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Science Fiction (diverse)



Frank Borsch

Alien Earth Phase 2

rezensiert von Thomas Harbach

Nur ein knappes Jahr nach dem ersten Band, legt Frank Borsch den zweiten Teil seiner wahrscheinlichen Trilogie vor. Wie im ersten Buch lockert die eigentliche Handlung durch fiktive Zitate, Reden, Zeitungsartikel und in diesem Fall Tradings Cards auf. Das große Problem des unbeliebten Mittelbandes besteht in der Tatsache, die Handlung voranzutreiben und gleichzeitig den Leser auf den Höhepunkt der Serie vorzubereiten. Zwischen dem Auftaktroman mit seinem sehr offenen Ende und der Fortsetzung lässt Frank Borsch einige Zeit ins Land gehen, in welcher die Aliens zumindest faktisch auf der Erde angekommen sind. Insgesamt zwei Millionen Aliens sind auf der Erde angekommen und leben in den Körpern von Menschen. Trotzdem oder gerade deswegen werden sie gejagt und eingesperrt. Teilweise sogar gelyncht. Sie dienen als hilflose Sklaven bei medizinischen Experimenten oder sind die neuen Götzen der Sektierer. Alles ist in Frank Borsch Romans möglich und fast alles wird angesprochen. Wie im ersten Buch bemüht sich der Autor, das Tempo hochzuhalten und vor allem möglichst oft zwischen einzelnen, sehr unterschiedlichen Schauplätzen hin und her zu wechseln. Auch wenn es auf den ersten Blick frevelhaft klingt, es sind die Hintergründe der Borsch´schen Zukunft, die „Alien Earth: Phase 2“ in erster Linie interessant machen. Die Idee einer USAA bestehend aus einem Verbund Amerika- Arabien ist eine direkte Extrapolation aktueller politischer Strömungen in das Jahr 2066. Das Problem an der Beschreibung dieses kaum noch als das Amerika unserer Gegenwart erkennbare Land ist der Kontrast, den Borsch auf der anderen Seite beschreibt. Die korrupte Repulica des Este. Hier wäre es sinnvoll gewesen, die beiden konträren Staaten noch nuancierter, noch pointiert zu beschreiben. Nicht selten hat der Leser das Gefühl, als wolle Frank Borsch mehr ausdrücken als die Feder es zulässt. Insbesondere die Homeworld Security ist sicherlich nicht nur eine kritische „Würdigung“ der erzkonservativen Homeland Security, sondern die Inkarnation sämtlicher menschenverachtender Geheimdienste dieser unserer Welt. Mit Freetowm als Inbegriff eines neuen Aufbruchs, der allerdings zumindest handlungstechnisch noch nicht stattfindet und dem Marianengraben hat Borsch weitere interessante Plätze in seiner Future History beschrieben. Wie die kurzen Einschübe zwischen den einzelnen Kapiteln macht der Hintergrund seiner Welt Freude, wenn nicht der Plot wäre.
Zum einen stellt Frank Borsch das Leben seiner einzelnen Charaktere gründlich auf den Kopf. Zu Beginn des Romans hat er deren individuelle Situationen im Vergleich zum Vorgängerband schon gründlich geändert. Der Leser braucht einige Seite, um sich mit dem neuen Szenario wieder vertraut zu machen. So ist aus dem Anarchisten Wieselflink der Wissenschaftler Rainer Hegen geworden. Blitz dagegen liegt weiterhin im Wachkoma. Hegen hat sich ihrer angenommen. Der Polizist Paul ist inzwischen ein Gefangener geworden und die Crew des Artefaktenjägers Strawberry Bitsch lebt auf einer Alieninsel. Kaum hat Frank Borsch die einzelnen Protagonisten wieder dem Leser vorgestellt, versucht er mit möglichst vielen Actionszenen deren Leben wieder durcheinander zubringen. Das ist für einen packenden futuristischen Abenteuerroman auch legitim, leider leiden seine Figuren weiterhin unter der teilweise sehr eindimensionalen und vor allem überzeichneten Charakterisierung. Nur selten gelingt es Frank Borsch, in seinen Figuren wirkliche Emotionen zu wecken. Diese Schwäche ist unerklärlich, denn insbesondere in seinem ersten Buch „Das Fleisch der Erinnerung“ gehörte es zu seinen Stärken, auch bekannte Figuren sehr differenziert zu zeichnen. Von dieser Stärke ist im vorliegenden Band nicht mehr viel übrig geblieben.
Fairerweise sollte vor dem nächsten Kritikpunkt noch einmal deutlich hingewiesen werden, dass das politisch instabile und sozial unerträgliche Klima alle für einen eigenständigen Roman ohne Aliens gereicht hätte. Frank Borsch bemüht sich zu Beginn des Buches zu zeigen, wie die Fremden den Umgang mit den menschlichen Körpern von der Picke an erlernen müssen. So sehr er sich hier um Details bemüht, so radikal und freiwillig gibt er diese Ansätze wieder her. Im Grunde lässt sich deren Verhalten auf eine typische Gangsterorganisation reduzieren, welche die Feinde rücksichtslos aus dem Weg räumt und als nächsten Schritt den Wirtskörper bei ersten Problemen sofort wechselt. „The Hidden“ lässt hier genauso grüßen wie zum Beispiel die beiden „Needle“ Romane von Hal Clement. Dieses Szenario hat man in der Science Fiction schon so oft gelesen, dass Frank Borsch ihm im Grunde keine neuen Impulse abringen kann. Was noch erstaunlicher ist, ist die Toleranz, die angeblich viele Menschen den Fremden gegenüber entgegenbringen. Es sind Flüchtlinge, sie kommen aus den Tiefen des Alls auf der Suche nach einer Heimat. Wenn sie gegen die Regeln verstoßen, macht nichts, die Menschen halten noch die andere Wange hin. Frank Borsch schneidet diesen Punkt immer wieder an, aber es fehlt seinen Statements die ätzende Satire oder eine überzeugende pazifistische Ernsthaftigkeit. Frank Borsch bleibt im grauen Niemandsland zwischen den Extremen stehen. Das die Aliens andere Absichten als die bislang bekannten haben, ist jedem Leser inzwischen reichhaltig klar. Immerhin hat man „V“ gesehen, auch wenn die Echsen dort nur menschliche Masken hatten und vor allem die Mäuse/ Ratten der Erde als Nahrung bevorzugten. Über allem schwebt das Schiff der Erzfeinde, das sich der Erde nähert. Sind es wirklich Feinde oder sind die Verbrecher schon auf der Erde gelandet und kommt von den Sternen die Rettung? Alles spannende Fragen, deren Beurteilung auf den dritten und letzten Band verschoben werden muss. Vieles deutet auf eine Konfrontation zwischen verschiedenen Alien Fraktionen hin. Das Schicksal der einzelnen menschlichen Protagonisten bleibt natürlich auch offen.
Ohne zu spekulieren oder gar der Lösung vorzugreifen, hat sich Frank Borsch mit dem zweiten Band der Serie in eine Ecke manövriert. Im Grunde ein klassischer Zwitter zwischen dem guten und vor allem flapsig rasant geschriebenen ersten Band und einem hoffentlich überraschenden und vor allem originellen Ende der Serie. Viele neue Ideen offenbart der Autor nicht. Wer sich schon lange in der Science Fiction auskennt, wird zumindest seine Vorbilder erkennen. Das soll hier nicht verurteilt werden, aber insbesondere seine Aliens agieren so, als hätten sie diese Bücher auch gelesen und wollten die Klischees der Invasions- Geschichten parodieren. Leider ist vieles, was Frank Borsch hier zusammengerührt hat, bitterer Ernst und wenig originell. Die wechselnden Schauplätze vermitteln zumindest eine gewisse oberflächliche Spannung und das Buch ist solide kurzweilig geschrieben. Mit dem dritten Band hofft der Leser allerdings, das die Erwartungen, welche nicht nur die Werbetrommeln und Lobpreisungen von bekannten anderen Autoren erwecken, endlich erfüllt werden. In dieser Hinsicht ist „Alien Earath Phase 2“ deutlich schwächer als der erste Band und streckenweise inhaltlich eine einzige Enttäuschung.



Frank Borsch: "Alien Earth Phase 2"
Roman, Softcover, 416 Seiten
Heyne Verlag 2007

ISBN 3-4535-2251-6

Weitere Bücher von Frank Borsch:
 - Alien Earth Phase 3
 - Lemuria 1- Die Sternenarche
 - Pan-Thau-Ra Band 1 „Die Lebenskrieger“
 - Perry Rhodan 2500 - Projekt Saturn
 - Perry Rhodan Action 13 - Die Trümmerwelt
 - Perry Rhodan Neo 1 - Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 17 - Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 17- Der Administrator
 - Perry Rhodan Neo 1: Sternenstaub
 - Perry Rhodan Neo 24 - Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 24- Welt der Ewigkeit
 - Perry Rhodan Neo 36- Stolz des Imperiums
 - Perry Rhodan Neo 6 - Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 6: Die dunklen Zwillinge
 - Perry Rhodan Neo 9 - Rhodans Hoffnung
 - Perry Rhodan Neo 9: Rhodans Hoffnung

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