichnet. Obwohl sie nicht immer wirklich etwas zu tun haben, nimmt sich die Autorin sehr viel Raum, um sie individuell zu charakterisieren. Eine weitere Stärke des vorliegenden Buches.

Plottechnisch braucht „Aliens in Armani“ einige Zeit, um sich nach einem soliden, verblüffenden, aber nicht unbedingt originellen Auftakt zu erholen und wieder Tempo aufzunehmen. Der Autorin nimmt sich zu viel Zeit, wirkt überambitioniert, um dem Leser wirklich fast alles in ihrer fiktiven Welt vorzustellen. Die Attacken der verschiedenen Außerirdischen und die rabiaten Methoden Martinis, um dieser Plage Herr zu werden, sind zwar packend, teilweise spannend dynamisch beschrieben, sie wirken aber nicht immer wirklich originell und heben sich von den zahllosen Vorbildern – auch „Ghostbusters“ kommt einem mit Außerirdischen statt Geistern unwillkürlich in den Sinn – zu wenig ab. Um ein Drittel gekürzt hätte das Tempo des vorliegenden Romans deutlich gesteigert werden können, was dem Gesamtgebilde zu Gute gekommen wäre. Zu oft zaubert Katherine trotz zahlloser Flüche die Patentlösung aus ihrer überdimensionalen Handtasche – im übertragenen Sinne zu verstehen – und erinnert an einen weiblichen MacGyver, wobei im entscheidenden Moment wieder Martini helfend in das teilweise absichtlich chaotisch komödiantische Geschehen eingreift. Ganz ernst sollte man die laufende Handlung nicht nehmen, es gibt zumindest für Gini Koch und Katherine Katt wichtigere Dinge im Leben.
Wer sich für eine unterhaltsame Romanze mit eingestreuten Science Fiction Elementen – austauschbar durch Piraten oder Soldaten – interessiert, in der es um mehr als nur schmachtende Blicke und perfekte Körper geht, ist bei „Aliens in Armani“ gut aufgehoben. Als reiner Science Fiction Roman bietet der Auftakt der Serie zu wenige wirkliche plottechnische Überraschungen, die Handlung wird stringent aber auch zu wenig originell erzählt. Es bleibt – was die ganze Serie angeht – sicherlich abzuwarten, ob die Fortsetzung „Alien Tango“ nach der im vorliegenden Band notwendigerweise umfangreicheren Einführung der Figuren, ihres Hintergrundes sowie dem Beenden der Kennenlernphase Martinis und Katherines – wer hätte daran gezweifelt? – plottechnisch vielschichtiger und ein wenig packender ist. Oberflächlich solide Unterhaltung mit einer – aus männlicher Sicht – anfänglich sehr guten Protagonisten, die leider ihre so frech frei beschriebenen Stärken im Verlaufe des Plots ganz freiwillig abzugeben scheint. Zumindest hängt die Autorin sie direkt neben dem Titel gebenden Armanianzug an den Kleiderständer. Nicht unbedingt draußen im Flur, zumindest aber im Schlafzimmer.

Gini Koch: "Aliens in Armani"
Roman, Softcover, 451 Seiten
Piper Verlag 2011

ISBN 9-7834-9226-8165

Weitere Bücher von Gini Koch:
 - Alien Tango

Leserrezensionen

Leserrezensionen [Alle Rezensionen anzeigen (7)]
01.11.11, 08:03 Uhr
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