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Science Fiction (diverse)



Stefan PĂĽrner

Geklont

rezensiert von Thomas Harbach

Der Celero Verlag legt mit „Geklont“ die ersten Kurgeschichtensammlung des 1960 in Nürnberg geborenen und inzwischen unweit der Stadt wohnenden Stefan Pürner vor. Nach einem Jurastudium und mehreren Auslandaufenthalten in Osteuropa arbeitet der Autor inzwischen als Rechtsanwalt, Lehrbeauftragter an einer Fachhochschule und als Verfasser von juristischen sekundärliterarischen Texten. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Neben Beiträgen für den Bayerischen Rundfunk hat er immer wieder literarischen Prosa und Lyriktexte zu verschiedenen, in kleineren Verlagen erschienenen Anthologien beigesteuert. Zu seinen Veröffentlichungen gehörten unter anderem auch Konzertkritiken. Neben der Literatur malt er auch und bezeichnend sich selbst als einen Anwärter auf den Titel des schlechtesten Rockgitarristen aller Zeiten. Diese Liebe zur Rockmusik fließt genauso in die hier vorgestellten zwölf verblüffenden Kurzgeschichten – Klappentext – ein wie seine juristische Vorbildung. Alle Texte setzen mit dem Thema Klon/ Kloning oder wie der Titel ausdrückt, dem geklont sein auseinander. Dabei verzichtet der Autor auf langwierige und langweilige medizinisch technische Beschreibungen, sondern wirft in seinen manchmal sehr kurzen und eher sachlichen Texten und den längeren Kurzgeschichten alltägliche Fragen in Bezug auf den Umgang mit dem Klon als existierendes, aber scheinbar nicht gleichberechtigtes Wesen auf

Die längere Auftakterzählung „Der Zweieinige“ zeigt eine Reihe von Stefan Pürners Stärken, aber auch eine für einen so „jungen“ Prosaautoren Schwächen. Pürner kennt sich sehr gut mit Unternehmensrechten, dem Trend, gewagte Projekte in Tochterunternehmen abzuschieben und dem schier grenzenlosen Drang des kapitalistischen Erfolges aus. Diese Unarten kombiniert er mit einer möglichen Rekonstruktion des genetischen Materials aus Jesus Leichentuch. Im Gegensatz zu einer Reihe anderer Autoren geht er aber einen Schritt weiter, dem Konzern geht es nicht um einen Klon Jesus, sondern um eine Kopie von dessen Vater. Obwohl die Geschichte nur knappe zwanzig Seiten lang ist, bemüht sich der Autor, das Szenario zumindest schlaglichtartig aus verschiedenen Perspektiven – eben von der Großindustrie bis zum Glaubensunternehmen, nämlich dem Vatikan – zu beleuchten. Auch wenn er gegen Ende seines kurzweilig zu lesenden, aber strukturell leider zu fragmentarischen Textes düstere Andeutungen von sich gibt, bleibt er in seiner Intention im Niemandsland zwischen Kritik und Satire ein wenig hängen. Dem Leser fehlt eine Basis, sich mit irgendeinem der eher schablonenhaft charakterisierten Protagonisten zu identifizieren und in der Extrapolation der genetischen Entwicklung fehlt diesem Text die Schärfe eines Laffertys oder die vergnügliche Absurdität eines Robert Sheckleys. Wie allerdings auch bei Andreas Eschbachs über weite Strecken interessanten, aber am Ende doch vorhersehbar enttäuschenden Roman „Das Jesus- Video“ steckt in diesem Text ein lesenswerter Kern, der – wahrscheinlich eher in Form eines wirtschaftskritischen Gegenwartthrillers mit utopischer Ausrichtung – noch auf seine Erweckung wartet.

„E-Mail für Dich“ dagegen ist eine auf den ersten Blick originelle Idee, auf dem zweiten Blick allerdings eine eher erzwungene Angelegenheit. Diese kurze Episode besteht aus der Abschieds E-Mail eines Mannes an seine Freundin/Frau/Geliebte, weil er durch sie die Einmaligkeit der Liebe kennen gelernt und durch die Erkenntnis, dass sie einen Klon hat, auch wieder verloren hat. Gleich zu Beginn dieses Textes stellt sich der Leser die Frage, wie der Mann reagiert hätte, wenn es sich um eineinige Zwillinge gehandelt hätte? Wäre die Reaktion die gleiche gewesen? Hätte sich der ansonsten eher gleichgültig und egoistisch argumentierende Mailschreiber dann anders verhalten? Warum kommt er nicht mit der Einzigartigkeit der Liebe zu einer Frau klar? Es gibt kein fiktives Gesetz, das einen Klon zwingt, die gleichen Gefühle zu hegen. Der Text zerfließt bewusst vor Selbstmitleid, funktioniert aber wegen der eher absonderlichen als richtig originellen Idee nur schwerfällig. Grau ist alle Theorie und aus diesem Grund ist die Geschichte vom Autoren auf die Klonthematik ausgerichtet worden, auch wenn dieser Tenor nur oberflächlich und wenig effektiv gestaltet wirkt. Eine Geistesblitz, der ungenügend zu einer Geschichte umfunktioniert worden ist.

Eine ähnliche Thematik bildet die Grundlage Pürners in der folgenden ebenso kurzen Geschichte „Ich bin ich“. Auch hier wird versucht, das Phänomen der Einmaligkeit zu ergründen. Ging „E-Mail für Dich“ auf die Außenwirkung der fehlenden Einmaligkeit ein, wird in diesem Text die Perspektive quasi nach innen verschoben. Ein Klon sucht eine Möglichkeit, mit Gewalt die Fehler des anderen auszumerzen und die eigene Persönlichkeit durch einen Mord/ eine Befreiung zu vervollständigen. Obwohl Rechtsanwalt, geht der Autor nicht auf die potentiellen juristischen Folgen –ist ein Mord an sich selbst auch wirklich ein Mord oder eine Art ritueller Selbstmord – ein, sondern beschreibt nur den inneren Zwang der Selbstbefreiung. Wie allerdings auch in der vorangegangenen Liebesgeschichte im Vergleich zu dieser eher geschwisterlich orientierten Story fehlen dem Leser viele Informationen, um den Komplex gänzlich zu begreifen und emotional einzuordnen. Wie schnell altern die Klone? Müssen sie gleichzeitig mit dem Original erzeugt werden? In diesem Fall wäre zumindest der zweite Text ohne Pointe und könnte auch als simple normale Geschwistergeschichte durchgehen. Oder sind sie plötzlich da? Kann der Gestehungs und Wachstumprozesses beschleunigt werden? In diesem Fall wären die Ausbrüche und vielleicht die Verwirrtheit in der ersten der beiden hier kurz besprochenen Geschichten zu verstehen. So bleiben fragmentarische Impressionen, die zu einem Schmunzeln wegen der Verrücktheiten dieser zukünftigen Welt anregen, aber weder in ihrer emotionalen Tiefe noch aufgrund der beschrieben Charaktere beim Leser Sympathien oder Antipathien auslösen. Eigentlich nur Kopfschütteln. Sie stehen aber in einem starken Kontrast zu vielen gängigen und auch die Jugendbuchliteratur beherrschenden Thesen, dass zwischen Klonen enge Bindungen bestehen und die geschwisterliche Ebene emotional noch übertroffen wird. Der Autor bemüht sich hier, einen Kontrapunkt zu setzen, wenn auch nur einen sehr kleinen in den sehr kurzen Texten.

Wieder wechselt er mit der nächsten Geschichte „Das Plädoyer“ die Perspektive, aus den beiden persönlichen und damit eng begrenzten Ansichten heraus in die Welt der Justiz. Welche Folgen haben Klone bei der Überführung eines Straftäters bzw. schon bei der Untersuchung seines Alibis? Anhand der Titel gebenden Plädoyers entwickelt Pürner zwar sein Szenario, lässt es aber für einen Juristen frustrierend offen und unbeantwortet. Es wäre interessant gewesen, die Frage nach der Überführung eines Täters aus diesem anscheinend neuartigen und einmaligen Szenario hinaus auf eine größere Bühne zu heben. Pürner verfügt über das Wissen und die Ausbildung, eine packende Gerichtsverhandlung zu beschreiben, in deren Mittelpunkt wissenschaftliche und ethische Fragen stehen. In „Das Plädoyer“ ahnt der Leser gleich zu Beginn die Absicht des Autoren und beginnt zu spekulieren, wie er vielleicht in einem solchen Fall reagieren könnte. Bislang konnte der Autor in seinen Geschichten nur Denkanstösse liefern – nicht die schlechteste Form des Vorgehens, aber eine, die sich leider schnell bei zu häufiger Wiederholung – abnutzt.

Obwohl sich Stefan Pürner bei der Wahl des schlechtesten Rockgitarristen sofort bewerben würde, zeigt er in seinem nächsten Text „Pearl Babe“ eine sehr gute Affinität zum ganzen Rockzirkus. Er beschreibt die Reinkarnation eines Rockstars. Zum ersten Mal in den vorliegenden Texten erfährt der Leser auch, dass Pürners Klone genauso schnell oder langsam wie natürlich gezeugte Menschen wachsen. In diesem Fall beträgt der Altersunterschied zwischen inzwischen verstorbenen Original und der Kopie zwanzig Jahre. Die Gemeinsamkeit neben den Vorgaben der geldgierigen Plattenfirmen ist der gemeinsame Liebhaber. Anfänglich sehr kompakt, sehr sachlich und gut aufgebaut beschreibt der Autor die Mechanismen der geldgierigen Unterhaltungsindustrie, lässt angedeutet den Sinn oder Unsinn der Herstellung einer Kopie des Stars diskutieren – hier wäre es sehr gut gewesen, den Text mit Forumsbeiträgen der Fans aufzulockern und so eine zweite Betrachtungsebene einfließen zu lassen – und gibt dem Klon zum ersten Mal eine wirkliche, nachvollziehbare und emotional überzeugende Identität. Wen Pearl Babe am Ende der Geschichte ihren Liebhaber nicht nur von ihren Gefühlen, sondern ihrer Eigenständigkeit, ihrer Identität überzeugen möchte, dann funktioniert diese emotionale Szene im Zusammenspiel mit der besonderen Atmosphäre bei Livekonzerten sehr gut. Im Gegensatz zu seinen oft sehr sachlich und stilistisch bedingt distanziert wirkenden anderen Geschichten dieser Sammlung, springt Pürner über seinen Schatten und verbindet seine Liebe zur Rockmusik mit seiner Klonidee zu einer kleinen, intensiven und lesenswert sentimentalen Ode an die Liebe.

„Freitagnachmittag unter Kollegen“ ist eine amüsante Fachsimpelei für angehende und angierende Juristen. Nach der Einführung des ominösen hinteren Zimmers – der hintere Teil der Gerichtskantine, in welchem Alkohol ausgeschenkt werden darf – versandet der Text in der theoretischen rechtlichen Diskussion zweier Juristen. Erstmals wird der Begriff der Klone durch Nachproduzierte ersetzt. Es geht um Erbrecht und durch diese Hintertür um die Stellung des Klons im Familienverbund des Originals. Stefan Pürner beschreibt hier einen Fall, in welchem sich der Kläger dank Hilfsanträgen vorsichtshalber jegliche Form der Erbansprüche sichern möchte und wie leider bei der Justiz notwendig, wird jeder Antrag als eigenständige „Klage“ behandelt. Diese Fachsimpelei in einer futuristischen juristischen Welt wird wahrscheinlich nur einen kleinen seiner Leser wirklich faszinieren, trotz oder gerade wegen der Dialogform zweier Insider springt der Funke nicht auf den Leser über. Juristische Themen funktionieren literarisch immer am besten, wenn sie plakativ an einem nachvollziehbaren Fall hautnah dargestellt werden. Hier böte sich eine fiktive Gerichtsverhandlung mit spitzfindigen Dialogen, rassigen Plädoyers und schließlich einem diskussionswürdigen Richterspruch an. Alle diese Komponenten fehlen und der leidvolle Blick auf die Kollegen vom Handelsgericht ist nachvollziehbar, aber unterstreicht auch die Hilflosigkeit des Autoren, in seinem Dilemma nach einer Lösung zu suchen oder suchen zu wollen.

Der Autor nimmt den Faden der juristischen Auseinandersetzung in der folgenden Geschichte „Der Vergleich“ wieder auf. Aus der Perspektive ausschließlich des Richters wird über die anstehende Geburt eines Klonkindes verhandelt und welche Rechte die Eltern noch haben und die das Kloning begleitende Firma überhaupt hat. Als Rechtsanwalt beherrscht Pünzer das Amtsdeutsch genauso wie die Eigenartigkeiten mancher Richter und vor allem das scheinbar undurchdringliche und unverständliche juristische System. Darum funktioniert sein Text auch eher als unterhaltsame juristische Spielerei als eigenständige Geschichte mit einer emotionalen Basis. Lässt sich der Leser auf dieses theoretische Gedankenmodell ein und ist er in der Lage, den Argumenten und dem Vergleich am Ende der Geschichte zu folgen, dann bietet sie in der Konzeption und in Bezug auf den Inhalt zumindest ein Novum. Eine eigenständige Geschichte um die Rechte und Pflichten der Eltern und des Forschungsinstitutes vor der Geburt gab es meines Wissens in der utopischen Literatur noch nicht. Andererseits auch keine theoretische juristische Auseinandersetzung.

Für viele der bislang bruchstückhaft präsentierten Geschichten offeriert Stefan Pürner in „Please allow me to introduce myself“ nicht nur weitergehende Informationen und daraus resultierende Gesetze und Vereinbarungen, sondern mit dem Beruf des Identitätsfinders. Lakonisch gefällig berichtet dieser von seiner Arbeit für und mit den Klonen. Dabei extrapoliert der Autor die eingeschränkte Perspektive und dem außen stehenden Betrachter beginnt sich eine immer fremdartig und schwierig werdende Gesellschaft zu entfalten. Auch wenn nur ein übergeordneter Erzähler seine persönlichen Erlebnisse wiedergibt und eher ein wenig arrogant von sich selbst berichtet, fasziniert diese karge Darstellung eines neuen Berufes. Nicht zuletzt wegen der in diesem Fall sehr gut funktionierenden Konzentration auf einen einzigen Teilaspekt und die sich anschließenden vielschichtigen und vor allem sehr gut vermittelten Fakten und Informationen bilden zusammen mit Pürners überaus sachlichen, sehr aufs Wesentliche reduzierten und doch unterhaltsamen Stil eine interessante Mischung.

In den folgenden Geschichten erweitert Stefan Pürner sehr zum Wohle dieser Sammlung die Klonidee um Hirntransfer und auch um die Speicherung des Gedächtnisses und der Identität eines Menschen auf einer Festplatte. Die „Santana- Festplatte“ beleuchtet diesen Gedanken aus zwei Perspektiven. Der theologisch- ethischen Variante und natürlich wieder der kommerziellen Ausbeutung selbst längst verstorbener Prominenter. Auf unterhaltsame Art und Weise baut Pünzer seine Idee kontinuierlich aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Texten dieser Sammlung wirkt die Absurdität der Grundidee – von der übervollen Festplatte bis zum Bruch des wertvollen Materials – in Kombination mit seinem ruhigen, sehr sachlichen Stil sehr gut.

Das Fragment „Deaktivierte im Pressespiegel“ hätte sehr gut in den vorangegangen Text integriert werden können. Die wenigen Pressemeldungen sind humorvoll überzeichnet, gehen allerdings ohne ein entsprechendes Resonanzbrett mit ihrer boshaften Stoßrichtung ins Leere.

Die letzten beiden Geschichten „Der Baum des gewesenen Lebens“ und „Körper machen Leute“ gehören dann wieder zu den besten und boshaft überzeichneten, aber pointierten Geschichten. Der erste Text beginnt mit einem verheirateten Mann, der seinen Pantoffelurlaub gewissenhaft plant. Wie so oft im Leben kommt es anders als geplant und beim Aufräumen verschiedener Schubladen trifft er auf ein schreckliches Geheimnis, das seine bisherige Gartenarbeit in einem neuen und wahrscheinlich scheidungsträchtigen Licht erscheinen lässt. Mit sympathischen, ein wenig exzentrischen Zügen zeichnet Pürner in diesem Fall geschickt das Portrait eines typischen Verlierers. Ein geordnetes Leben, ein Hobby und eine Frau, auf die er manchmal auch gerne verzichten kann. In diese so alltägliche Welt integriert er seine phantastische Idee – die Pointe der Geschichte soll hier nicht verraten werden. Das offene Ende des Textes lässt den einsamen Protagonisten in einem anderen Licht erscheinen. Dank der bizarren Idee eine Story, die durchaus Roald Dahl würdig sein könnte.

„Körper machen Leute“ beschreibt die ultimative Transplantation, das Hirn oder besser metaphysisch gesprochen der Geist wird in einen neuen Körper versetzt. Welche Auswirkungen hat diese Veränderung für das Opfer – meistens akzeptieren diese ihren neuen Körper – und deren Angehörige, wie tief sitzt der Schock bei den Überlebenden des Wirtkörpers. Im Gegensatz zu vielen anderen Texten dieser Sammlung bemüht sich Pürner, diese Problematik nicht theoretisch, sondern in Form eines kurzweiligen und gut zu lesenden Prosatextes zu analysieren. Obwohl die eigentliche Charakterisierung – für einen solch explosiven Text obligatorisch – intensiver und eindringlicher gestaltet werden könnte, regt sie beim Leser ein gewisses Nachdenken an.

Stefan Pürners „Geklont“ ist eine Kurzgeschichtensammlung mit Höhen und Tiefen. Zu Beginn der Sammlung bemüht er sich zu sehr, den Leser zu unterhalten und das Thema Klone in den Mittelpunkt zu rücken. Einige der Geschichten wirken daher eher gezwungen und könnten fast Lückenfüller zwischen den längeren und geschmeidigeren Texten sein. Erst im zweiten Teil der Sammlung erweitert er das thematische Spektrum und durch diesen Befreiungsschlag erscheinen die präsentierten Kurzgeschichten inhaltlich und stilistisch stärker. Der Klappentext spricht von „12 verblüffenden Kurzgeschichten, die Sie früher oder später erleben werden“. Ersetzt man das Wort Kurzgeschichte mit Ideen, kommt man der Wahrheit nicht nur ein gewaltiges Stück näher. Etwa die Hälfte der Kurzgeschichten funktioniert noch nicht harmonisch genug, um neben der guten Idee als Text überzeugen zu können, die in erster Linie längeren Storys dagegen wirken in ihrer Konzeption und Innovation originell und deuten Stefan Pürners Talent als Geschichtenerzähler an.

Stefan PĂĽrner: "Geklont"
Anthologie, Softcover, 154 Seiten
Celero 2006

ISBN 3-9808-9982-9

Weitere Bücher von Stefan PĂĽrner:
 - Sgt. Pepper Live

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