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Science Fiction (diverse)



Frank Borsch

Alien Earth Phase 3

rezensiert von Thomas Harbach

Frank Borsch literarischer Stern begann mit dem ATLAN Roman „Fluchtpunkt Schemmenstern“ und seinem Beitrag zur kurzlebigen Perry Rhodan Autorenbibliothek „Das Fleisch der Erinnerung“ am Firmament zu leuchten. Überzeugende Charaktere, plausible, kurzweilig erzählte Geschichten und solide Strukturen. Mit „Der Pan-Thau-RA“ Trilogie ist Frank Borsch überfordert gewesen, sowohl sein eigener Beitrag als auch das Konzept trotzten vor Ungenauigkeiten, Fehlern und vor allem gähnender Langeweile. Mit „Alien Earth“ im Heyne Verlag ist ihm für eine weitere Trilogie, welcher er ganz alleine konzipiert und geschrieben hat, freie Hand gegeben worden. Der erste Band konnte weniger auf der Charakterseite, aber zumindest aufgrund der stimmig dunklen Atmosphäre überzeugen. Die grundlegende Idee eines geheimnisvollen Raumschiffs, das sich der Erde nähert, ist nicht unbedingt neu oder originell, aber Frank Borsch versuchte zumindest die Folgen dieses Besuchs und der späteren Invasion überzeugend zu beschreiben. Der zweite Band der Trilogie litt vor allem unter dem Mittelromankomplex. Mit neuen Figuren hat der Autor Frank Borsch neue Handlungsebenen eröffnet und vor allem seine Leser mit vielen weiteren offenen Fragen konfrontiert, welche der Autor erst im letzten Band beantworten wollte. Dieser Abschlussband liegt jetzt vor. Um ein kurzes Fazit vorwegzunehmen. Auf der einen Seite hat sich der Autor wirklich bemüht, eine Reihe von offenen Flanken zu schließen. Einige nicht unwichtige Punkte bleiben allerdings unbeantwortet. Weiterhin leidet der letzte Band unter dieser Vorgabe und gehört sowohl handlungstechnisch als auch stilistisch/ erzähltechnisch zu seinen schwächsten Arbeiten. Es lässt sich vielleicht noch diskutieren, ob sein Beitrag zur „Pan-Thau-Ra“ Trilogie schlechter ist oder der Abschlussband dieser Trilogie. Das Interesse des Lesers richtet sich ausschließlich auf die Frage, wer den nun den Kampf um die Erde gewinnt. Das ist zwar folgerichtig, aber in Hinblick auf die ganze Trilogie und viele insbesondere im ersten Band aufgeworfene Ideen deutlich zu wenig. In erster Linie verfolgt man diesen Konflikt aus der Perspektive der Crew der „Strawberry Bitch“. Obwohl Frank Borsch wirklich in allen drei Romanen sehr viele und sehr unterschiedliche Charaktere eingeführt hat, folgt er über weite Strecken den Fehlern des Roland Emmerich Epos „Independence Day“ und lässt die „Strawberry Bitch“ in fast allen wichtigen Schlüsselszenen agieren. Sie können zwar nicht verhindern, dass sich das Chaos auf der Erde weiter ausbreitet, aber ihr Eingriff in die einzelnen Handlungsabläufe erscheint übertrieben, nicht immer folgerichtig und logisch. Ihre Erfolge im Vergleich zum Rest der Menschheit – dieser kommt über Statistenrolle in erster Linie in den teilweise sehr amüsanten, dann wieder unlustigen oder einfach nur einfallslosen Einschüben nicht hinaus – wirken nicht nur konstruiert, sondern unterstreichen die zunehmende Einfallslosigkeit des Plots. Zumindest bemüht sich Frank Borsch, seinem Roman ein mögliches und konsequentes Ende zu verpassen und auf die „alles wird gut“ Thematik über weite Strecken zu verzichten. Lässt der Leser allerdings die ganze Trilogie Revue passieren, bleiben nicht nur viele Fragen offen, es verschwinden auch immer wieder Nebenfiguren im Grunde ohne weitere Erklärungen aus der Handlung, welche insbesondere in den ersten beiden Werken mühevoll aufgebaut worden sind. Hier hat der Leser das Gefühl, als habe Frank Borsch die Komplexität seiner Schöpfung überschätzt und musste unter Druck einzelne, für den Gesamtplot nicht mehr relevante Nebenhandlungen einfach streichen. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, aus der Trilogie eine Tetralogie zu machen, die Handlung nicht unbedingt zu strecken, sondern zu entzerren und vor allem die Spannungsbögen zu erhöhen. Bis auf die entscheidende Frage nach dem Ausgang des Konfliktes wirkt das Springen zwischen den einzelnen Handlungsebenen nicht nur hektisch und teilweise überhastet, sondern wie eine verzweifelter Versuch, mittels kleiner Cliffhangar das Tempo im Roman selbst zu erhöhen. Der Leser fragt sich, warum Frank Borsch diese Szenen bzw. Charaktere überhaupt in seine Romane aufgenommen hat. Der Anfang des dritten Bandes dagegen wirkt überlang und einzelne Sequenzen werden mit einem Hang zum Detail zu sehr gedehnt. Von der Struktur insbesondere des dritten Bandes her hat der Leser schnell das Gefühl, als wollte Frank Borsch seine Trilogie endlich beenden. Zu Beginn zu detailverliebt, am Ende auf einen schnellen Höhepunkt und einen akzeptablen Abschluss aus. Der Roman hätte nach Fertigstellung noch einmal grundlegend überarbeitet und anders strukturiert werden müssen, aber vielleicht fehlte hier die Zeit? Der Erscheinungstermin ist ja mehrmals verschoben worden.

Viele Aspekte und Ideen versuchte Frank Borsch durch die ganze Trilogie mit einer ambivalenten Charakterzeichnung geschickt zu verbergen. Die Figuren sind nicht immer wirklich überzeugend beschrieben, teilweise wirken sie wie Chiffren oder Abziehbilder, aber zumindest bemüht sich Frank Borsch um charakterliche Extreme. Dem Leser ist bis kurz vor dem Ende nicht klar, wer wirklich zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Diese Vorgehensweise ist positiv, zumal sich Frank Borsch auch nicht scheut, gut entwickelte Protagonisten einfach zu töten und in diesen Szenen die Unentschlossenheit bei anderen Figuren auf eine tragische Art und Weise zu negieren. Und in seinen Romanen bedeutet tot auch ein Ende der menschlichen/ außerirdischen Existenz. Es gibt keine Hintertüren. Leider schafft er es nicht, diese interessanten Szenen insbesondere stimmungstechnisch auszubauen und in Hinblick auf den gesamten Plot davon zu profitieren. Stellenweise bleibt der Eindruck, dass Frank Borsch den Tod der Protagonisten eher beiläufig gegen die eigene Schriftstellerüberzeugung abarbeitet, um eine Gegenposition gegenüber der fast omnipotenten Crew der „Strawberry Bitch“ aufzubauen. Diese Vorgehensweise funktioniert aber über weite Strecken des Bandes nicht. Für den Leser ist es – positiv gesprochen – schwer, die einzelnen Positionen der Charaktere einzuordnen. Eine Idee, mit der schon Kenneth Johnson in seiner ausgezeichneten Miniserie „V“ gespielt hat. Frank Borsch kann diesem Aspekt auch wenig neue Impulse verleihen. Er greift zwar auf die beiden Haupthandlungsträger des ersten und in Bezug auf die Charaktere noch überzeugendsten Roman Blitz und Paul zurück. Diese führt er relativ spät, im Grunde fast zu spät in den Abschlussband seiner Trilogie ein. Da zwischen dem ersten Band und dem jetzt veröffentlichten Band fast drei Jahre liegen, benötigt der Leser vor allem in einem vordergründig derartig komplexen Szenario seine Zeit, sich wieder mit diesen Figuren vertraut zu machen. Diesen Raum schenkt Frank Borsch den Lesern nicht. In einem weiteren Punkt macht es sich Frank Borsch zu einfach, bzw. arbeitet seine Botschaft nicht konsequent genug heraus. Die Menschen scheinen in diesem intergalaktischen Spiel zwischen den einzelnen außerirdischen Gruppen in erster Linie Schachfiguren zu sein, die –bis auf die schon angesprochene Crew der „Strawberry Bitch“ – auf dem gewaltigen Spielbrett hin und her geschoben werden. Diese Passivität, die Hilflosigkeit der Menschen hätte Frank Borsch deutlicher und vor allem überzeugender ausdrücken können. Entweder diese überwiegende Passivität durchbrechen und als Teil eines bislang unbekannten Plans darstellen oder es – sicherlich sinnvoller – der „Strawberry Bitch“ mit ihren effektiven Aktionen deutlich schwieriger machen. Das Szenario scheint teilweise weder Fisch noch Fleisch zu sein. Aus dem großen Stapel von handlungstechnischen Fragmenten scheint sich der Autor zu greifen, was er in diesem Moment gerade benötigt. Das lässt den Roman insbesondere im Mittelteil unrund und opportunistisch erscheinen. Dabei bietet insbesondere in Hinblick auf die Außerirdischen und ihre Motive sowie zum Beispiel die im zweiten Band aufgebaute Figur Pasongs Frank Borsch eine Reihe von interessanten, in Hinblick auf den Kontext ausführlichen und durchaus lesenswerten Antworten auf die noch offenen Fragen. Gegen Ende des Buches nach einem allerdings deutlichen Kampf durch den Seitenwust schafft es Frank Borsch noch einmal, das Interesse seiner Leser zu wecken und eine Reihe von originellen, aber vor allem konsequenten Antworten zu geben. Bis dahin macht es sich Frank Borsch aber teilweise auch selbst schwer. Der Roman wirkt in Hinblick auf die Konzeption überambitioniert. In Hinblick auf den Stil ist es eine – wie schon der Auftaktband - durchschnittliche Leistung. Um das Ambiente atmosphärisch überzeugender darzustellen, bemüht sich der Autor um einen absichtlich schnodderig, betont lässigen coolen Stil. Das wirkt künstlich und zerstört eher den Sense of Wonder, welchen Borsch mühevoll im sehr langsamen Auftakt aufgebaut hat. In der Serie selbst überzeugen sehr schön die Reihe von Kapiteln, in denen Frank Borsch sehr überzeugend eine menschliche Gesellschaft unter dem Eindruck oder sogar Schock der außerirdischen Kultur mit allen positiven wie in der Mehrzahl negativen Aspekten beschreibt. Die Hintergründe seiner Welt gehören zu seinen besten Ideen und es stellt sich frevelhaft die Frage, ob Borsch nicht mit einem guten Szenario Schreiber und Partner ein besseres Gesamtergebnis erzielt hätte. Als Trilogie betrachtet verliert die Serie nach dem unterhaltsamen ersten Band sehr schnell an Spannung. Als noch entwicklungsfähiger Autor kann Frank Borsch die in ihn gesetzten Erwartungen und die wahrscheinlich von ihm selbst hoch angesetzte Meßlatte leider nur mit Einschränkungen erfüllen. Das er es versucht hat, spricht allerdings für seinen Ehrgeiz und seine literarischen Ambitionen und soll hier noch einmal ausdrücklich positiv erwähnt werden. Am Ende des dritten und hoffentlich letzten Bandes gelingen Borsch noch einmal einige solide Szenen, dazwischen liest sich die Serie ab dem zweiten Buch eher zäh als wirklich überzeugend. Es ist sicherlich ein anspruchsvoller Versuch gewesen, einen zweiten deutschen Science Fiction Autoren neben Andreas Brandhorst im Heyne Verlag zu etablieren. Dessen „Kantaki“ Romane wirken trotz eines erkennbaren Recyclings seiner alten Ideen lebhafter und flüssiger. Eine Kombination beider Autoren wäre eine interessante Alternative.

Frank Borsch: "Alien Earth Phase 3"
Roman, Softcover, 550 Seiten
Heyne Verlag 2008

ISBN 9-7834-5352-2527

Weitere Bücher von Frank Borsch:
 - Alien Earth Phase 2
 - Lemuria 1- Die Sternenarche
 - Pan-Thau-Ra Band 1 „Die Lebenskrieger“
 - Perry Rhodan 2500 - Projekt Saturn
 - Perry Rhodan Action 13 - Die Trümmerwelt
 - Perry Rhodan Neo 1 - Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 17 - Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 17- Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 1: Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 24 - Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 24- Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 36- Stolz des Imperiums
 - Perry Rhodan Neo 6 - Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 6: Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 9 - Rhodans Hoffnung
 - Perry Rhodan Neo 9: Rhodans Hoffnung

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